1748/18: Video: Vom Berliner Konnakol als Gebrauchsschlagzeuger erzählt Ulf Fischbeck im Auftrag von Mikel John Winter, der in Frieden ruht

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In Fortführung der konsequent bei der Sache bleibenden Berichterstattung über Persönlichkeiten der Berliner Musikszene zeigen wir hier rund 23 Minuten aus dem Rickenbacker-Mikel-John Winter-Gedächtnisevent ihm zu Ehren. Das Wort hinter den Tama Superstar-Töpfen und Deckeln (Schlagzeug) führt Ulf Fischbeck vom früheren Büro Fischbeck, Schlagzeugschüler von Mikel-John und früher auch Manager des Berliner Bass Balletts.

Am 13.11.2018 veröffentlicht

EmWe (Mikel) Winter ist gegangen. Am 4. Oktober 20918 haben einige Weggefährten, Freunde, Familie mit einer Rock’n‘ Roll Trauerfeier, einen für jede(n) TeilnehmerIn nochmal sehr persönlichen Abschied gefeiert, so wie es EmWe würdig war.

Friend4EmWe hatten Anfang April einen „Mut-mach-Song“ produziert, den Mikel noch gehört hat, das Video hat er auch gesehen. Das war der letzte Song, den er gehört hat. Das ist das Live-Video zu diesem und noch zwei anderen Songs, Ain’t no sunshine und Knockin‘ on heaven’s door.
RIP Mikel

(Ulf Fischbeck, Sprecher hinter Schlagzeug)

Wumms. Klatsch. Bumm bumm tschak, so geht das Berliner Konnakol für Drummies: „Wenn ich was nicht sagen kann, kann ich es auch nicht spielen.“ – Klopf klopf an die Himmelstür. Gedächtnismoment.

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1740/18: Nachruf: Ingo Insterburg eigentlich Ingo Wetzker (* 6. April 1934 in Insterburg in Ostpreußen; † 27. Oktober 2018 in Berlin)


Raucherhusten Blues – Insterburg & Co

Ich liebte ein Mädchen in Lichterfelde,
die lebte zu lange von meinem Gelde,
ich liebte ein Mädchen in Jungfernheide,
wir liebten uns täglich alle beide!
Ich liebte ein Mädchen in Grunewald,
bei der war immer die Bude kalt.
Ich liebte ein Mädchen in Wannsee,
die konnt‘ kein‘ nackten Mann sehn.
Ich liebte ein Mädchen in Wedding,
die wollte immer nur Petting.
Ich liebte ein Mädchen in Tempelhof,
die war sehr lieb, doch ’n bisschen doof.
Ich liebte ein Mädchen in Neukölln,
die wollte es niemals im Hell’n.
Ich liebte ein Mädchen in Heiligensee,
da gabs zwischendurch Gebäck und Tee.
Ich liebte ein Mädchen in Spandau,
von der war immer der Mann blau.
Ich liebte ein Mädchen in Tegel,
die hatte Ohren wie Segel.
Ich liebte ein Mädchen in Tiergarten,
da musste ich immer bis vier warten.
Ich liebte ein Mädchen in Charlottenburg,
die liebte Ingo Insterburg.

Doch dann wurd‘ es ihm in Berlin zu klein, drum zog er in ganz Deutschland ein: 1973 hatte das noch grenzüberschreitenden Charakter. Während Ostberlin unerwähnt blieb, trieb sich Anarcho-Ingo in ganz DDR-Deutschland herum, in Meißen tat sie ihm die Hose zerreißen. Es war eine gesamtdeutsche Freude. Er liebte die Mädchen, aber sie nicht ihn, hieß die Botschaft, im Video unten präsentiert sie passenderweise Manfred Sexauer. Die Happy Aua der Schlüpfrigkeit

In gewisser Weise hat sich Humor inzwischen internationalisiert.

Wir sollen über die Sachen lachen, die anderswo produziert werden. Global Players of Humor produzieren ganze Serien mit xbeliebigem Humor. Richtig beliebig ist er geworden. Der Humor. Dafür gibt es auch Gagschreiber. Die vorn an der Bühne stehen und auftragsgemäße Witze erzählen, sind eben witzige Storyteller.

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1734/18: Profi Profi – Die Berliner Band CAT im Porträt #HIStory 1980

C.A.T. waren eine der wenigen Funk Rock Bands der 80er in Berlin. In diesem Beitrag ging es zunächst um eine Deutsch-Lyrikerin und ihren Wunsch in Berlin eine Deutschrock-Band zu gründen. Letztlich wurde es aber ein Beitrag fast nur über C.A.T. und so sieht auch dieser Zusammenschnitt aus. (Ulf Fischbeck über das Video)

Mutter, der Mann mit den Drums ist tot. Michael „Mikel“ John Winter wurde 2018 zu Grabe getragen. Wir berichteten hier umfänglich. Jetzt hat Ulf Fischbeck (früher Büro Fischbeck, Berliner Bass Ballett) wertvolle historische Quellen aufgetan und die Archive geöffnet.

In der Art nachrichtendienstlicher Geheimdienste öffnet Fischbeck die Konsortien verfügbarer Drummer und Drummerinnen, zeigt Unterrichtssituationen (Zähl doch mal eins, zwei, drei…) und outet auf kongeniale Art und Weise, was es 1980 in West-Berlin hieß, Musiker sein zu wollen. Karriere kann kommen. Eventuell. Und falls nicht: Auch egal. Hauptsache, Musik machen. Wir sehen viele von früher, die wir von früher kennen. So, Onkel Tommy hat uns jetzt eine Geschichte erzählt. Den Rest übernimmt dieser wunderbare Film von Anno Zwirn.

Thank You, Ulf, for this pixology magnifique…

1728/18: Gigs, Preview: Berlins wahrscheinlich größter Trommler ist gegangen. Um Ta Um Um Ta – 4/4 Takt – Ein Nachruf von Ulf Fischbeck

Am Donnerstag, den 04.10.2018 findet am Abend im Rickenbackers (Link unten) eine Veranstaltung zur Erinnerung an Mikel John Winter statt. Über Mikel haben wir hier häufiger  berichtet. Weitere Beiträge sind verlinkt. Unser Gastautor Ulf Fischbeck, mit dem mich seit ca. 1985/6 persönliche Bekanntschaft verbindet, war früher ein aktiver Kulturattaché. So managte er ein kongeniales Berliner Bass Ballett aus vier Bassisten und einer tollsten Schlagzeugerin namens Anette Kluge, heute in Hamburg. Hach. – Themenwechsel: Der Anlass am 04.10. ist eine Art kontemplativ, spirituell gedachtes Beisammensein im Sinne des Verstorbenen und nur ihm zu Ehren. Ulf, Du hast das Wort, ich danke Dir für diesen Beitrag, Dein Tommy. Zugleich auch im Namen aller Anderen, die am kommenden Donnerstag ins Rickenbackers kommen werden.

