1837/19: Positionen: Ilka Posin und ihr Vater, die Juden und die Kippa (Lied des Tages)

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Dieb Purple was here! Bevor wir betteln gehn wir klau'n (Graffiti am Bahnhof Celle) - Rights reserved

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The One – Ilka Posin

°Musik, Text, Stimme, Gitarre: ILKA POSIN °Musikproduktion & Dobro: JOACHIM PAETSCH °“Feinabstimmung“: KARL NEUKAUF °Videoproduktion: MAX ZORN °Darsteller: CHAYEN (das Pferd), CHARLIE JOHL, CHRISTOPH MENZEL, DOMINIK, FABIAN WAETZOLDT, FUNKY (der Hund); INGOLF HÖRICH, MAX ZORN, MARLENE °Dankeschön dem Pferdehof Neubeeren für seine Unterstützung!

Geschichten müssen fluffig erzählt werden, gutgängerisch. Im Flow von Fakten, Feen und Fertigmilchpulver. Im Flow eines großen Flusses.

Daddy always takes You at You hand: Stadt, Land, Fluss, Kontinent, Musik verpennt.

Oder wie Dirk Erchinger – Drumtrainer in Berlin – heute über Twitter mitteilt, und richtig:

Weiterführend

Meine Verehrung!

 

1833/19: HIStory: Aus Frl. Menke wurde nun Frau Menke – Im Übrigen sang sie schon früh von Seawatch und Co….

Sophisticated Looking/Verrückt gucken (gif/Ani)


Was wurde eigentlich aus Frl. Menke? (Hohe Berge / Tretboot in Seenot)

Uwe zeigte mir Fotos – das war im August
Er am Ruder der Yacht, braungebrannt, selbstbewußt.
Er sagt: mein Boot liegt allein an der Costa del Sol
Er sagt mir: Mit dir auf dem Meer ja da fühl ich mich wohl.
Im Tretboot in Seenot – treiben wir im Abendrot.
Kein S.O.S.
kein Echolot – ein Treetboot
was zu sinken droht.
Im Tretboot in Seenot – sagtest du nicht Motorboot?
Zögernd gibt er zu versteh’n – Schatz es ist kein Land zu seh’n.

Außer ihm gibt’s nur Meer
und mehr ist nicht zu seh’n.
Mit dem Fernglas am Hals spielt er den Kapitän.
Ich werd mein Heimweh nicht los ich will nach Haus.
Nur noch eine Stunde mit ihm dann raste ich aus.

Im Tretboot in Seenot – treiben wir im Abendrot…

Dabei braucht sie den Aua-Hahn, die Gams, das Reh sang sie, aber: Alles vorbei: Heute werden Helden im Mittelmeer geboren. Sie legen in Lampedusa an und lassen sich von italienischen Populistenministern beschimpfen als Gesetzesbrecher. Zögernd gibt er zu versteh’n – Schatz es ist kein Land zu seh’n. Und was nun? Früher war mehr Moral, wie Mehlschwitze auf dem Weltgewissen. LebensretterInnen und KapitänInnen wie Carola Rackete werden als Familienclan sittenverhaftet und denunziert, der moderne Medienkrieg kennt keine Schamgrenzen mehr, dabei waren die Gedanken doch mal frei, früher. Erinnert Ihr Euch noch? Frl. Menke sagt: Noch. Und „Google forscht“ (Video Instagram, unten verlinkt). Für uns haben Menschen wie Rackete Friedensnobelpreise verdient. Und noch nicht bekommen.

Die Gedanken sind frei

Meine Mutter hat das auch immer gesungen, vor allem in jener Zeit, in der sie es am Frühstückstisch nicht mehr aushielt, „Der Junge ist unerträglich“, sagte sie dann zu Vater und fing lautstark an „Die Gedanken sind frei“ zu singen. Frl. Menke macht das viel besser als meine Mutter. Trotzdem für meine Mutter: Ruhe weiterhin in Frieden. Und nochmal danke, Franziska, eine wunderbare Erinnerung.

