927/14: Video: Ilka Posin singt „Runaway“ – feat. Karl Neukauf – Nachgesang auf den 14. Februar 2014

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Licht aus! Wummssssss!!!! Spot an!!! Hallo Freunde!!! (Ilja Richters Duftmarke, Disco, ca. 1973, westdeutsche Gernsehwelt) -Mach´s gut, mach´s nach, mach´s bässer: Der frannz kann´s! Wie Tamara, die Danz! Hohe Vakanz!

Ilka Posin aka Poison Ivy (The Shevettes) führt eine mondäne Beziehung mit „ihrer Musik“. So etwas trifft, wenn Licht drauf hagelt, als ein Naturphänomen den Begriff „schillernd“ oder „von Gottes Gnaden“. Bzw. wirkt wie als schriebe jemand antichambrierend in der Absicht, aufzufallen? Egal. Sie hier solierend. „In die warmen Länder würden sie so gerne fliehn, die verlornen Kinder in den Straßen von Berlin.“ (Silly, Verlorne Kinder) – Was damals nicht ging, ist heute ganges und gäbe.

Schoten-Zoten-Lofoten

Ilka Posin und Karl Neukauf – Runaway

4. Solos For Love – Lüüls Live Lounge Special zum Valentinstag. 14. Februar 2014 Frannz Club Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Germany

Geschmäcklerische Frage: Ob man die Fender Telecaster verehrt oder die Stratocaster mit einem musikalisch verkehrt, hängt von persönlichen Vorlieben ab und vom Portfolio eigener Geldscheine im Portemonnaie. Ilka Posin tut´s hier mit Karl Neukauf, piano pianissimo, dem Vernehmen nach „Korg vom Mork“. Er tastet vorsichtig, mal schwarz mal weiß, gewichtet, weil´s wichtig ist und wenn nicht wird´s wichtig. Irgendwann. Heute aber nicht: Heute ist Valentinstag. Liebe Liebenden. Lasst Euch berühren!

Karl Neukauf ist anderes als die Anderen: „In das Ohr bohren sich perlende Klavierkaskaden, scheppernde Percussion, eine tiefe Stimme. Ein schleppendes Schlagzeug, ferne Klänge von Akkordeon, Kontrabass und Harmonium. Cellicatessen im Walzertakt, überdrehte Electro-Gitarren im Polkastil oder einfach Karl am Klavier. Alle Instrumente, alle Stimmen, Texte, Musik gespielt, gesungen, formuliert und komponiert von Karl Neukauf.“ – So beschreibt ein Stück html an irgendeinem Ende der Welt sein Werkschaffen. Ob das auch die Anderen raffen?

Ob sie ihm beipflichtet? Sie tut´s: Sie singt was wie die Hölle. Höhepunkt rhythmisch. Im Frannz-Club mitgefilmt von Winne Telecaster (danke!), als Lüül im Franzz…., doch das ist eine andere Geschichte, aus Platz- und Zeitgründen nicht auch noch das heute, aber Lüül, Ihr wisst schon, Lüül, der Lüül…deeeerrrrrrr!!! Schönen Samstag, Freunde, Euer Ilja. – Ich leck jetzt aus Gründen der Heldenverehrung ´nen Stückchen Vanille, ja? Ha, schon wieder so eine dämliche Schote…

Es hat sich eigentlich im Verlaufe der vorangeschrittenen Jahrzehnte so gut wie gar nichts verändert. Beispielsweise Agitation: Das war immer „für umme“, frei, kostenlos unterm Himmelsfirmament und draußen. Und heute? Auch diese Website macht „Agitation free“ und wieder sind´s ganz ähnliche Bedingungen. Für gute Musik ist der Broterwerb toastlos, ob Bottrop, im Harz oder Schnevedingungen! Aber es sieht gut aus.

Der große Fritz auf Sanssouci, die Thalbach spielt den Frannz, juchhe. Er wurde sehr viel später dann beerdigt auf ´ner Schotterbahn, in Potsdam zwischen Hundenwind, so wie sie gut Musik bekunden, Kind. Ich geb jetzt zu, ich kann nicht reimen, mein Ziel ist, für Musik zu schleimen, beim großen Auditorium des öffentlichen Publikums.

Einer konnte den Valentinstag zutreffend bereimen, der Mann hatte Format, lange bevor man Festplatten auf selbe Weise auf Grundeinstellungen zurücksetzte. Bestimmt wäre Kurtchen heutzutage Poppoet, mindestens das. Der Mann hatte einen sonoren Sprachbass.

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Der andere Mann

Du lernst ihn in einer Gesellschaft kennen.
Er plaudert. Er ist zu dir nett.
Er kann dir alle Tenniscracks nennen.
Er sieht gut aus. Ohne Fett.
Er tanzt ausgezeichnet. Du siehst ihn dir an…
Dann tritt zu euch beiden dein Mann.

Und du vergleichst sie in deinem Gemüte.
Dein Mann kommt nicht gut dabei weg.
Wie er schon dasteht – du liebe Güte!
Und hinten am Hals der Speck!
Und du denks bei dir so: „eigentlich …
Der da wäre ein Mann für mich ! „

Ach, gnädige Frau! Hör auf einen wahren
Und guten alten Papa!
Hättst du den Neuen: in ein, zwei Jahren
Ständest du ebenso da!
Dann kennst du seine Nuancen beim Kosen;
Dann kennst du ihn in Unterhosen;
Dann wird er satt in deinem Besitze;
Dann kennst du alle seine Witze.
Dann siehst du ihn in Freude und Zorn,
Von oben und unten, von hinten und vorn …
Glaub mir: wenn man uns näher kennt,
Gibt sich das mit dem happy end.
Wir sind manchmal reizend, auf einer Feier …
Und den Rest des Tages ganz wie Herr Meyer.
Beurteil uns nie nach den besten Stunden.

Und hast du einen Kerl gefunden,
Mit dem man einigermaßen auskommen kann:
dann bleib bei dem eigenen Mann !

Kurt Tucholsky – Der andere Mann (Gedicht)

Kurt Tucholsky „Der andere Mann“

Hier jetzt auch barrierefrei für Audiophonetische: Es gilt das gesprochene Wort.

Lange Nase, kurzer Sinn. Buchtitel von Erich Rauschenbach

Lange Nase, kurzer Sinn. Buchtitel von Erich Rauschenbach

Einmal blau machen, am Valentinstag: Blue Valentine, ich denke an Tom Waits! Warum nur? Ach ja, und dies noch: Denke ich an den 14. Februar, denke ich auch an Erich Rauschenbach, den begnadeten Zeichner vieler starker, humoriger Charaktere. Ich denke an Rüdiger und den Buchtitel: „Lange Nase, kurzer Sinn“ Ein Tipp: Erich Rauschenbach ist für mich noch immer einer der ganz Großen in diesem Haifischgschäftl! Lange Nase, kurzer Sinn. So isses, Erich! – Vielleicht gilt ja auch dies: Lange Phrase, kurzer Sinn. Genau! Helau.

(Mit Dank für die Erinnerung an das Kleinod von Kurt Tucholsky an Michael Bund, Berlin)

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