1390/15: Nachruf: Prince (* 7. Juni 58 in Minneapolis, Minnesota als Prince Rogers Nelson; † 21. April 16 in Chanhassen, Minnesota)

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Das mit dem Tätowieren war nie so richtig meins. In meinem Leben habe ich für zwei wichtige Anlässe eine Ausnahme gemacht. Auf einem Oberarm trage ich das chinesische Zeichen für Gleichheit von Mann und Frau und von Menschen aller Rassen, Zugehörigkeiten und Religionen. Auf dem anderen Arm trage ich das Lovesymbol meines großen musikalischen Idols, Vorbilds und gedanklichen Übervaters Prince, den ich verehre, wie kaum einen anderen Musiker. Ich werde das zweite Tatoo ab heute mit besonderen Stolz tragen.

Einer der tiefst intensiven Schmerzen durchzieht meinen Körper und Trauer schüttelt mich. Der Musiker Prince Rogers Nelson ist übereinstimmenden Medienberichten aus Amerika zufolge verstorben. Ersten genaueren Informationen zufolge wurde er im Reich seiner Mitte aufgefunden: Auf dem Anwesen Paisley Park, eine unbekannte Person spricht auf einem Band davon, was sie im Haus vorfand: „einen Mann am Boden, der nicht atmet.” Der Anruf ging gegen 9:30 Uhr Ortszeit ein. (tmz)

Tmz berichtet: 12:25 PM PT — The Sheriff’s department says Prince was found in an elevator at Paisley Park. They performed CPR, but were unable to revive him. He was pronounced dead on the scene at 10:07 AM Central Time. Link: http://www.tmz.com/#ixzz46UfPPZ7h

Der musikalische Zwerg aus Minneapolis hat sich schon früh in mein musikalisches Leben gemischt und als ich ihn die ersten Male wahrnahm, hatte er bereits das Zeug zum absoluten Superstar. Es hat zwar nie einen Sinn ergeben, aber dennoch wurde er stets mit Michael Jackson und als dessen Konkurrent gehandelt. Bullshit.

Wie vieles, was über ihn zu lesen war, Bullshit war.

Der Mann war einfach nur ein musikalischer Gigant, vielleicht sogar ohne Übertreibung zu vergleichen mit klassischen Meistern wie Ludwig von Beethoven oder Mozart. Der kleine Mann an der Gitarre, der so himmelhochjauchzendes Falsett beherrschte und vollgefüllt mit Zärtlichkeit und Einfühlsamkeit singen konnte, um sogleich als Meister des Heart`n Heavy Pfunk zu reüssieren. Er gab einer ganzen Generation den Beat, all den Motherfuckern draußen und er war stolz. Er war der sexy MF. Damn. Und verdammt stolz.

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1379/16: Nachruf: Roger Cicero (* 6. Juli 1970 in Berlin; ­† 24. März 2016 ebenda) – Zog die Schuhe aus.

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Roger Cicero – Zieh die Schuh aus (Offizielles Video)

Wie der Vater, ähnlich wohl sein Sohn. Über den Vater ist zu lesen: „Vereinzelte Kritik erntete Eugen Cicero wegen seiner zeitweiligen Nähe zur sogenannten U-Musik – etwa vergleichbar mit James Last, Paul Kuhn oder Erwin Lehn. Cicero war ein Pionier und Meister des Crossover, lange bevor dieser Begriff Einzug in die Musiktheorie hielt.“

Gott, ist das eklig. Er sang mit verschmitztem Unterton: „Ich bin ein Sammler, ein Jäger, ein guter Ernährer. Ein Schrauber, ein Dreher, ein Ganz-Früh-Aufsteher. Ein Broker, ein Seller, ein Intellektueller. Ein Helfer, ein Heiler, im Grunde ein Geiler. Bin ein Schöpfer, ein Macher, Beschützer, Bewacher. Ein Forscher, ein Retter, adretter Jetsetter. Gestählter Don Juan, ein Bild von einem Mann.“ Soweit korrekt aus dem Songtext zitiert, ließe sich die Beschreibung wohl locker fortsetzen.

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1336/16: Nachruf: Sir George Henry Martin (* 3. Januar 1926 London Borough of Islington; † 8. März 2016 in Swindon, Wiltshire)

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Sir George Henry Martin (CBE; * 3. Januar 1926 in Holloway, heute London Borough of Islington, England; † 8. März 2016 in Swindon, Wiltshire), war auch in der Berichterstattung dieser Website eine feste Größe. Was Wunder?

„Ein musikalischer Gigant“ nannte man ihn, den Mann, der im Hintergrund so sorgfältig und wohl abgewogen die Strippen zog, besser die Fader hoch und nieder fuhr. Der, der  klassische Feinstaubpartikel auf den festen Popsaum aufnähte, den seine musikalischen Eleven und Meisterschüler, die Beatles, woben. Was für ein feiner Kerl.

Ein Mann hinter den Kulissen, in der zweiten Reihe, und er war nie umstritten, seine Position war nie vakant. Ein Brian Epstein starb zu früh, ein Phil Spector, das war trendy, Zeitgeist, also mischte Spector ordentlich Tüddelkram unter die Originalaufnahmen der Beatles. Auf Dauer hielt das der ernstlichen Würdigung nicht stand. Die Beatles veröffentlichten später Let It Be …Naked und strichen Spectors Einfluss zusammen, Paul McCartney schrieb: Never do this again.

