1791/19: Positionen: Meine Erinnerungen an Mutter Eins von zweien – Ich nehm die Liebe mit Tumor.

02.17 #Lovesymbol #Male #Female #TTT #Tulipstagram

02.17 #Lovesymbol #Male #Female #TTT #Tulipstagram

Half of what I say is meaningless
But I say it just to reach you, Julia

Julia, Julia
Oceanchild calls me
So I sing the song of love
Julia

Julia, seashell eyes
Windy smile calls me
So I sing the song of love
Julia

Na ja, neben allem Guten, dem Vortrefflichen am Muttergahabthaben, war Bemutterung auch nicht frei von tiefen Konflikten.

Bspw. in der Frage, ob ich nun Gardinen haben möchte oder lieber Fenster ohne Gardinen habe? Das ist nur ein Beispiel, wo ich ziemlich stark kämpfen musste, um mein Recht auf vollkommene Gardinenfreiheit durchzusetzen.

So ähnlich verhielt es sich auch mit meinem Recht, meine Wäsche selbst waschen zu dürfen.

„Mutti, ich bin 30, ich will das einfach nicht mehr, dass Du das tust.“

Wir sollten nur noch auf freiwilliger Basis und gern miteinander zu tun haben, entschied ich irgendwann. Und nicht um Weichspüler einzufüllen.

Während der Zeit, in der ich 17 bis 18 Jahre alt war, gelang es meiner Mutter teils nicht mehr, unbefangen am selben Frühstückstisch wie ich zu sitzen.

„Klaus, Du hörst doch was er sagt, ich muss jetzt hier weg, ich halte das nicht mehr aus,“ sagte sie dann zu meinem Vater.

Der aber entwickelte gerade in jenen Jahren diese teils stoische Haltung, mit der man „Kinder dann mal reden lässt“, um sie gewähren zu lassen.

Später fängt man sie dann wieder ein.

Mom Love

Mom Love


The Beatles – Julia (Lyrics)

Her hair of floating sky is shimmering
Glimmering in the Sun
Julia, Julia
Morning moon touch me
So I sing the song of love
Julia

When I cannot sing my heart
I can only speak my mind
Julia

Wenn sie nach weiteren Jahrzehnten wieder vernünftig geworden wären. So wie heute.

Mutter starb schon 2006, nach einem von Arbeit viel zu voll gefüllten Leben als Geschäftsfrau und Inhaberin einer Chemischen Reinigung mit viel Perchloräthylen.

Sie gehörte jener Generation von Nachkriegsmüttern (Bj. 1935) an, die nie zum Arzt gingen und Schmerzen nicht wichtig nahmen.

Von morgens um 07:30 bis abends um 20 Uhr im Geschäft. Das Geschäft schloss irgendwann 1996. Kurze Zeit später hatte sie ihren Krebs schon längere Zeit verschleppt, musste dann zu spät etliche Male operiert werden und starb 2006 schließlich am immer wiederkehrenden Tumorwesen in ihrem Körper. Wie alles so trug sie auch ihren bevorstehenden Tod mit einem großen Humor und lachte gern laut und ich habe nicht auf die Kette bekommen, warum. Um in Ruhe gelassen zu werden oder unliebsame Dinge nicht zu nahe an sich ran zu lassen. Oder um wenigstens die Fassung zu bewahren für alle Anderen, sozusagen als Gesicht zeigen und sich nichts anmerken zu lassen. Denn Mütter müssen immer Stellvertreter sein, wenn es dem Mann nicht so gut geht oder die Kinder an Krankheiten darben. Mütter sind nicht krank, sie hospitieren und laborieren zugunsten ihrer Familienmitglieder, und eben nicht in eigener Sache. Niemals. Zu unwichtig.

Unterm Strich bin ich ihr hauptsächlich für eine sehr unbeschwerte Kindheit dankbar und für die Gewähr von Entwicklungsmöglichkeiten in meinem kleinen, bescheidenen Rahmen.

Vorsicht blieb die Mutter der Porzellankiste.

Her hair of floating sky is shimmering
Glimmering in the Sun

Julia, Julia
Morning moon touch me
So I sing the song of love
Julia

When I cannot sing my heart
I can only speak my mind
Julia

Heute schaue ich ohne Bitterkeit auf meine Kindheit zurück und freue mich, wieviel Glück ich in meinem Leben gehabt habe.

Ich bin mir jederzeit bewusst, dass es Glück ist – geschenkt – von Gott oder von wem auch immer, jemandem der mich begünstigte.

Es ist und bleibt kein Besitzstand, ich habe das Glück nur ausgeliehen. Es kann jederzeit damit vorbei sein. Selbstverständlich. Danke, Mutter und übrigens: Es ist meine Adoptivmutter. Von meiner leiblichen Mutter werde ich hier gar nicht groß reden, und natürlich denke ich auch an sie, heute.

Liebe, Licht, Ausdauer, Bescheidenheit, Respekt, ich, Tommy

Weiterführend

Julia ist ein Song von John Winston Lennon, den John seiner Mutter Julia gewidmet hat. Julia kam bei einem Verkehrsunfall im Juli 1958 ums Leben, noch bevor die Beatles internationale Berühmtheit erlangten. Das Lied wurde von Lennon während eines kontemplativen Aufenthalts mit den anderen Beatles, dem Sänger Donovan, Mia und Prudence Farrow in Indien geschrieben und auf dem Weißen Album schließlich veröffentlicht. Es zeigt den sensiblen, äußerst emotionalen und verletzlichen John Lennon.

 

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