1516/17: News: Was Musiker suchen, finden sie häufig nicht. Aber was suchen Musiker?

Wir gründen eine Gruppe auf Facebook und bewerben in anderen Gruppen dort die neue Gruppe für ihre Reinheit und Klarheit. Da kommentiert ein Jazzgitarrist aus Berlin diese Information und sagt: Wozu? Das gibt es doch schon zuhauf? Ja, aber nicht mit der gebotenen Klarheit. Der Jazzgitarrist weiß es besser und postet fünfzehn, zwanzig Kommentare mit Links zu Gruppen, die diesbezüglich bereits existieren. Und der Autor denkt: Siehste, und genau deswegen braucht es eine neue Gruppe. Und zwar gegen das beliebige Verteilen von Links, die nicht zum Vorhaben der neuen Gruppe passen: Nämlich nicht ein Sammelsurium von Beliebigkeiten zu sein, sondern eine ganz klar fokussierte Gruppe. Tor, Tor, Eigentor!

Die Älteren kennen das noch, diese kryptischen Abkürzungen: War es Riebe’s Fachblatt (Musik)? MuSuGru, GruSuMu: Musiker sucht Gruppe. Gruppe sucht Musiker. Inzwischen leben wir alle im digitalen Patriarchat des Ungelesenen. Too much information. Darf’s ein bisserl weniger sein?`

Genau: Es soll die richtige Information sein. Es gibt viele Gruppen und Foren. Es gibt Chaoten, die beherrschen scheinbar das Chaos und zeigen Internetlinks. Der Link sagt: Ich hab keine Lust zu reden, aber schau mal dort. Ich habe den Durchblick. Alle reden überall mit. Nur nicht zum Thema. Ein Manko ist die mangelhafte Konzentration: Suche ich gezielt einen Musiker, so ist das ziemlich mühsam geworden. Dabei haben sich die Möglichkeiten verhundertfacht. Für alles gibt es einen Thread. Nur wo?

Diese Lücke zielgerichteten Auffindens von benötigten Mitmusikern, auf dem Level Face To Face, nur zwischen zwei Musikern und zwischendrin ist gar nichts, versucht eine neue Spezialistengruppe:Sessionpool auf Facebook zu schließen. Sie ist streng überwacht von Admins, alle Beiträge müssen durch human filter und was nicht reinpasst, wird gelöscht. Der Aufbau der Suchanzeigen lehnt sich an ein Zweckmäßigkeitsmuster (klickst Du?) an. Natürlich kann sich das noch ändern. Wir machen noch Erfahrungen. Eine aber ist ganz ohne jeden Zweifel: Viele solche Suchanzeigen sind ein Trauerspiel unklarer Formulierung und nicht wenige werfen mehr Fragen auf als Antworten zu geben. Eine neue digitale Müdigkeit schlich sich ein: Bei einer schlechten Anzeige hat man schon keine Lust, erst mühselig zu antworten und Fragen zu stellen. Und dann antwortet der Typ nicht.

Nein, die Wahrheit sieht nämlich so aus:
Man kann tatsächlich bereits wirksam vieles wegfiltern, das einem so angeboten wird und es gleich als Bullshit verschlagworten. Nur die Besten werden auch zusammenfinden. Hoffentlich sehr viel leichter wird das in der Gruppe. Du kannst gern beitreten, wenn Du Bedarf hast, einen Musiker zu finden. Wir wollen genau das supporten. Wenn Du mehr Informationen brauchst, was man falsch machen kann, kannst Du auf dieser Website über Die Wunderbare Welt der Musiker-Kleinanzeigen einiges finden. Versprochen.

Weiterführend

* Die Spezialistengruppe:Sessionpool: Musiker suchen Musiker, sonst nichts
* Schlechtgemachte Suchanzeigen: Frag die Spezialistengruppe:Musikerwitze auf Facebook
* Dito wie vor: Artikelsammlung zum beschriebenen Thema Wunderbarer Musikeranzeigen

Schulhofjazz für den Frieden - den Nachbarn zuliebe

1329/16: Positionen: Zur Bandsoziologie, Filesharing, Dropbox, Jazzband sein, dem Notenwart und Copy & Paste á la Guttemberg

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Schulhofjazz für den Frieden - den Nachbarn zuliebe

Schulhofjazz für den Frieden – den Nachbarn zuliebe

Die folgende Kurzgeschichte basiert auf wahren Vorkommnissen und wurde erinnerungshalber für die Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook aufgeschrieben.

