1293/15: HIStory: Chet Baker, die Stuttgarter Jazztage am 1. April und der Fenstersturz von Amsterdam am Black Friday 1988

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M.C. Escher lässt grüßen!


Chet Baker – Live in Stuttgart 1988

Am Freitag, den 13. Mai 1988, fiel Chet Baker aus dem Fenster seines Zimmers im Prins Hendrik Hotel in Amsterdam, heißt es. Er war sofort tot. Doch auch um seinen Tod ranken sich Legenden, wie jene, ein Drogendealer habe ihn aus dem Fenster gestoßen. Dafür gibt es allerdings keinen Beweis. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass er im Drogenrausch das Gleichgewicht verloren hat und gestürzt ist. Seinem letzten Pianisten Michel Graillier zufolge soll Baker des Hotels verwiesen worden sein. Weil er angeblich sein Instrument vergessen hatte, sei er die Regenrinne hochgeklettert und dabei abgestürzt. Mit Wikipedia, sinngemäß

Chet Baker Quartet: Chet Baker (trp) Michel Graillier (p) Nicola Stilo (dr) Jean Bardy (b)

Die besten Musiker sterben zu früh. Jaco Pastorius (b) erging es am 21. August 1987 so. Sein Tod war die Folge eines schlimmen Missverständnisses, Jaco Pastorius ganz down, als Obdachloser lebend, umherziehend und zu wild an der Tür eines Clubs hämmernd, der ihn nicht reinlassen will. Ungezählt gebliebene weitere Musiker erlitten (zu) frühe Tode. Amsterdam ein harter Pflasterstrand in jenen Achtziger Jahren. Am Leidse Plein Drogen kaufen oder im Vondelpark ein Pfeifchen stopfen, im Paradiso abhängen oder im Melkweg, das seligmachende Amsterdam, hatte mehr zu bieten als jene Grachtentaucher in schwarzen Taucheranzügen, die für Krimis als meuchelnde Mörderschwimmer hergehalten hatten. Lächerlich.

Das Konzert im Monat vor dem Tod von Chet Baker in Stuttgart: Viele blue notes, eine Stimmung, in der ein von Drogen angegriffener großer Chet Baker fast zum letzten Mal auftritt, überwiegend sitzend im Stuhl, etwas zittrig, etwas knarzig, aber jazzy. Irgendwann intoniert er „Almost blue“ von Elvis Costello, meint „Always blue“? In the Mood. Am Freitag, den 13. Mai 1988 hat die Jazzwelt ihn verloren. Aber den Ton, seinen Ton, den vergisst man nicht. Miles?

Miles folgte Chet Baker 1991 nach. Er starb am 28. September 1991 in Santa Monica in Kalifornien. Und es regnet nie in Southern California.  Hat Albert Hammond mal so gesungen. Miles smiles, now and then.

1058/14: Video: Historisches Schnipsel aus Amsterdam, 1968 (The Doors) „Hello, I love You“


Hello, I Love You [Video] – The Doors (Live 1968)

In the middle of the Doors‘ 1968 European tour, the band decides to take in the sites of Amsterdam. With drugs being legal, they were constantly being offered drugs by fans that they met on the street. Ray, Robby and John politely declined the offers.. but not Jim. He took everything that was handed to him. This led to him passing out and being taken to the hospital right before their concert that night. With no Jim Morrison, Ray stepped up and sang lead vocals for the entire set. What other band member in any other band could do that at a moment’s notice? (Quelle: Ray Manzarek, facebook-Channel)

Auf facebook unterhält man neben einigen anderen auch diesen Kanal, der dem Wirken des inzwischen verstorbenen Ray Manzarek (Kb, The Doors) zu Ehren gepflegt wird. Die Informationen sind autorisiert und sprechen von zutreffenden Ereignissen. Dass der Keyboarder den Part des ausgefallenen Sängers (und Alleinstellungsbeauftragten der DOORS) Jim Morrison vertretungshalber zu übernehmen hatte, war schon zu Lebzeiten des Sängers hier und da erforderlich. Denn Amsterdam war ein heißes Pflaster, damals und noch lange. Eine kleine Begebenheit. Lesetipp u.a.: „Die Doors, Jim Morrison und ich: Mein Leben mit den Doors“ von Ray Manzarek, erhältlich u.a. auf amazon hier….

