1788/19: Video: The toten Crackhuren im Kofferraum – Jobcenter Fotzen (Official Video)


The toten Crackhuren im Kofferraum – Jobcenter (Official Video)

Großes Rauschen im Haulewald wahrnehmbar, eine unendliche Geschichte, als es um die Zeitumstellung kürzlich europaweit ging.

Richtig: Es ging um die Frage, ob sommers- wie wintersüber die Hurenumstellung sinnvoll ist. Inzwischen haben die europäischen Kommissare für das Zweitverwertungsrecht der Uhrzeit angeordnet: Es bleibt, wie es ist.

The toten Crackhuren im Kofferraum sind weiterhin arebyteslos. Sie besuchen das Jobcenter, um ihre Anstellung zu klären. Und wie sich die Mitarbeiter anstellen.

Sehr vergnüglich. Gut, es sind hier kaum Jogginghosen zu sehen. Niemand hat wirklich die Kontrolle über sein Leben verloren. Der berühmteste aller Jobcenter-Kritiker, Karl Lagerfeld, ist tot.

Mädels, Schränke auf, es ist jetzt wieder PC, Jogginghosen zu tragen. Stilistisch alles andere kilometerweit zu überragen.

Weiterführend
* Kurzfilmferien: Jung, talentlos und gecastet
* Bitchlifecrises: Die Facebookseite der Huren
* The toten Crackhuren Website
* The toten Crackhuren im Kofferraum

1787/19: Erinnerung: Hans Hartmann, Bassist, Chapman-Stick – „Smile Of Menja“ #Tageslied #Erinnerungen


Hartmann & Brunn @ Kunstfabrik Schlot „Smile On Menja“

Hans Hartmann (* 3. März 1942 in St. Gallen) ist ein Schweizer Jazzbassist und Chapman-Stick-Spieler. Hartmann war Mitglied des Trios von Marcel Bernasconi und wurde nach der  Ausbildung auf dem Zürcher Konservatorium 1967 als bester Jazzbassist der Schweiz ausgezeichnet. Damals begleitete er den Bluesmusiker Champion Jack Dupree und spielte in einem Modern Jazz-Quartett mit Remo Rau, Jürg Grau und Peter Candiotto. Seit 1968 arbeitete er in Deutschland, wo er zunächst mit den Emil Mangelsdorff Swingers aufnahm, und wurde 1974 für anderthalb Jahre Mitglied von Guru Guru. Anschliessend arbeitete er wieder im Jazzbereich. Er spielte u. a. mit Tomasz Stańko und Zbigniew Seifert (CD „Purple Sun“, 1973), mit Attila Zoller, Häns’che Weiss oder Chet Baker, ging aber auch mit Hannes Wader und mit Lydie Auvray auf Tour. In den letzten Jahren war er vorrangig im Bereich der Weltmusik aktiv. Hartmann lebt in Berlin. (aus Wikipedia, deutsche Fassung)

Diesen kurzen Artikel möchte ich dem begnadeten Berliner Bassisten und Chapman-Stick-Spieler Hans Hartmann widmen, der das Instrument inzwischen nicht mehr anfasst und an schwerer Demenz leidet.

Meine Gedanken sind bei diesem unfassbar guten Musiker, den ich im Verlaufe meines Lebens immer wieder auf Bühnen wahrnahm, mit großartigen Kollegen zusammen und immer als Ausnahmemusiker mit einer erstaunlich großen, beeindruckenden Range.

Hans, wir sind in Gedanken bei Dir, wünschen Dir alles Gute und dass Du vielleicht nochmal ab und an ein Instrument in die Hand nehmen kannst.

Es wird kolportiert, dass derartiges Demenzkranken hilft, Freude und sich selbst zu spüren. Liebe, Licht, Zuneigung und gutes Karma sendet Dir der Autor dieser Zeilen.

Ich bin in Gedanken bei Dir. So sehr ich es mir für Dich nur wünschen kann.

