1540/17: Video: Bist Du Beatles oder Stones? – Der Fernseh-Gernsehtipp von #blackbirdsTV

Freunde.

Scheißt die Wand an.

Über Neuköllner Jungs. Umwerfende, grüblerische Nachtragsbetrachtung zum Werdegang von fünf Neuköllner Jungs, die aktuell in Rente gingen.

Fein fein, unbedingt ansehen.

Weiterführend

(Gesehen von H.p. – danke.)

1536/17: Positionen: Zu viel Zukunft, nirgends – Von Michael Pöppl (Gastbeitrag)

Mohr - Stirb nicht im Warteraum der Zukunft

Tim Mohr ist ein amerikanischer Autor, Journalist und Übersetzer. In den 1990er-Jahren lebte er in Berlin als Club-DJ, bevor er nach New York zog und für den Playboy arbeitete. Dort war er unter anderem für Hunter S. Thompson zuständig, mit der er bis zu dessen Tod an dem Buch »Ancient Gonzo Wisdom« arbeitete. Seine journalistischen Artikel erschienen bis dato u. a. in der New York Times, dem New York Magazine, Time Out oder der Huffington Post. Zu seinen Übersetzungen aus dem Deutschen ins Amerikanische zählen Wolfgang Herrndorfs »Tschick«, Charlotte Roches »Feuchtgebiete«, vier Romane von Alina Bronsky und Dorothea Dieckmanns »Guantanamo«, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Als Ghostwriter hat Tim Mohr die Memoiren »It’s So Easy« von Duff McKagan (Guns N’ Roses), »The Last Holiday« von Gil Scott-Heron und »Face the Music« von Paul Stanley (Kiss) verfasst. Derzeit arbeitet er an der Lebensgeschichte von Joe Walsh von den Eagles. Tim Mohr lebt in Brooklyn.

Von Michael Pöppl, Journalist, Autor

Mit Vollbart, Hornbrille und Basecap sieht Tim Mohr eher wie ein intellektueller Rapper als wie ein Punk aus. Der New Yorker ist ein bekannter Journalist und Übersetzer, zum Beispiel übertrug er Wolfgang Herrndorfs »Tschick« ins US-Amerikanische und hat als Ghostwriter für Musiklegenden wie Paul Stanley von »Kiss« geschrieben. Dem Phänomen Punk begegnete Mohr Anfang der 1990er Jahre im wilden Berliner Nachtleben, er studierte und arbeitete als DJ in diversen Clubs und lernte dabei einige Akteure der Ostberliner Punkszene kennen. Die Begegnungen faszinierten ihn, über 20 Jahre hat er immer wieder recherchiert. »Das waren solch unglaubliche Geschichten, die ich einfach allen Leuten weitererzählen wollte.« Aus dem Langzeitprojekt wurde das jetzt erschienene Sachbuch »Stirb nicht im Warteraum der Zukunft – Die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer«.

Derzeit ist Mohr auf Lesetour in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Mit dem Musiker Brezel Göring von »Stereo Total« besucht er nicht nur Punkhochburgen wie Berlin, Zürich oder Hamburg. Gerade in Chemnitz, Erfurt, Leipzig, Dresden oder Jena, überall da, wo es zu DDR-Zeiten eine Punkszene gab, ist der Andrang groß. Auf einem Split-Screen im Hintergrund laufen private Videos von Ostpunks neben schwarz-weißen Überwachungsfilmen der DDR-Staatssicherheit. Zwischen den Lesungsteilen hört man Ostpunksongs aus den 1980ern.

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1528/17: Positionen: Vive la revolution! – Die Moritat von Xavier (Gastautor: Grit Maroske)

Vorab: Ich schreibe diesen Text in dem Wissen, dass einige Leute ihn garantiert in den falschen Hals bekommen werden. Menschen, die mich gut kennen wissen hoffentlich, wo ich politisch stehe und dass ich eine gefestigte Persönlichkeit bin und werden mir das zugute halten. Lasst euch mit mir gemeinsam einfach mal auf ein Gedankenexperiment ein, denn mit diesem Text schauen wir in einen Spiegel und sehen alles (naturgegeben) seitenverkehrt.

Heute Nacht hatte ich einen seltsamen Traum. Mein Land war in Aufruhr. Menschen liefen schreiend und mit hochroten Gesichtern zum Marktplatz, in der Hand Forken und Fackeln. Sie schüttelten wütend die Fäuste gegeneinander, rempelten und schubsten, jeder wollte der Erste auf dem Marktplatz sein, denn eine öffentliche Hinrichtung stand an. Die einen versprachen sich Nervenkitzel bei der Volksbelustigung, andere setzten besorgte Minen auf, Dritte rieben sich schadenfroh die Hände während wieder andere den Märtyrer aus den Fängen der Gerichtsschergen befreien und auf ihren Schultern durchs Stadttor tragen wollten.

Am Marktplatz angekommen, hatte sich bereits eine stattliche Menge versammelt. Viele deckten sich an einem der zahlreichen Stände noch mit faulen Eiern, matschigem Gemüse und Steinen ein, alle Ausrufer bläkten durcheinander in einer infernalischen Kakophonie von Neuigkeiten. “Xavier beim König in Ungnade gefallen!” “Minnesänger ruft zum Umsturz auf” “Hofnarr ohne Kleider wird des Landesverrats bezichtigt” und zwischendurch riefen sie die neusten Ergebnisse beim Strohballenweitwurf, Rabattangebote des lokalen Dirnenhauses und Wettervorhersagen in die Menge. Ich ließ mich mitziehen zur Mitte des Platzes, wo schon ein Podest aufgebaut war. Dort sollte, deutlich sichtbar für das VOLK, heute Recht gesprochen und vollstreckt werden.

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1522/17: Zitatfilter: Was Viola Kramer über den Tod von Musikern denkt…

Mit dem Tod macht man keine Witze. Das stimmt. Und ich finde diesen Trend zu den Hit-Teams regelrecht beunruhigend. Musik hat für mich völlig andere Aufgaben, Ziele, Inhalte als schnödes Geld schneiden auf der Basis „was wollen die Leute hören“. Alleine, dass die Intros immer kürzer werden… ein Hook den nächsten jagt, damit die Leute nicht zum nächsten Titel skippen… wer unter solchen Überlegungen „Musik“ macht, ist mir suspekt. Natürlich soll es auch die Tanzmusik und die Funktionsmusik geben. Aber: Musik ist vor allem Seelennahrung. Heute mehr als früher, wo die Leute noch ihre Religionen hatten. Der Tod von solchen Größen wie Bowie, Amy, Lennon usw. hat allerdings auch etwas Tröstendes in Bezug auf die eigene Zukunft, denn niemand „will“ diesen Weg gehen. Doch alle müssen. An dem Punkt sind wir ALLE gleich. Wann endlich begreifen die Menschen, dass das Leben kostbar ist und hören auf mit diesen dummen Kriegen?!? Sorgen für ausreichend Nahrung? Jagen keine Busse hoch, um die Aktienkurse zu verbessern? Die SPINNEN doch.

