1483/17: Positionen: Der Lebensklang – Von Dirk Zöllner #Kolumne

Dirk Zöllner im Glück - Schwalbe (Foto: Privatarchiv)

Dirk Zöllner arbeitet Erinnerungen auf: An Otis Redding, der mal unheimlich beliebt war. So beliebt, dass Nina Hagen Gottes eingeborenen Sohn Otis nannte. Und The Sweet. Die britische Glamrockband ist längst in Teilen verblichen, zwei von vieren sind tot. Dabei besaß man mit The Sweet harte Währung, wucherte mit Pfunden bei den Mädchen. Aber ansonsten: Was bleibt? Wozu das alles: Musik ein furchtbares Einerlei geworden, beliebig austauschbar. Alles kommt. Aber nichts bleibt. Nichts ist mehr von Dauer. Man hört sich durch feste Arsenale vorhandener Musik, aber quält sich mit Neuem. Dies und vieles andere mehr in einem Gastbeitrag von Dirk Zöllner. Dank an den Autor.

Von Dirk Zöllner

Wie ich höre, essen Bäcker nicht so gerne Kuchen. Im Gegensatz zu den Fleischern. Die meisten Gastronomen halten sich vom Alkohol fern, die Psychologen, Philosophen und Politiker vom echten Leben. Pädagogen haben nicht selten Probleme mit ihren eigenen Kindern. Rechtsanwälte oft ein abstraktes Bild von Gerechtigkeit und Religionsverwalter einen engen Blick auf die große unfassbare Liebe. Ärzte… Ich will das gar nicht weiterdenken!

Seit 32 Jahren ist Musik mein Brot- und Rotweinerwerb.

Ich werde dafür bezahlt, dass ich meine eingeschränkten Gedanken komprimiere, auf Platten festhalte und in Konzerten darbiete. Ab und zu habe ich mich mal als Musicaldarsteller versucht, aber eigentlich lebe ich ausschließlich von Egozentrik. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich übermäßig für Musik interessiere, da geht es mir wie dem durchschnittlichen Bäcker mit den Backwaren. In meiner Kindheit stand ich auf die Glamrocker von THE SWEET.

#Blood #Sweet #Beers (Bildbearbeitung blackbirds.tv)

#Blood #Sweet #Beers (Bildbearbeitung blackbirds.tv)

In der Liebe gehen wir auf, öffnen wir einander weit.
Soviel Glück ist kaum zu fassen, nur mit sehr viel Zärtlichkeit.
In der Liebe ist es hell, wie an nem Himmel mit zwei Sonnen.
Und es fühlt sich immer an, als hätt es gerade erst begonnen.
Gott sucht Göttin, komm zu mir. Gott sucht Göttin, Himmelstier zu Himmelstier.
Gott sucht Göttin, komm zu mir. Gott sucht Göttin, Himmelstier zu Himmelstier.
Dirk Zöllner, Text: Werner Karma, (Song: „ZWEI SONNEN“ CD: Dirk & das Glück – Zöllner trifft Karma – Veröffentlichung: 16. März 2017)

Ich stand darauf, wie die aussahen und dass die entscheidenden Prinzessinnen meiner Klasse auch genau darauf abfuhren. Und meine Mutter nicht.

Die legte immer wieder die eine Schallplatte von Otis Redding auf und bewegte sich so gar nicht mütterlich dazu.

Dirk Zöllner -Die Best of meines eigenen Lebens #Zitate

 

Ich habe das Bild regelmäßig vor Augen, denn diese alte Scheibe ist nun in meinem Besitz und Bestandteil meiner ewigen TOP-TEN. Ich höre wie alle Normalverbraucher fast immer die Best of meines eigenen Lebens. Gelegentlich entdecke ich mal was Neues über YouTube, über meine große Tochter oder über meine junge Freundin – aber das vorgekaute Menü der Radio- oder Fernsehprogramme stört mich sowohl beim Komprimieren meiner eigenen Gedanken, als auch bei der Konversation im Allgemeinen.

Ich kaufe mir trotzdem die hoch gepriesenen Neuerscheinungen und werde permanent von Freunden und Kollegen mit deren Entdeckungen bedacht. Die CDs stapeln sich um meinen Player und werden meist nach einmaligem Hören in die Katakomben meiner Sammlung gepresst. Dort werden sie wohl auch die mir verbleibenden Tage verbringen und die Haushaltsauflösung wird von meinen Liebsten nicht ohne Tieflader über die Bühne gehen. Vielleicht sind es ja 20 – 30 Alben, die ich immer wieder höre, z.B. alles von Ben Harper.

Und die Best of Gensi! Ja, mein langjähriger musikalischer Partner André Gensicke hat mir zu Weihnachten sechs CDs mit seiner persönlichen Lieblingsmusik zusammengestellt.

Jazz, Funk und Soul aus allen Zeiten. Er muss tagelang daran gesessen haben – was für ein unglaublicher Liebesbeweis!

Du bist es, mein alter Freund. Du bist mein Fundament. Wir sind zusammen ein Ganzes.

Du bist die Musik – ich weiß, wie man dasteht!

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