1215/15: Lied des Tages: Liebe tut weh. Poly deluxe „Love hurts“ , Saxophon: David Langner

_icon.Tageslied


poly deluxe „Love hurts“ , Saxophon: David Langner

Ilka Posin: Gitarre, Gesang, Cajon – Karl Neukauf: Piano, Gesang – als Gast: David Langner (Saxophon)

Der Song Love Hurts wurde zuerst 1961 von den Everly Brothers aufgeführt. Mit der Interpretation durch die schottische Band Nazareth wiederveröffentlicht, wurde er zu einem Welthit.

Sänger Dan McCafferty hatte ganz offensichtlich vergessen, vor der Aufnahme des Stücks den Hals- und Rachendrops rechtzeitig zu lutschen. Oder das hatte Methode. Wir erinnern „This Flight Tonight“. Niemand hatte zu jener Zeit eine ähnlich raue Stimme. Joe Cocker vielleicht noch, aber der war ja von Sinnen und fiel des Öfteren besinnungslos in die Orchestergräben vor den Bühnen der Welt. McCafferty nicht.


Everly Brothers – Love Hurts (1961)

Gemächlicher Schmusebeat ohne zu lautes Schlagzeug, legato gesungen und ohne Ecken und Kanten: Love Hurts 1961 mit den Everly Brothers – harmlos.

Wie aber erklärt man, dass Liebe weh tut, Schmerzen bereitet? Na klar, mit bedeutendem Arrangement, tragender Stimme, gut durchdachtem Schlagzeug und irgendwie schwebend. Denn Liebe ist Schweben kurz über dem Fußboden, und Liebeskummer ist zurück zum Boden kommen. Gefühlt holt man sich Plattfüße. Kein gutes Omen: Menschen lieben und entlieben sich, vereinigen sich und trennen sich, und immer bleibt wenigstens einer zurück, dem Trennungsschmerz als Lebensparadigma, ja als traumatischer Zustand in die Seele geschrieben stehen bleibt.

Dabei ist Liebe doch universell und das Gegenteil von ausschließlichem Liebesobjekt, von Abhängigkeit und Unterwerfung unter den einen, die eine, die uns allein nur glücklich machen kann. Wie wäre es denn, würden wir erst einmal selbst zutiefst glücklich, um dann unser Glück zu verschenken, es über unsere Mitmenschen auszugießen? Dann täte Liebe auch nicht mehr so weh..

Dass Poly deluxe aus Berlin, ein Musikerduo mit Klavier, Cajon und Gesängen, den Song im Rickenbackers aufführt, hat mehrere Gründe. Wir nehmen angenehm berührt zur Kenntnis, dass der Saxophonist David Langner mit eingebaut wird: Er erinnert uns in seiner Art zu spielen an Dick Parry, den historisch wichtigen, festen Gastmusiker von Pink Floyd, der auf Alben wie „The Dark Side Of The Moon“ unvergleichlich blies, mit einem ganz eigenen Ton, einem Timbre, das Wiederkennungswert besaß. Nein, „Love Hurts“, das hat Poly deluxe wirklich fein wieder aufgeführt.


Nazareth – Love hurts (1976)

Bedeutungsschwerer Neuversuch: Nazareth wiederveröffentlichten den Song 1976 und hatten damit einen Welthit. Man glaubt erst jetzt, dass Liebe wirklich weh tun kann. Was für eine Stimme.

Und damit die Herzen berührt.

Danke für dieses #Lied des Tages.

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