Vielleicht könnte mehr GUTE Musik an die Zerbrechlichkeit der Welt und des Lebens erinnern. Amy, John und all die tollen schon Dahingegangenen mahnen immer noch. Das ist ihr Vermächtnis. Dafür sei ihnen gedankt! (Viola Kramer auf facebook, Spezialistengruppe:Musikerwitze)

Im erzählten Musikerwitz geht es um eine kurze Geschichte mit einem humorigen Höhepunkt mit Bezug zum Thema Musik.

In einer Gruppe von sagen wir mehr als zwanzigtausend Mitgliedern geraten da schon mal die Begrifflichkeiten durcheinander. Gepostet wird, was das Zeug hält. Aus ganz unterschiedlichen Motiven. Die wenigsten davon erscheinen einem selbstlos. Also dem Witz zuliebe kredenzt, dargeboten als selbstloses Angebot, die Lachmuskeln zu betätigen. Hinzu kommt eine Attitüde von möglichst viel posten, um darzulegen: Seht her, ich existiere. Sehr gerne geht Gehässigkeit durch die sozialen Medien. Wie bereits die NSA zutreffend analysierte, geht es beim modernen Menschen um so genannte Selektoren: Das sind diejenigen Dinge, die wir aus dem sozialen Shitstorm rausfiltern um zu erkennen, worum es überhaupt geht. Nennen wir beispielsweise den Terminus Helene Fischer oder Andreas Gabalier, so kann sich unser wachsames Auge mit Sicherheit einrichten, alle möglichen Schimpftiraden über diese beiden Selektorenbegriffe vorzufinden. Da sind die Menschen ganz bei sich selbst: Da ist darauf Verlass wie auch auf die eigenen Rechtschreibfehler. Gehated wird vorhersehbar.

Ist es lustig, dass Amy Winehouse jetzt seit fünf Jahren clean ist? Seit ihrem Tod hat sie keine Drogen zu sich genommen, ist die dahinter liegende, einigermaßen perfide Behauptung des Stoffeanbieters, der das als Musikerwitz einreicht.

Viola Kramer hat es nach hiesiger Auffassung schön zurechtgerückt.

Die Welt ist schon verrückt. Wir werden uns noch an sie gewöhnen müssen.

1494/17: Positionen: Zum Tod von Gerrit Meijer – Von H.P. Daniels (Gastbeitrag)

H.P. Daniels

H.P. Daniels

Am Freitag, dem 17.2.2017, ist völlig unerwartet der Berliner Musiker und Autor, mein Freund Gerrit Meijer, an einem Herzinfarkt gestorben.

Samstagnacht hab ich von Gerrit geträumt: Er war gut gelaunt, sprach von seinen Plänen, was er in der nächsten Zeit tun wolle … neue Songs aufnehmen, noch ein paar Lesungen machen aus seinem gerade erschienen Buch “Berlin. Punk. PVC”. Er hat sich gefreut, als ich ihm sagte, dass mir seine Lesung neulich im “Pinguin” gut gefallen hat. Und er hat mir eine Menge seiner lustigen Geschichten erzählt … was er gemacht hat, was er erlebt hat … über Menschen, die ihm begegnet sind. In seiner typischen Art, ruhig, zurückhaltend … und sehr witzig. Er hat gelacht und war guter Dinge … Es geht ihm gut, dachte ich nach diesem Traum … wie schön.

Vor zehn Jahren (so lang ist das jetzt auch schon wieder her!) hab ich zu “3o Jahre Punk in Berlin, 30 Jahre PVC” ein kleines Porträt über Gerrit Meijer für den Tagesspiegel geschrieben.
Anlässlich seines Todes hier nun noch einmal die Geschichte in der bisher unveröffentlichten, ungekürzten Originalversion:

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1488/17: Positionen: Iss was, Doc? – Der Gitarrendoktor Lutz Heidlindemann. „Zahle jeden Preis für jeden Schrott.“ #Linktipp

Gitarrengriff: Schiß-Moll

Gitarrengriff: Schiß-Moll


Kurzer Porträtfilm über Guitardoc

Anfang der Siebzigerjahre änderten große US-Gitarrenbauer wie Fender und Gibson ihre Strategie. Sie produzierten plötzlich lieber Masse als Klasse. Die Verarbeitung der Instrumente war nicht mehr so akkurat. Auch beim Holz wurde gespart. 1972 waren die Vorräte an alten Holzbeständen aufgebraucht. Das Angebot an guten Gitarren ist daher sehr übersichtlich, und ich sage voraus: Alles, was bis zum Jahr 1972 auf den Markt kam, wird im Wert weiter steigen.

…sagt Lutz Heidlindemann in einem Interview mit dem Spiegel. Und weiter: „Solange Marke und Baujahr stimmen, wird noch der letzte Schrott gekauft.“ Nennen wir das Interview ruhig relevant. Bitte schön.

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1486/17: Positionen: Gute deutsche Tonträger – Richtig gute Mucke aus Berlin und aus Hessen! #Audiotipps

On Fire – Flux – Claus Hessler, Thomas Langer, Paul Gehrig
Capital Letters (Debüt) – Berlin 21 – Torsten Zwingenberger, Lionel Haas, Patrick Farrant, Martin Lillich
Back To My Roots (Debüt) – B3 – Andreas Hommelsheim, Chris Krauss, Lutz Halfter, Ron Spielman
DIN A Testbild – Programm 5
DIN A Testbild – Programm 6
Memories In Melodies (2nd Album) – B3 – – wie vor
Cosmos – Lorenz Kellhuber Trio – Lorenz Kellhuber
State Of Mind – Lorenz Kellhuber Trio – wie vor
The Brooklyn Session – Lorenz Kellhuber Experience
Seventies Songbook – Pascal Wroblewsky

Sortiere gute Tonträger-Veröffentlichungen der letzten zwei, drei Jahre, die durch meine Hände gegangen sind. Diese CDs kann man unbedingt gut anhören. Ich selbst kann mir CDs inzwischen gar nicht mehr anhören. Bekomme ich eine, muss ich sie sofort bestmöglich digitalisieren, die Silberlinge liegen schließlich noch nirgends mehr herum und geschweige denn dort, wo wir sie aktuell bräuchten.

Bei Interesse findest Du zu den genannten Berliner Künstlern weiterführende Informationen auf dieser Website. Die erstgenannte Band Flux (nicht aus Berlin) findest Du auf der Website xdrum.eu (Drummer Website).

1485/17: Positionen: Alarm: Die Rock- + Popmusik ist tot. – Titelschutzangabe: „Letzte Ausfahrt Kuschelrock“ #socialtulip #ttt

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

Es wurde schon alles gespielt, nur nicht von jedem. – Huey Colemann, via Facebook

Mein Bemühen um Netzaustausch ist Prüfungen unterzogen. Mir sind echte Austausche lieb. Mein Kernsatz lautete am 06.02.17: „In der Rock- und Popmusik ist es gelaufen. Spätestens 2000 war Schluss. Nichts Neues. Kalter Kaffee.“ Ich fasse gewonnene Erkenntnisse aus Diskussionen auf Facebook #socialtulip zusammen.

Viele befürworten diese Feststellung einfach. Ich habe ausgewertet, es sind die Älteren auf den Freundeslisten im asozialen Netzwerk.

Ich wusste früher sehr gut Bescheid, wie ein Sachverständiger. Dann klinkte ich mich irgendwann aus und dachte, das ist es nicht wert. Denn wozu auch? Ich beschloss, es ist egal. Ich war noch gar nicht so alt geworden. Es ist wirklich unheimlich lange her.

