1609/17: Lyrik: ‚Rote Nelken‘ – Von Selma Meerbaum-Eisinger – gelesen von Iris Berben – Nie wieder Nationalsozialismus!

Rote Nelken

Ich habe Angst. Es drückt auf mich das Dunkel
jeder schwülen Nacht.

Es ist so still, und mich erstickt des großen
Schweigens schwere Pracht.

Warum, warum bist du nicht da? Ich hab‘
gespielt, ich weiß – verzeih.

Ich hab‘ mit meinem Glück gespielt – es ging
entzwei – verzeih.

Es tut so weh, allein zu sein. Drum komm, ich
warte ja.

Wir lachen uns ein neues Glück, so glaub es doch
und komm zurück – es ist ja so viel Lachen da.

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1389/16: Geburtstag: David Klein, Basel – * 19. April 1961

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Herzlichen Glückwunsch, David Klein.

Unter anderem: Vermusikalischter bekannter Vertoner mit Klezmer-Konotationen und  weltbewegendster Gedichte einer zu jung verstorbenen Hardcore-Lyrikerin von Gottes Gnaden Selma Meerbaum-Eisinger. Nie wieder Nationalsozialismus!

Wir bedanken uns für alles, was Du anhörbar gemacht hast.

Weiterführend

David Klein auf blackbirds.tv

1239/15: Gedenken: „Trauer“ – Herbert Grönemeyer & das World Quintett

Trauerkerze

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Lichter spiegeln sich in schmutzig-nassen Pfützen,
gelb und fettig, schmutzig auch und schwer
Helle Häuserfenster können gar nichts nützen
Tore hallen hehr und leer
Liegt der Nebel müde auf den Straßen
und der Regen rinnt und rinnt
Menschen sind zu traurig, um sich noch zu hassen
und es hüstelt irgendwo ein Kind
In den Gärten liegen halbverfaulte Blätter,
stehen Bänke, traurig, nass und grau,
kommt die Sonne immer seltener und später
Nimmt’s der Mond mit scheinen nicht genau
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr
Dringt das halbe Tageslicht noch durch den Nebel
trüb und grau und klebrig schwer
Klirrt die Wache schläfrig mit dem Säbel
und ein nasser Vogel zittert sehr.
(Trauer – Selma Meerbaum-Eisinger)

Das Lied des Tages der Berliner Formation Bluma (Artikel vorher) erinnert mich in ungewollter, allerdings nicht unangenehmer Art und Weise an ein Lied, das mir mehr als viele andere so zu Herzen ging, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Ich war zutiefst berührt. Heiter bis wolkig, Bluma bis Klezmer, Klezmer zu Selma – genauer, zu Selma.TV, um auch begnadete Rechercheure zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Herbert Grönemeyer hat das bei mir nicht notwendigerweise immer vermocht. Lange Zeit hielt ich ihn ohnehin für einen mit Bildern spielenden Sänger, Texter und Komponisten, der zwar kenntnisreich mit Andeutungen spielt, aber zu klaren Aussagen nicht fähig ist. Seit wir das Album Mensch von Herbert Grönemeyer gehört haben, ist dies Gerücht jedoch nicht weiter tragbar, es entpuppte sich als Vorurteil.

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