EmWe – Mikel John Winter war mit seinen gefühlten 2m wahrscheinlich der größte Trommler Berlins.

Unsere Wege kreuzten sich das erste Mal 1978. Aus irgendeinem Grund hatte sich ein Freund mit mir bei Mikel verabredet. Mikel erzählte, er sei Drummer.

Wie er Udo Bekemeier, seinen Gitarristen, im Musikhaus Fechner, angesprochen hat, der Gitarren testete. Das war 1974.

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1722/18: Nachruf: Daniel Kaiser-Küblböck (* 27.8.85 in Hutthurm; vermisst seit 9.9.18 in der Labradorsee, 185 km nördlich St. John’s, Kanada)

Song zum Nachruf: Death of A Clown (The Kinks) https://youtu.be/coCjlhyFug8

Daniel Dominik Kaiser-Küblböck (* 27. August 1985 in Hutthurm als Daniel Dominik Küblböck; vermisst seit dem 9. September 2018 in der Labradorsee, etwa 185 km nördlich von St. John’s, Kanada) ist ein deutscher Sänger, der durch die RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar (DSDS) bekannt wurde. Seine ersten Titel erschienen unter dem Namen Daniel K.

Nach Angaben der Reederei Aida Cruises sei am 9. September 2018 gegen sechs Uhr morgens ein Passagier über Bord gesprungen. Die Bildzeitung zitiert einen mutmaßlichen Augenzeugen, der gesehen haben will, wie Küblböck von Deck 5 gesprungen sei. Die kanadische Küstenwache habe daraufhin eine Suchaktion gestartet. Die Reederei bestätigte in einer Pressemitteilung, dass es sich bei der vermissten Person um Daniel Küblböck handele.

Inzwischen wurde die Suche nach dem Vermissten eingestellt, wurde gegen 18:10 Uhr erklärt. Die richtige Sprachregelung in solchen seltenen Fällen könnte man „OPD“ nennen, officially pronounced dead. Es hat keinen Sinn, wenn wir weiter auf neue Nachrichten zuwarten.

Küblböck hat wie nur wenige andere polarisiert und die Zuschauer seiner Auftritte in zwei Lager gespalten. Im Kopf geblieben ist eine führerscheinlose Autofahrt und ein Autounfall mit einem Gurkenlaster, sowie ein ganz gutes Händchen bei der Anlage von Auflagen-Tantiemen, Investitionen in Solarenergie, die ihm ein finanzielles Auskommen bescherte. Immer weiter ging Küblböck an neue künstlerische Projekte, er fand zum Jazz und ging in die Schauspielschule.

Gegen Ende seines Lebens ahnen wir, was wir nicht genau wissen und deswegen hier nicht behaupten werden: Dass der Gegangene mit Absicht gegangen ist und vielleicht weil er die Widersprüche seines Lebens am Ende nicht weiter ertragen konnte? Darauf deuten auch Instagram-Zweitaccounts hin, die Küblböck im inzwischen steckengebliebenen Versuch zeigen, aus seiner bisherigen Rolle als Mann auszubrechen und mal was ganz anderes zu versuchen. Es ist und bleibt tragisch und die wenigsten dürften das verstehen. Manche sagen auch, es wäre egal. Das denken wir nicht. Deswegen auch dieser kurze Nachruf.

Wir können seiner gedenken und unsere Gefühle ordnen. Wie unendlich schade: Dieses Leben war bemerkenswert gewesen.

Die auf dem Pulli gedruckte Losung Be One With The Ocean, die Dieter Bohlen trägt, während er in einer Videobotschaft auf Instagram über seine Bestürzung redet, ist sicher kein Affront des ungezogenen Agent Provocateure + Produzenten gewesen. Das hat die Netzgemeinde dazugedichtet. Bohlen hat sich längst entschuldigt und erklärt, ihn schmerze der Verlust von Daniel Küblböck ebenso. Dem ist nichts hinzuzufügen. Nicht einmal Widerworte. 

1679/18: Nachruf: Michael-John „Bonzo“ Winter ist Jammen mit Prince, John-Henry Bonham, Jimi ist beim Regenbogen und überhaupt – Big as Funk!


BIG as FUNK -Reach the Sky (2015)

BIG as FUNK waren 2015: Sylvie (Vocals) Ines (Gitarre/Vocals) Udo (Gitarre/Recording) Mikel (Drums & More) DeeJay (Bass) Kamil (Saxophon) Sebastian (Posaune) Wilfried (Trompete)

Wir sind mit unseren Gedanken bei den Angehörigen und Freunden und der Frau von Mikel-John Bonzo Winter, Berlin, Schlagzeuger, dem unsere allerbesten Wünsche bei den letzten lebensbedrohlichen Operationen nicht ausgereicht haben. Mikel ist fortgegangen. Liebe, Respekt, Trauer und Mitgefühl.

Engste Freunde von MJ Winter teilen heute Morgen sichtbar via Facebook mit, dass Mikel es nicht geschafft hat.

Auch unsere besten Wünsche, Stoßgebete in den Rock’n-Roll-Heaven habe nichts genützt. Der Rock’n Roll hat sich diesen Schlagzeuger geholt. EmWe, wie er von engen Freunden genannt wurde, has „reached the sky“ – aus diesem Anlass ist der Song Reach The Sky“ von Big As Funk das Lied des Tages auf blackbirds.tv – Wir verneigen uns vor dem Verstorbenen.

Ruhe in Frieden, Mikel.

Eine Tulpe

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1662/18: Video: Zum Tode von Jim Morrison (* 8. Dezember 1943 in Melbourne, Florida; † 3. Juli 1971 in Paris)

The Doors Are Open - Feast Of Friends


Ray Manzarek on the death of Jim Morrison

Ich muss es jetzt mal sagen, es ist leider wahr: Die Legenden sind alle schon tot. The day destroys the night: Break on thru to the other side.

Der Mann mit der vielleicht allerbesten Sonorstimme der Welt, Jim Morrison, starb 1971 in Paris.