Einige wenige widersprechen mir und stellen Namen von Bands und Einzelmusikern in den Raum. Ob die genannten Musiker die These wiederlegen, die provokativ gemeint war, weiß ich nicht. Dazu müsste ich sämtliche Vorschläge gewissenhaft durchhören. Mir fehlt die Zeit dazu. Abgesehen davon auch die Lust.

Dirk Zöllner, Sänger/Musiker aus Berlin, hat in einem Gastbeitrag auf www.blackbirds.tv u.a. gesagt, Zitat: „Ich höre wie alle Normalverbraucher fast immer die Best of meines eigenen Lebens. Gelegentlich entdecke ich mal was Neues über YouTube, über meine große Tochter oder über meine junge Freundin – aber das vorgekaute Menü der Radio- oder Fernsehprogramme stört mich sowohl beim Komprimieren meiner eigenen Gedanken, als auch bei der Konversation im Allgemeinen.“

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1483/17: Positionen: Der Lebensklang – Von Dirk Zöllner #Kolumne

Dirk Zöllner im Glück - Schwalbe (Foto: Privatarchiv)

Dirk Zöllner arbeitet Erinnerungen auf: An Otis Redding, der mal unheimlich beliebt war. So beliebt, dass Nina Hagen Gottes eingeborenen Sohn Otis nannte. Und The Sweet. Die britische Glamrockband ist längst in Teilen verblichen, zwei von vieren sind tot. Dabei besaß man mit The Sweet harte Währung, wucherte mit Pfunden bei den Mädchen. Aber ansonsten: Was bleibt? Wozu das alles: Musik ein furchtbares Einerlei geworden, beliebig austauschbar. Alles kommt. Aber nichts bleibt. Nichts ist mehr von Dauer. Man hört sich durch feste Arsenale vorhandener Musik, aber quält sich mit Neuem. Dies und vieles andere mehr in einem Gastbeitrag von Dirk Zöllner. Dank an den Autor.

Von Dirk Zöllner

Wie ich höre, essen Bäcker nicht so gerne Kuchen. Im Gegensatz zu den Fleischern. Die meisten Gastronomen halten sich vom Alkohol fern, die Psychologen, Philosophen und Politiker vom echten Leben. Pädagogen haben nicht selten Probleme mit ihren eigenen Kindern. Rechtsanwälte oft ein abstraktes Bild von Gerechtigkeit und Religionsverwalter einen engen Blick auf die große unfassbare Liebe. Ärzte… Ich will das gar nicht weiterdenken!

Seit 32 Jahren ist Musik mein Brot- und Rotweinerwerb.

Ich werde dafür bezahlt, dass ich meine eingeschränkten Gedanken komprimiere, auf Platten festhalte und in Konzerten darbiete. Ab und zu habe ich mich mal als Musicaldarsteller versucht, aber eigentlich lebe ich ausschließlich von Egozentrik. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich übermäßig für Musik interessiere, da geht es mir wie dem durchschnittlichen Bäcker mit den Backwaren. In meiner Kindheit stand ich auf die Glamrocker von THE SWEET.

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1470/16: Positionen: Wie findet der Mensch sein Glück? – Treibsandgedanken, Streugut und Sauercrowd #LiedDesTages

Dirk Zöllner im Glück - Schwalbe (Foto: Privatarchiv)


Die Zöllner mit „Sand“

Ich geh mit meinem Luftballon allein auf meinen Lustbalkon: Worum es bei Dirk und das Glück geht, haben wir hier schon berichtet. Der Artikel ist am Ende unten aufzufinden. Dies Update heute sagt kurz, warum das Projekt erfolgreich aussieht und wie der Mensch an und für sich Glück finden kann. Viel vom erreichbaren Glück des Lebens liegt auf der Textebene. Mit guten Worten.

Dirk und das Glück und das Recht auf Rausch. Das Grundrauschen ist gelb (wie Sand) und die Überlegung, welches Plattencover das neueste Projekt von Zöllner haben wird, ist mehrere Überlegungen wert. Crowdfunding goes Erfolgsrausch beim Ziel erreicht brüllen. Zöllner fragt bei Fans herum: Soll das Plattencover ein Fotoentwurf sein, der ihn hinter einem gelben Luftballon zeigt im quietschegelbem Jacket? Oder ist Zöllner ein Waldelf, Glückswichtel, ein listiger Troll im Textsorbet von Werner Karma? Bei den Fans ist man sich überwiegend einig: Der Entwurf mit einem gelben Luftballon wurde Knallkopp genannt und zeigt ihn mit Luftballon (gelb). Eine dritte Fraktion der Zöllnerianer – das sind die Unangepassten – wagt Widerspruch und fordert die Schwalbe (Bild oben, Quelle. Privatarchiv). Ja, dies Bild hat was. Keine Frage. Edit: Wir wissen, wie sehr die Schwalbe heute noch gefahren wird. Ihre Anschaffung ist ein Investment und gezahlt werden inzwischen Liebhaberpreise.

Gestern meldete Zöllner den aktuellen Stand: 20.082 € hat die Crowdfunding Aktion aktuell vereinnahmt. Liegt damit deutlich über der gesteckten Zielzuckerrübe. Von heute aus noch weitere acht Tage steht jetzt das Stalltor vor Bethlehems Zuckerscheune offen: Alle sind gespannt, wo die Sache endet. There´s no limit. Am Ende ist man vollkommen glücksoffen. Und glückssoffen. Hicks.

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Videocredits: Die Zöllner mit „Sand“ vom Album UFERLOS (edel 2012)
Musik: Dirk Zoellner & Thomas Maser – Text: Werner Karma
Gesang: Dirk Zöllner, Tasten & Chor: André Gensicke,
Gitarre: Andreas Bayless, Schlagzeug: Ralf Gustke,
Bass: Jenne Brüssow, Cello: Sonny Thet,
Posaune & Euphonium: Gerald Meier, Flügelhorn: Skip Reinhart, Saxophon: Frank Fritsch
Gemischt von Marcus Gorstein
Kamera & Schnitt: Johanna Bergmann

1466/16: Video: Sending good Karma to Karma, Zöllner & Co. #Startnext – DIRK & DAS GLÜCK – Zöllner trifft Karma #Gastbeitrag

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DIRK & DAS GLÜCK – Zöllner trifft Karma

Veröffentlicht am 26.10.2016: Werner Karma ist ein deutscher Dichter, der mit seinem Werk tiefe Spuren in der gesamtdeutschen Musiklandschaft hinterlassen hat. Zuletzt war er 2010 am Comeback der Band SILLY beteiligt, danach hat er sich weitgehend zurückgezogen. Wir konnten ihn dazu bringen noch mal in seinen Tiefen zu wühlen und wollen mit Eurer Unterstützung den gehobenen Schatz würdevoll ans Licht bringen. Im März 2017 soll unser Album mit dem Titel „DIRK & DAS GLÜCK“ im Label Buschfunk erscheinen.

Von wegen Spitzweg, dessen Armer Poet. Hoppsassa: Dem dargelegten Projekt wünschen wir von hieraus viel Glück. Weil die Zielrichtung stimmt: Wem Werner Karma kein Begriff ist, der durchsucht diese Website oder das große Internet der Welt. Glück im Glück: Wir haben einen passenden Bildbanner, dessen zwar andere Bedeutung aber dem gelungenen Texten von weltbewegender Musik entgegenkommt. Wie schön. Glückauf!