‚Siri Leaks‘ oder „The Stolen Jazzfiles“ – vom 20.02.16

In einer Jazzband ist gewissermaßen die Arbeit unter älteren, rundlichen Herren stets sauber aufgeteilt. Sie bilden das BackOffice der zu hübschen, großartigen Jazzsängerin-Perle, denn sie ist der Eyecatcher auf den Brettern der Bühne. Der Veranstalter fragt zuerst nach Videos und Fotos, nicht weil er das BackOffice bestaunen möchte. Er möchte wissen, ob die Sängerin was hermacht.

Das BackOffice besteht aus bereits mindestens etwas angegrauten, etwas übergewichtigen Herren, die daneben Lebenserfahrung und auskömmlich Instrumentenübung mit sich herumtragen. Überhaupt nur deswegen hört sich die Sängerin gut an, abgesehen davon, dass sie sich gut anfühlt, aus den bereits dargetanen Gründen.

Einer im Orchester ist zum Organisator verdonnert. Eine nicht zu unterschätzende Rolle ist die des Notenwarts. Er muss die Noten zusammentragen, lässt sie sich von den guten Notenkundigen anfertigen oder reißt sie aus einem virtuellen Realbook raus. Die Ton- und Mundart der Sängerin ist zu berücksichtigen. Das macht es aufwändig.

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1199/15: BandSoziologe: Die Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook im großen Wetter….

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Mit diesem Logo leitete ich hier Beobachtungen aus dem Bandalltag ein und nannte Jimi auf Verdacht meinen Band-Soziologen. Weil er für mich ein Vorbild war. Nicht wie er gestorben ist.

Auf facebook gibt es die Spezialistengruppe:Musikerwitze mit zur Zeit etwa über 8.200 Mitgliedern. Allerdings ist das Zusammensein in dieser Kohorte des Witzigen nicht immer ganz leicht. Es gilt, in einem repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung (darunter auch Musiker) Leitlinien zu formulieren, die ein für alle attraktives Angebot darstellen. Das Mitglied sein in dieser Spezialistengruppe soll etwas nützen.

Die Strukturen sind vermutlich ähnlich wie die einer Band, nur größer, und deswegen passt auch das eingangs verwendete Banner. Was mich heute beschäftigt: Wie hält man es in einer derartig vielfältigen Sozialstruktur überhaupt aus?

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1176/15: Positionen: Am Feuer schüren, am inneren Feuer #Bandsoziologie

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Never. Enttäuschung ist kaum vorstellbar, allenfalls (und das sage ich aus Erfahrung) schlechte Gruppenkommunikation und menschlich enttäuschende, andere Dinge wie zu viel Zerstreuung, mangelnde Konsequenz und persönliche Unzuverlässigkeit von Musikern. Peter (*), so mein Eindruck, brennt innerlich für das, was er tut. Störungen gibt es in Bands ja immer, wenn nicht alle am selben Feuer schüren. (Bandsoziologie) (* Name geändert)

Enttäuschung: Unterschiedliche Ausgangspunkte und Motive, warum Menschen Musik machen. Klar, jeder hat eigene, berechtigte Motive. In den Achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (wow!) hatte ich eine Band.

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Alle Bassisten sind Arschlöcher!

1168/15: BandSoziologie: Mit ihm ist kommunikationstechnisch aber auch wirklich nicht gut Kirschen essen! Saure oder Knupper?

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Ein Mitmusiker bekommt ePost. Es geht um die Frage, ob er weiterhin der richtige für diese Band ist. Zur Sprache kommt sein (etwas dürftiges)  Engagement im Rahmen der ansonsten gedeihlich zusammenwirkenden Band. Es geht hin und her, die Auflösung erfolgt auf dem Fuße: Der Herr zieht von dannen.

Wie wird man den persönlichen Kriterien richtiger, guter Zusammenarbeit in einer Band nur gerecht? Es ist schwierig, es ist kompliziert.

