1638/18: Nachruf: Heinz Jakob „Coco“ Schumann (* 14. Mai 1924 in Berlin; † 28. Januar 2018 ebenda) deutscher Jazzmusiker und Gitarrist

Ein kleiner Mann, der mit seiner Gitarre auf dem Sofa saß und ein Stück namens „Sauerkraut“ spielte. Auch „Sauerkraut“ hieß eigentlich nicht „Sauerkraut“, sondern „St. Louis Blues“. Darüber konnte Coco noch mit 88 Jahren lachen, wenn man bei ihm Kaffee trank und Kuchen aß. Mit 15 hatte Coco „Sauerkraut“ zum ersten Mal gespielt, im Delphi in Berlin am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Den „St. Louis Blues“ hätten sie als „Entartete Musik“ nicht spielen dürfen, es war schließlich Jazz. Für die Gestapo und die Reichsmusikkammer war „Sauerkraut“ ein deutscher Schlager.

Was lässt sich über diesen Mann noch sagen, was nicht irgendwo schon mal gestanden hätte?

Sauerkraut? Was sonst. Deutsche, spielen Jazz, Krauts eben. So waren auch noch in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts the Germans genannt worden. Sauerkraut. Heute kann es schon mal sein, dass Bands wie Kraftwerk bei den Grammy-Awards – wie jetzt aktuell 2018 – ausgezeichnet werden. Erst isst man es. Dann wird man es. Ansonsten aber, und das muss man ja beklagen, waren die Anleihen im Jazz nachge-Äff-Äff-Äfft.

So in etwa, wie ein Foxterrier bellt, wenn er Fred heißt und in Berlin wohnt bzw. lebt.

Coco Schumann – lived in Berlin in those yesterdays, here, there and everywhere – vielleicht so nen Typ wie der Django Reinhardt, hatte mehr Finger. Und wurde deutlich älter. Klar: Man kann die beiden eigentlich nicht vergleichen. Und wird auch den Hazy Osterwald nicht hinzupacken können.

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1637/18: Video: Benjamin von Stuckrad-Barre im Gespräch mit Udo Lindenberg


„Stuckrads Homestory“ | Udo Lindenberg | Sendung

In der Auftaktfolge von „Stuckrads Homestory“ trifft er Udo Lindenberg. Der Rocker empfängt in Berlin: im Olympiastadion, wo er 2015 Konzerte gibt. Das Publikum will vom ausgewiesenen Udo-Lindenberg-Fan und -Vertrauten wissen: Wessen Beine sind dünner – Karl Lagerfelds, Udo Lindenbergs oder die. Von A wie Alkohol bis Z wie Zigarre – Udo Lindenberg spricht über sein neues Buch und erklärt, warum er immer Eierlikör säuft.

Die Sendung dürfte am 16.10.2014 ausgestrahlt worden sein.

1636/18: Audio-Paparazzi: Zwei Coverversionen sind das Lied des Tages und würdigen (auch) die Arbeit der UDK Berlin

Audio 1: Tainted Love

Audio 2: Golden Eye

Ganz recht: Es ist das System des Berichterstatters, einfach nur wahnsinnig gut auszusehen. Ihr wisst das bereits. – Ich seh den Typen da im Werbeprogramm, der sieht gut aus, der macht mich an. Mir laufen keine 1000 Frauen hinterher, warum kann ich nicht so sein, wie der, yeah, yeah? – Kauf dir die Leidenschaft im Husten- und Orangensaft, tonight, den Duft der weiten Welt im Deospray für wenig Geld, geht high, ….sei frei, rauch Marlboro, kauf dir nen Sattel und keep cool… (Radio Wedding (1983), Song: Reklame – Link ganz unten)

Ganz anders die Tonmeistergilde der UDK Berlin: Hier muss sogar der Darmwind nice klingen. In diesem Fall aber sind es zwei schöne Stücke Weltmusikgeschichte, die wir uns heute anhören können und sie werden sehr, sehr gekonnt dargeboten, auch gesanglich: Julia Gamez-Martin hören wir. Die sieht gut aus und klingt sogar auch so.

Tainted Love und Golden Eye:

Es ist, als legte man selbst morgens schon ein Ei. Und heute auch mal zwei.

Heute das Lied des Tages, getreu dem alten Marketingmotto: Ich bin zwei Öltanks, das doppelte Lottchen, hier auf blackbirds.tv.

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1635/18: Interview: Eric Clapton im Interview mit der #BBC

banner AudioCredits BBC London, thank You

 

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1634/18: Lied des Tages: – Thieves In The Temple – Reka Lala feat. Max Zentawer #CooleCovers #Prince

Offensichtlich kommt im März 2018 eine neue CD, auf der die in Berlin lebende Sängerin Réka gemeinsam mit dem Freiburger Jazzgitarristen Max Zentawer zu hören sein wird. Blackbirds.tv hat sich mit großen Ohren schon mal umgehört. Und war positiv überrascht.

Es ist nicht ganz richtig, einen Audioplayer zu zelebrieren, darüber zu schreiben, es wäre ein Lied des Tages. Und dann ist es in Wirklichkeit ein Audio-Container mit zwei Liedern.  Leute, wir sind hier nicht beim Trump, Fakenews gilt nicht. Genau genommen macht das aber nichts, denn wir sind nicht beim Ordnungsamt Hohenschönhausen. Diese Seite widmet sich bester Musik. Der Anlass, auf Diebe im Tempel zu zeigen und hierauf hinzuweisen, ist schnell erzählt.

Wir kennen die Sängerin Réka. Warum, ist weiter unten verlinkt, tut aber für den ordentlichen Tunnelblick nichts zur Sache. Entscheidend ist die gekonnte Darbietung im Paar des deux, also Gesang, Gitarre und das reicht auch schon. Thieves In The Temple, und das ist ein zweiter Grund, den zu nennen nicht unartig erscheint, gehört zum Vermächtnis des einzigen großen Riesen, dessen Lebendgröße lediglich 1,57 m betrug. Bis heute heiligenhaft verehrt als Godfather of Funk, der viel zu früh starb. Gemeint ist Prince Roger Nelson aus Minnesota.

Ruhe in Frieden, kleinster Prinz. Du fehlst schmerzlich.

Wir verneigen uns tief vor Réka, danken für die berührende Darbietung und werden fortan nicht unterlassen, sie mit klingenden Zymbeln zu loben, so schön, so klar, so gekonnt.

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1632/18: Positionen: Musik- und Muffins – performed by Alex Sebastian, München

Gesellschaftliche Analogien von Musik- und Muffinkonsum

Weil Millionen von Fliegen nicht irren können, gilt ja als ausgemacht: Das, was am meisten im Radio oder Fernseher gespielt wird, muss die beste Musik sein. Weil wenn sie das nicht wäre, würde sie ja nicht gespielt. Und man kennt ja schließlich zig Leute um einen rum, die den letzten Mainstream Hit auch cool finden. Nicht zuletzt, weil man Cocktailglas schwenkend auf der Afterwork Party am Stehtisch so schön mitwippen bzw. je nach Füllgrad – also … nicht dem Füllgrad des Cocktailglases, sondern dem des schwenkenden … des schwankenden Menschens – immer noch die zweizeilige Hookline mitgröhlen kann. Und weil um einen herum auch alle anderen diesen Bestseller gerade am geilsten finden und am auswendigsten dazu den Fuß rhythmisch in die richtige Richtung bewegen können.

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