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1451/16: Positionen: Jennifer Rostock, Anja Resch, Dunja Hayali und unser Umgang miteinander

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Tommychair

Jennifer Weist ist eine deutsche Sängerin mit deutlich erkennbar viel Konturen. Zu nennen sind eine beeindruckende Erscheinung, viele Tatoos und ein glasklarer Kopf, der Dinge benennen kann. Sie wird in zwei Kategorien in Deutschland gehandelt: Traumfrau. Versus Alptraumfrau. Dazwischen gibt’s nichts. Oder?

Statement

Vor einigen Tagen lief mir ein Video der Band Jennifer Rostock um die stark pigmentiert tätowierte Sängerin Jennifer Weist über den Weg, indem die Band (darunter auch deren Sängerin) aufforderte, mit bestimmten Einzelbeispielen übereinstimmende Ziele von Wählern durch Stimmzettelkreuze für die Alternative für Deutschland zu entscheiden. Ich nehme an, ich muss zur Erläuterung nichts weiter ausführen. Man darf das Video selbst suchen und wird dann schon verstehen. Es beinhaltet eine einfache Botschaft.

Was aus diesem viel angeklickten Song mit einfacher Klavierbegleitung geworden ist, ist wiederum ein guter Außen- und Hohlspiegel der deutschen, verzweifelten Gesellschaft. Es ist ein Hauen und Stechen.

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1448/16: Positionen: Was den #Echo angeht und noch ein, zwei andere Dinge #Tonio #Szene

icon Positionen

Die Berliner Szene, das war wohl mal ein bärtiger Streichelzoo, mit übersichtlicher Convenience.

Dann passierte das Malheur: Die Mauer war weg. Europa globalisierte sich. MTV wurde wichtig und die Szenen diffundierten bis hin zur Kernschmelze. Jetzt gibt es das Nischendasein. Wie bei den Radiosendern.

Überall Spartenslums, in denen Schwerpunktszenen vegetieren. Wo bleibt das große Ganze? Das Unlimited System? Wir haben jetzt ein Orwohaus. Wie soll im Plattenbau Innovation sein? Es gibt keine richtigen Helden mehr. Cindy aus Marzahn vielleicht. Das war’s. Die ist auch schon längst wieder out. Ich wünsch Ilka alles Gute. Das mit den richtigen Helden ist gelogen:

Genau genommen stimmt es nicht. Es gibt eine enervierende, pulsierende Musikszene. Und richtige Macher. Ein paar Leute um die 35 drehen kräftig am Rad, dass es dir schwindlig wird. Sie ausverkaufen jedes Stadion, jede Festival, jede Location.

Ich nenne lieber keine Namen.

Ihr werdet es noch sehen. Der ECHO ist out, der TONIO kommt. Im Herbst. dann wird an der Musikszene gedreht. So sagt man. #Trends #Tonio #Prognosen

Das musste kurz hier notiert werden.

Kannibalen in Zivil #KIZ #Prisma

1444/16: Rezension: Von meinem kleinen Bruder Tobias, der Sebastian heißt und dem ich viel verdanke#PaulIsDead #KIZ

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Kannibalen in Zivil #KIZ #Prisma

Ich war längere Zeit nicht mehr bei einem so großen Konzertevent, wie gestern Abend in der Freilichtbühne Wuhlheide. Die Kannibalen in Zivil – KIZ – nahmen sich den Samstag zur Brust und es gab Regen, ein Segen. Was eingangs wie ein großes Public Viewing begann, mit hübschem Farbfernsehprogramm auf drei großen Bildschirmdisplays, wurde im Verlaufe des Abends immer mehr zu einem Hip-Hop-Abenteuer von vier enthusiastisch battlelnden Führern. 17.000 Zuschauer sangen am Ende die Hymne der Hurensöhne.

Paul is dead – 21.08.16

Manchmal spielt einem das Gehirn Streiche. So wie am 20.08.16 in der Freilichtbühne Wuhlheide. An diesem Samstag treten in der Berliner Zweitwaldbühne die Kannibalen in Zivil – kurz KIZ – auf. Am Einlass vorbei, finden wir unsere Plätze auf den unteren, guten Rängen. Der verabredete Dresscode ist schwarz. Wir sind Haustiere von KIZ, das ist die Gästeliste, auf der zu stehen in gewisser Weise ein großes Privileg darstellt.

Vor allem, wenn man am Einlassventil am Haupteingang der Freilichtarena vorbei zieht. Dort stehen Tausende und möchten Einlass. Wir dürfen einen Gäste-Spezialeingang rechts neben dem Haupteingang aufsuchen und bekommen ein kennzeichnendes Bändchen. Und bitte, gehen Sie hier entlang.

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Rettet die Livemusik! Max Liebermann-Zitat

1436/16: Positionen: Rettet die Livemusik

Veranstaltungsstatistik auf facebook

Black Coffee (gif)

Das war ja ganz einfach.

Es soll Kaffee und Kuchen geben. Das kleine Café am Teltower Damm ist dafür wie geschaffen, ein kleiner Livegig meiner Jazzband. Das Great American Songbook. Ganz gepflegte Jazzmusik, Kaffee und Kuchen, und wer will, bekommt Schlagsahne und ein Eis. Schnell habe ich eine Veranstaltung auf facebook erstellt und bisschen Veranstaltungstrompeter gespielt. Promotion machen, Zuschauer interessieren.

Wir kennen das von diesen sozialen Party-Unfällen im Internet. Auf facebook stand: Party bei Helga, wer will, kommt, es gibt Freibier. 2.500 Leute kommen auch, Helga ist stocksauer und Hans, der mit Helga befreundet ist, fertigt künftig nie wieder soziale Veranstaltungseinladungen für Helga. Befreundet war: Sie hat ihm die Freundschaft gekündigt.

Ich freue mich sehr. ich hatte meine 5.679 Freunde weltweit eingeladen und als hätte ich geahnt, ist Jazzmusik im Moment einfach wieder mal total up to date. Irgendwie ist es mir gelungen, einen viralen Sommerklickhit zu inszenieren. Morgen Abend sind 6.470 zahlende Gäste zu je 5,- € pro Karte da. Von den 27.053 Interessenten kommt erfahrungsgemäß nur die Hälfte, das sind -abgerundet- weitere 10.025 Zuschauer. Heute Abend habe ich noch schnell bei der Waldbühne angerufen. Mist: Das Ordnungsamt hat Jazzkonzerte wegen drohender Lärmstörungen an Donnerstagen untersagt, wie es heißt aus grundsätzlichen Erwägungen. Na, das war ja zu erwarten.

Werden wir die Veranstaltung einfach weiterhin wie geplant bei Annelieses Eiscafé am Teltower Damm in Zehlendorf durchziehen. Ich hatte auch die Straßenbahn in Wilmersdorf angefragt, wo The Shevettes so schön ihr Video drehten. Und abgesagt: Zu viele Sitzplätze. Annelieses Eiscafé hat einen schönen Vorgarten. Wir machen einfach die Fenster auf.