Es besteht kein Zweifel: Er ist ein guter Bassist, kurz über die 25 Jahre alt, und sein Name tut hier gar nichts zur Sache. Er arbeitet an der Uni, spielt E-Bass und seit kurzem auch akustischen (Contra)Bass. Sein Zusammenspiel ist kompetent. Er weiß, was er tut. An seinem Spiel als Mitmusiker im Jazzquartett ist nichts auszusetzen.

An seiner Sozialisation schon.

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Ron Spielman (© Ron Spielman, mit Genehmigung)

1119/14: Proberaum: Wir haben Besucher auf der Bandprobe. Die müssen jetzt immer mitarbeiten.

Icon Proberaum

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Immer wenn Besuch im Proberaum ist, erfolgt die umgehende Einbindung der Besucher in den kreativen Prozess. Die Besucher werden verdonnert, Kameramann zu spielen. Das ansonsten starr aufgestellte „Gerrrääätt“, eine Videokamera, die die Bandproben aufzeichnet, wird „extrem mobil“. Der Besucherkameramann (oder die -frau) läuft zwischen den Musikern hin und her, schwingt sein Fähnchen Fieselschweif, die Kamera. Auf diese Art und Weise entstehen die ersten wirklich bewegenden Bilder der jungfräulich unerfahrenen, neuen Band. Es sind bessere Videos, dank unserer Besucher.

Es geht um Bandsoziologie. Die regelmäßigen Bandproben werden seit dem es technisches Gerät gibt dafür mitgefilmt. Nicht komplett. Aber ansatzweise. Die neuen Musikstücke werden geprobt und wenn sie erst einmal einigermaßen sitzen, verfilmt. Viele kleine Helfershelfer gibt es inzwischen, von Sony, von ZOOM oder auch von GoPro.

Das ist trendy. Was früher der Cassettenrecorder war (hier ca. 1986 wir), der hinter das Mischpult totalverkabelt wurde, ist heute ein kleines Videoaufzeichnungsgerät, wie z.B. das Zoom Q4, für Musiker „der Gerrräätt“. Ja. -Alle 10 Jahre erfolgen aufwändige Datensicherungen, es gilt, die Vermächtnisse seines Lebens umzusichern auf die nächste technische Generation Musikabspielgerät. Hehe.

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1030/14: Der Band-Soziologe: Vom „Arsenal der Waffen“ eines Musikers und ihrem angemessenen Einsatz

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Steve Gadd zeigt den Mozambique-Drumgroove

„Wir sind für vieles offen. Alles was in Richtung Rolling Stones geht, ist gut.“ (Antwort eines 60 Jahre alten Rockmusikers auf eine Kleinanzeige)

In der Band von Jimi Hendrix waren die Verhältnisse geklärt. Er war der Chef vom ganzen. Die mitspielen durften, waren für eine Zeit gesegnet und standen in seinem Schatten, Jimi aber war das Maß aller Dinge. Von ihm ging aus, was den Weltruhm begründete. Nichts anderes gilt für Prince.

Anders sieht es aus in jeder piefigen, schmierigen Hobbyband in Berlin-Brandenburg. Oder in Zossen an der Knatter. Hier kommt vielfach „Teamgeist“ zum tragen und in den allermeisten der unzähligen Bands favorisieren vier bis fünf Bandmitglieder echte griechische Werte wie die Demokratie.

Bzw. die Mitbestimmung. Jeder darf zu allem alles sagen. Oder auch nicht. Es gibt wie in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen durchaus die Diktatur der Mehrheit, die die unterlegene Minderheit zu unterjochen versucht. Demokratie ist eine feine Sache.

Bei bestimmten Gelegenheiten nervt sie gar regelrecht.

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1017/14: Band-Soziologie: Eine Suada auf die Sängerin, das rücksichtslose Stück

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Die nachfolgende Geschichte ist natürlich frei erfunden. Ähnlichkeiten mit dem wirklichen Leben? Wo denkste hin? Haha, das wäre ja irre….

Die Hauptstadt heißt Tirana, nicht Tirada, in Albanien.

Eine Tirade von Hass gegen die Rücksichtslosigkeit und Ignoranz der Sängerin. Gegen verlogenes Manipulieren, widerliches Menschenhinhalten.