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1316/15: Lied des Tages: „Where Are We Now“ – David Bowie – Die Frage ist beantwortet.

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David Bowie – Where Are We Now?

Had to get the train
From Potsdamer Platz
You never knew that
That I could do that
Just walking the dead

Sitting in the Dschungel
On Nürnberger Straße
A man lost in time
Near KaDeWe
Just walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know
You know

Twenty thousand people
Cross Böse Brücke
Fingers are crossed
Just in case
Walking the dead

Where are we now?
Where are we now?
The moment you know
You know
You know

As long as there’s sun
As long as there’s sun
As long as there’s rain
As long as there’s rain
As long as there’s fire
As long as there’s fire
As long as there’s me
As long as there’s you

(Lyrics: David Bowie)

Erstveröffentlichung des Songs auf dieser Website: hier

1315/15: Nachruf: David Bowie ist tot. (* 8. Januar 1947 – † 10. Januar 2016 )

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David Bowie – Blackstar (Official Video)

David Bowies neues Album ★ [ausgesprochen: „Blackstar“] erschien am 08. Januar 2016 (Bowies 69. Geburtstag). Unter der Regie von Johan Renck („Breaking Bad“, „The Walking Dead“ u.a.) entstand ein zehnminütiger Kurzfilm zur gleichnamigen Single. Passagen aus dem Song wurden bereits im Vorspann und den Trailern der neuen TV-Serie „The Last Panthers“ verwendet, die seit Ende Oktober überall in Europa im Programm von Sky zu sehen ist.

„For here
Am I sitting in a tin can
Far above the world
Planet Earth is blue
And there’s nothing I can do“

David Bowie ist tot. Das melden gerade die ersten Medien zur Morgenstund. Mir geht der Atem zu flach und der Puls rast ohne Unterlass. Sind wir als Sekundanten im Tal des Todes unserer wahrlichen Helden bereits angekommen? Als Herbert Dreilich (Karat) starb, sagte Toni Krahl (City) auf der Beerdigungsfeier: „Die Einschläge kommen immer näher.“ Das ist wirklich viele Jahre her. Ziggy Stardust, David Bowie, The Man who fell to earth has gone to heaven. David Bowie erlag einem geheim gehaltenen Krebsleiden. Let´s dance? Ground Control to Major Tom: Put Your tears and helmets on.

Berlin hat einen Fan verloren. Viele Berliner haben einen Großartigen verloren. Sag uns, David: Wie ist ein Leben auf dem Mars? Now he can be hero just for one life.

Focus schreibt, David Bowie sei gestorben und wörtlich: „Mehr zur aktuellen Entwicklung in Kürze auf FOCUS Online“. Hanebüchener Fortsetzungsroman, ja?

Folge David Bowie:
https://www.davidbowie.com


https://www.instagram/davidbowie

Weiterlesen: Der Tagesspiegel hat ein Interview aus dem Jahr 2002 noch einmal wiederveröffentlicht, in dem Bowie von seinen Berliner Jahren erzählt…

Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

1313/15: Nachruf: Sven Meisel († 06. Januar 2016 in Berlin)

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Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

„Mit großer Hingabe und unermüdlichem Einsatz widmete Sven Meisel sich seinen Aufgaben als Musikverleger, Label-Chef und Studiomanager. Sein außergewöhnlich warmherziges, kluges und faires Verhalten im Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern machte ihn zu einer sehr beliebten und geschätzten Persönlichkeit in der deutschen Musikbranche. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau, seiner Tochter, seiner Mutter und seinem Bruder. Der schmerzliche Verlust ist für uns alle nur schwer zu begreifen.“ (Meisel Musikverlage)

Der Branchendienst musikmarkt.de meldet den unbegreiflich frühen Tod von Sven Meisel, der im 49. Lebensjahr verstarb. „Sein Tod kam für alle sehr plötzlich und unerwartet”, heißt es aus dem Verlag. Als Kind gehörte Fred Sonnenschein aka Frank Zander zu seinen nächstliegenden Interpreten. Als Erwachsener trat er 1998 in die Familienfußstapfen auf Geheiß seines Vaters Thomas Meisel. Er wurde schnell ein geachteter, würdiger Nachfolger und stand zuletzt allein als Geschäftsführer dem Unternehmen vor.

Mit dem Tod des in dritter Generation tätigen Musikverlegers und Unternehmers, der nach Angaben von Meisel überraschend eintrat, verliert die Berliner Musikwelt eine herausragende Persönlichkeit, die von vielen als angenehm und fairer Verhandlungspartner auf Augenhöhe geschätzt wurde. Der Verlag hat einen Titelkatalog von rund 50.000 Titeln. Zum Verlag gehört auch das Hansa-Studio „down by the wall“, wo David Bowie, Bono, Spliff, Nina Hagen und viele, viele andere Größen der Musikbranche bedeutsame Spuren in die Asphaltdecke der Musikgeschichte ritzten. Es ist ein Graus. Farewell, Sven Meisel.

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v.l.n.r. John Lennon - Robert Stigwood

1310/15: Nachruf: Robert „Stigboot“ Stigwood, Musikmanager (* 16. April 1934; † vor oder am 4. Januar 2016)

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v.l.n.r. John Lennon - Robert Stigwood

v.l.n.r. John Lennon – Robert Stigwood

„On one occasion, we tipped a box of cornflakes over Stigwood’s head..“ (aus „Hellraiser“, Ginger Baker, zu beziehen via Amazon).