1427/15: Words Of Wisdom: Über das Sterben der Titanen der Kunst #Positionen

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Freunde! Ruhig Blut! Ja, es stimmt, zur Zeit sterben die Titanen und Giganten der Kunst wie die Fliegen. Aber wisst ihr was? Es wachsen auch welche nach. Man kriegt das nicht immer so mit, denn das Leben ist langsam, der Tod hingegen schnell. Der erste Auftritt eines Filmemachers oder Musikers von Weltniveau geschieht selten mit solch verstörendem Knalleffekt wie der endgültige Abtritt. Und doch sind sie schon mitten unter uns. Sie drehen gerade ihren ersten Film, schreiben das zweite Buch oder nehmen die dritte Platte auf. Sie schlagen sich so durch und kämpfen gegen den alltäglichen Scheiß, gegen die eigene Unzulänglichkeit, gegen die Macht des Bestehenden und für Autonomie im eigenen Kopf. Sie ringen um die Kunst, die in ihren Herzen ihre Stimme erhebt und gehört werden will, sie ringen um die nächste Miete und auch um Anerkennung und Aufmerksamkeit. Eines Tages wird man ihre Größe erkennen. Vielleicht erst, wenn sie sterben und alle denken: Schrecklich, welch Verlust, der oder die war schon immer da und jetzt isser weg. Stimmt aber nicht. Er war nicht schon immer da und sie auch nicht. Es war ein langer Weg, an dessen Anfang das Ende nicht absehbar war und der Erfolg alles andere als garantiert. Eher schon der Misserfolg. Also: Kopf hoch! Ruht in Frieden, ihr Verstorbenen, und macht mal schön weiter, ihr Lebenden. – Dietrich Brüggemann (via Facebook)

Weiterführend
Wer ist Dietrich Brüggemann?

1424/16: Positionen: Blümchentapete, Rocktöpfe, Übungsräume und Schlagzeuger in #Berlin #Proberaum – eine Situationstragik

Icon Proberaum

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Wie versifft? Der Raum ist vintage. #Redensarten

Sie hätten es nicht weit gebracht, hätten sie nicht einen Proberaum bekommen, und auch wenn er mit Blümchentapete tapeziert war: Die Beatles haben Musikgeschichte geschrieben. Der Grund: Sie konnten miteinander ausprobieren, was sich lohnt darzubieten. Erst in einem guten Proberaum entsteht headroom. Operation freier Kopf. Aber bitte in einem halbwegs gepflegten, urbanen Ambiente. Was gehört dazu?

Allein über das Thema Proberaum kann man ganze Bücher verfassen. Historienrückblick: Wir haben uns schon in den Achtziger Jahren im alten Westberlin damit redlich geplagt. Sogar ein großes Benefizkonzert in der Berliner Waldbühne haben wir damals veranstaltet. Johnny & The Drivers spielten, UKW (Sommersprossen), Interzone (RIP Heiner Pudelko, Gott am Gesang), die Insisters und viele, viele mehr. Der 1. Berliner Rocktopf war eine Benefizveranstaltung im ganz großen Stil. Schirmherr war ein Berliner Verein von Musikern, dem ich als Vorstand vorstand, und gängig wurde das sowieso nur, weil der damalige Rockbeauftragte des Berliner Senats Bernd Mehlitz mit seinem Mitarbeiter Uwe Sandhop (Sandy Hobbs, Bassist der Beatitudes) betonte: „Der Senat hat die Absicht, der Berliner Musikszene beim Beschaffen von Übungsräumen zu helfen.“ Ganz anders als Walter Ulbricht. Der hat eine Mauer ziehen lassen, da nahmen die Ostberliner Musiker den Wessis keine Räume weg, Interzone strich sie schwarz an und stemmte sich dagegen, als Jim Rakete den Auslöser drückte. Das Foto machte Geschichte. Mein Gott, Walter: Das war aber so nicht abgesprochen.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1422/16: Positionen: Worauf wir in Wirklichkeit sauer sind – Die Legende von Paul, Paula und den #Puhdys – Ein #Nachruf

icon Positionen

MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt,
sagt sie Welt, dass er zu früh geht.
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt,
sagt die Welt es ist Zeit, dass er geht.

Es ist so weit. Jetzt haben die Puhdys (vermutlich) ihr letztes gemeinsames Konzert gegeben. In einem Statement, das über soziale Netzwerke verbreitet wurde, bedankt sich die Band für ihren langjährigen Erfolg, der mit der Treue ihrer Fans direkt zu tun hat. „Wir werden Euch immer in guter Erinnerung behalten“, schreiben sie, an ihre Fans gewandt. Inzwischen gibt es auch Feedback: Gemeint ist nicht das Verstärker übersteuern. Ein paar sagen in Erinnerung an früher: „Das wurde jetzt aber auch Zeit, dass sie gehen.“ Andere wünschen sich, dass die Rolling Stones das endlich auch machen. Verwirrend.

Die Puhdys werden ihre Fans in guter Erinnerung behalten: Vermutlich ist es bei vielen Fans auch umgekehrt. Wie immer, wenn es um Musik geht. Love & Hate.

Die Puhdys verkörperten, wie kaum eine andere DDR-deutsche Rockband, den besonderen, anderen Weg, den ostdeutsche Musiker zu gehen hatten. Und sie gingen den Weg äußerst erfolgreich. Dabei war ihr Erfolg durch und durch politisch und resultierte zunächst aus starken Anleihen der Musiker dieser Band bei Vorbildern wie Deep Purple, Uriah Heep & Co.. Westmusik, von drüben. Vieles aus den frühen Jahren der Band ist eindeutig eine Liebeserklärung an diese Art von freier, westlicher Musik.

In ihrem eigenen Fokus DDR musste sich die Band jedoch anpassen. So wenig es ging. Man war durchaus systemkritisch. Und soviel gerade noch erlaubt war, lief dann im Radio. Aber wie. Unglaublich erfolgreich.

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ZfZ_Ikone #ZeitfürZärtlichkeit #ZeitfürZartes

1414/16: Positionen: Vom Komponieren und dem einen fehlenden Ton – ‚Sehnsuchtslied‘ von #MeerbaumEisinger #ZfZ

ZfZ_Ikone #ZeitfürZärtlichkeit #ZeitfürZartes
Selma Meerbaum-Eisinger "Sehnsuchtslied" #ZfZ

Sehnsuchtslied

Leise schlägst in deinem Lied du einen Ton an –
und dir ist, als fehlte noch etwas.
Und du suchst verwirrt bei allen Tönen,
ob sie dir nicht sagen können,
wo’s zu finden, wo und wie und wann…
Doch der eine ist zu blaß
und zu lüstern ist der zweite
und der dritte ist so voll mit Weite –
viel zu voll.

Du suchst lange – Moll und Dur und Moll
werden lebend unter deinen Händen.
Und dann schlägst du plötzlich eine Taste an,
und – es kommt kein Ton.
Und das Schweigen ist dir wie ein dumpfer Hohn,
denn du weißt es plötzlich ganz genau:
Dieser fehlt dir. Wenn ihn deine Hände fänden,
fiele ab von deinem Lied der Bann,
war‘ das Ende nicht mehr leer und grau.