Die Proben machen Mühe. Es sind vier Menschen angetreten, es ihr zu besorgen, der Sängerin. Mit Anzeigen wurde gerade der vierte Mann, ein könnender Gitarrist, gefunden, der aus einem Land in der Nähe des Himalayas nach Berlin gezogen ist. Er kann sehr gut Gitarre spielen. Die Sängerin fand ihn nicht nur als Gitarrist gut.

Darum geht es hier nicht.

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Essentials Okt. 2010 - Kommunikation in Band

1011/14: Band Soziologie: Warum man sich gern an Led Zeppelin erinnert und an ihren Song „Communication breakdown“

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Die Band hat sich gefunden. Nun wird gearbeitet.

Schon seit geraumer Zeit ist das immerwährende Sessions machen auf Dauer unbefriedigend. Es soll auch mal irgendwas auf die Bühne. Nicht so was, wo die Leute nachher sagen, gut, dass es das gibt, aber wozu?

Also fordert der Gitarrist zu Recht einen Plan ein. Wir nennen es eine Playlist. Wir schreiben da Stücke drauf in Form einer Abarbeitungsliste. Es sind einige Covers dabei von so neumodischem Schnickschnack, der Sängerin zuliebe. Sie mag das gern singen, und wenn’s die Gefühle der anderen nicht verletzt, warum nicht?

Doch das ist die Theorie. Die Praxis ist, es in die Tat umzusetzen, denn woran ist der staatstragende Sozialismus letzten Endes gescheitert? Richtig: Einen Fünfjahresplan aufzustellen, den hinterher niemand erfüllen mag, das ….

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821/13: Positionen: Hellseherische Fähigkeiten treiben mich stets ein paar Tage zu früh #Band-Soziologe

Irgendwas.ist.immer

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Im Kontext einer Bandsituation ist der Spruch „Irgendwas ist immer“ eventuell kein Aphorismus im Sinn von „Wir werden immer irgendwie schaffen, miteinander zu spielen, egal was wolle“, sondern als „Defätismus“ im Sinne von: „Es gibt immer einen Grund, warum es wieder nicht klappen wird“ eine sehr gute Befürchtungsgrundlage des Kulturpessimisten. Das Wort „Defätismus“ ist allerdings veraltet, rückwärtsgewandt und bezeichnet ein systematisches „Schlechtreden“ von gesellschaftlichen und politischen Umständen. Ihr ollen, hochjährigen Unken! (Quelle)

Als ich intuitiv spürte, ich müsste für das (alte) Facebook-Profil meine Ikone wechseln und sie (neu) „Irgendwas ist immer“ nennen (siehe oben), hatte ich das sprichwörtlich „im Urin“. Es ist eine Beschreibung meiner metaphysischen Erschöpfung mit Allem und Jedem. Allerdings ohne es genau zu wissen, tat ich es. „Ebony & Ivory live together in perfect harmony.“ Das waren noch Zeiten damals, alles in perfekter Harmonie. Erinnerungen an die Welt vor „Nine Eleven“, wie sie mal war…

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811/13: Positionen: Der Band-Soziologe spricht, wir werden uns finden!

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Der Band-Soziologe spricht.

Die Gruppe orientiert sich. Man steckt Plätze ab. Wo steht man selbst? Alles ist in der Findusphase. Sich finden, die Anderen finden. Vorpreschen, zurückstecken. Alles zumachen, sich selbst wieder zurücknehmen. Kommt dabei das raus, was wir gemeinsam wollen? Ein „Roter Faden“ – Wie man eine Band gründet kursiert als Thesenpapier, so wie Godesberger Thesen, die die SPD Ende der Fünfziger umtrieb. Alle wesentlichen Grundsätze einer Bandgründung entwerfen, sie aufschreiben und damit unverrückbar festzurren? Unsinn, das kommt alles aus dem Bauch. Theoriekritiker machen die Praxis geltend. Let´s do it in a Rasta Style, with Tommy, Tommy & The Blackbirds….

Eine Band neu zu gründen, die all die negativen Erfahrungen positiv bewerkstelligt, die du in der Vergangenheit eingefahren hast, wird -schlicht und einfach- nicht klappen. Das sind Befindlichkeiten. Nickeligkeiten, die man hatte und hinter sich zurückgelassen hatte. Jede neue Band ist neues, unbekanntes, weites Land.