Dort liegt er auch noch heute. Ray Manzarek, dessen Biographie wirklich unglaublich lesenswert ist, hat inzwischen auch im Rock’n Roll-Heaven Platz genommen.

Wie großartig war diese Band gewesen? An den Pforten unserer Wahrnehmung lebt sie noch heute und vegetiert noch nicht einmal dahin.

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1638/18: Nachruf: Heinz Jakob „Coco“ Schumann (* 14. Mai 1924 in Berlin; † 28. Januar 2018 ebenda) deutscher Jazzmusiker und Gitarrist

Ein kleiner Mann, der mit seiner Gitarre auf dem Sofa saß und ein Stück namens „Sauerkraut“ spielte. Auch „Sauerkraut“ hieß eigentlich nicht „Sauerkraut“, sondern „St. Louis Blues“. Darüber konnte Coco noch mit 88 Jahren lachen, wenn man bei ihm Kaffee trank und Kuchen aß. Mit 15 hatte Coco „Sauerkraut“ zum ersten Mal gespielt, im Delphi in Berlin am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Den „St. Louis Blues“ hätten sie als „Entartete Musik“ nicht spielen dürfen, es war schließlich Jazz. Für die Gestapo und die Reichsmusikkammer war „Sauerkraut“ ein deutscher Schlager.

Was lässt sich über diesen Mann noch sagen, was nicht irgendwo schon mal gestanden hätte?

Sauerkraut? Was sonst. Deutsche, spielen Jazz, Krauts eben. So waren auch noch in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts the Germans genannt worden. Sauerkraut. Heute kann es schon mal sein, dass Bands wie Kraftwerk bei den Grammy-Awards – wie jetzt aktuell 2018 – ausgezeichnet werden. Erst isst man es. Dann wird man es. Ansonsten aber, und das muss man ja beklagen, waren die Anleihen im Jazz nachge-Äff-Äff-Äfft.

So in etwa, wie ein Foxterrier bellt, wenn er Fred heißt und in Berlin wohnt bzw. lebt.

Coco Schumann – lived in Berlin in those yesterdays, here, there and everywhere – vielleicht so nen Typ wie der Django Reinhardt, hatte mehr Finger. Und wurde deutlich älter. Klar: Man kann die beiden eigentlich nicht vergleichen. Und wird auch den Hazy Osterwald nicht hinzupacken können.

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1607/17: Nachruf: Joy Fleming (* 15.11.1944 Rockenhausen; † 27. 09.2017 Sinsheim-Hilsbach)


Joy Fleming – Neckarbruecken-Blues (ZDF Drehscheibe 09.03.1973)

Joy Fleming, bürgerlich Erna Liebenow geb. Raad, in erster Ehe Strube (* 15. November 1944 in Rockenhausen, Nordpfalz; † 27. September 2017 in Sinsheim-Hilsbach), war eine deutsche Jazz-, Blues- und Schlagersängerin. – Als Joy Fleming am Mittwoch in ihrem Haus starb, war sie allein zu Hause. Ihr Lebensgefährte war wie fast jeden Mittwoch in Frankreich, um dort zu unterrichten. Ihr Manager telefonierte noch kurz vor Joys Tod mit der Soul-Ikone: „Wir alberten am Telefon. Sie ließ meine Mutter lieb grüßen und regte sich noch über ihren frechen Papagei auf, der beim Telefonat ständig dazwischen kreischte.“ Nur wenig später war sie tot. „Sie ist auf der Couch friedlich eingeschlafen“, sagte Exmann Bernd Liebenow der Deutschen Presse-Agentur.  Joys Lebenspartner Bruno kam Mittwoch gegen 20 Uhr nach Hause zurück von seinem Frankreich-Aufenthalt. Da lag Joy im Wohnzimmer auf der Couch und atmete nicht. Sie war noch warm, aber Bruno fühlte bei ihr keinen Puls mehr. Er rief den Notarzt, doch der konnte nur noch Joys Tod feststellen. Ein Wiederbelebungsversuch schlug leider fehl. (Quelle: Abendzeitung)

Erinnerungen

Als ich kleiner Junge war und die Hitparade als erste veritable Musiksendung nach dem Geschmack meiner Eltern ansehen durfte, tauchte bereits Joy Fleming auf. Ein Lied kann eine Brücke sein, das sang sie auch für den Grand Prix D’Eurovision. Und eine deutsche Version des Songs „Halbblut“ (Cher). Mir fiel sehr schnell auf, dass in dieser kleinen Sängerin mehr steckte, als in den üblichen Schlagerinterpreten. Wie diese Frau sang, das war frei. Freier von allen Konventionen wohlgefälligen Gesangs.

Ein paar Jahre später gastierte Joy Fleming mit einer kleinen Band in der Berlin-Dahlemer Eierschale, damals noch am Breitenbachplatz. Ich ging hin. Mir ist vor allem noch in Erinnerung, dass sie Stevie Wonders Superstition sang. Gänsehaut. Was für ein Charisma- und Charmebolzen, eine Menschenfängerin. Nicht auf der großen, breiten Ebene des Mainstreams. Sie kam, nahm einen gefangen und lies einen nicht mehr los. Unvergessliche Frau, große Sängerin, eine unvergleichliche Stimme. Hochtalentiert. Wunderbar.

Ich habe Joy Fleming gleich nach ihrem Lied, das sie für mich sang, nie wieder vergessen. Mein Nachruf fällt eher persönlich aus: Ich werde sie immer in meinem Herzen tragen. Selbstredend.

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1595/17: Nachruf: Holger Czukay (* 24. März 1938 als Holger Schüring in Danzig; † vor oder am 5. September 2017 in Weilerswist)


Can(band) – Documentary

The full documentary for the band Can ,( 1h 27′ 07“) Compiled by Rudi Dolezl & Hannes Rossacher Produced by DoRo Production , Vienna , Austria

Holger Czukay (* 24. März 1938 als Holger Schüring in Danzig; † vor oder am 5. September 2017 in Weilerswist) war ein deutscher Bassist, der als Bandmitglied von Can auch international bekannt wurde.

Aus Anlass des Todes dieses deutschen Ausnahmemusikers zeigen wir die obige Dokumentation, ihm zu Ehren.

Mach’s gut, Holger! Du wirst fehlen.