(Video: Hans Hartmann and Andreas Brunn playing live @ Kunstfabrik Schlot. „SMILE OF MENJA“ is a composition of Hans Hartmann Hans Hartmann (Switzerland) chapman stick | Andreas Brunn (Germany) 7 string acoustic guitar)

1786/19: Nachruf: Bruno Ganz (* 22. März 1941 in Zürich, † 16. Februar 2019 ebenda) – powered by Ganz & Roses

Kerze #Trauer

Kerze #Trauer


Wings of Desire – Little Person

Dem Schauspieler Bruno Ganz kann man Verdientheit um Berlin nachsagen. Wie sich in Wort, Tat und Bild recherchieren lässt. So nimmt es nicht Wunder, wenn diese musikalische Website ein kurzes Abschiedsrequiem aus Worten komponiert, sich an Bruno ganz und gar wendet und Liebe und Zuneigung auf den Hingeschiedenen regnen lässt. Auch wenn der Tod zu erwarten ist: Es lässt uns tief getroffen zurück. Liebe, Licht, ewiges Leben, Bruno Ganz. Ein lautes Wehklagen, ein Chapeau.

Mitten aus dem geteilten Berlin der Nachkriegsjahre trifft schwarzweiß ein Gros ohnefarbener Bilder ein. Farbfernsehen, Schrei der Moderne und man brauchte Willy Brandt, um es anzuschalten, auf der Funkausstellung prähistorischen Datums unter dem Funkturm, Berliner Messehallen. Hätte Brandt gewusst, dass das Privatfernsehen anrichtet, er hätte den Schalter niemals umgelegt. Brandt hatte Geschmack.  Erst war jetzt alles bonbonfarben, aber dann. Wim leitete die Wenders ein, noch fünf, sechs Jahre vor der Wende in Deutschland halb und halb – die Likörfabrik Mampe wurde abgewickelt und dass alles besser werden würde, erschien uns nicht gänzlich unmöglich. Der Himmel über Berlin ist seit den Achtziger Jahren cinematografisch verfilmt. Es wurde alles besser, mit der Zeit. Wir bekamen den Bruno präsentiert und nach und nach kochte er uns gar. Ganz und gar.

Jahre zuvor hatte Bruno Ganz bereits Unsterblichkeit erlangt, als Jonathan Harker in Werner Herzogs Nosferatu-Verfilmung, mit Klaus Kinski, dem Töchterschänder mit  Erdbeermund, dem Fitzcarraldo der kompletten Unberechenbarkeit. Bruno Ganz wusste daher halbwegs in scheinfriedlicher Koexistenz mit einem Monster nebeneinander her zu spielen. Niemand wusste Genaueres. Die Welt ist längst banalisierter: Dem Fitzcarraldo wurde der Hut gegeben. Wir hören jetzt Radio Fritz.

Genauer als Kinskis Leben war bekannt, was der österreichische Gefreite Adolf H. aus Braunau für ein Bösewicht war, den Bruno Ganz viel später überzeugend wie kein Anderer gab. Es war der Anfang vom Ende, vom Untergang. Es war das Ende vom Anfang, eine solche Person zu spielen, wie es überhaupt keinerlei Grenzen zu geben schien für diesen Schweizer Bruno Ganz aus Zürich. Er war feinfühlig, süffisant, leise, fast lauernd, ein großer Schelm, dem man das Schelm sein aber erst anmerkte, wenn man in der Lage war, lange genug darüber nachzudenken. Er konnte alles schauspielern, er ließ nichts meistern, selbst war der Meister. Er, der Dreh- und Angelpunkt jeder Szenerie, der Grund, genauer hinzuschauen, alles um uns herum zu vergessen und weg zu drängen und sich ganz und gar  filmischen Handlungssträngen hinzugeben.

Mein Engel, Bruno. Ich werde Dich vermissen.
Ich geb sie nur her zu ganz besonderen Anlässen: Ich stelle Dir diese schwarze Tulpe hin.
Ich geh weinen.

Schwarze Tulpe - The black tulip. To The Honor of...

Schwarze Tulpe – The black tulip. To The Honor of…

Weiterführend
* Bruno Ganz – 1941 bis 2019 (Ehrenbanner)
* U2 – Stay
* Nick Cave – Cassiels Song
* Dirty Three feat. Nick Cave – Sea above, Sky below
* Nick Cave: Null ist auch nur eine Nummer
* Anderer Thread: Zum Wirken und Leben von John Lennon