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727/12: MSP: Vom Alleinstellungsmerkmal musikalischer Konstellationen #Erkenntnisse

MSP - Meinungen, Statements, Positionen!

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Chick Corea & Gary Burton – Eleanor Rigby(via youtube)

Eine der höchsten Formen zu zitieren, ist das Eigenzitat, merke ich gerade und lächle in mich hinein:

Just another memo to myself: Manche Musiker verbindet man mit Bezugspersonen und ihre Mitmusiker mit ihnen zu verschweißten Doppel- oder Mehrfachpacks. Sie gehören einfach in eine bestimmte, feste, manchmal lebenslange Konstellation. Andere wiederum werden einzeln wahrgenommen. Sie sind omnipräsent und platzgreifend, seht her, hier bin ich. Schön ist immer, wenn man von diesen Konstellationen sagen kann, sie besäßen ein #Alleinstellungsmerkmal. Das ist höchste Form der Kunst, allein oder zusammen Musik zu machen. #Erkenntnisse

Wie wesentlich dies oder ob es nur so scheint, wird die Deutsche Geschichte zeigen. Nicht mehr und nicht weniger. Bis dahin bin ich in Belanglosigkeit begriffen.

507/11: BandSoziologe: In der Ruhe liegt die Kraft. Aus einer Auszeit kann man schöpfen!

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Paul McCartney – Wings Span (1/9) – via Youtube

Das Bloggen über bandsoziologische Zusammenhänge ist in der deutschen Bloggerszene noch nicht allgemein bekannt. Eine rege Diskussion entbrennt nun hier und da über Sinn und Unsinn einer diesbezüglichen Berichterstattung, die naturgemäß vollkommen subjektiv sein muss. Den Kritikern einer derartigen Berichterstattung bleibt die Möglichkeit, derartige Themen schlicht nicht zu lesen oder aber der Erkenntnis zu huldigen, dass alles, was Menschen schreiben, äußerst relativ ist. Und es großzügiger Weise zuzulassen. Andere Möglichkeiten sind kaum eröffnet.

In einer Band als Mitmusiker zu spielen, das ist eine interessante Sache. Die Band ist ein Verband von Menschen unterschiedlicher Coleur, von unterschiedlichen Talenten, persönlichen Fäden, Beziehungen und Erkenntnistiefen. In der Band treten einige stärker hervor als andere und einige sind Alphatiere, andere aber nicht Betatiere. Einige „machen die Band“, andere spielen in ihr mit.  Man sieht sich die einzelnen Musiker der Band als Mitglied dieses inneren Zirkels noch anders an, als schaut man von außen auf ein Bandkonstrukt. Von außen ist distanzierter. Eventuell kritischer. Als Mitglied im inneren Zirkel ist man vom größtmöglichen, gemeinsamen Konsens geprägt, jedenfalls so lange, wie man noch Wert auf den Bandzusammenhalt legt.

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409/11: BandSoziologie: Die Trennung von Amt und Mandat und der Wunsch, Musik zu machen!

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Es geht um den Fortbestand der handgemachten Musik, um nicht mehr und auch nicht weniger!

Mit dem Wort „Compliance“ lässt sich viel verbinden, in mannigfaltiger Hinsicht. Was den musikalischen Steckrahmen freiwilliger, unprofessioneller, aber gedeihlicher und vernünftiger musikalischer Zusammenarbeit angeht, kann man „Compliance“ schlicht mit „Befreiung von Bestechlichkeitsargumenten zu großer Nähe miteinander“ etwas lockerer übersetzen. Zur Begriffsklärung: hier

Vielleicht kommt es dir abwegig vor? Wenn du dich entscheidest, mit (Hobby-)Musikern eine Band zu gründen: Versuche, die Dinge voneinander getrennt zu sehen, aber ganzheitlich. Die folgenden Tipps richten sich nicht an Profis, die davon leben müssen. Es geht um Trennung von Amt und Mandat bei dem Wunsch, Musik in einem unprofessionellen Umfeld, schier zur eigenen Freude,  zu machen.

Ich machte mal vor etlichen Jahren mit einem Malermeister zusammen Musik. Er spielte schon seit Jahren Bass und ich Schlagzeug. Wir hatten uns über die berufliche Schiene kennengelernt. Er arbeitete für mich. Irgendwie freundeten wir uns an und wir beschlossen, gemeinsam Musik miteinander zu machen. Die Sache ging nicht gut, will ich euch berichten.