Und du rührst und rührst die Taste –
fragst dich, wo hier wohl die Hemmung liegt,
suchst, ob nicht doch deiner Hände Weiche siegt,
deine Augen betteln voll Verlangen.
Kein Ton kommt. Einsamkeit bleibt nun zu Gaste
in dem Lied, das dir so schwer und süß gereift.

Um den ungespielten Ton wirst du nun ewig bangen,
bangen um das Glück, das dich nur leicht gestreift
in den leisen Nächten, wenn der Mond dich wiegt
und die Stille deine Tränen nicht begreift.

Selma Meerbaum-Eisinger – 9.1.1941

1411/16: Rechtsprechung: Zum Bundesverfassungsgericht, Moses Pelham + Kraftwerk – Urteil 31. Mai 16 – 1 BvR 1585/13 #Sampling

IMG_1478_Bert.Brecht.Zitat

Steht der künstlerischen Entfaltungsfreiheit ein Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht gegenüber, der die Verwertungsmöglichkeiten nur geringfügig beschränkt, können die Verwertungsinteressen des Tonträgerherstellers zugunsten der Freiheit der künstlerischen Auseinandersetzung zurückzutreten haben. Dies hat das Bundesverfassungsgerichts mit heute verkündetem Urteil entschieden. Er hat damit einer Verfassungsbeschwerde stattgegeben, die sich gegen die Feststellung wendete, dass die Übernahme einer zweisekündigen Rhythmussequenz aus der Tonspur des Musikstücks „Metall auf Metall“ der Band „Kraftwerk“ in den Titel „Nur mir“ im Wege des sogenannten Sampling einen Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht darstelle, der nicht durch das Recht auf freie Benutzung (§ 24 Abs. 1 UrhG) gerechtfertigt sei. Das vom Bundesgerichtshof für die Anwendbarkeit des § 24 Abs. 1 UrhG auf Eingriffe in das Tonträgerherstellerrecht eingeführte zusätzliche Kriterium der fehlenden gleichwertigen Nachspielbarkeit der übernommenen Sequenz ist nicht geeignet, einen verhältnismäßigen Ausgleich zwischen dem Interesse an einer ungehinderten künstlerischen Fortentwicklung und den Eigentumsinteressen der Tonträgerproduzenten herzustellen.

Letztlich ist vielverbreitet moderner Journalismus, auch wie er in Blogs betrieben wird, Sampling. Die zeitgenössische, sekundenhafte Wiedergabe von vorgekautem Tobak. Bzw. vorgeschnupftem. Der nur geringfügig veränderte Einleitungssatz dieses Artikels ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts heute morgen. Der Musiker Moses Pelham hat gegenüber der Düsseldorfer Band Kraftwerk (nicht Kraftclub) obsiegt. Das Urteil wird Bedeutung haben für die gesamte Branche. Die BGH-Richter hatten zuvor entschieden, dass ein fremder Beat – und sei er noch so kurz – nur dann einfach kopiert werden darf, wenn er nicht gleichwertig nachgespielt werden kann. Für die kurze Zeit von vier Jahren hätten also äußerst gute Schlagzeuger mit weitreichenden Instrumentenkenntnissen einen klaren beruflichen Vorsprung gehabt, weil der BGH das Nachspielen extrem guter, bisweilen schwieriger Beats für prioritär hielt. Die BVG-Entscheidung schiebt da einen Riegel vor. Nachaffen, also Drummer, die erfolgsverwöhnte Beats hammerhart exakt nachzimmern, haben heute morgen einen Auftragsstopp bekommen. Schade für Drummer wie Jan „Stix“ Pfennig oder Ralf Gustke bzw. Felix Lehrmann, die für gute, gekonnte Grooves und „Groove wie Sau“ in diesem Genre herausragend stehen.

Heute nehmen wir das Bundesverfassungsgericht zur Kenntnis und sampleln das juristische Substrat. Schon morgen wird weiter abgekupfert: Wie im obigen Journalismus ist Musik heutzutage vielfach und verallgemeinernd mit oder ohne Bedauern feststellend, ein Sampling des bereits Gewesenen. So richtig originale Musik täte vielfach besser. Allerdings ist es auch nicht die Aufgabe des tulipanischen Berichterstatters aus Schwarzvogelstan, die allgemeine Verbesserung von Musik zu fordern, indem jedes Sampling unterlassen werde. Nein, es sind auch viele gute Musikstückchen, Tortenstückchen der Popmusikindustrie durchs Gerühr und Gequirle mit Sampling-Apparaten herausgekommen.

Wohl bekomms. Wir bleiben auf Beobachtungskurs. Ein Foto, für das wir keine Nutzungsrechte besitzen, ist heute in der Spezialistengruppe:Musikerrwitze auf facebook aufgetaucht und trägt eventuell durchaus die Bezeichnung „Das Foto des Tages“, doch schaut selbst….

Weiterführend
Gelinkt: Die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichs im kompletten Wortlaut
Empfohlen: Dokumentarfilmer antwortet Niggemeier auf einen Schmierenjournalismusvorwurf zum Thema Xavier Naidoo #Lesetipps

Kopflos (gif)

1403/15: Lied für einen Moment: I Love Your Smile

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

Ich liebe Dein Lächeln.

Für ein Lied des Tages reicht es nicht. Es geht eher um einen flüchtigen Augenblick. Um Morgengedanken. Eine Radiosendung heißt „Der schöne Morgen“.

Mir schwirrt im Kopf die gestrige Fernsehberichterstattung über Flüchtlinge herum, die eine Zwei-Zimmer-Wohnung zu ortsunüblichen Bedingungen zur Verfügung gestellt bekommen über „soziale“ Hilfsorganisationen und dafür 5.800,- EUR hingelegt bekommen.

Den Kriegs-Flüchtlingen ist das peinlich, sie würden gern Deutschland nicht zur Last fallen, sagen sie im Interview, und eine ganz gewöhnliche Wohnung beziehen. Ein Syrer rechnet vor, dass für diesen Mietpreis fünf Familien untergebracht werden könnten. Die Gemeinde von Oldenburg ist relativ schlau und hebt sich wohltuend von den anderen Orts handelnden Stadtkämmerern ab, die gleich kontingentweise das Geld zum Fenster rauswerfen, weil der Markt eben so sei.

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1388/16: Positionen: Love, Respect and Understanding – Leider die Ausnahme! #Linktipp

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Bembers will Meddl

Bembers ist im Planet, holt sich ein Seidele Bier – ein Häferl – und spricht den DJ an. Spiel doch mal Meddl. Den Rest erzählt er selbst.

Liebe, Respekt, Toleranz, Verständnis: Alles Fremdworte.

Dissen, Rumhacken, Stil- und Richtungskämpfe. Dabei wies Bembers bereits 2011 darauf hin, wie sich Neid, Zwietracht, Hass und Intoleranz überwinden lassen. Der DJ hätte doch nur Meddl spielen müssen.

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Michi Hartmann (Foto: Privatarchiv)

1384/16: Positionen: Als Frau auf Session, erlebt Michi Hartmann krassen Scheiß! Krasser Scheiß, krasse Session, krasse Gitarren!