So ganz genau wasserdicht ist die Nachrichtenlage noch nicht über das genaue Todesdatum des Musikmanagers, aber Ginger Baker (Schlagzeuger, ex-Cream) gibt ihm bereits ein liebevolles Farewell. Wikipedia wird im Laufe der Tage noch genauer recherchieren, vermuten wir.

Der Manager so erlauchter Größen des Musikbusiness wie Blind Faith, Cream und der Bee Gees hat das zeitliche gesegnet.

Nicht nur im Rockmusikzirkus war er eine Größe, ein Link zu Wikipedia lässt einem eine ungefähre Ahnung vermitteln, wie wichtig dieser Mann für die Branche war.

Seine Grüße haben uns aufmerksam werden lassen: Sein Name steht für die Richtigkeit.

1304/15: Nachruf: Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (* 24. Dezember 1945 in Stoke-on-Trent, England; † 28. Dezember 2015 Los Angeles, USA)

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Lemmy.Kimilster


(360 Video) LEMMY’S 70TH BIRTHDAY WHISKEY A GO GO – WEST HOLLYWOOD 12.13.15

„Aber für den Moment: Spielt Motörhead laut, spielt Hawkwind laut, spielt Lemmys Musik laut. Genehmigt Euch einen Drink oder mehrere.“ – Mitteilung der sprachlosen, überraschten Band Motörhead an die Fans ‪#‎LemmyKilmister‬ ‪#‎HowTo‬

Es war ganz schön laut im Hollywood A Gogo, in Erinnerung haften bleibt vielleicht, wenn Billy Idol an diesem Abend den Sex Pistols-Song „No Future“ zelebriert. Ja, das passt. Nur wie trauert man um einen Mann, der jede Kerze von zwei Seiten angezündet hat und der kaum eine Flasche ausließ, wie Trapatoni später von einer Flasche leer fabulierte? Mist. Jetzt hat´s ihn gerissen. Doch, doch. Erst den Siebziger feiern mit Freunden.

Wenige Tage später ist Lemmy, Kultbanause des Rock´n Roll tot, nachdem er zwei Tages zuvor vom unbesiegbaren Krebs erfuhr. Rock´n Roll at it´s best. So wie niemand mit seinem Ableben so plötzlich gerechnet hat, weil alle im Dschumm waren, verabschiedet seine Band ihn auch auf seiner Website. Mit einem klugen Trinkspruch. Farewell.

Mo`Blow - Quasimodo - 12.06.10

1298/15: Positionen: Die Berliner Band Mo‘ Blow löst sich 2016 auf, zuvor wird nochmal abgefeiert. Ganz oder gar nicht! #Statement

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Felix Falk, Tobias Fleischer - Mo´Blow Quasimodo

Felix Falk, Tobias Fleischer – Mo´Blow Quasimodo

These guys gave us some excellent blowjobs. Sie hatten aber auch den pinkfarbensten Kaugummi ever und damit machte man nunmal schöne Blasen. Doch keine Angst: Nur weil eine Band sich auflöst, bereits von einer ins Stocken geratenen Jazzblase zu sprechen, ist unbegründet. Paff.

Mo‘ Blow erklärt auf seiner Website am 14.12.2015, warum die Band sich 2016 auflösen wird, kurz gesagt: Ganz oder gar nicht. Wir veröffentlichen den kompletten Wortlaut auf dieser Website. Zitat:

Berlin, 14. Dezember 2015

Liebe Freunde,

mit unserem neuen Live-Album und einer großen Tour in 2016 wollen wir uns von Euch verabschieden.

Wir schauen auf über 10 Jahre Bandgeschichte mit über 300 Konzerten in mehr als 20 Ländern überall auf der Welt zurück. Wir haben 50 Songs geschrieben, noch mehr wieder verworfen, 4 Alben aufgenommen, Fotos gemacht, Videos gedreht und Interviews gegeben, mit rund 50 grandiosen und inspirierenden Gastmusikerinnen und Gastmusikern gespielt, Workshops und Kinderkonzerte veranstaltet, zahlreiche Weltumrundungen an Tour-Kilometern hinter uns gebracht und uns über zahlreiche Preise und gewonnene Wettbewerbe gefreut.

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1295/15: Nachruf: Michael Clifton, Schlagzeuger, sexy Bodydrummer, Berlin († 11.12.15)

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Michael Clifton at the Wintergarten Berlin – Dirty Dancing Drums

Der Drummer Michael Clifton ist heute Morgen von uns gegangen. Ruhe in Frieden. – Johannes Kersthold (hier) hat es heute auf facebook mitgeteilt.

Zuletzt gab es diese facebook-Seite für eine Unterstützung. Auf dieser Seite wurde Geld gesammelt. Lungenkrebs, der bereits auf die Leber übergegriffen habe, meldeten seine Freunde.

