1379/16: Nachruf: Roger Cicero (* 6. Juli 1970 in Berlin; ­† 24. März 2016 ebenda) – Zog die Schuhe aus.

Kerze (animiert)

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Roger Cicero – Zieh die Schuh aus (Offizielles Video)

Wie der Vater, ähnlich wohl sein Sohn. Über den Vater ist zu lesen: „Vereinzelte Kritik erntete Eugen Cicero wegen seiner zeitweiligen Nähe zur sogenannten U-Musik – etwa vergleichbar mit James Last, Paul Kuhn oder Erwin Lehn. Cicero war ein Pionier und Meister des Crossover, lange bevor dieser Begriff Einzug in die Musiktheorie hielt.“

Gott, ist das eklig. Er sang mit verschmitztem Unterton: „Ich bin ein Sammler, ein Jäger, ein guter Ernährer. Ein Schrauber, ein Dreher, ein Ganz-Früh-Aufsteher. Ein Broker, ein Seller, ein Intellektueller. Ein Helfer, ein Heiler, im Grunde ein Geiler. Bin ein Schöpfer, ein Macher, Beschützer, Bewacher. Ein Forscher, ein Retter, adretter Jetsetter. Gestählter Don Juan, ein Bild von einem Mann.“ Soweit korrekt aus dem Songtext zitiert, ließe sich die Beschreibung wohl locker fortsetzen.


Roger Cicero: „Ich Hätt So Gern Noch Tschüs Gesagt“ (Video)

Roger Cicero, Jazz-, Swingmusiker, begabtestes Kind eines um so begabten Vaters (Eugen Cicero), bekannt als neue Hoffnung in Deutschland, den Jazz salonfähiger zu machen, gab den mainstreamartigen, breitgeschmäcklerischen Jazz mit Verve, Energie und Können. Sein deutsches Textgut dazu passend frisiert, wurde Cicero ein deutscher Jazz musician mit internationaler Reputation. 45 ist kein Alter, aber auch sein berühmter Vater wurde nicht alt. Das liegt in der Familie? So wie das Popmusiker sein, sich über Stilgrenzen hinweg setzen zu müssen.

Schmerzlich. Wir sind geflasht von einer derjenigen Nachrichten, deren Wahrheitsgehalt wir im Newsticker der Agenturen erst einmal hinterfragen. Wie schade.

Geplant war, dass er im April 2016 auf Tournee kommt: Ich hätt so gern noch Tschüs gesagt.

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