Michi Hartmann (Foto: Privatarchiv)

HOLY SHIT oder warum ich zur Emanze wurde
2. April 2016 – Text: Michi Hartmann

Samstag nacht: Ich bin auf eine Jamsession gegangen. Eigentlich sollte ein Konzert stattfinden, ich war eingeladen, aber die Band kreuzt nur teilweise auf. Ich werde den Leuten vorgestellt als Gitarristin, spiele ein bisschen auf dem vorhandenen Instrument, alle Jungs sind erst mal megageflasht, vor allem weil es afrikanische Musik ist und ich weiss bin. Ich sage, Musik hat keine Farbe und jeder Mensch kann alles lernen.

Der Sänger sagt, es ist das erste Mal in seinem Leben, dass eine Frau für ihn Gitarre spielt und er ist nicht mehr jung. Naja, denke ich, geh mal woandershin, da findest du auch Musikerinnen, aber stimmt ja, es gibt nicht so viele. Wir spielen. Die Leute sind begeistert, die Session rockt, die Leute sind voll baff, weil ich spielen kann und locker mithalte obwohl ich auch noch blond bin.

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1369/16: Kritik: Nur wenn sie laut ist. Am Beispiel der Straßenmusikerin Elen Wendt zeigt sich die hässliche, deutsche Fratze

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der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

One letter difference: Dass der Rechtstaat zum Rechtsstaat verkommt, liegt in der Hinzufügung eines Buchstabens. Oder: Der äußerst unliebsame, digitale Rechtstaat, mit harschen Vorschriften gegen die Vorstellung, ein bisschen Musik im öffentlichen Straßenland zu machen. So kleinkariert. So widerwärtig. So deutsch.

Die Straßenmusikerin Elen Wendt ist hier schon vorgekommen und mit gutem Grund: Sie mag Musik, wenn man ihr zuhört. Derartiges ist allerdings noch keiner besonderen Erwähnung wert. Denn hinzu kommen muss, dass sich beim Zuhörer ein Wohlgefühl unmittelbar nach der Wahrnehmung einstellt.

Das ist im genannten Fall eindeutig so.

Regelmäßig tritt die Musikerin im öffentlichen Raum auf. Der öffentliche Raum ist das Ziel jeder Musikdarbietung, die davon lebt, wahrgenommen zu werden. Dass die Musik überhaupt wahrgenommen werden kann, verstärkt nach landläufiger Meinung, auch von Experten, den Erlebnisgenuss von Musik an und für sich. Vor ein paar Tagen war denn auch die in Berlin bekannte Busking Band Ruperts Kitchen Orchestra ihres nicht immer unumstrittenen Gründers und Drummers Andreas Raab beim Sender RBB am Hackeschen Markt zu sehen. Der öffentlich rechtliche Sender hatte die Band sicherheitshalber in einen Glaspavillon gestellt und ließ sie ein bisschen demoartig vortragen. Das Video der Sendung ist unten verlinkt. Raab erklärt darin eingangs, „wir klingen eigentlich ganz anders.“ – Eben: Man kommt nur nicht immer dazu. Hat Udo gesungen.

Im Kern des RBB-Berichts stand dabei auch die Genehmigungsregelung im verwaltungsbürokratischen Prozedere von genehmigungspflichtiger und genehmigungsfreier Straßenmusik. Drummer Andreas erläuterte: Es macht für Behörden den relefanten Unterschied in der Beurteilung, ob zum Zwecke der Musikausübung Verstärkeranlagen genutzt würden oder nicht?

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1338/16: Positionen: Dinge, die Musiker nicht sagen #Pictuality

1291/15: Video: Erinnerungen an Reinhard Mey


Reinhard Mey: Männer im Baumarkt

Songs an einem Sommerabend 2009, Kloster Banz, Bad Staffelstein

Meine Verehrung
Jede Woche am Freitag um 16 Uhr erzählen sie ihren Frauen, sie gingen zur Probe, zum Musizieren. Aber dann gehen sie zu Obi, Praktiker und toom. Männer im Baumarkt. ‪#‎Textwitze‬

Edit:
Reinhard Mey ist für mich der stille Poet, der leise. Er brüllt nicht, sondern sagt. Er bringt auf den Punkt, ohne zu bevormunden. Ich kann gar nicht sagen, wie lange schon Reinhard Mey für mich ein vorbildlicher, bescheidener, netter und verbindlich auftretender Mensch und ein bleibender Wert ist. War es ca. 1973 auf der Berliner Funkausstellung, als er im Sommergarten fürs Fernsehen auftrat und ich kurz mit ihm sprechen konnte? Ich war aufgeregt. Er hatte schon diese Moritat vom meuchelnden Grünpfleger aufgesetzt und aus dem Klempnerberuf Wissenswertes vorgetragen. ‪#‎Erinnerungen‬

Nachtrag:
Ich habe Annabelle vergessen. Sie war so herrlich intellektuell. Reinhard Mey bewog mich, mit der deutschen Sprache spielerischer umzugehen. In freier, kühner Formulierung. Mit den Jahreszahlen kann ich mich irren. Mit dem, was ich sage, nicht.

Aus
Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook.

1290/15: Positionen: Elisabeth Steiner, Toms Diner, mp3-Kompression und Karlheinz Brandenburgs fehlender Geschäftssinn

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Beuteschema_Gute.Aufnahmen

„Brandenburg had a terrific understanding of technology and human anatomy and mathematics, but the guy couldn’t even patent the most obvious device that he invented, the portable music player.“ Stephen Witt hier „A Eulogy for the MP3

Gemeint ist im Zitat der als Erfinder des Formats mp3 geltende Karlheinz Brandenburg.  Antworten zu Verlinkungen in diesem Artikel gibt es in den Links, die man als weiterführend zu betrachten berechtigt ist.

Selten schafft es eine Art Leserbrief auf eine Artikelseite. Man kann ja mal eine Ausnahme machen. Bzw. eine Aufnahme von einem Feedback. Hui. In einem Leserbrief, der kenntnis- und gesichtspunktereich verfasst wurde, lesen wir wörtlich:

(Zitat)

Zuerst möchte ich sehr stark anzweifeln, ob der Autor das doppeldeutige Wort „free“ mit „befreien“ gut übersetzt hat. „For free“ heißt halt „kostenlos“ und insofern spielt der Buchautor mit eben dieser Doppeldeutigkeit. „Befreien“ ist dagegen nicht nur ein eindeutiger, sondern auch ein eindeutig positiver Ausdruck. Die Ambivalenz bleibt dabei auf der Strecke. Daher: Schlechte Überschrift/Übersetzung.