„Our dearest friend, greatest crazy drummer and sex body-drummer Michael Clifton has a very bad kind of cancer. This brave boy survived a very dangerous lung surgery but he got told that the cancer is now in the liver. Doctors gave him up, but all alternative doctors see good chances for him to heal, cause this man is extraordinary strong in every way. Please donate for him to pay good an trustfull medicine, medical care and a proper diet.“ (Evi Leupold hier)

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1262/15: Nachruf: Helmut Schmidt , (* 23. Dezember 1918 in Hamburg; † 10. November 2015) – Musiker, Politiker, Charakter

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Disco! Inga Und Wolf – Gute Nacht Freunde

Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt (Barry Ryan): „Lange Zeit war Schmidt jetzt krank. Jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank. Er konnte sich für das Leben welche nehmen, so tat er es auch fürs Sterben. Schmidt war seit langem Mitherausgeber der Zeit.“ (aus einem Nachruf für Helmut Schmidt, hier)

Den Song hat Reinhard Mey geschrieben, Inga und Wolf haben ihn ebenfalls aufgeführt und wurden damit ziemlich bekannt. Ist lange her. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehen.

Helmut Schmidt ist tot. Ein Stück deutsche Geschichte, einer der klügsten deutschen Köpfe der letzten fünfzig bis neunzig Jahre, für viele nach wie vor einer der ganz wenigen anfassbar wahrheitsgemäßen Politiker. Ich wünsche ihm von Herzen ein schönes Wiedersehen mit Hannelore „Loki“ und trage einen Moment tiefer Trauer in mir.

Ich habe ihn sehr verehrt. Nach einem alten, berühmt gewordenen Spiegel-Titel fühle ich: Der Lotse ist von Bord gegangen.

Farewell, Helmut. Ich rauch eine Zigarette auf dich. Und ein letztes Glas im Stehen. Das Lied des Tages, aus gegebenem Anlass. Ein alter SPIEGEL-Titel trifft es, heute.

Karl Johannes Schindler

1237/15: Nachruf: Karl Johannes Schindler ist tot. (* 10.November 1949 – † 09. September 2015)

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Karl Johannes Schindler

Karl Johannes Schindler

Er, eine ältere Generation, die noch ganz anderes erlebt hat. Ich, ein Nachgewachsener. Einiges, nicht weniges an Wachstum kann ich ihm verdanken, sein Kontakt mit mir war einer, der mir half, weiter zu wachsen, selbst wenn meine Eltern mich schon lange als ausgewachsen bezeichneten. Ich verbat mir bereits seit längerem Fragen nach meinem Wachstum von ihnen. Wachstum durch mehr Haltung und mehr innere Größe und Gelassenheit, vom bürgerlichen Mief und spießerhaften Kleingeist befreit. Großzügig zu bleiben und, wo einem das fehlt, es zu erlernen.

Karl Johannes Schindler hat mir manchmal den von mir hochgeschätzten Gastautor gegeben. U.a. hier auf dieser Website. Nun ist er tot: Krebs. Gott bewahre.

Ein Raubein, ein Charakter, ein Sturkopf, ein absolutes Original: Ein ganz unverwechselbarer Mensch.

Er liebte die Frauen und die Frauen liebten ihn. Er liebte seine Tochter Saskia über alles und sie liebt ihn. Gottgleiche, tiefe, innige Verbindung.

Viele lieben ihn, manche mochten ihn nicht. Er wies Menschen auch zurecht und intervenierte, gab ihnen Schranken sich zu benehmen, aber nie unbegründet, launisch oder cholerisch. Zu stark, der Typ, zu sehr Ecken und Kanten. Oder vielleicht gerade deswegen: Coole Sau. Meinerseits tiefster Respekt vor einem Mann, der ein menschlicher Gigant war. Liebenswürdig, aufmerksamster Zuhörer, Schalk im Nacken, nachdenklich, wenn es sein musste nachbohrend und hart recherchierend, aber dann klar im Urteil, in der Bewertung und äußerst lesenswert. Witzig, eloquent. Dranbleibend. Nachvollziehbare Gedankenkette. Er hatte seine, eine Herkunft.

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1234/15: Nachruf: Max Greger (* 2. April 1926 in München; † 15. August 2015 ebenda)

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Zwei Namen hatte er da nur vermerkt: James Last und Max Greger. Gott war von beiden Orchesterchefs dermaßen begeistert, dass er sich dachte: Der James hat den Menschen schon genug Freude gebracht, jetzt soll er mich mal unterhalten. Und so geschah es, am 9. Juli 2015. Dass Gott nur 36 Tage danach mit Max Greger den zweiten deutschen Weltklasse-Bandleader zu sich rief, hat nichts mit göttlicher Ordnungsliebe zu tun. Sondern mit Menschenliebe. (aus „BILD“, ungewohnt nonchalant textend, mein Chapeau!)

Sie sind alle elende Spießer. Spießer sind sie, Spießer bleiben sie, durch die Bank weg. Die spießbürgerlichen Spießgesellen sitzen in allen gesellschaftlichen Schichten, wenn man von solchen überhaupt sprechen kann. Durch die bundesdeutsche Gesellschaft gehen viele Risse. Zufälle: Dieser Artikel trägt die Nummer 1234. Wir schreiben den Monat 08/15. Es wirkt alles so beliebig. Aber ist es das?