1022/14: Felix Schlarmann Group ‚Landscapes‘

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Felix Schlarmann Group ‚Landscapes‘

Wir haben hier Julia Oschewsky vorgestellt, Jazzsängerin aus Deutschland mit festem Wohnsitz in Amsterdam. Felix Schlarmann war ihr Schlagzeuger, deutscher ‚Drömmer‘, wie die Holländer ungefähr zu sagen pflegen. Felix wohnt ebenso in Amsterdam.

Sehr schönes Video. Sehr schöne Musik.

Wir machen bestimmt nochmal mehr darüber. Gerade vor ein paar Tagen hörten wir Julia Oschewskis Album ‚inner game‘, und das hat zwar nichts mit dem Machwerk von ‚drömmer‘ Felix Schlarmann zu tun, verbindet uns aber in Gedanken. Ich mag die Art, wie Felix drömmt.

Proberaum: Beim Growling geht es ans Eingemachte, aber man kann auf die Einübung verzichten!

 

Wer sich schon einige Zeit mit Musik beschäftigt, soll nicht behaupten, es gäbe nichts Neues mehr zu erfahren. Dem Berichterstatter erging es auf einem virtuellen Streifzug durchs weh-weh-weh so. Ausgangspunkt für die Recherche war das Wort ’sinister‘. Es war in Verwendung geraten in einer Email an eine ‚alte Bekannte‘ oder, sagen wir, an eine noch frische Saxophonschülerin. Denn was sind bspw. sinistre Reiseberichte? Doch schweifen wir hier thematisch bitte nicht zu sehr ab. ‚Wichtiges Musizierwissen‘. Mir geht es hier nur um diese Gesangstechnik.

Unter Growling versteht man im Allgemeinen die Veränderung eines musikalischen Klanges ins Aggressive durch Hinzufügung von Gesang zu einer gesangsfremden Handlung. Man unterscheidet hierbei zwei Arten: Growling bei Blasinstrumenten und Growling beim Gesang. (Quelle: Wikipedia, Deutschland)

In Holland, also unweit von Berlin, gibt es eine Death-Metal-Band namens Sinister. Dass diese Musik nicht zu den unmittelbaren, persönlichen Highlights des Berichterstatters gehört, kann muss vermutet werden. In dem deutschsprachigen Eintrag von Wikipedia (Link) heißt es über die ehemalige Sängerin dieser Band wörtlich, Zitat:

Aufmerksamkeit erregte die Band zuletzt wegen ihrer Sängerin Rachel Heyzer. Ihre Growls sind von denen eines Manns nicht zu unterscheiden. Rachel wurde jedoch zwischenzeitlich durch einen männlichen Sänger ersetzt.“

Was bitte sind Growls? In dem Beitrag über die Band auf Wikipedia ist der Begriff Growl nicht verlinkt. Ersatzweise kann der denkende Leser den Link in seinem eigenen Gehirn ergründen und dann in der Suchmaschine seines Beliebens. „Ja, wenn der Berichterstatter so blöde ist, warum schreibt er dann Berichte?“ mag sich der Leser jetzt fragen. Um es kurz zu machen: ich teile diese Einschätzung. Je älter ich werde, desto mehr darf gelten, dass ich tatsächlich immer noch nichts weiß, viel zu lernen habe.  Deswegen schreibe ich hier: In Sachen (eigener) Fortbildung hat blackbirds.tv die Nase ganz weit vorn, weil der Berichterstatter noch neugierig ist und Dinge festhält, sogar für die Anderen.

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