Om-Halskette

1375/16: Positionen: Vom Osterfest 2016

Sonor Signature #TTT

In den überwiegenden Fällen historisch besonders verdienstvoller Menschen denken wir uns die Geburtstage wichtiger Musiker und Musikerinnen als größere Ereignisse als deren Tod.

Abgesehen von einer gewissen Ärgerlichkeit ihres Verbleichens hat die Tatsache, dass sie geboren wurden, mehr zur Wesentlichkeit dieser Persönlichkeiten beigetragen als ihr Tod.

Das gilt auch für den Club 27, wobei man diesbezüglich gar nicht genau sagen kann, wie der Nichtbeitritt dieses Personenkreises zum Club sich ausgewirkt hätte, wenn sie diesem gar nicht erst beigetreten wären, sondern weitergemacht hätten wie bisher. Das ist reine Spekulation. In diesem Sinne gedenken wir mit einem besonders ehrenden Gedenken derjenigen, die geboren wurden um zu sterben. Insbesondere auch jene, die starben, um unsterblich zu werden. Sie wurden geboren, um zu sterben.

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Alle anderen auch: Nur dass es wegen dieser Anderen niemand sonderlich bemerkt hätte, durchaus wie sie zu leben beabsichtigten als auch, dass sie längst dahingeschieden sind. Dem Tod mit einer allgemein wohlmeinenden, gesellschaftlichen Achtung geht immer ein Fanal voraus: Sie haben Jesus ans Kreuz geschlagen. Wir erinnern uns an ihn. Brian Jones ertrank im Pool. Genau. Es gab Mordgerüchte. Ein Bauunternehmer soll ihn ertränkt haben. Amy Winehouse hat sich ertränkt, mit Schnaps, so wie Janis Joplin. Dabei wollte doch Maria Montessori das Menschenleben schöner machen. Nach einem vorbildlichen, schöneren Tonus wollte sie es hin färben, als Ocker, Zimt oder als curryfarbene Aphasie (Sprachlos vor Glück.) John Lennon ist im Kugelhagel des Fängers im Roggen New Yorks gestorben. Jaco Pastorius erlag den Verletzungen eines Schlägers, der den bassistischen Genius verkannte. Es hat nicht sollen sein.

Sgt. Peppers Lovely Jazz Club Band

Die Welt ist heute eine andere und wir sind mittendrin:

Flughäfen und U-Bahn-Höfe fliegen in die Luft. Rockkonzerte sind zu einer lebensgefährlichen Sache geworden, die wir Bataclan nennen. Für was Menschen rund um den Globus glauben zu wissen, sterben Menschen. Manche glauben, sie stürben für ein Paradies und 27 Jungfrauen. Andere glauben an die Unsterblichkeit der Musik. Vielleicht ist all dies Streben bereits die Vorstufe zur Überwindung der Menschheit: Als viel Lärm um nichts.

(Zu Ostern, 2016)

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