Es sind die Bankangestellten mit dem gestrengen Dresscode zur Arbeit. Die Polizeibeamten, die finden, dass in Deutschland Recht und Gesetz nichts mehr gelten. Die Punks, die vor dem U-Bahnhof stehen, No Future brüllen und meinen, sie wären was Besseres. Die Musiker, die glauben, weil sie erst zu einem bestimmten, etwas späteren „Zeitpunk“ zur Welt gekommen sind, hätten sie die musikalische Weisheit mit Löffeln gefressen. Sie könnten Kohl-Wähler sein, denn von ihm kommt dieses Sujet von der Gnade der späten Geburt. Pfui Deibel.

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1216/15: Nachruf: James Roy Horner (* 14. August 1953 Los Angeles; † 22. Juni 2015 im Los Padres National Forest, Kalifornien)

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Heute #LiedDesTages: Soundtrack „AVATAR“ – Der Film

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„Wir haben eine bewundernswerte Person mit einem riesigen Herzen und beispiellos viel Talent verloren. Er starb, während er das tat, was er liebte.“ James Horners Assistentin Sylvia Patrycja auf ihrer facebook-Seite

Ein Schlag in die Magengrube der Feinfühligen. James Horner ist tot.

Ein Flugzeugabsturz im National Forest von Kalifornien. Ja, Fliegen ist gefährlich. Erica Jong wusste es, meinte es aber anders: „Angst vorm Fliegen“. Wir machten 1986 ca. das „Angst vorm Wiegen“ (Audio hier) draus, meine Deutschrockband „MOK“, die wir so nannten, weil zwischen den Initialen von Minimaler Konsens ein grafisches Quadrat (Bild hier) reingezeichnet war. Mit der Zeit verschmolz das M mit dem K und zwischen beiden blieb nur das Planquadrat. Unkundige lasen nunmehr MOK, so wurde aus dem Ansinnen, mit dem minimalen Konsens aller Beteiligten Musik zu machen, schließlich das Kofferwort MOK etwas gar nicht Existentes, das es bis dahin noch niemals gegeben hatte.

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1214/15: Nachruf: Randolph Denard Ornette Coleman (* 9. März 1930 Fort Worth, Texas; † 11. Juni 2015 New York City)

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Ornette Coleman Trio Performing The Soundtrack (1966) [DVD quality]

Ich kann gar nicht so viel schreiben, wie sich dieser Tage anbietet. Erinnern wir uns an Miles Davis: Er mochte sie nicht, diese Tintenpisser. Spielte mit abgewandtem Gesicht und pflegte gern zu sagen, er rede nicht gern über seine Musik, denn die Musik, die rede für sich selbst. Da irrte Mister Davis wahrlich nicht.

Anstatt vieler Worte ein kurzer Film über Ornette Coleman.

Tja, es hagelt Todesnachrichten in diesen Tagen.

Nachrufe schreiben: Ein ambitioniertes Projekt.

1213/15: Nachruf: Hans ‚James‘ Last (* 17. April 1929 in Bremen; † 9. Juni 2015 in Florida, USA)

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„Wir müssen alle atmen, und wenn man dies bei den Streichern übersieht, leiert die Musik dahin, dann fehlt der Nerv, die Intensität. Ich lasse die Unterstimmen über den eigentlichen Notenwert hinwegklingen, überhängend sozusagen, so dass über der Melodie noch eine Harmonie liegt, die sich dann etwa in den Bässen fortsetzt. Daraus ergibt sich ein Nachhallklang, der nicht aus der Raumakustik entsteht, sondern schon in der Partitur notiert ist: Eben das ist charakteristisch für den Last-Sound und macht unsere Streicher unverwechselbar.“
Hans ‚James‘ Last, in „Mein Leben“

Wir machen uns Gedanken darüber, wie man den Bassisten (Sting) zum heimlichen Bandleader macht? Es gibt keine Zufälle. James Last, Bassist, ist und war Bandleader. Ein ganz Großer! Erfolgreich wie kaum ein anderer, prägte er eine ganze Musikgattung, die man „Happy Sound“ nennen könnte. Die Doofen Olli Dittrich und Wigald Boning hätten es „Melodien für Melonen“ genannt.

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1196/15: Nachruf: B.B. King (* 16. September 1925 in Itta Bena, Mississippi; † 14. Mai 2015 in Las Vegas, Nevada)

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B.B.King Lucille

Wer besaß schon die Unverfrorenheit, seine Gitarre Lucille zu nennen und ihr Liebeslieder zu widmen? B.B. King

Picasso soll gesagt haben: „Trinkt auf mich, trinkt auf meine Gesundheit. Ihr wißt, ich kann jetzt nicht mehr trinken.“ Aus dieser Zeitungsmeldung macht Paul McCartney einen Song (Picasso’s last words) und beeindruckte damit Dustin Hoffmann und Paul Newmann während eines Urlaubs in der Karibik, heißt es. B.B. Kings vermutlich vorletzte Worte sind auf der Website des Grandmasters of Blues knapp gefasst: „“I am in home hospice care at my residence in Las Vegas.Thanks to all for your well wishes and prayers.” B.B. King

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1192/15: Nachruf: Errol Brown – MBE (* 12.11.1943 † 06.05.2015)

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Errol Brown_MBE (* 12.11.1943 † 06.05.2015)

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Hot Chocolate – No Doubt About It 1980

If someone tells you there’s no other form of life
And you believe in that too.
I’m gonna tell you ‚bout the other night
I swear that it’s true.
A cloud of white and green and flying ships I’ve never seen
Came into my view.
Was I frighted
was I scared
Was I thrown into confusion.
As they glided down so silently

It wasn’t an illusion.
Oh no. No doubt about it.
Oh no. No doubt about it.