Und was macht Frl. Menke heute? Der kurze Einspieler fasst es mit den Worten der Künstlerin nochmal zusammen. Der Beitrag ist von 2011. Zwischendurch sind wieder viele Flüchtlinge durchs Mittelmeer geschwommen und zu viele ertrunken. Schlauchboot bestenfalls, aber immer stark überbelegt.

Weiterführend
* Frl. Menke Homepage
* Frl. Menke Die Gedanken sind frei (via Instagram)
* Frl. Menke Wikipedia
* Frl. Menke Tretboot in Seenot
* Frl. Menke Hohe Berge
* Tulipstagram Der Auahahn

1832/19: Positionen: Für mich bist Du schön. Über die Liebe zu den Eltern.

Trauerkerze (ani/gif)


Bei mir bist du sheyn – Sharon Brauner – Lounge Jewels

Dass die Liebe zu denjenigen schönsten Dingen á la Zeiten gehört, dürfte außer Frage stehen. Niemand bleibt unberührt, wenn Liebe ihn anfasst. Touch me, touch me, I wanna be dirty: Nein, eben nicht sexuell gemeint. Liebe und Sexualität sind nicht untrennbar, sondern ereignen sich zum gegenseitigen Vorteil hochwertiger, falls auch das noch hinzu kommt. Es kann sich um die Liebe zu einem Menschen handeln, der uns nahe steht. Wie zum Beispiel zur Mutter oder zu den eigenen Eltern. Denn sie sind ….komplett bedingungslos….es wohnt dieser Art von Liebesbeziehung kein Geschäft inne. Gott sei Dank.

Sharon Brauner erinnert dieser Tage an den 80sten Geburtstag ihrer Mutter. Am 7. Juli 2019 starb Artur ‚Atze‘ Brauner im Alter von 100 Jahren (* 1. August 1918 in Łódź, Regentschaftskönigreich Polen, als Abraham Brauner; † 7. Juli 2019 in Berlin). 14 Tage vor ‚Atzes‘ Geburt wurde Zar Nikolaus ‚Niki‘ am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg (Rußland) mitsamt Frau und Kindern im Auftrag der Uralbolschewiken hingerichtet. So sind nunmal Lebensläufe auf die rechte Seite gekippte Achten (Symbol für Unendlichkeit ). Achtelt mal drauf.

Jetzt ist vieles richtig dumm und was man würdigen und hochhalten soll, wird immer unklarer. Was man verwerfen will aus Gründen, wegen unrichtig sein, Falschheit oder aus Gründen verbliebener Moral. Wenn wir die Fotos vorüber ziehen sehen, die im Videoeinspieler zum Lied zu sehen sind, erinnern wir, dass das Leben wunderbar gewesen sein muss. Wie wir wissen: Nicht immer. Sondern überwiegend.

Bewunderung für die 80jährige, mir unbekannte Mutter. Bewunderung für Sharon für die gelungene Version eines jiddischen Klassikers. Bewunderung für Artur „Atze“ wie für die ganze Familie Brauner.  Als Immobilien-Tycon wirkte Atze in Berlin nicht unumstritten. Als Filmschaffender und Förderer der Kunst war seine Bedeutung größer und sein Tun vorbildhafter. Es gemahnte uns schreckliche Deutsche, niemals wieder zu vergessen. Deswegen ist würdigende Erinnerung richtiger, als kleinliches Fehler suchen.

Solch berührende, reiche Lebensläufe als Verbindung zu früheren Zeiten und als Bridge over troubled Water sterben derweil weiter aus. Nach und nach. Im Osten der Republik wuchert schon wieder ein dummes, diesmal blaugestrichenes Braun von Geschichtslosigkeit, mangelnder Erkenntnis und mit Absenz von jeglicher Herzenswärme bzw. Empathie.

Helmut Schmidt war 1918 geboren. Die Romanows starben 1918 in Jekaterinburg. Nichts vergleichen. Große Geschichten gehen vorüber, bis sie in Vergessenheit geraten. Wer schon mal in Wien war oder gar St. Petersburg, interessiert sich eventuell für diese Sichtweisen.

Die Kerze ist für Artur ‚Atze‘ Brauner.

Liebe, Respekt und gute Gedanken.
Der Berichterstatter

Weiterführend

* Nachdrücklich: Padam Padam