1545/17: Nachruf: Gregg Allman (* 8. Dezember 1947 in Nashville, Tennessee; † 27. Mai 2017 in Savannah, Georgia)


Cher feat Gregg Allman „You’ve Really Got a Hold on Me“

Gregg Allman (manchmal auch Greg Allman geschrieben, eigentlich Gregory Lenoir Allman; * 8. Dezember 1947 in Nashville, Tennessee; † 27. Mai 2017 in Savannah, Georgia) war ein US-amerikanischer Rockmusiker, Sänger und Songschreiber. Bekannt wurde er vor allem als Sänger der Allman Brothers Band.

1529/17: Nachruf: Daliah Lavi


Daliah Lavi Wer hat mein Lied so zerstört, Ma (1971)

Daliah Lavi (hebräisch דליה לביא, geb. Daliah Levenbuch; * 12. Oktober 1942 in Schawe Zion, Völkerbundsmandat für Palästina; † 3. Mai 2017 in Asheville, North Carolina) war eine israelische Filmschauspielerin und Sängerin.

Ohne Worte.

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1492/17: Nachruf: Gerrit Meijer (* 12.3.1947 – † 17.02.2017) – Im Schatten der Mauer – The „simply irreplaceable One“


Eulenspiegels besinnungsloser Adventskalender mit Gerrit Meijer

Zu Weihnachten 2016 nahm die Eulenspiegel-Verlagsgruppe einen Türchenkalender mit Gerrit Meijer auf und läutete damit das bevorstehende Fest ein. Bei Interesse auf YouTube den ganzen Kalender durchsehen. Wie man einen richtigen Nachruf schreibt? Es fehlen einem in der Trauer immer schnell die Sonderzeichen, hier eine kurze Anleitung: Geburtstag „*“ und Todestag „‚ müssen mit den richtigen Buchstabenkombinationen im ASCII-Code besorgt werden. Die Geburt ist kein Problem. Für das Todestagzeichen „„, das man auf einer PC-Tastatur nicht ohne weiteres findet, gehe auf Wikipedia und besorge Dir eine gestorbene Persönlichkeit. In diesem Fall George Harrison. Copy & Paste „‚“. Abgesehen davon hat dieser stilistische Übergriff auch gutes: Es entsteht Fusionmusik. Nachfolgend ehren wir Gerrit Meijer, der wie George Harrison jetzt schon „“ ist, ja leider. 70 wäre er geworden.

Viel Aufhebens um seine Person machte er zeitlebens nicht. Dabei war sein Auftritt durchaus ikonenhaft und stilprägend für seine Zeit und heute sind sich nicht wenige einig, dass die Begrifflichkeit vom Wall-City Rock als Sonder- bzw. Alleinstellungsmerkmal direkt auf ihn zurückgeht.  In jenen Jahren ließen sich Bands aus Westberlin reihenweise an der innerdeutschen Stadtgrenze fotografieren, vielleicht waren PVC die ersten?

Er existierte. Bis heute. Weiter. Ein Relikt.

Schrieb noch ein Buch: „Berlin, Punk, PVC“ – Kürzer konnte man nicht buchtiteln. Unprätentiös. Karg. So war jetzt auch sein Abschied, der auf Facebook eng an den endgültigen Abritt in den Rock`n Roll Heaven erfolgte: „Ich bin jetzt mal gestorben, macht’s gut.“

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1489/17: Nachruf: Al Jarreau (* 12. März 1940 in Milwaukee/Wisconsin; † 12. Februar 2017 Los Angeles), eigentlich Alwyn Lopez Jarreau)


Al Jarreau 1976 -Take Five


Al Jarreau – Your Song

Al Jarreau (* 12. März 1940 in Milwaukee/Wisconsin; † 12. Februar 2017 Los Angeles), eigentlich Alwyn Lopez Jarreau) war ein US-amerikanischer Jazz-, Pop- und Rhythm-and-Blues-Sänger und Songautor.

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1481/17: Nachruf: Carsten „Beathoven“ Mohren (* um 1962; † 31. 01.17) – Wunder geschehen. Und gestorben wird auch. Aber laut. LAUT!!


Ein Wunder – Rockhaus offizielles HD Video (01.11.2016)

Carsten „Beathoven“ Mohren (* um 1962; † 31. Januar 2017 in Berlin), war ein deutscher Musiker, Produzent, Keyboarder, Komponist und Toningenieur.  Seine musikalische Laufbahn begann er bei der Band Taxi-Combo. Danach gründete er 1979 zusammen mit Joachim Kielpinski, André Herzberg, Alexander Schloussen und Jörg Skaba die Gaukler Rock Band. Nach deren Auflösung 1981, als der Frontmann André Herzberg die Band verließ, da das Musikstück „Hans Currywurst“ von Herzbergs Bruder wegen Unstimmigkeiten in der Band nicht aufgeführt wurde, wechselte er zur Band Die Freunde. Danach wechselte er zur Band Christin D. 1984 ging Mohren zu Wolfgang Ziegler und Wir. Als Ziegler 1986 die Band verließ, um seine Solokarriere zu starten, wechselte Mohren zu Rockhaus. Als sich die Band 1998 auflöste, wechselte er zur Dirk Michaelis Band. 1996 wirkte er bei der John-Silver-Produktion Zebisch – Die Grube ruft von Jürgen Ehle mit. In Berlin und Bremen wirkte er bei The Sound of Shakespeare & Rock n Roll mit. Weiterhin wirkte er bei Glam Slam und beim Grips-Theater in Berlin mit, wo er George Kranz kennenlernte, mit dem er später ein Tonstudio eröffnete. Mohren war aktives Mitglied der Band Die Ossis, zusammen mit Acki Noack, der von 1995 bis 1996 bei Rockhaus war, Heinz Haberstroh, einem der Gründungsmitglieder von Rockhaus, Henne Körbs von Scirocco und Bert Eulitz von Pom Fritz, und auch deren Produzent. Ebenfalls wirkte er bei One Mans Trash feat. Jimi Jamison mit. Mohren war Produzent in verschieden deutschen Städten sowie in Miami und San Francisco und im eigenen Studio Metropolyx. Rockhaus blieb er seit seinem Eintritt 1986 treu und tourte bis 1989 und 2005, 2006, 2009, 2012, 2015 und 2016 mit der Band durch Deutschland. Am 22. November 2016 gab Mohren bekannt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt sei. Er starb am 31. Januar 2017 im Helios Klinikum Berlin-Buch. (Mit Mitteln aus Wikipedia zusammengefasst)

Wir können nicht fliehen. Wie die Wolken, einfach weiter ziehen. Der Aufruf, noch einmal zu kommen, um ihn spielen zu sehen mit Rockhaus, war auf Facebook deutlich zu vernehmen und ihm folgten viele. „Ich möchte mich laut verabschieden.“ – Beathoven, so sein Spitzname, tourte noch einmal im November/Dezember 2016 und noch einmal sollte alles so sein wie immer. Und er war schon stark gezeichnet, die Krankheit fraß sich ihren Weg.