1154/15: Nachruf: Demis Roussos ist tot. Darauf Retsina + Kalamatas in der Taverna Karagiosis, Klausener Platz, Berlin

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Rain and tears are the same,
But in the sun
You’ve got to play the game.
When you cry in winter time,
You can pretend
It’s nothing but the rain.

Viele kannten ihn als den Griechen mit der Schmuse- und Schmachtstimme. Dabei wurde er in Alexandria, Ägypten, 1946 geboren. „Goodbye My Love, Goodbye“ war einer jener Schlager, die Roussos in seiner Karriere 2.0 aufführte, weswegen er von vielen verehrt und für einige auch unsterblich wurde. Bis zuletzt trat er regelmäßig auf.

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1152/15: Nachruf: Edgar Froese ist tot

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Tangerine Dream – Bent Cold Sidewalk (1978)

‚Es gibt keinen Tod, nur einen Wechsel unserer kosmischen Adresse.‘ (Edgar Froese, früher)

Siebzig ist ja heute gar kein Alter.

Dass Musiker nicht so alt werden, üblicherweise, hängt vielleicht auch mit ihrem unsteten Lebenswandel zusammen. Edgar Froese, einer von mehreren Mitbegründern der Berliner Elektronikband „Tangerine Dream“, hat wirklich die ganze Welt gesehen. Der ist rumgekommen, wie wenige andere es mit Musik schaffen. Der Jazzmusiker George Shearing wurde älter, 91 Jahre alt. Zu seinem Achtzigsten sagte er ein Konzert ihm zu Ehren sich selbst wie folgt an: „Ich habe 300 Songs geschrieben. 299 davon genossen eine holprige Fahrt zwischen relativer Unbekanntheit bis Vergessen. Hier ist der andere“ (30.11.1999, Carnegie Hall) – Shearing hat den Jazzklassiker „Lullaby Of Birdland“ geschrieben.

Edgar Froese erschien uns wenig humorvoll zeitlebens. Zumindest haben wir ihn nicht als großen Komiker in Erinnerung, sondern als squärisches Irgendwas, zwischen irgendwelchen Nebeln des Trauens. Erste Räucherkerzen, das Jugendzimmer in Stanniol tapeziert, überall liegt Flokati herum, die Wände schwarz gestrichen. Eine Lichtorgel mit 3 Lampen, und eine großartige, erste Stereoanlage: „Bent Cold Sidewalk“ (Cyclone).

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1139/14: Nachruf: Udo Jürgens ist tot

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Udo.Juergens

Wenn viele sterben, ist das der Lauf der Dinge, den wir nicht ändern können. Nicht ändern werden. Wenn einige wenige sterben, so zerreißt es einem das Herz in der Brust und man merkt, dass einem ein Stück des eigenen Lebens fortgerissen wird. Das gilt für den großen Herrn Bockelmann, der sich als Junge die Ohren hat anlegen lassen und dann einer der größten europäischen Musiker wurde. Einen Moment der Hochachtung!

Gerade in letzter Zeit haben wir hier (ausnahmsweise) über Udo Jürgens geschrieben. Er wurde am 30. September 2014 genau 80 Jahre alt.

Nun ist Udo Jürgens tot. Noch ist die Nachrichtenlage dünn: Er soll bei einem Spaziergang gestorben sein. Wir wünschten ihm „Sterben ohne Leiden“.

Schmerzlich. Er wird fehlen.

Über ihn geschrieben haben

1099/14: Nachruf: … zum Tod von Jack Bruce … statt eines Nachrufs … (Von H.P. Daniels, Gastbeitrag)

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I´m so glad, I´m so glad, I´m glad I`m glad I´m glad!

Von: H.P. Daniels (Gastbeitrag)

Jack Bruce ist tot. Was für eine traurige Nachricht. Als ich am 25. Oktober 2014 über das schnelle Internet von diesem Tod am selben Tag erfuhr, dachte ich natürlich sofort an das letzte Konzert, in dem ich den grandiosen Musiker als Bassisten, Komponisten, Sänger und Mundharmonikaspieler zum letzten Mal auf der Bühne gesehen habe: das Reunion-Konzert von Cream in der Londoner Royal Albert Hall im Mai 2005.

Obwohl mir natürlich klar ist, dass Jack Bruce noch viel mehr war als der einstige Bassist von Cream, hier nun statt eines Nachrufs noch einmal meine Eindrücke von der Cream-Reunion 2006:

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1093/14: Nachruf: Peter Radszuhn starb unerwartet mit 60

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„Peter Radszuhn stand von der ersten Sendestunde an für die Musik bei Radioeins. Die Liebe zur Musik gehörte zu seinem Wesenskern; sie trieb ihn an, und er hat unzählige Hörerinnen und Hörer dafür begeistert. Er war ein stilbildender Musikjournalist, bestens vernetzt und hoch anerkannt in der Musikszene. Wir vermissen einen ganz besonderen Kollegen.“ (Dagmar Reim, Intendantin des RBB mit eigenen Worten)

Eigentlich ist nie die rechte Zeit zum Nachrufe schreiben. Manchmal muss man sich die Zeit dafür nehmen. Ob man will oder nicht. Der Grund:

Wir erfahren, dass der Berliner Musiker, Journalist und allseits gut bekannte Peter Radszuhn (geboren 1954) im Alter von nur 60 Jahren überraschend verstorben ist. Der war ein ganz besonderer: Ein Widergeist, ein harter Hund, einer, der nie mit seiner durchaus dezidierten Meinung hinterm Berg hielt. Der viel für die Musikszene in Berlin getan hat, einige von Rang und Namen entdeckt hat. Mit eigenem „Tempo“.