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400/11: Lied des Tages: Helge Schneider singt „Dein ewiges Nein geht mir auf den Sack – Du Sau“

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Baby, Baby, Dein ewiges Nein geht mir auf den Sack, Du Sau! Die Story von Jimmy und Sunny, einem Gitarristen und einem Schlagzeuger erzählt sich in mehreren Episoden, nicht nur in einer…. Wenn nur Du, mit Deinen Ansprüchen und dann Deinen Erfahrungen Richter spielst, kann es schwierig werden. War tatsächlich ein gemeinsamer Austausch über Ziele, Beweggründe und Motivation einer Bandgründung im Vorhinein abgesprochen worden? Entscheidend ist, dass die Entwicklung nichts Gemeinsames ergeben hat, sondern Entzweiung, Differenz, Dissens – Annäherung, Anfreundung, Gemeinsamkeit, Gefühle von Verbundenheit nicht nur zu einer Sache, sondern zur Musik, waren nicht die Summe dieser Zeiten!

Helge Schneiders spricht alle relevanten Fragen des gemeinsamen Bandalltags aus und folgerichtig ist er deswegen auch ganz allein auf der Bühne. Niemand würde das aushalten als Bandkontext, was er hier vorgibt zu erzählen.

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391/11: BandSoziologe: Wir reden über Musik machen, von Freundschaft war nicht die Rede!

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Wenn ich Musik mit anderen mache, dann haben wir eine gemeinsame Freundin. Sie heißt Musik! Nicht Petra, Susi, Hans, Horstpeter oder „Schätzelein“, sondern „Musik“. Musik ist meine Freundin, dann. Sie ist die einzige Freundin, die ich um ihrer selbst willen liebe und die ich ohne jedes Bedenken teile.  Ich mache Musik mit anderen nicht „aus freundschaftlichen Gründen“. Ich muss bzw. kann gar nicht mit so vielen Menschen befreundet sein, wie mir zur Verfügung stehen, um gemeinsam miteinander Musik zu machen. Der Begriff der „Freundschaft“ ist dabei nämlich nicht organisatorisch, sondern inhaltlich zu gebrauchen. Freunde laden mich zu ihren Geburtstagen ein, treffen sich mit mir außerhalb der Reihe, rufen mich an, wenn ihnen danach ist und weil es ihnen gerade nicht gut geht. Sie rufen auch an, weil es mir gestern ersichtlich nicht so gut ging und fragen mich, wie es mir heute geht! Mit Freunden lacht man, mit Freunden weint man. Mit Bandkollegen ist dies alles von vornherein nicht drin. Wenn überhaupt, dann entwickelt sich Freundschaft außerhalb und über die Band hinaus noch zusätzlich.  Musiker sind (nichts anderes) wie Skatbrüder oder Tennispartner: Man sucht sie einzig und allein zu dem Zweck aus, mit ihnen zu musizieren. Sei stets vorsichtig, wenn mit dem Begriff „Freundschaft“ gespielt wird. Oft sind solche Karten gezinkt oder im Spiel, um eine moralische Größenordnung zu erzwingen, die nicht geboten ist. Vorsicht! Rücksicht! Nachsicht!

Wer die Welt im Dialog mit der Menschheit verstehen will, muss sich an gemeinsame Sprachusancen halten. Kategorien und Begriffe, Einordnungen sind Überschriften und Paradigmen der Welt. In der Bandsoziologie geht es um das Zusammenwirken von Musikern in einem Bandzusammenhang. Dabei bleibt es. Es geht nicht um die persönlichen Schwächen einzelner Musiker und ob diese eine persönliche Schuld daran tragen, dass sie im Musikkontext scheitern. Sonst müsste das Thema unter der Überschrift „Der Bandpsychologe“ abgehandelt werden. Und diese Überschrift gibt es hier aus guten Gründen nicht. Für Musik mit anderen zu machen wird häufig der Begriff „Freundschaft“ ins Feld geführt. Das ist oft lediglich ein sprachlicher Irrtum.

390/11: BandSoziologe: Wie man eine Trennung aufarbeitet, das zeigt vieles…

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Ein jeder nutze bitte seine Möglichkeiten.

