1832/19: Positionen: Für mich bist Du schön. Über die Liebe zu den Eltern.

Trauerkerze (ani/gif)


Bei mir bist du sheyn – Sharon Brauner – Lounge Jewels

Dass die Liebe zu denjenigen schönsten Dingen á la Zeiten gehört, dürfte außer Frage stehen. Niemand bleibt unberührt, wenn Liebe ihn anfasst. Touch me, touch me, I wanna be dirty: Nein, eben nicht sexuell gemeint. Liebe und Sexualität sind nicht untrennbar, sondern ereignen sich zum gegenseitigen Vorteil hochwertiger, falls auch das noch hinzu kommt. Es kann sich um die Liebe zu einem Menschen handeln, der uns nahe steht. Wie zum Beispiel zur Mutter oder zu den eigenen Eltern. Denn sie sind ….komplett bedingungslos….es wohnt dieser Art von Liebesbeziehung kein Geschäft inne. Gott sei Dank.

Sharon Brauner erinnert dieser Tage an den 80sten Geburtstag ihrer Mutter. Am 7. Juli 2019 starb Artur ‚Atze‘ Brauner im Alter von 100 Jahren (* 1. August 1918 in Łódź, Regentschaftskönigreich Polen, als Abraham Brauner; † 7. Juli 2019 in Berlin). 14 Tage vor ‚Atzes‘ Geburt wurde Zar Nikolaus ‚Niki‘ am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg (Rußland) mitsamt Frau und Kindern im Auftrag der Uralbolschewiken hingerichtet. So sind nunmal Lebensläufe auf die rechte Seite gekippte Achten (Symbol für Unendlichkeit ). Achtelt mal drauf.

Jetzt ist vieles richtig dumm und was man würdigen und hochhalten soll, wird immer unklarer. Was man verwerfen will aus Gründen, wegen unrichtig sein, Falschheit oder aus Gründen verbliebener Moral. Wenn wir die Fotos vorüber ziehen sehen, die im Videoeinspieler zum Lied zu sehen sind, erinnern wir, dass das Leben wunderbar gewesen sein muss. Wie wir wissen: Nicht immer. Sondern überwiegend.

Bewunderung für die 80jährige, mir unbekannte Mutter. Bewunderung für Sharon für die gelungene Version eines jiddischen Klassikers. Bewunderung für Artur „Atze“ wie für die ganze Familie Brauner.  Als Immobilien-Tycon wirkte Atze in Berlin nicht unumstritten. Als Filmschaffender und Förderer der Kunst war seine Bedeutung größer und sein Tun vorbildhafter. Es gemahnte uns schreckliche Deutsche, niemals wieder zu vergessen. Deswegen ist würdigende Erinnerung richtiger, als kleinliches Fehler suchen.

Solch berührende, reiche Lebensläufe als Verbindung zu früheren Zeiten und als Bridge over troubled Water sterben derweil weiter aus. Nach und nach. Im Osten der Republik wuchert schon wieder ein dummes, diesmal blaugestrichenes Braun von Geschichtslosigkeit, mangelnder Erkenntnis und mit Absenz von jeglicher Herzenswärme bzw. Empathie.

Helmut Schmidt war 1918 geboren. Die Romanows starben 1918 in Jekaterinburg. Nichts vergleichen. Große Geschichten gehen vorüber, bis sie in Vergessenheit geraten. Wer schon mal in Wien war oder gar St. Petersburg, interessiert sich eventuell für diese Sichtweisen.

Die Kerze ist für Artur ‚Atze‘ Brauner.

Liebe, Respekt und gute Gedanken.
Der Berichterstatter

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* Nachdrücklich: Padam Padam

1531/17: Video: ‚Bei mir bist Du schön‘ – Schönes Wochenende von Daniel Lunkenheimer, Schlagzeuger, Berlin, groovende Weintraube

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Groovin‘ Grapes from Angie Winkler on Vimeo.

Was man spürt: Macht jemand sich zum Gegenstand einer Sache und wirkt bei ihr mit. Sticht aber nicht sonderlich hervor. Oder ist jemand die Sache selbst und er/sie ihr Diener? Diener guter Musik beispielsweise? Unergründlich. Weites Feld. Lucky Man. Daniel Lunkenheimer, heute, hier. Kurz und knapp.

Was gibt es an einem Samstag wie diesen noch zu sagen?

Dass es immer wieder Musiker in Berlin gibt, die antichambrieren? Allein das Wort schon ein Ungetüm, was soll denn das bedeuten?

Wer sagt denn so was: Daniel Lunkenheimer? Ja klar, das ist doch der so antichambriert. Wir nehmen das Ergebnis der rein rhetorischen Frage vorweg. Mitnichten ist Daniel Lunkenheimer so einer. „In den Vorzimmern der Großen und Mächtigen verkehren und diesen dort zu schmeicheln“ ist seine Sache nicht. Dafür hat er bei den ganz Großen der Musik, u.a. bei Joe Porcaro, dem Vater der drei Porcaro-Brüder (Toto) und weltweit bekannten Schlagzeugprofessor Unterricht gehabt. Und beim Schlagzeug-Überlehrer Ralph Humphrey (Frank Zappa) gedient. Even in the odds: Mit sich selbst als Vertreter eines Dritten. Der guten Musik. Hier oben, als Schlagzeug vom Blatt spielende, groovende Weintraube.

Keine Sau versteht das Wort Antichambrieren. Es passt auch schlicht gar nicht zur vorgestellten Person. Jahrgang 1976, nicht Diener mehrerer Herren, sondern einer guten Sache mit Fundament und wie er selbst von sich sagt: Schlagzeuger aus Überzeugung seit dem 10. Lebensjahr.

Bei mir ist er schön, habe ich heut als Netzdetektiv erfahren. Seinen Namen kenne ich schon lange. Aus anderen Zusammenhängen. Heute empfehle ich meinen Lesern einen Ausflug ins Netz.

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