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1056/14: Nachruf: Eberhard Sengpiel ist am 29.08.14 verstorben

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Eine Schlager-LP dauerte damals normalerweise etwa eine Woche. Die Herangehensweise von Udo Lindenberg war aber, an den Titeln noch während der Aufnahmen zu basteln und zum Teil Texte über Nacht komplett zu ändern. Dafür wollte er Zeit haben und diese wollte ihm die Teldec nicht gewähren. (Interview mit Eberhard Sengpiel, verlinkt)

Der Tonmeister  und UDK-Lehrer Eberhard Sengpiel ist verstorben. Er ist in seiner Branche ein Riese gewesen, wohlbekannt und mit einem weltweiten Renommee.

Der vielfältig prämierte Toningenieur, der mit einer illustren Schar bekannter Musiker zusammengearbeitet hat, ist am 29.08.14 verstorben. Er hinterlässt bei vielen seines Fachs jede Menge guter, warmer Gedanken und wird als unermüdlicher Sucher nach dem „heiligen Gral“ der Tonaufnahme wertgeschätzt. Wie viel Arbeit damit verbunden ist, macht eine auch nach seiner eigenen Einschätzung durchaus etwas chaotische Website deutlich. Diese findest Du hier.

Nein, das Design der Homepage ist sicherlich ein „Unikat“, ganz wie Eberhard Sengpiel offenbar eins war.

 

1051/14: Nachruf: Michael Wahler aka „Käptn Suurbier“ (1962-2014) – Von H.P. Daniels

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„Danke, H.p.! Wenn ich mal dran bin, wünsche ich mir auch einen Nachruf von Dir!“ (Norbert Hähnel aka „Der Wahre Heino“ auf facebook in der Gruppe „Die Suuhrbiers“ zur Veröffentlichung des Nachrufs)

Er war „Käptn Suurbier“. Sein Verhalten verbuchte man unter „Punk“

Fußball oder Rock ’n‘ Roll – als die einzigen Wege um rauszukommen? Aus Enge und Beklemmung. So jedenfalls wird es manchmal gesagt. Von einer bestimmten Art von Romantikern, wie auch Michael Wahler einer war. Fußball und Rock ’n‘ Roll als Ausweg aus unglücklichen Verhältnissen. Frust und Ängste wegballern. Rausballern.

Michael Wahler war ein guter Fußballer und ein hübscher Junge. Sportlich, drahtig, wendig, schnell. Er stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Vater Wahler, der „Herr Doktor“, hatte eine erfolgreiche Firma für Fahrzeugbau, die Familie lebte nobel im gediegenen Frohnau – gleich um die Ecke von Reinhard Mey, den Micha verehrte, dessen Lieder er mochte. Micha ging aufs Gymnasium in Hermsdorf, machte Abitur. An Geld hat es nicht gefehlt. An etwas anderem vielleicht. Wärme? Liebe? Anerkennung?

Der patriarchalische und jähzornige „Herr Doktor“, der Rilke und Mörike schätzte, schrieb in seinen ruhigen Momenten selber Gedichte und sorgte sich um das Fortkommen seiner Söhne. Auf seine eigene strenge unerbittliche Weise, wie das ein Patriarch so tut. Er hätte seine Jungens gerne in seine Firma eingebunden, zu seinen Nachfolgern gemacht. Aber die waren ja mehr dem Künstlerischen zugeneigt. Wie er mit dem jovialen Unterton einer gewissen Anerkennung, aber auch ein wenig resigniert konstatierte.

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1043/14: Nachruf: Johnny Winter ist tot – „True to the Blues“

Kerze (animiert)


Johnny Winter (1970) im dänischen Fernsehen: „Be Careful With A Fool“

Michael Kroeher auf facebook: „Ein Musikerkollege spielt die Gitarre, die Johnny vor Jahrzehnten in Hamburg tatsächlich beim whiskeydurchtränkten Karten- und Würfelspielen versetzt hat.“ (zum Ableben von Johnny Winter)

Ich fuhr kürzlich Richtung Neuruppin. An den Laternenmasten prangten lauter Vergangenheitsgrößen. CITY wolle hier spielen, hieß es, vermutlich nicht „Am Fenster“. Aber das natürlich auch. Pflicht. Dirk Michaelis, der als er fortging, Neuruppin nicht vergaß. Edle Vorhaben, Territorien, wo hin man geht, weil man sich kennt. Das Ostrocksujet funktioniert auch in Brandenburg. Zwischen all den Laternenwimpeln mit Konzertankündigungen stieß trotzig ein ganz Großer aus dieser Reihe: Es hieß, Johnny Winter werde in Neuruppin am 15.11.14 spielen, das Konzert ist u.a. hier angekündigt.

