835/13: Historie: Was Wilhelm Busch schon über Musik wusste #FotoPodcast

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Schnarräng!! – Da tönt ihm in das Ohr ein Bettelmusikantenchor. Musik wird oft nicht schön gefunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden.“ Aus: ‚Der Maulwurf‘ von Wilhelm Busch (1874)

Das Zitat stammt aus „Der Maulwurf“ von Wilhelm Busch und wurde zum geflügelten Bonmot der Literaturgeschichte. Zugleich ist es das Aphrodisiakum beflügelter Musikerseelen und die Begründung dafür, dass 1976 in London Punk geschaffen werden musste. Es ging eben nicht anders. Oder so ähnlich.

Malcom McLaren, der Erfinder von Punkmusik? Muhaaaa……das ist alles nur geklaut, hey ho hey ho…. (Die Prinzen) – Doch noch weiter zurück. In ein kleines Dorf in Gallien….

Troubadix

Banner FotoCreditsAlbert Uderzo (Zeichenlegende, alle Zeichnungen aus „Asterix“)

Wir brauchen ein gewisses Quantum Übung. Und das ist der Dank dafür! „Nein, Du wirst nicht singen!“ – Der liebliche Gesang, er entzweit die funktionierende Doofgemeinschaft von Kleinbonum. Am Ende haben alle ihren Spaß. Und Troubadix sitzt gefesselt an dem alten Dorfmaibaum, es gibt Bier aus´m Horn, Wildschwein im ganzen Stück und alle haben gute Laune, sogar Gutemine. Zum bösen Spiel.

_nicht.singen

Hier und heute, vor allem in Berlin, kämpft die Livemusikszene ums Überleben. Live zelebrierte Musik stößt an die Ecken der Stadtplanung und Geräuschneurotiker. Egal wie lange ein Platz schon ein Platz ist. Planen Stadtplaner und Investoren neue Wohnquartiere, räumen die Ordnungsbehörden kurz nach deren Erstbezug die angestammten Livemusik-Spielstätten weg. Oder erfinden neue Auflagen, von denen vorher niemand etwas ahnte. Ja nee, iss klar.

Witzig ist das nicht.

Und dann die Stilverbrämung aus kommerziellen Gründen. Einstmals illustre Spielstätten guter Musik verkommen zu Kommerztempeln, wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, in denen nur noch mainstreamartiger Scheiß zur Aufführung gelangt. Der einstige Ruf, DAS PROGRAMM der Stadt für gute Livemusik zu geben, schwindet dahin.

Für die etwas abseitigeren Musikusse bleiben Kleinst-Spielstätten übrig, deren Konzerte dann mit „Wucherpfennigen“ aus dem Senatssäckelchen finanziert werden. Im A-Trane in Berlin ist noch Platz für diese Art „schrägere Musik“, für die man auch ein Quäntchen Forscher- und Entdeckergeist benötigt. Senatens zahlt was dazu. So etwas nennt der Haushaltsrechtler „Fehlbedarfsfinanzierung“. Was die kleinsten Spielstätten nicht bekommen, gleichen die Anderen durch mangelnden Mut auf Kosten der Programmvielfalt wieder aus.

Nur zum Vergleich: Das FLÖZ hat 1976 eröffnet und erst 2.000 DM (!) Miete zu zahlen gehabt. Danach bis 1990 wurde die Miete auf 4.500 DM erhöht. 2004, als ich Insolvenz anmelden musste, betrug die Miete knapp 3.000 Euro. (Franz de Byl auf „Quasileaks“, unten verlinkt)

Andere hätten „indirekte Finanzierungen“, beklagt de Byl, weil der Senat die Miete für A-Standorte künstlich klein hält. Marktgerecht sei das nicht. An der Kantstr. unter dem Delphikino aber heißt es: „Nein Du wirst nicht singen!“ Hier ist die Tendenz jetzt „Tourismus, Soul, Funk“, kurz: Alles, was gut läuft und Geld bringt. Drüber soll´s jetzt auch lukullisch punkten. Das ist jetzt quasi der Modus.

_link Lotse

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