Weiter: Ja, die Erfindung der MP3 Daten-Kompression ist eine sehr gute Ergänzung zu den anderen Audio-Formaten. Aber MP3 erreicht natürlich nicht die Audioqualität einer 16bit Aufnahme auf CD. An eine 24bit oder analoge Aufnahme kann das Format erst recht nicht herankommen. Das betrifft vor allem die Tiefe und den Detailreichtum der nicht im Vordergrund stehenden Aufnahmeobjekte. Das komplette Obertonspektrum und damit die genaue Abbildung des Klangcharakters der Soloinstrumente wird ebenfalls nicht erreicht. Ein Studiobetreiber erzählte mir, dass er speziell wegen des MP3 Formats deutlich stärkere Hall-Effekte verwenden würde, da ein normal dosierter Hall von den Algorithmen gnadenlos verschluckt werden würde. Man höre sich z.B. Orchesteraufnahmen an, die per se wesentlich differenzierter und tief reichender sind als normale Pop-Aufnahmen. Der Unterschied wird auch ungeübten Ohren schnell offenbar werden. Und da wir bei den „ungeübten Ohren“ sind – ein weiterer Aspekt: MP3 hat das Hören von Musik generell verändert, da es nunmehr von Quantität statt Qualität dominiert wird. Man kann in Sticks oder MP3-Player unzählige Songs speichern und man betrachtet dieses als Qualitätsmerkmal – nicht die Klang- oder Musikqualität. Daraus lässt sich ableiten, dass Musik primär als Massenware angesehen wird. Eine intensivere Beschäftigung oder Konzentration auf wenige Stücke findet nicht oder nur selten statt. Einzelne Musiktitel werden also austauschbar und bekommen in den Ohren der Konsumenten dadurch noch weniger Wert zugewiesen. Was schon etwas heißen will, da für sie der Begriff „Wert“ im Kontext mit Musik angesichts der freien Downloadmöglichkeiten ein ziemlich bizarrer ist.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1289/15: Positionen: Meinungsnazis, Faschisten oder außerordentlich talentierte Eliten?

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Was ist nur mit Deutschland los derzeit? Kaum haben die Söhne Mannheims einen Song namens Nie wieder Krieg veröffentlicht, um gegen den Militäreinsatz von Deutschland in Syrien ein Zeichen zu setzen, geht es schon wieder von vorne los. Es wird heftigst ausgeteilt. Detailverliebte Hasser analysieren schon wieder am Thema vorbei. Der Judenstern und die Muslime, sie erregen große Aufmerksamkeit. Oder sind die beiden Begriffe nur Selektoren in einem widerwärtigen Spiel? Der deutsche Michel, hier Michel F. aus Frankfurt/Main schreibt einen überflüssigen Offenen Brief an Xavier Naidoo. Im Sozialnetzwerk ist die Hölle los. Menschen nehmen in geradezu stußartiger Weise Stellung und vergleichen Äpfel mit Birnen. Es sind wirklich ganz besonders durcheinander geratene Zeiten. Kaum jemand gibt sich noch Mühe.

In den öffentlich geführten Debatten in sozialen Netzwerken wie facebook ist das Pro und Contra zu einem widerwärtigen Kampf um richtige Meinungen verkommen. Es geht nicht mehr um Gemeinsamkeit, sondern um Kampf, Niedermachen und Unter- bzw. Überlegenheit. Es gibt einen zunehmenden Hassgroll armer, bedauernswert vereinsamter Menschen, die eine krankhafte Ausuferung von Gerechtigkeitssinn und Meinungsabsolutismus an den Tag legen, dass es einem ganz schwummrig wird. Dabei ist das soziale Netzwerk äußerlich sozial: Jedes Profilbild sieht annähernd gleich aus.  Auch die von vollkommen durchgeknallten Menschen. Das macht es nicht leichter.

Sehr schön lässt sich das Spiel dieser freien Radikalen austesten durch so genannte Selektoren. In der Geheimdienstsprache sind das die Schlüsselworte des geheimdienstlichen Interesses. In der öffentlich verfügbaren Bibliothek verfügbarer Meinungen sind Selektoren Begriffe, die man als Schlüsselreize beschreiben könnte. Sie reizen ihren Leser unverzüglich bis aufs Blut und allein ihre Erwähnung wird sofort niedergekämpft.

Solch ein Selektor ist beispielsweise Andreas Gabalier. Oder Helene Fischer. Heino trifft inzwischen eine Altersmilde. Sehr schön funktionieren in diesen Tagen die Selektoren Xavier Naidoo und Jürgen Todenhöfer.

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1239/15: Gedenken: „Trauer“ – Herbert Grönemeyer & das World Quintett

Trauerkerze

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Lichter spiegeln sich in schmutzig-nassen Pfützen,
gelb und fettig, schmutzig auch und schwer
Helle Häuserfenster können gar nichts nützen
Tore hallen hehr und leer
Liegt der Nebel müde auf den Straßen
und der Regen rinnt und rinnt
Menschen sind zu traurig, um sich noch zu hassen
und es hüstelt irgendwo ein Kind
In den Gärten liegen halbverfaulte Blätter,
stehen Bänke, traurig, nass und grau,
kommt die Sonne immer seltener und später
Nimmt’s der Mond mit scheinen nicht genau
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr.
(Trauer – Selma Meerbaum-Eisinger)

Das Lied des Tages der Berliner Formation Bluma (Artikel vorher) erinnert mich in ungewollter, allerdings nicht unangenehmer Art und Weise an ein Lied, das mir mehr als viele andere so zu Herzen ging, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Ich war zutiefst berührt. Heiter bis wolkig, Bluma bis Klezmer, Klezmer zu Selma – genauer, zu Selma.TV, um auch begnadete Rechercheure zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Herbert Grönemeyer hat das bei mir nicht notwendigerweise immer vermocht. Lange Zeit hielt ich ihn ohnehin für einen mit Bildern spielenden Sänger, Texter und Komponisten, der zwar kenntnisreich mit Andeutungen spielt, aber zu klaren Aussagen nicht fähig ist. Seit wir das Album Mensch von Herbert Grönemeyer gehört haben, ist dies Gerücht jedoch nicht weiter tragbar, es entpuppte sich als Vorurteil.

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Concert For George - Remembering!

1233/15: Lied des Tages: Anoushka Shankar – Ein sitarner Nachruf auf Ravi Shankar

Concert For George - Remembering!


Sinfini Session: sitar player Anoushka Shankar pays tribute to her father, Ravi Shankar

Von wem sollten wir lernen? Von John Lennon? Von Kurt Cobain? – Erinnerungen sind stets romantisch. Sie subsummieren unsere Gedanken oft unpräzise und stacheln uns auf, was gewesen ist, romantisch zu verklären.

Das Concert For George, eine Erinnerungsveranstaltung zu Ehren des verstorbenen Beatle George Harrison, gehörte für mich zu den absoluten Highlights meiner musikalischen Initiation. Dabei war diese recht ansehnlich fortgeschritten, damals als es stattfand.

Wenn wir 2015 Twitterstreams betrachten, stoßen wir auf Twitterperlen, wie diese: „Wir leben in einer Welt, in der man Sami Slimani und Dabibee kennt, aber nicht Kurt Cobain und John Lennon. Ich möchte das nicht.“ (Twitteraccount @extrakaese) – Und mit Verlaub: Das ist Käse. Dieser Tweet ist irgendwie reaktionär, wie Beton soll alles bewahrt werden. Nur ja nichts Neues. Nein danke. Es wird hoffentlich noch ganz viel Neues geben, das sagt mir mein Aurin, meine Kindliche Kaiserin, sie heißt Neugier.

Inzwischen verstehe ich den Tweet besser, 14-jährige wussten, mir den Tweet verständlicher zu machen. Ich verstand zunächst nur das Ende. Ich finde, Cobain und Lennon darf man partout nicht vergleichen. Dass ich inzwischen verstehe, was dieser Tweet mir sagen soll, ist schließlich den Erläuterungen eines 14-jährigen zu verdanken. Und so ist es, man muss denken in jede nur erdenkliche Richtung und aus jeder Altersperspektive heraus. Wir Älteren können von den Jungen lernen.

Und umgekehrt.

_link Lotse