Daraus wird nichts. „Weißt Du eigentlich, wer Johnny Winter ist?“ und mein Sohn (13) so „Nö!“, vermutlich nervte es ihn. Einer von zweien, die wir früher „Die Albinos“ nannten, mit seinem Bruder Edgar war Johnny für uns „ein großer Musiker“ und obwohl blond einer, der mächtig was drauf hatte. Johnny, Woodstock-Legende. Ich hatte ein paar Sachen von ihm gesehen, so alte Rockpalast-Auftritte und anderswo, wo er erst kürzlich spielte. Er wirkte am Ende reichlich gebrochen gesundheitlich, spielte längere Passagen von Konzerten nur noch sitzend auf einem Stuhl.

Dem Blues hatte er immer nur genützt. Johnny war immer eine bluesige Puseratze aus Amerika, eins der ganz wenigen Originale. Heute verneigen wir uns vor einem Großen der Rock- und Bluesmusik und halten einen Moment inne, um ihm zu gedenken. Goodbye, Johnny. Und nimm bei Gott doch die Pfeife aus dem Mund.

939/14: Lied des Tages: ‚Teenage Rebell‘ von den Suurbiers

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Teenage Rebell – Die Suurbiers

Warum dies Stück?

Wer’s weiß, der weiß Bescheid. Und schweigt bzw. gedenkt.

Pop- und Rockrebellen der Achtziger Jahre wissen Bescheid. Jemand, der ihm näher stand als ich, hat einen Nachruf verfasst. Der ist verlinkt.

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936/14: Nachruf: Kein Nachruf für Paco de Lucia, aber eine Gedenkkerze!

Kerze (animiert)


Paco de Lucia, Al di Meola, John McLaughlin (Mediterranean Sundance)

Paco de Lucía (* 21. Dezember 1947 in Algeciras, Provinz Cádiz als Francisco Sánchez Gómez; † 25. Februar 2014 in Cancún, Mexiko), war ein spanischer Gitarrist und galt als Großmeister der Flamenco-Gitarre. Er pflegte den traditionellen Flamenco und bereicherte diesen um neue Elemente, vorrangig um Klassik oder Jazz. Seine Brüder Ramón de Algeciras und Pepe de Lucía waren bzw. sind ebenfalls Flamenco-Musiker. (Deutsche Wikipedia, wie immer sofort akkurat gepflegt)

Meldungen vom 26.02. bestätigen übereinstimmend: Paco de Lucia ist tot. Das ist traurig. In stillem Gedenken für einen Großmeister des Gitarrespiels, einen wie keinen zweiten.

Der österreichische Kurier schreibt es. BBC News meldet es auch. Was lernen wir daraus: Nur weil einer begnadet Gitarre spielt, heißt das noch lange nicht, dass er auch hundealt wird. Ach nee, das wussten wir ja schon. „Friday Night In San Francisco“? Nö, Tears in Heaven vielleicht oder Vodoo Chile, neue Überarbeitung: „Spanish Caravan“ mit Jim Morrison und Jimi. Wow, gar nicht mal so schlecht.

933/14: Lied des Tages: Pete Wyoming Bender – „Ein Leben lang“

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Pete.Wyoming.Bender_small

Ich schenk mein Leben her, als ob es gar nichts wär. Ich leb, als hätte ich tausend Leben. In jedem Augenblick verschwende ich ein Stück. Wofür hab ich es hergegeben?

Irgendwann koppelt der Künstler im Ausgang seines Lebens das persönliche Erleben ab vom Fortschritt der Menschheit an sich: Ein Rückzug ins Private. In die Richtung eigener Endlichkeit begibt man sich alleine. Picassos letzte Worte sollen 1973 gewesen sein: „Trinkt auf mich, trinkt auf meine Gesundheit. Ihr wißt, ich kann nun nicht mehr trinken.“ (Picassos Last Words – Drink To Me). Gesungen hat das Paul McCartney, eine seriöse Quelle. Karlheinz Stockhausen ist als Inspirationsquelle von McCartney verbrieft („A Day In The Life“, Beatles).  McCartney war nicht so alt, als er 1973 das Album in Afrika unter Fluchtbedingungen praktisch allein aufnahm: „Band On The Run“. Tja, eben.

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932/14: Nachruf: Kralle Krawinkel, Gitarrist, Musiker

Ortsschild Großenkneten

Kerze (animiert)


TRIO – Bye bye

Mir folg’n die Wolk’n
Egal wohin ich flieh‘
Mir folg’n die Wolk’n
Ganz egal wohin ich zieh‘
Ich bin der Gott des Reg’ns
Hau ab wenn du mich siehst

(Text: Rio Reiser, Musik: Kralle Krawinkel)

Gert „Kralle“ Krawinkel, Gitarrist, Baujahr 1947, ist tot.

Bestieg einstmals das Pferd und ritt von Hamburg nach Sevilla. Geht´s noch?

War vorher und gefühlt schon immer ein großartiger Gitarrist. Ich selbst nahm ihn erst wahr, als er schon nicht mehr im wesentlichen der Gitarrist von Trio war. Da kannte ich ihn natürlich schon, aber so richtig „als Könner“ fiel er mir erst auf, als ich ein Konzert von Marius Müller-Westernhagen im Berliner Olympiastadion ansah. An den Drums damals ein weiterer Könner seines Fachs, der Berlin-Hamburger Schlagzeuger Hansi Wallbaum (u.a. Interzone, inzwischen Hamburg Blues Band)

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