Jetzt ist er gestorben. Carsten „Beathoven“ Mohren wurde nur 54 Jahre alt. Die Dinge sind nicht mehr im Einklang. Sie laufen aus dem Ruder. Heute hilft auch kein Wunder mehr. Es ist vorbei. Er wird in Erinnerung bleiben. Soviel ist sicher. Lasst uns ein Wunder sein.

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Das Studio Metropolyx

(Wunderbar, Rockhaus: „Ein Wunder“, so schön, so schwer, so bedeutungsschwanger!)

1480/17: Nachruf: John Wetton (* 12. Juni 1949 in Derby, England; † 31. Januar 2017) – In der Hitze dieses Moments!


Asia – Heat of the Moment

John Wetton (* 12. Juni 1949 in Derby, England; † 31. Januar 2017) war ein britischer Rockmusiker. Sein Hauptinstrument war der E-Bass, er war aber auch Sänger, Gitarrist und mit verschiedenen anderen Instrumenten (Klavier, Mellotron, Geige) vertraut. Seit den frühen 1970ern war er als professioneller Musiker aktiv und war Mitglied der Bands Family, King Crimson, Roxy Music, der Bryan Ferry Band, Uriah Heep, UK, Wishbone Ash und Asia. (Kurzgefasst aus Wikipedia)

Es war ja klar, ein Carl Palmer, so ein Elefant von Schlagzeuger, Mitglied von Emerson, Lake & Palmer, würde etwas anderes musikalisch unternehmen nur von gleich zu gleich und es würde wieder eine elefantöse Meisterleistung sein. Palmer hatte sich als Superdrummer seinen Ruf redlich erarbeitet. Seine neue Gruppe hieß Asia und er vereinte erneut Supermusiker. Darunter auch den Bassisten und gekonnten Sänger und Mehrfachinstrumentalisten John Wetton, Jahrgang 1949. Der Ruhm von Asia ist inzwischen verblasst. Es war die Zeit von Bombast, durchaus charttauglich, aber noch in jener Zeit, in der die Four On The Floor langweilig und zu wenig gekonnt gegolten hat. Nein, sein Instrument beherrschte man. Um es charttauglich zu spielen.

John Wetton unterlag heute seinem Kampf gegen den Krebs und hatte zeitlebens mit sich selbst zu kämpfen. Wie das häufig bei Genies seiner Art so war: Wahnsinn und Genie liegen nahe beieinander. Wer auf Wikipedia nachschlägt, erfährt viel über die Schaffensbreite und über wessen Lebensleistung wir hier mit viel Liebe und Zuneigung sprechen, wenn wir ihm einen kurzen Nachruf widmen. John Wetton, das war ein ganz großartiges, musikalisches Tier, einer der Besten. Ein wichtiger Mann ist zum Bowie, zum Prince und zum Cohen geeilt, zum Emerson, zum Lake, und da wo selbst die Größten aller Großen älter werden in Würde. Der Club of 27 ist geschlossen auch schon da. The Wind cries Mary.

Jammerschade.

1476/17: Nachruf: Franz Jarnach (* 1944 in Bad Godesberg; † 16. Januar 2017 in Hamburg) war ein deutscher Musiker und Schauspieler.

Halt die Klappe! Ich hab Feierabend! (Schildkröte)


Franz Jarnach & Joerg Mehrwald

Hochgeladen am 03.08.2011 Franz Jarnach („Schildkröte“ aus Dittsche) und Autor Jörg Mehrwald bei einem von Fabian Dittmann spontan gefilmten small-talk über Begegnungen mit Jimi Hendrix. Während des Drehs zur Sitcom-Folge 1 „Bull – Kings of Headline“ unterhielten sich die beiden über Mehrwalds geplanten Roman und die Sitcom „Beat-Crew“. Franz Jarnach ist eine Musiklegende.

Franz Jarnach hat zwei Leben mit unterschiedlichen Bekanntheitsgraden gelebt.

Das eine nennt sich Musiker von Gottes Gnaden, er wurde Piggy genannt, unterwegs gewesen mit Hinz und Kunz. Gerade kürzlich erst mit Uli Salm und Rudolf Rock & Schockern. Hamburg & Co.

Das andere nennt sich Schildkröte und ist praktisch deutschlandweit bekannt, als Prototyp des maulfaulen Helden am Nachbartisch. Comediancharakter Olli „Dittsche“ Dittrich holte den maulfaulen Stummen als festen Dreh- und Angelpunkt und dritten im Gespann Dittrich – Olsen – Schildkröte ins Serienfernsehen zu später Stunde. Anders als Dittsche war Kröte immer tagespassend gekleidet.

Der schräge Sympath Schildkröte wurde Kult über Deutschland und nur 72 Jahre alt.

Und jetzt haltet die Fresse: Ich geh heulen. Feierabend.

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* Wissenswertes über Franz Jarnach
* Nachruf: Im Spiegel
* Nachruf: Hamburger Abendblatt

1468/16: Nachruf: From The Beginning of my Youth – Erinnerungen an Greg Lake (ELP)


Greg Lake – Lucky Man

Gregory Stuart „Greg“ Lake (* 10. November 1947 in Poole, England; † 7. Dezember 2016 in London) war ein britischer Bassist, Gitarrist, Sänger, Songwriter und Produzent. Er wurde bekannt als Mitglied der Progressive-Rock-Bands King Crimson und Emerson, Lake and Palmer. Seine wohl bekannteste Komposition ist die Akustik-Ballade Lucky Man, die er noch während seiner Schulzeit schrieb.

Von Anfang an bekam ich in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine ziemlich genaue Vorstellung davon, dass über die Schlagermusik eines Dieter Thomas Heck (Hitparade) hinaus noch eine dunkle Seite des Mondes existierte. Mit Lichtorgel, verdunkeltem Zimmer, Flokatiteppichen und Hubschraubern, die stereo flogen, von links nach rechts. Es war The Dark Side of the Moon jener Pink Floyd und sie waren nur der Anfang. Ich selbst war zu spät geboren, um von Anfang an Led Zeppelin, Deep Purple oder The Nice in mein Morgenkulturgebet einzuschließen.

