1721/18: Positionen: Zu #Chemnitz heute Abend – Ein Gastbeitrag von Dirk Zöllner, Die Zöllner – Die Integration der Ostdeutschen ist nicht gelungen.

Dirk Zöllner #Wirsindmehr

Dirk Zöllner #Wirsindmehr

Ich trete heute in Chemnitz auf. Mit meiner bunten Band. Für meine bunte Chemnitzer Familie. Für die Stadt, die mir zweimal eine große Liebe geschenkt hat. Eine davon hat mir wiederum meine malerische Tochter Mimi geschenkt. Und meine große Tochter Rubini steht mit mir auf der Bühne. Sie ist 26 und hat einen etwas dunkleren Teint und ist damit in allerjüngster Zeit zum ersten mal auf unangenehme Art und Weise konfrontiert worden.

Das macht mich als Vater natürlich irre!

Irre macht mich allerdings auch, dass man die enttäuschten und ängstlichen Menschen so schnell in die Naziecke stellt, anstatt sich ihrer anzunehmen. Ja, es stimmt: die Integration der Ostdeutschen ist nicht gelungen! Wir wurden mit einer gestandenen Lobby konfrontiert, in der kein Platz für ostdeutsche Innovation war. Gefragt waren wir nur als Kunden. Viele hängen an der Zitze des Staates und sind auf der Sinnsuche. Opfer des überbordenden Kapitalismus.

Dirk Zöllner im Glück - Schwalbe (Foto: Privatarchiv)

Es ist richtig gegen diese Ungerechtigkeit zu rebellieren, aber es ist nicht richtig, neue Ungerechtigkeiten zu begehen und einem nationalen Egoismus aufzusitzen.

Wir leben in unserer westlichen Welt in einer Schizophrenie, in der wir Mauern zwischen uns und den Armen errichten. Die sollen uns nichts von unserem Wohlsein wegfressen, die sollen lieber bei sich zu Hause sterben. Leider denken das ja auch viele von uns Ostdeutschen, die so sehr unter ihrer Mauer gelitten haben. Ist das alles schon vergessen? Wie haben wir uns danach gesehnt, die Verzierungen und Verzuckerungen zu kosten, obwohl wir doch auch schon ganz gut mit Kuchen versorgt waren. Und für diese Streusel haben nicht wenige ihr Leben auf’s Spiel gesetzt.


DIE ZÖLLNER | Idylle Im Krieg

Die meisten von denen, die jetzt zu uns kommen, haben nicht mal Kuchen. Einige haben nicht mal genug Wasser und Brot! Und vor allem keine Sicherheit für ihre Kinder, im Krieg, den die Weltmächte in ihrer Heimat stellvertretend gegeneinander führen, um ihre Interessen durchzuboxen und den großen Weltkuchen unter sich aufzuteilen.

Maik G., der Dunkeldeutsche, Mitarbeiter beim Landeskriminalamt Sachsen und Vorzeige-Hutbürger 2018 im Sommer

Werden unsere Kinder angstfrei die Welt bereisen können, so wie wir Ostdeutsche es uns vor 29 Jahren doch so sehr gewünscht haben? Oder können unsere nachfolgenden Generationen vielleicht nur noch innerhalb der Mauern unseres luxuriösen Reservates verbleiben? Ferienparadies im Urlaubsbunker. Unter Aufsicht, auf umzäunten Traumstrandparzellen. Irgendein Gedemütigter, ein verzweifelter Vater, der sein unschuldiges Kind verlor oder ein verfluchter Irrer des missbrauchten Gottes, wird immer einen Weg über, durch oder unter der Mauer finden, um den Krieg zu uns zurück zu tragen. Zu unseren unschuldigen Kindern!

Es sind diejenigen, von denen gesagt wird, dass sie unsere Interessen vertreten, bei denen wir lautstark anklopfen müssen! Die in Wahrheit aber leider immer mehr die Interessen derjenigen vertreten, von denen sie das Geld bekommen. Geld für die Installation von persönlicher Macht, für die Installation ihres Ghettos, hinter Glas, Beton und Stacheldraht. An sicheren Orten, auf fernen Inseln oder hier, direkt unter uns. Ja, auch hier, in unserem reichen Deutschland, ist die Kluft zwischen arm und reich nicht mehr zu übersehen. Mitten in unseren „blühenden Landschaften“!

Unter den Brücken die armen Schweine. Und über ihnen, in den Limousinen?
Die reichen Schweine, mit ihr’n gemästeten Blondinen!
(Karma)

Weiterführend

(Wir wünschen dem Textdichter des Songs Idylle im Krieg Andreas Hähle für seine Genesung alles Gute, Kraft und sind in Liebe und mit Respekt in unseren Gedanken bei ihm.)

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