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879/13: Video: Paar Gedanken zur CD-Veröffentlichung „Swimming In The Dark“ von Ron Spielman

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Swimming.In.The.Dark

Während unsere, von uns gesuchte Sängerin sich bei mir beklagt, sie möge Gitarren nicht, die nervten, sagte gestern Andreas Hommelsheim über Ron Spielman, das beste an ihm sei die Tatsache, dass er -egal was er spiele- nie nervte. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Wir schließen uns hier sicherheitshalber Andreas Hommelsheim an, der zweifelsohne recht hat, was das immer banddienliche, nützliche Gitarrenspiel von Spielman angeht.

Man muss konstatieren, dass das Aufspielen in einer Frühstücksfernsehsendung von SAT1 oder RTL am Ende des Tages nicht nur positive Seiten hat. Man könnte ja verheizt werden. Und dann ein Heizdeckchen benötigen, um gegen die soziale Kälte von Kitsch und Kommerz anzukämpfen. Allerdings muss man die Privaten wenigstens einmal dafür virtuell anstreicheln, dass sie überhaupt Kulturmäzenatentum in Sachen guter Musik unternehmen. SAT1 beispielsweise ist schon ein Förderer der Musik von Spielman.

Wahlberliner Ron Spielman, dem es immer wieder gelingt, seine neuesten Tonträger auf SAT1 zu platzieren bzw. vorzustellen, hat dort offenbar einen „Stein im Brett“. Zwölf Stücke neue Musik sind es jetzt und damit ist der Bart noch lange nicht ab. Richtig, er beginnt jetzt erst zu sprießen. Seit einiger Zeit trägt Ron Spielman einen üppigen Bart zum Tee, auf der Bühne und während der Interviews. Gelassen, stoisch und wohlwissen, nicht jedem gefällt der.

Ron Spielman live auf SAT 1, Vorstellung Album „Swimming in the Dark“

Blaue Mollwütze, knallrote Fender: Die kleinen Eyecatcher des Stylisten Ron Spielman. Mollwütze, Mollwütze, nicht Durwürste. Ach, Quatsch mit Soße!

Jüngst durfte er mit dem englischen Starkoch Jamie Oliver an den Drums im Fernsehen aufspielen. Jamie Oliver spielt ganz passabel Schlagzeug. Wer hätte das gedacht? Schuster, bleib bei deinen Jungs. Und wenn ein Gitarrist eine(n) Sänger(in) nervt, dann weil er/sie nicht in der Lage ist, das dem Song entsprechende erklingen zu lassen. Was für einen Moment sogar so etwas wie absolute Stille an seinem/ihren Instrument sein darf/kann. Ach so? So einfach ist das also.

Ron Spielman, Benny Greb - Quasimodo (2007)

Ron Spielman, Benny Greb – Quasimodo (2007)

Ron Spielman steht schon länger unter genauerer Beobachtung. Nein, nicht durch die NSA. Sondern durch diese Website. Ältere Informationen sind abschließend verlinkt.

Neueste, aktuellste News aus der Berliner Szene sehen Ron Spielman gemeinsam auf der Bühne mit Andreas Hommelsheim, dessen neuestes Projekt „B3“ heißt und damit nach einer großartigen, fulminanten Orgel aus dem Haus Hammond benannt ist. „B3“ ist ein Powertrio in Kernbesetzung Orgel, Bass und Schlagzeug. Ron Spielman stieß jüngst dazu und das war im Grunde eine der ganz großen Ahhhhs, mit denen niemand wirklich rechnete? Tja, Mathe ist ein Arschloch.

Ron Spielman – Swimming in the Dark (Teaser)

Ron Spielmans neueste CD „Swimming in the Dark“ ist eine rund, silbrig glänzende Scheibe mit zwölf Stücken. Die Sensation aber ist: Man kann sie völlig körperlos downloaden, ohne noch großen Wert auf Tonträger wie CDs zu rekurrieren. Wow. Wer hätte das gedacht?

Spaß beiseite.

Auf seiner Website spricht Ron Spielman dem Gedanken das Wort, dass die Einordnungsversuche seine Musik betreffend doch immer irgendwie Gefahr laufen, zu scheitern. Die Plattenfirma nennt, was Ron Spielman verzapft „Urban Adult Independent Rock“. Spielman steht seit längerem für hochqualitative, eigene, handgemachte Musik. Spielman ist ein Spielmanns Spieler, a „playmans playmann, and irgendwann wird Spielman auch zum grey man! Das Alter machts´, der einsetzende Bartwuchs und eine Wollmütze wie ein Tank, um das darunter sitzende „think“ zu beschützen. Und, ja, Spielman ist „adult“, also erwachsen. Klarer Mann, klare Vorstellung von Musik, klare Gesamterscheinung.

Was Ron Spielman von sich gibt, ob live oder auf körperlosen Tonträgern (siehe oben) kann sich hören lassen und besitzt eine ganz eigene Klasse.

Ansonsten fällt er auf als meditativer, omnipräsenter Geist im „Hier & Jetzt“, der sich nicht einfangen lässt an irgendwelchen Stränden der lieblosen Beliebigkeit. Unbedingt mal reinhören in die CD „Swimming in the Dark“. Heute der CD-Tipp der Woche. Der kommenden…

Von Ron Spielman stammt übrigens auch der Songtitel: „I Told My Soul To Sing“. Gut so.

_link Lotse

(EP)

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