Wenn das Bandprojekt gescheitert ist, von dem du dir so viel versprochen hast, kommt die Zeit der Trauerarbeit. Nur wenn du trauerst. Denn nur dann gibt es einen Grund dafür. Sonst nicht. Vielleicht bist du auch erleichtert?

Die Kommentatoren in den Vorartikeln haben die Trennungsphase schon richtig kommentiert. Wenn die Trennung vollzogen ist, kommt die Zeit der Bewältigung. Woran hat es gelegen? Warst du selbst der Grund für alles Scheitern? Niemand hat gern alleine Schuld. Also Schuld teilen? Du sollst bitte selbstkritisch sein! Diese Forderung führt allerdings kaum weiter.

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389/11: BandSoziologe: Im Feedback zu Artikeln wird Übereinstimmung deutlich!

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Das ist eine interessante Zuschrift, die ich auszugsweise veröffentlichen möchte:

Übrigens: Ich finde das Thema hoch interessant! Es gibt da auch ein Buch über die Petards, das vor langer Zeit mal ein mit der Band befreundeter Soziologe geschrieben hat. Leider nur in der Hamburger Musikbibliothek ausleihbar. Das ist ähnlich genial. Würdest Du bitte noch Quellenangaben zu Deinem Text schicken?“ (Zitat von Andro Gynia, Leser)

Dazu stelle ich klar: Die Quelle dieser Texte bin ich selbst. Sie entstammen meinen eigenen Erfahrungen. Das Werk über die Petards kenne ich nicht, noch nie davon gehört. Klar ist das Thema relevant. Es gibt inzwischen erste Bücher von Autoren, die sich mit Bandcoaching befassen. Wir haben hier beispielsweise die Dienstleistung von Sabine Zlotos vorgestellt! Und wir werden auch weitere Gesichtspunkte von BandSoziologien bearbeiten. Kommt Zeit, kommt Bearbeitung, kommt Klärung. Übrigens: Jede Bandsituation ist immer grundverschieden von anderen, verallgemeinern lässt sich nichts. Aber Erkenntnisse kann man aus Häufungen derartiger Erlebnisse ziehen. Dazu dient das Aufschreiben von solchen Sachen sicher in hilfreicher Weise.

387/11: BandSoziologe: What to do & what not to do…Wie im Proberaum und zwischen den Proben..

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„Tommy, nichts für ungut. Man sieht sich, falls man nicht erblindet.“ (Endsatz eines Telefonats)

Sagt jemand zu mir heute Morgen. Ich muss unweigerlich schlucken. Genau: Man muss den Tatsachen ins Auge blicken, aber haben Tatsachen überhaupt Augen? Was, wenn es nur Hühneraugen sind? BandSoziologie: Die reine Lehre vom freien Spiel der ungeregelten Kräfte? Oder die strenge Leere, frei von jeglicher Regulation? Die Bandmitglieder proben im Verein, also gemeinsam. Ihr Fortschritt heißt Tempo und ihr Ziel sind die Auftritte als Zuckerstückchen einer Schweiß- und Fleißperiode konzentrierten Übens.

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385/11: Zitat des Tages: Über diejenigen, die etwas zu sagen haben!

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Wer hat was zu sagen?

Gerade und insbesondere in musikalischen Zusammenhängen ist der Disput mit den Mitmusikern gut und besitzt eine reinigende, klärende Wirkung! Ständige Rücksichtnahme auf andere, zur Bandarbeit divergierende Zusammenhänge verbietet sich. Man darf nicht schweigen, wenn etwas zu sagen ist und um inhaltliche Auseinandersetzungen (jetzt) nicht zu führen. Es zählt nur die Musik! Man versteht sich oder man versteht sich nicht. Das ist die Wahrheit. Das mag radikal erscheinen, ist aber dem Ziel geschuldet.

Den Spruch habe ich schon länger auf Tasche, er gefiel mir sehr gut, als ich ihn entdeckte. Heute berichte ich ihn als Spruch des Tages, als Zitat.

