1776/19: Positionen: Neue Freunde bei Facebook? – Einfach mal die Kresse halten.

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Diese ganzen Supergescheiten sollten einfach mal die #Kresse halten, wenn alle Anderen den Verlust von #NotreDame zu beklagen wünschen. Wenn die Sonne der Kultur so niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten. (Karl Kraus) – Fazit: Mein Profil hat jetzt genügend Freunde, finde ich. Es muss irgendwann der Punkt kommen, wo es wirklich reicht. Der gewählte Zeitpunkt ist willkürlich.

Immer mehr an Facebook nervt mich inzwischen regelgerecht tierisch. Ich sehe keinen Sinn darin. Der wahre Sinn und Zweck dieses asozialen Netzwerks soll uns möglichst lange verborgen bleiben. Dabei liegt es klar auf der Hand: Wir werden entertained, um gefügig und flach zu werden. Wir werden zu guten Consumern verbogen. Wir sollen den Scheiß fressen. Man tut freundlich, aber man weidet unser Innerstes aus.

Was wir auf Facebook tun, wird ausgeweidet.

Was wir auf Facebook nicht tun, genau so.

Die Zahl derjenigen, die uns unprofessionell anfragen, ob wir künftig Freunde werden, führt nichts Böses im Schilde. Allerdings häufig auch nichts besonders Wertvolles. Schon hier müssen wir Inhaltsfilter setzen, um nicht vollends zu verblöden und jeden schwachsinnigen Scheißdreck mitzumachen.

Die Zahl derjenigen, die hochprofessionell über den von ihnen betriebenen Dingen stehen, ist sehr viel kleiner, aber aufgrund ihrer Professionalität nicht zu übersehen. Geschweige denn zu überlesen. Sie ist zielfokussiert wie nichts anderes und willens und in der Lage, eine Freundschaftsanfrage zu schicken, die -einmal angenommen- sofort in weiteres ausartet. Als nächstes folgt die Seitenlike-Anfrage. Über sie habe ich anderswo geschrieben (verlinkt unten).

Das System ist eine riesige Bubble und wer nun meint, ich vergäße inzwischen hier den Überblick über das, was mir selbst am wichtigsten ist, der irrt. Ich will langsam aber sicher vor allem eins: Meine Ruhe.

Der Kathedralenbrand von Paris hatte dabei wie jedes dieser monströsen Ereignisse, an denen ich als Zeitzeuge mitzuwürgen habe, wieder einmal ausschlaggebende Klarheit gebracht und es war nicht an der Nordsee küsste. Nein, sie küsste mich noch am gleichen Abend.

Ein sagen wir relativ socialmediaweiter Promi aus Berlin-Charlottenburg brachte mich auch drauf, wie wahnsinnig inzwischen alle sind, wie kirre, wie durcheinander. Noch am Abend von Notre Dame, unserer Allerheiligsten, postete ich einen kleinen Karton Biokresse auf Instagram, den ich für eine Portion Harzer mit Musik benützte und sinnierte, nein schwadronierte sinn- aber nicht folgenlos über die sozial Beredten auf Facebook: Sie sollten einfach jetzt mal die Kresse halten und schweigen. Ich war vollends entnervt von dem bullshit, den ich wie jedes andere Mal noch einmal zu lesen gezwungen wurde.

Besagter Promi aus Berlin-Charlottenburg kontaktierte mich noch am selben Abend, um mich zu schelten, ich hätte ihm seine “Idee gestohlen”, indem ich die Biokresse ins Foto gehalten hätte. Ich erwiderte vorsichtig, das sei nicht seine Urheberschaft, die Kresse zu halten, das sei inzwischen in Allgemeindeutschland gut eingeführtes Wortspiel. Ich benutze Wortspiele sehr gern. Wie jeder schwarz. Wie alle wissen.

Ich lasse offen, wie es weiter ging. Denn es geht niemanden etwas an. Doch der Vorfall an und für sich machte mir ein weiteres Mal deutlich: Der Mensch ist bei aller Freundschaft nicht sozial motiviert, sondern überwiegend aus Eigennutz.

Unsere Freundschaft hält jetzt auf allen Kanälen wirklich mal die Kresse. Sie schweigt. Es ist wie im Tatort aus Münster: Ich habe ein Schweigegelübde abgelegt und jener Socialmediapromi, von dem einige sagen, er hätte diesbezüglich schon die besten Tage hinter sich, ist aus meiner Filterbubble entfernt. Damit ich ihm nicht mehr die Ideen klauen kann.

Ich hab gestern ein Foto von Jan Josef Liefers aus dem Jahre 2013 gefunden auf Twitter, wo Jan ebenfalls einen Karton Kresse hält. Wie soll man das nur überwachen? Seinen eigenen genitalischen Geist, seine Grandezza, Größe und Frenetismus: Dabei wollte wir doch alle nur reich und berühmt, geschätzt und weithin geachtet werden.

Es ist zum Mäuse melken. Der Ungeist ist eine Schimäre aus Deutschland und mein lieber Herr Promi aus Socialmedia, lass Dir sagen: Du bist nichts ohne eine schöne Bubble um Dich rum.
Und weitere Freundschaftsanfragen an mich und ein NO, wenn ich merke, eine neue, weitere Freundschaft würde niemand etwas nützen. Und meine Antworten auf bereits gepostete Inhalte von Freundschaftsanfragern würden diese zum Teil verunsichern. Nein: Ich bin kein Liker, heiße nicht Leica, wie der sowjetische Weltraumhund und bin auch an gesetzlichen Freiertagen grundsätzlich nicht käuflich.

• Realität ist etwas für Menschen, die nicht mit dem Internet zurechtkommen. (Peter Glaser, NZZ, Journalist, Beobachter, akkreditiert im Netz)

Macht’s gut: Ich nehme jetzt nur noch vernünftige Freundschaftsanfragen von Leuten an,  die mich nicht als Zielgruppe für ihre heilige Scheiße missbrauchen wollen. Ich suche nach Persönlichkeiten. Und ich gehöre nicht zum Fußvolk.
Frohes Schätze suchen, Freunde.

Euer
Onkel Tulip

Weiterführend

Der #Platschhalter

Was es mit dem #Platschhalter auf sich hat

Fertigen wir hier auf dieser Website Berichterstattungen und Kurzweiliges an, so steht dies häufig unter dem Erlaubnisvorbehalt großer, begnadeter Künstler. Und wie das Wort schon sagt, ist Gnade das Gegenteil von Ungnade. Ist derselbe ungnädig, wird älter, grantelig und missliebig, ja regelrecht gehässig oder sogar frech, dann ist das Gegenteil von Gnade erreicht. Es passiert Menschen wie uns dann schon mal, dass wir Ärger kriegen. Weil, was früher okay war, nun nicht mehr gefällt. Da aber Berichterstatter wie wir keine Hofschranzen sind, gibt es unter uns wenigen auch einige wie mich, die immer schneller denken, als es die Anderen tun können. Wir entfernen dann eben Inhalte, die nicht mehr zu unserem Fokus passen und verweisen sie dieses Landes. Dafür steht der #Platschhalter. Also sozusagen für eine korrekte Abarbeitung, indem in Ungefallen gefallener Inhalt nachträglich aus Berichterstattung entfernt (gefiltert) wird, ohne gleich ganze Artikel wegzuschreddern. Hier gilt dasselbe wie für Keyboader und Präservative. Mit ist schöner, aber ohne besser. Oder war es umgekehrt?

Der Ursprungsinhalt wurde hiermit ersetzt. #Platschhalter

Der Ursprungsinhalt wurde hiermit ersetzt. #Platschhalter

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