511/11: Zitat des Tages: Paul „Paulchen“ Kuhn hat eine feste Meinung über moderne Popmusik

Blackbirdianisch 01.11 - Paul "Paulchen" Kuhn

Blackbirdianisch 01.11 - Paul "Paulchen" Kuhn

Paul „Paulchen“ Kuhn bekommt derzeit viel Aufmerksamkeit von der Presse. Das liegt u.a. daran, dass er nun auch in einem Film mitspielt, dessen Titel: „Schenk mir dein Herz“. Da spielt er, natürlich, einen alten Jazzmusiker. Was sonst? Paul „Paulchen“ Kuhn ist geschichtlich gesehen sowas wie Berliner Festinventar. Allerdings lebt er jetzt in der Schweiz. Manchmal feiert er (aber noch) Geburtstag in Berlin, z.B. im Yorckschlösschen.

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Roger Radatz, Paul Kuhn, Bill Ramsey live @Yorckschlösschen – via Youtube 

Roger Radatz & The Evolution und Paul Kuhn und Bill Ramsey beim Geburtstag von Regisseur Dieter Finnern im Yorckschlösschen 2009 (Livemitschnitt)

In dem Video sehen wir Thomas Keller am Saxophon. Er hat uns seine Erinnerungen an diesen denkwürdigen Tag freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Was er schrieb:

..Es war der 90 te Geburtstag von Dieter Finnern, dem Regisseur. In den 70 ern hat er Fernsehshows produziert, so auch „Pauls Party“ mit Paul Kuhn. Die Feier fand im Yorkschlösschen statt. Neben ca. 40 anderen Gästen, waren auch Dieter Finnern’s Freunde Paul Kuhn und Bill Ramsey mit dabei.

Für die Musik waren Roger Radatz, Harald Abstein und ich engagiert und natürlich kam, was kommen musste, Paul Kuhn und Bill Ramsey kamen plötzlich mit auf der Bühne. Als Kind hatte ich mal ne LP mit der SFB Big Band unter Paul Kuhn und das war eine sehr sehr gute Jazz Big Band. Solisten wie Carmen Jones + Milo Pavlovic an der Trompete, Leo Wright am Alt Sax, Heinz von Herrmann am Tenor Sax (der später mein Lehrer an der Hochschule war), H. Rettenbacher am Bass oder Eugen Cicero am Piano (Vater von Roger Cicero) waren damals die „Creme der internationalen Jazzszene“. „So will ich auch mal spielen“, dachte ich als Kind.

Und dann war da Paul Kuhn jetzt mit mir auf derselben Bühne im Yorkschlösschen und ich war plötzlich irgendwas zwischen 8 und 46 Jahre alt – ein merkwürdiges Gefühl.

Diese Leute sind große Künstler und vor allem uneitele, total versierte Handwerker, denen niemand auf der Welt mehr irgendetwas vormachen kann. Und ganz ehrlich, hätte ich diesen Moment im Yorkschlösschen vergeigt, das hätte ich mir nie verziehen – aber alles war wunderbar freundlich entspannt und es hat einen Riesenspass gemacht dort mit den Herren zu jammen.

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Bill Ramsey – Pigalle (1961) – via Youtube 

Ich war also innerlich dort angekommen, wo ich als Kind immer hinwollte, da hat sich ein für mich ganz wichtiger Kreis geschlossen, denn der gegenseitige Respekt auf der Bühne, den findet man eben auch nur bei diesen Größen wie Paul Kuhn – das ist einfach ne andere Schule.

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Herbert von Karamalz dirigiert das Paul Kuhn Orchester – via Youtube 

Ich bin jedenfalls am Ende des Abends wesentlich klüger aus dem Laden rausgegangen, als ich am Anfang reingegangen bin. Solche Lektionen bekommt man nicht oft.

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