Darauf kam ich erst durch den Musikunterricht in der Schule meiner Musiklehrerin Frau Gerds in Berlin-Dahlem. Die „alte Grachtel“ war uns allen äußerst unangenehm. Im Nachhinein verstehe ich das nicht mehr. Sie fragte herum, wer von uns ein Instrument spielt? Ich verschwieg, was ich tat, aber Frau Gerds wusste es aus anderem Zusammenhang: Tommy, Du spielst doch jetzt Schlagzeug. Warum sagst Du denn das nicht? Es war mir unangenehm gewesen.

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1463/16: Nachruf: Werner Lämmerhirt (* 17. März 49 in Berlin – † 14.10.16 in Bodenwerder)

Kerze (animiert)


Werner Lämmerhirt All Along The Watchtower

Jede wunderschöne Karriere hat einmal ein Ende. Jetzt ist der Punkt gekommen wo der Clown mit einem weinenden und einem lachenden Auge die Bühne verlässt und der Vorhang fällt.- Werner Lämmerhirt 2015 auf seiner Website hier

Werner Lämmerhirt kennen vor allem die Älteren. Er gilt als Furor ausgefuchster Gitarrentechniken und war als akustischer Gitarrist und Sänger unterwegs. Hannes Wader, Knut Kiesewetter, um nur zwei zu nennen, begleitete er. Aber auch unzählige Soloalben nahm er auf. Lämmerhirt, das war so Seventies. Blieb es auch, immer. Für immerdar. Freunde der akustischen Folkgitarre bekommen bei diesem Namen glänzende Augen: Werner Lämmerhirt.

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1462/16: Nachruf: Zimmer frei (Juli 1996 bis September 2016 in 694 Folgen)

Trauerkerze

Zimmer.frei

Waren es bislang immer die schemenhaften, freundlich zurückhaltenden Moderatoren, die ihren Gästen das Weiße aus dem Auge puhlten, verkehrten Westermann und Alsmann als kongeniales Moderatorenteam die Welt ins Gegenteil und machten Krach, Sendungspunk und Stimmung gegen die Denkverbote des Artigen. Sie müpften Fernsehdeutschland auf.

In der WDR-Sendung Zimmer frei, die Fernsehgeschichte geschrieben hat, brach sich Innovation Bahn. Gerade noch Sendefähiges wurde gesendet und unter gar keinen Umständen sendefähiges Material wurde ebenfalls öffentlich ausgestrahlt. Da strahlten die Zuschauer: So etwas hatten sie noch nicht gesehen. Die berühmteste Kunstfigur des deutschen Fernsehens, der Paradiesvogel Götz Alsmann, ein begnadet hochtalentierter Musiker mit einem IQ weit über 550, vermutlich, der zu den besten Deutschlands gehört, wurde als Kunstfigur mit Narrenkappe und Schmalztolle sendefähig. Und berichtet nun in seiner letzten Sendung Zimmer frei, es habe mit den Kunstfiguren als Gast der Sendung regelmäßig nicht geklappt. Denn Kunstfiguren lebten ihr Leben künstlich und hier ginge es schließlich um das wahre Leben. Das bedeutet: Alsmann ist gar keine Kunstfigur. Nein,  nein, der ist wirklich so.

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1461/16: Nachruf: Hagen Friedrich Liebing (* 18. Februar 1961; † 25. September 2016)

Trauerkerze

Hagen.Liebing

Einer, der ohne jeden Anflug von Eitelkeit porträtierte und rezensierte, selbst in negativen Urteilen noch voller Respekt vor der Arbeit der Musiker. (Andreas Conrad, Tagesspiegel, Link unten)

Das Bild haben wir uns von facebook geliehen. Es wäre dieser Website nicht erlaubt, The Incredible Hagen nicht hier noch gesondert zu erwähnen. Denn Berlin fletscht auf dieser Website seine Szene. Diesmal in Trauer und unerwartet.

Wir kannten uns nicht genug oder anders herum: Ich wusste nicht viel über ihn. Als er in die Ärzte einstieg, war das für mich ohne jede Bedeutung. Ich hatte die Ärzte 1982/83 miterlebt, da war er noch nicht bei ihnen. In jenen Jahren seiner Mitgliedschaft bei den Ärzen gehörten diese zum Vorhaben, richtige BRAVO-Starschnitte von ihnen zu sammeln und ich war aus diesem Alter schon raus. Was der Nachruf-Schreiber Andreas Conrad beim Tagesspiegel am 25.09.16 schreibt (siehe oben) trifft für mich am besten auf Hagen Liebing zu, auf einen unprätentiösen, uneitlen, sympathischen Menschen. Als sein virtueller Freund wie viele andere auf facebook, genoss ich seine präzisen Schnittmuster des Musikalischen und vor allem seine Serie 1000 Gründe, warum mir gesichtslose Downloads gestohlen bleiben können.

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1459/16: Video: Shape Of My Heart – performed by 2Cellos

Karl Johannes Schindler

Karl Johannes Schindler


2CELLOS – Shape Of My Heart [OFFICIAL VIDEO]

Es wurde schon alles gesagt. Nur noch nicht von jedem.

Das Stück ist von Sting, das ist vermutlich überflüssig zu erwähnen.

Hier hat das Stück Berichterstattung erfahren.

Heute gebe ich es in einer anderen Version instrumental den Lesern dieser Website als Lied des Tages.

Dabei denke ich an Karl Johannes Schindler, der mir fehlt. Mehr kann ich nicht machen, als spirituelle gute Gedanken zu schicken.

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1447/16: Nachruf: Tibor Kneif (* 9. Oktober 1932 in Bratislava; † 26. Juli 2016 in Berlin) – Too old to Rock´n Roll

Kerze (animiert)

Jemandem eine Kerze hinzustellen, ist ein Akt der Achtung. Wenn jemand sein Leben lang immer beide Seiten der Kerze anzündet, verschleißt es sich. Davon ist bei einem Jahrgang 1932 nicht zu sprechen. Fest steht indes, dass Tibor Kneif mindestens eine achtvolle Trauerkerze verdient hat. Wie ich erst jetzt erfahre, ist Kneif bereits am 26. Juli 2016 in Berlin gestorben.