384/11: BandSoziologe: Der Altersunterschied in der Band und Auswirkungen auf Konfliktfähigkeit

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„Eine Erfolgsformel kann ich dir nicht geben; aber ich kann dir sagen, was zum Mißerfolg führt: der Versuch jedem gerecht zu werden.“ #Herbert Bayard Swope (danke, Mae)

Es meint einen Unterschied, allein wenn die Bandmitglieder in deiner Band unterschiedlichen Alters sind. Erfahrungsgemäß ist ein Mensch, je länger er lebt, erfahrungsintensiver. Bis sich die Sache ins Gegenteil verkehrt. Demenz, um das gleich klarzustellen, ist in der BandSoziologie nicht Gegenstand unserer musikalischen Gemeinschaftsbetrachtungen.

  • Da wo der Mensch steht, kann man ihn abholen. Anderswo geht´s nicht.

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345/10: Band-Soziologe: Vom Wollen, Erfolg, Misserfolg usw…., wie professionell werden wir als Band?

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Wie aber soll eine Band live spielen, unangenehmerweise für Geld?, wenn die Soziologie der Band es nicht zulässt? Wenn sich bereits bei der Androhung, erfolgreich auftreten zu sollen, Diskussionen um Spaß, Freude und Intensität eines starken gemeinsamen Auftritts entbrennen? Dem weitverbreiteten Irrtum zu entgegnen: Es kann Spaß machen, gegen Entgelt aufzutreten! Es muss nicht! Aber es kommt vor, gleich aus welchem Grunde gemeinsame Auftritte nicht erfolgreich zu verhindern waren!

Der Band-Soziologe ist jetzt schon mehrmals hier erschienen, immer mit unterschiedlichen Themen zum Bandinnenleben und dessen soziologischen Aspekten. Er spürt jetzt, es gibt auch noch so ein weiteres Thema: es ist die drohende Professionalisierung der Band und die Auswirkungen von mehr Professionalität auf die einzelnen Gruppenmitglieder.

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336/10: Band-Soziologe: Für Sessions gilt: Guter Common Sense, Spirit & geklärte Verhältnisse #Audiotipp

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Ich rede für mich selbst, ich rede für mich selbst, ich rede für mich selbst, ich bin mein Radio, mein eigenes, universelles Radio! (etwas abgewandelte Lyricschnitte aus dem Song „Mein Radio“ von Nina Hagen – Jesus, das stimmt!)

Man könnte meinen, ich hätte die Band The famous, xtraordinary Blackbirds.tv zu Zwecken wie „Feldforschung“ gegründet. Doch das ist nicht richtig. Es geht in erster Linie um Musik! Der erste Anschein trügt: „What you see is what you get“  gilt für PC- und Apple-Vernarrte und das „Hier und Jetzt“. Für alle anderen gilt: Was du jetzt siehst, ist die Beschreibung der Jetztzeit. Es war nicht immer so, wie es jetzt ist, und wie es mal war, das ist der Grund für die heutige Situation, wie es jetzt ist! Eine Band als Karnickel für die soziologische Beobachtung? Bis hierhin mitgekommen? Na dann.

In der Band finden all diejenigen Prozesse statt, die in jeder Band stattfinden. Ein wesentlicher Aspekt der guten Bandarbeit miteinander ist die Kommunikation. Nur wenn die Kommunikation gut ist, kann sie fließen. Eine Binsenweisheit, eigentlich.

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284/10: Zitat des Tages: Irmin Schmidt (früher Can) sagte zum Zusammenspiel mit Musikern, die was können…

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Ich bin gerne auf der Bühne, aber auch gerne im Studio und sitze auch gerne am Schreibtisch und schreibe für Orchester – wie vor zwei Jahren die Ballettmusik „La Fermosa“. Es gibt keine eindeutigen Vorlieben. Mit einem so fantastischen Trompeter wie Markus Stockhausen im Studio zu arbeiten, ist wunderbar. Mit so tollen Musikern zusammen zu arbeiten, gehört zum Schönsten, Musiker von denen man lernt, wo man das Gefühl hat: „Mensch, der kann was – was ich nicht kann!“. Dann macht es großen Spaß.  (Irmin Schmidt im Interview mit Jazzpages, Interview mit Hans Kumpf, Rubrik: lesenswert)

Mit anderen Worten: Wer was kann, von dem man was lernen kann, mit dem macht es Spaß zu spielen. Das ganze Interview ist verlinkt und extrem lesenswert. Finden jedenfalls wir.