87/10: SängerIn gesucht? – Es ist Luft in den Wolken, und genug Platz zum Singen (Teil 4)

Die vielleicht größte Kleinanzeige der Welt: SängerIn gesucht? Eine Fortsetzungsgeschichte in bislang vier Teilen!

Die Sache mit der SängerIn-Suche via Internetz kommt jetzt richtig in Schwung. Schon sind die ersten Meldungen von Sängern und Sängerinnen da und ob diese auch vielversprechend sind? Who knows. Jedenfalls macht das Mut. Wir sind auf dem richtigen Weg Richtung Euphoria. Gestern Abend hat dieser „scheiß gute“ Götz Alsmann (das ist der mit der NoGo-Frisur aus Münster, Fernsehmoderator, Pianist, Multiinstrumentalist) illustre Gäste im ZDF begrüßt. Er ist schon ein kleines musikalisches Weltwunder, dieser Götz Alsmann und beeindruckt einen immer wieder.

Was ihn zu so was Besonderen macht? Nun, die Mischung macht’s.

Ach so, wer mag, klicke bitte den Player oben an und höre einen weiteren Soundschnipsel aus der Sessionprobe einiger Musiker. Man hört ein langsames Stück mit viel Platz, Gesang drüber zu setzen. Zwischendurch hört man auch ein bisschen Gerede von den Musikern, die versuchen, sich und die anderen zu finden. Die Idee allerdings ist schön, und -aber das sagte ich schon- gut zum Drübersingen geeignet. Viel Spaß.

Max Mutzke & Götz Alsmann Band (zdf - 04.04.10)

Zurück zu Götz Alsmann, dem münsterländischen Wunderkind. Mal ganz abgesehen davon, dass die Band von Götz Alsmann wirklich richtig „rattenscharf“ ist und polystilistisch-stilsicher, ob Rumba, Merengue, Ballade (Marie, Marie – Max Mutzke – als Sänger leider schon vergeben und daher keine Zielgruppe) oder Besenjazz: no problem. Die Gäste vermitteln uns einen Eindruck vom breitaufgestellten Können des Bandleaders Götz Alsmann, der sich selbst bekanntlich eher dem Jazz verschrieben hat. Kommt ein nicht unbedingt begnadeter Sänger (Nebenberufung) Hugo Egon Balder (eher Fernsehproduzent, allerdings Mitbegründer der Krautrock-Legende Birth Control, dort Schlagzeuger), stimmt Alsmann mit Balder das Stück „Der Dumme im Leben ist immer der Mann“ (Fred Bertelmann Chris Howland) an. Und es ist nicht mal peinlich, sondern eine Karikatur auf die Trivialität des Überflüssigen. Macht Spaß zuzuhören. Kommt eine klassische Pianistin namens Anna Gourari von Weltruf aus Tatarstan, hängt er sich ein Akkordeon um, spielt mit ihr eine Mazurka. Schön. Er verspielt sich auch nicht.

Kommt der im Schwarzwald wohnende Sänger mit der Reibeisenstimme, Max Mutzke, spielt Götz Alsmann die Mandoline. Max Mutzke gibt eine eigene Version von Billy Paul´s Klassiker „Me and Mrs Jones“, dass es einem schlicht schwarz vor Augen wird vor lauter Schönheit. Zwischendurch eine latingeschwängerte Fassung von Love me tender, dem berühmten Song von Elvis, der dieser Tage 75 Jahre geworden wäre. Wäre, wenn nicht…the King, will he lives forever? – Oh je, das Ganze hier erscheint uns inzwischen wie eine musikalische Weltreise, festgelegt nur auf eine Grunderkenntnis: dass Musik Musik ist und nichts anderes, und in Stilrichtungsdebatten lediglich nur ein berühmter Kropf liegt, dessen Überflüssigkeit damit bewiesen ist. Ich mag Musik, nur wenn sie gut ist. Egal welche.

Schließlich kommt der Ausnahmejazzer Jamie Cullum als Gast, und erst gibt er eine Popnummer der inzwischen von ihren blauen Flecken befreiten Rihanna zum besten, in bester Jazzmanier, sehr verjazzt und man ahnt, warum dieser Mann ein Millionenseller ist.  Ach, was rede ich? Wer diese zweifellos hochniveauwertige Musiksendung verpasst hat, die den Namen Götz Alsmanns Nachtmusik trägt, schaue sie sich einfach noch einmal an.

Ach so: Sänger oder Sängerin suchen wir auch noch!

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2 Gedanken zu „87/10: SängerIn gesucht? – Es ist Luft in den Wolken, und genug Platz zum Singen (Teil 4)

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