Tiburtius ‚Tibor‘ Kneif war ein Besonderer und hatte große Bedeutung in der deutschen Musikszene. Weithin geachtet, schrieb er 1981 eine wissenschaftlich präzise „Einführung in die Rockmusik“. Daneben rezensierte er die Musikszene an und für sich in vielfältiger Hinsicht und wurde als sachverständiger Autor mit einer besonderen Beobachtungsgabe und tiefgreifendem Verständnis musikkultureller Zusammenhänge geschätzt. Von ihm stammen Sätze wie der über den Schlagzeuger der Hamburg Blues Band und damaligen Interzone- und Escalatorz-Schlagzeuger Hansi Wallbaum, wörtlich zitiert: Wallbaum sei „der erfindungsreichste Schlagzeuger der Stadt, der rhythmisch wie farbig abwechslungsreiche und intelligente Schlagmuster entwirft“ (Tagesspiegel vom 27. Juni 1981, Artikel ganz unten, danke H.P.).

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Heiner Pudelko - with #Prisma

1441/16: HIStory: Das süße Leben (1985) #Interzone

Heiner Pudelko - with #Prisma

Interzone - "Das süße Leben" (1985) #Playlist


Interzone – Ruth (Foto jedoch: Andere Besetzung) via YouTube

Was vom Künstler Heiner Pudelko bleibt, ist nicht nur seine Art der “Gesangsinterprrretation”, die für die deutsche Musikszene vielleicht ebenso bedeutend ist, wie es zuvor der Einfluss von Udo Lindenberg oder Nina Hagen war: keine Frage, Heiner hat ihr als ‘Blues-Prinz’ einen gesanglichen Fußtritt gegeben, der richtungsweisend war. – Quelle: hier

In den Trockensümpfen von Westberlin – after WW II, down by the wall, Cold War – spielt Heiner Pudelko eine große musikalische Rolle und wird noch heute von vielen mit Herzschmerz erinnert. Wer ihn gehört hat, wird ihn vermissen. Weil er ihn kannte oder von ihm gehört hat. Weil er ihn post mortem spät entdeckte und nun gewahr wird, Lust ließe sich heutzutage nicht vervielfältigen. Keine Frage: This is the end, my only friend. Was für ein Shouter im Westberliner Roggen: War er der beste weiße Sänger Westberlins aller Zeiten? Eine nasse Träne im Knopfloch. Auch im Osten (er)trug man diese(n) Weste(n). Wer im Internet recherchiert, bekommt Mashups eines stimmgewaltigen Berliner Falsettbarden, die ihn im Stelldichein mit ganz Großen sehen. Mit Robert Plant (Led Zeppelin) beispielsweise. Im Grunde Kwatsch.

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MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

1422/16: Positionen: Worauf wir in Wirklichkeit sauer sind – Die Legende von Paul, Paula und den #Puhdys – Ein #Nachruf

icon Positionen

MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

Wenn ein Mensch kurze Zeit lebt,
sagt sie Welt, dass er zu früh geht.
Wenn ein Mensch lange Zeit lebt,
sagt die Welt es ist Zeit, dass er geht.

Es ist so weit. Jetzt haben die Puhdys (vermutlich) ihr letztes gemeinsames Konzert gegeben. In einem Statement, das über soziale Netzwerke verbreitet wurde, bedankt sich die Band für ihren langjährigen Erfolg, der mit der Treue ihrer Fans direkt zu tun hat. „Wir werden Euch immer in guter Erinnerung behalten“, schreiben sie, an ihre Fans gewandt. Inzwischen gibt es auch Feedback: Gemeint ist nicht das Verstärker übersteuern. Ein paar sagen in Erinnerung an früher: „Das wurde jetzt aber auch Zeit, dass sie gehen.“ Andere wünschen sich, dass die Rolling Stones das endlich auch machen. Verwirrend.

Die Puhdys werden ihre Fans in guter Erinnerung behalten: Vermutlich ist es bei vielen Fans auch umgekehrt. Wie immer, wenn es um Musik geht. Love & Hate.

Die Puhdys verkörperten, wie kaum eine andere DDR-deutsche Rockband, den besonderen, anderen Weg, den ostdeutsche Musiker zu gehen hatten. Und sie gingen den Weg äußerst erfolgreich. Dabei war ihr Erfolg durch und durch politisch und resultierte zunächst aus starken Anleihen der Musiker dieser Band bei Vorbildern wie Deep Purple, Uriah Heep & Co.. Westmusik, von drüben. Vieles aus den frühen Jahren der Band ist eindeutig eine Liebeserklärung an diese Art von freier, westlicher Musik.

In ihrem eigenen Fokus DDR musste sich die Band jedoch anpassen. So wenig es ging. Man war durchaus systemkritisch. Und soviel gerade noch erlaubt war, lief dann im Radio. Aber wie. Unglaublich erfolgreich.

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1413/16: Legenden: Heute feiert ein kleiner Gigant Geburtstag, bzw. besser diejenigen, die er übrig ließ… #Princeday

Prince - He loved Love. (Hannah Ford-Welton)


Prince- If I was your girlfriend (Original Music Video) Sign O‘ The Times 1987

Die weltweite Fangemeinde des verstorbenen Prinzen begeht heute unter dem Hashtag #Princeday den ersten Geburtstag des kleinen Königstigers aus Minneapolis nach seinem Tod.

Als fehlte es jetzt einem postmortalen Willen des Urhebers, verbreitet sich nach dem jäh eingetretenen Tod des Sängers und Musikers Prince dessen digitaler Aderlass weltweit über das Internet aus. Mit der Folge andauernder Verehrung durch Göttergatten. Und Gattinnen. ‚If I Was Your Boyfriend,‘ möchte man frei erfinden zu sagen und sich an den unwiderstehlichsten aller menschlichen Prinzen seit Menschengedenken anschmiegen und sagen: Fürchtet Euch nicht. Denn seine Botschaft ist Liebe. Zeichen der Zeit, Sign o‘ the Times, zeitlos, androgyn, nicht sexuell gemeint, sondern spirituell.

Die Firma De Beukelaer muss die Produktionsstraße noch umkonfigurieren. Mit der zeitgemäßen Auffrischung ihres best life/best liftetime-products, der Princenrolle, ließ sich das Traditionsunternehmen Princeverehrern zufolge zu viel Zeit. Zeit wird’s. Setzt Zeichen: Sign O‘ The Times. Someday my Prince I´ll come.

Weiterführend
Die Prinzenrolle (Entwurf, Studie)
Die Sterbeurkunde via tmz.com

1392/16: Gastkommentar: Zu Prince – Und: Die Welt, die Prince schuf – ein #Roughmix

Prince Serie (gif) Prince Serie (gif) Prince Serie (gif) Prince Serie (gif)


Muse Sign o’the times legendado

Prince ist tot. Die Medien titulieren ihn als bedeutenden Popstar oder Sänger.

