849/13: Video: „Im Gewerbegebiet“ von Wigald Boning & Roberto Di Gioia #Lied des Tages

_icon.Tageslied

Wigald Boning und Roberto Di Gioia machen ihren Beruf zum HOBBY. „Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu“ – ….im Gewerbegebiet! Nicht Mord, Musik ist ihr Hobby.

Nach DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) nun „DIF“, eine deutsch-italienische Freundschaft? Man rät, indem man den  oldenburgischen Kleinkunstpapst Wigald Boning (Delikatesse: Oldenburger Pinkel mit Grünkohl, Wintergericht) mit seinem italienisch anmutenden Kunstpartner Roberto Di Gioia addiert und die Wurzel aus zwei zieht. Boning (oldenburgisch: „Bonich“), das ist deutsch und klingt nach Honig. Tiefer geht die „Reise, Reise“, wenn wir weiter hinter die Kulissen schauen.

Das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können!

Das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können!

2008 hatte Wigald Boning ein erstaunliches Jazz-Machwerk veröffentlicht, ein paar Audio-Beispiele findest du hier. Jazz ist eine Erinnerung und ein Paradies á la Jean Paul, Jazz ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können! Das Foto wurde vom Schaufenster eines Grieneisen-Shops (Bei uns liegen Sie richtig!) in der Yorckstr., Ecke Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg aufgenommen.

Dabei wissen wir aus Erinnerung, das Wigald Boning sich dem Jazz verschrieben hatte. Man neigt im Kopf dazu, ihn in eine vielleicht ähnliche Ecke zu stecken, wie den Hobbymusiker Woody Allen (Klarinette). Man lebt von dem, was einen ernährt, aber im Grunde seines Herzens favorisiert man die Klobürste (das Mikrofon), den Kamm (die Klarinette) und das, was ohne viel nachzudenken aus einem herauskommt. Das zufällige Moment im Leben, das entsteht ohne Beauftragung und Ansporn mit Geld, Orden „Pour le Mérite“ und Berufsbezeichnung wie beim Arbeitsamt. Entertainement mit Chupze.

Chuzpe [xʊtspə], auch Chutzpe (aus dem jiddischen חוצפה [chùtzpe] von hebräisch חצפה [chuzpà] für „Frechheit, Anmaßung, Dreistigkeit, Unverschämtheit“ entlehnt) ist eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit.

Im Hebräischen enthält der Begriff eine negative Bewertung für jemanden, der die Grenzen von Höflichkeit und/oder Anstand aus egoistischen Motiven überschreitet. Im Jiddischen und in den meisten europäischen Sprachen schwingt Anerkennung für eine Form sozialer Unerschrockenheit mit. Hier spricht man insbesondere von Chuzpe, wenn jemand in einer eigentlich verlorenen Situation mit Dreistigkeit noch etwas für sich herauszuschlagen versucht. (aus Wikipedia, Begriffsklärung)

Etwas, das man als die eigene Herzensangelegenheit bezeichnen kann und als nichts anderes. Das nennen wir am Ende „Hobby“. Hier schließt sich der Kreis und alles Sinnentleerte wird zu etwas Erklärlichem.

Freunde, darüber habe ich nie mit Wigald Boning gesprochen. Ich denke es mir so. Mag sein, dass er uns bei Gelegenheit mal genauer erklärt, wie er das meint, was er da tut.

Proberaum in Berlin-Moabit: Der Eingang ist silber lackiert! #Glam Faktor

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Di Gioia allerdings könnte auch spanisch sein. Man spricht es anders aus als „RIOJA“. Ist daher nicht manisch-spanisch, wir gugeln. BINGO! Wir wollen nicht leichtfertig hier daher kommen schreiben. Wir lesen über Roberto „Il Milanese“ di Gioia: „Mit vier Jahren beginnt er Klavier zu spielen, ein Jahr später begeistert sich Di Gioia für Radiosendungen der Beatles und begleitet sie auf seiner Heimorgel. Nach der Schule in Deutschland versucht er um 1985 den Start als Profi-Musiker und steigt 1990 bei Passport von Klaus Doldinger ein. Es folgen Kooperationen mit Udo Lindenberg, Helge Schneider, Albert Mangelsdorff, John Schröder und Johannes Enders, aber auch mit den Amerikanern Art Farmer, Johnny Griffin, Joe Lovano und Clark Terry.“(aus Wikipedia) – Wow!

Im Gegensatz zu Jazz & more scheint „Hobby Musik“ und was Roberto di Gioia und Wigald Boning veranstalten, die Abkehr vom allzu Süßen, Klebrigem zu sein, was in der „grande music“ des Jahres 2008 von Wigald Boning war? Genau wissen wir es nicht. Denn niemand hat ja die Absicht, kategorische Aperetife zu kredenzen, die einem heute nur deswegen so gut schmecken, weil sie einem ein paar Jahre zuvor nie geschmeckt haben. In Wirklichkeit darf niemand ein Gerüst von Wahrheit zimmern, das heute gilt, weil gestern ein anderes maßgeblich war. Das sind die Kornkreise des Lebens. Unberechenbar eben.

Zurück: Deswegen klang Gabi Delgado (DAF) damals italienisch, sein Companhero Robert Görl war Zürcher. Sie komponierten „Geschnetzeltes“ in der Art von „Und jetzt den Mussolini!“ Wir gingen in die Knie, wie Nina Hagen sagte: „Runter uff die Knie und jebetet wie noch nie!“ Wir sehen, es ist eine paneuropäische Frage vom Internationalen. Das internationale Gewerbegebiet. „Der Himmel über Berlin“, das ist ein in Erinnerung gebliebener Film von Wim Wenders, den man als „Ausnahmeaufnahme“ geistig vor Augen hat. „Der Engel über Berlin“ heißt Goldelse im Volksmund. Wigald Boning und Roberto di Gioia sind „Guardian Angels“ dafür, dass der Himmel über Deutschland ein Stück runter kommt. Damit wir ihn noch zu fassen bekommen, um die Dinge zu tun, die wir am meisten mögen. Cool, Jungs.

Der Engel über Berlin!

Der Engel über Berlin!

_link Lotse

 

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