Was vergessen geht ist, dass er vielmehr ein Künstler war. Ein Musiker und ein ausgesprochen versierter Multiinstrumentalist, der einen Grossteil der Instrumente auf seinen Platten selbst einspielen konnte. Ein extrovertierter, unermüdlicher Liveperformer wenn auch ein zurückgezogener und medienscheuer Privatmensch. Ein innovativer Songschreiber. Einer, der mit sicherer Feder und scheinbar mühelosem Strich Stilrichtungen zusammenmalte und Neues erschuf. Ein Urheber, der sich gegen unfaire Musikverleger behauptete. Der nicht nur Statements abgab, sondern sie vorlebte, selbst wenn es den eigenen Geldbeutel schmälerte. Einfach um ein Zeichen zu setzen. Um selbst ein (Love) Symbol zu werden, nein, eines aus sich zu machen. Um neue Wege zu ergründen, wie man die Musikindustrie revolutionieren müsste und er hatte die ihm eigene Bestimmtheit, diese Pläne auch umzusetzen. Auf eigene Kosten und Verantwortung. Ein Textautor, der sprichwörtlich mit Lust am Text arbeitete. Der Lustvoll Liebesbotschaften vertonte und wusste, wie man den Funk ordentlich fi*kt und im nächsten Song die Seele streichelt oder um einen Track später den Blick auf die Schatten im Herzen zu lenken.

ER hat dies erschaffen. Er hat sich, so wie die Musikwelt ihn sehen sollte selbst und aus eigener Kraft erschaffen.

Er war kein Sänger, wie wir das heute verstehen, oder wurde in einer TV Staffel zum Popstar gevotet.

Für den Nachfolger eines Königs gäbe es den Spruch: „Der König ist tot, lang lebe der König.“ Für Prince fällt mir nichts Gebührendes ein ausser vielleicht „Danke für die Inspiration.“

Kürzlich hatte ich auf Facebook gepostet „Ich schmeiss alles hin und werde Prince.“

Nicht in diesem Leben.

(von Wolfgang Nipp, Mitglied der Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook – mit herzlichem Dank dafür)

1390/15: Nachruf: Prince (* 7. Juni 58 in Minneapolis, Minnesota als Prince Rogers Nelson; † 21. April 16 in Chanhassen, Minnesota)

Kerze (animiert)

love_symbol_by_lastblackastronaut.png

Das mit dem Tätowieren war nie so richtig meins. In meinem Leben habe ich für zwei wichtige Anlässe eine Ausnahme gemacht. Auf einem Oberarm trage ich das chinesische Zeichen für Gleichheit von Mann und Frau und von Menschen aller Rassen, Zugehörigkeiten und Religionen. Auf dem anderen Arm trage ich das Lovesymbol meines großen musikalischen Idols, Vorbilds und gedanklichen Übervaters Prince, den ich verehre, wie kaum einen anderen Musiker. Ich werde das zweite Tatoo ab heute mit besonderen Stolz tragen.

Einer der tiefst intensiven Schmerzen durchzieht meinen Körper und Trauer schüttelt mich. Der Musiker Prince Rogers Nelson ist übereinstimmenden Medienberichten aus Amerika zufolge verstorben. Ersten genaueren Informationen zufolge wurde er im Reich seiner Mitte aufgefunden: Auf dem Anwesen Paisley Park, eine unbekannte Person spricht auf einem Band davon, was sie im Haus vorfand: „einen Mann am Boden, der nicht atmet.” Der Anruf ging gegen 9:30 Uhr Ortszeit ein. (tmz)

Tmz berichtet: 12:25 PM PT — The Sheriff’s department says Prince was found in an elevator at Paisley Park. They performed CPR, but were unable to revive him. He was pronounced dead on the scene at 10:07 AM Central Time. Link: http://www.tmz.com/#ixzz46UfPPZ7h

Der musikalische Zwerg aus Minneapolis hat sich schon früh in mein musikalisches Leben gemischt und als ich ihn die ersten Male wahrnahm, hatte er bereits das Zeug zum absoluten Superstar. Es hat zwar nie einen Sinn ergeben, aber dennoch wurde er stets mit Michael Jackson und als dessen Konkurrent gehandelt. Bullshit.

Wie vieles, was über ihn zu lesen war, Bullshit war.

Der Mann war einfach nur ein musikalischer Gigant, vielleicht sogar ohne Übertreibung zu vergleichen mit klassischen Meistern wie Ludwig von Beethoven oder Mozart. Der kleine Mann an der Gitarre, der so himmelhochjauchzendes Falsett beherrschte und vollgefüllt mit Zärtlichkeit und Einfühlsamkeit singen konnte, um sogleich als Meister des Heart`n Heavy Pfunk zu reüssieren. Er gab einer ganzen Generation den Beat, all den Motherfuckern draußen und er war stolz. Er war der sexy MF. Damn. Und verdammt stolz.

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1379/16: Nachruf: Roger Cicero (* 6. Juli 1970 in Berlin; ­† 24. März 2016 ebenda) – Zog die Schuhe aus.

Kerze (animiert)

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Roger Cicero – Zieh die Schuh aus (Offizielles Video)

Wie der Vater, ähnlich wohl sein Sohn. Über den Vater ist zu lesen: „Vereinzelte Kritik erntete Eugen Cicero wegen seiner zeitweiligen Nähe zur sogenannten U-Musik – etwa vergleichbar mit James Last, Paul Kuhn oder Erwin Lehn. Cicero war ein Pionier und Meister des Crossover, lange bevor dieser Begriff Einzug in die Musiktheorie hielt.“

Gott, ist das eklig. Er sang mit verschmitztem Unterton: „Ich bin ein Sammler, ein Jäger, ein guter Ernährer. Ein Schrauber, ein Dreher, ein Ganz-Früh-Aufsteher. Ein Broker, ein Seller, ein Intellektueller. Ein Helfer, ein Heiler, im Grunde ein Geiler. Bin ein Schöpfer, ein Macher, Beschützer, Bewacher. Ein Forscher, ein Retter, adretter Jetsetter. Gestählter Don Juan, ein Bild von einem Mann.“ Soweit korrekt aus dem Songtext zitiert, ließe sich die Beschreibung wohl locker fortsetzen.

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