Elisabeth Koeppe-Gläser (1982) - Aus dem #Privatarchiv

1567/17: Erinnerungen: Das Mysterium der Nagellackflasche – und als Peter Cäsar Gläser mich wegen einer Nagelschere verlassen wollte…

Elisabeth Koeppe-Gläser (1982) - Aus dem #Privatarchiv

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Gastbeitrag von Elisabeth ‚Liz‘ Koeppe-Glaser:
Mach Dich bitte nicht so schön, Kind!

Dieses Bild ist von 1982.

Da hatte ich noch meine berühmten Zöpfe, hier als sogenannte Rattenschwänze, wie das damals hieß.

Dazu ein – nun ich würde sagen – beinahe operettenhaftes Kleid, in Schwarz, das ich aber auch in der Küche trug, wie man sieht.

Komisch, dass auf allen Fotos aus dieser Zeit Bierflaschen herumstehen, wahlweise auch Weinflaschen, fast immer eine Nagellackflasche, wie hier. Ich überlege, ob Nagellackflaschen in der DDR immer so aussahen, vielleicht kann mir jemand aushelfen – mit Nagellackflaschenerinnerungen.

Was mir noch einfällt: Es war die Zeit, als meine Mutter, nachdem mein Vater 1977 bei einem Autounfall tödlich verunglückt war, das erste Mal mit ihrem „neuen“ Mann bei uns erscheinen wollte. Ich sagte ihr zu, dass ich die beiden vom Hauptbahnhof in Leipzig abholen werde. Sie raunte verschwörerisch ins Telefon: Elisabeth, bitte mach Dich nicht so schön! – Gut, mach ich – nicht. – Ich ging also ungeschminkt und lässig gekleidet auf den Bahnhof und harrte der Dinge. Aus dem Zug stieg meine Mutter mit – meinem Vater! Nein, das konnte nicht sein. Er war ja begraben – auf dem Magdeburger Westfriedhof.

Dieser Mann, neun Jahre jünger als meine Mutter, sah – nun ja, von Weitem… – aus wie mein Vater! Später habe ich gelesen, dass viele Frauen, vielleicht auch Männer, nach Verlust eines Partners zielstrebig etwas Ähnliches suchen. Ich muss sagen, dass auch ich nicht frei davon war.

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1464/16: Zeitgeschichte: Trockeneis

Trockeneisnebel - Tangerine Dream (Quelle: Jerome Froese)

Trockeneisnebel – Tangerine Dream (Quelle: Jerome Froese)


Werner Lämmerhirt, Guru der Gitarre

Warum zog einst der Berliner Gitarrist Werner Lämmerhirt aus Berlin weg und nach Bodenwerder? Hier gibt er Einblicke.

Zum Grenzen sprengenden Begleitdokument mit Trockeneis-Akzept passend und zum Nachruf auf Werner Lämmerhirt ein kurzes Interview mit dem heute verstorbenen Ausnahmegitarristen aus dem Jahre 2011, in dem es um die DDR-/BRD-innerdeutsche Grenze geht. Doch seht selbst. Werner Lämmerhirt: Biker an der westdeutschen Grenze. Tangerine Dream: Hitch Hiker im kleinen Grenzverkehr Berlin/Berlin. Dein Herz kennt keine Mauern.

Der Witz kommt trocken. So geht Zeitgeschichte. Gar nicht auszudenken: Wenn Udo Lindenberg, Peter Maffay, aber auch Karat, die Puhdys und Co. ihre Akten den innerdeutschen Grenzverkehr betreffend öffnen würden. Zeit für ein diesbezügliches Sondermuseum in Pankow. Sonderzug in Planung. Wir schließen uns ein auf dem Klo und hören Westradio.

Danke, Jerome Froese.

1440/16: HIStory: ‚Wittstock statt Woodstock‘ #DDR #Hippies

DDR-Flagge


Wittstock statt Woodstock

Die Einführung des Videos ist mistverständlich: Erst gibt es die üblichen Verdächtigen von wegen, es sei gesperrt aus Urheberrechtsgründen, aber wer das Video in Ruhe weiterlaufen lässt, bekommt das Tor aufgetan Richtung grundlegende Erkenntnisse über die Hippies der DDR, eine Dokumentation über „richtige Gammler“, also langhaarige Hippies im Ostdeutschen. Und nu kugge…besser auch ganz unten!

Zu Wort kommen Zeitzeugen. Darunter auch solche, die wir heute noch kennen, wie Knorkator Gitarrist Basti. Oder Jörg Schütze, genannt Speiche. Die ganze Klaviatur brauner Begriffe aus der Nazizeit boten Bürgerliche im Ostdeutschen auf, um sich sorgfältig von den langhaarigen Pennern abzugrenzen. Die Stasi legte operative Vorgänge an. Im Stasiknast singt ein Häftling Speiche „Keep On Running“ von der Spencer Davis Group vor und wird damit unsterblich.

„Früher hat man so was verbrannt,“ urteilt das Fußvolk im O-Ton von eingespielten Straßenstatements. Bzw. vergast. Das Frisurenkollektiv bestätigt: Man trägt jetzt das Haar voller. Entscheidend ist nicht Länge. Sondern die Fülle.

Die Schreibweise HIStory hat allerdings der King of Pop beeinflusst. Michael – Ruhe in Frieden.

Update: Nach Veröffentlichung Browserabsturz und bei Wiederaufruf Totalblockade. Spannend. Erst geht es, dann nicht mehr. Die meisten wissen sowieso, wie man das übergeht. Ärgerlich. Schade. Der Artikel bleibt.

1219/15: Historie: Im Schattenreich des Ungeregelten – Jürgen Kerth, ‚Der Blues von der Grauen Maus‘ (1982)

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Der Blues von der Grauen Maus, Juergen Kerth & Band, live 1982

Hochburgen waren private Kneipen und Tanzsäle im dörflichen Süden der DDR und an der Peripherie größerer Städte, etwa in Gaschwitz, Auerbach-Hinterhain, Annaberg-Buchholz, Röderau, Mülsen St. Niclas, Limbach-Oberfrohna, Pössneck-Schlettwein, Ebersbrunn, Teichwolframsdorf, Schöneiche, Eulo, Neupetershain, Ruhland, Altdöbern, Werben, Hohen Neuendorf, Teltow, Mahlow und Freiwalde. Dort führten geschäftstüchtige Betreiber ein anarchisches Regime, das sich um Hygiene, Jugend- und Brandschutz ebenso wenig kümmerte wie um die offizielle Zulassung der Bands. Wer den Einlass passiert hatte, betrat quasi rechtsfreien Raum. Hier war es eng, laut und verqualmt. Flaschen wurden herumgereicht, Bier, Wein und Schnaps in rauen Mengen ausgeschenkt. Manchmal pumpte der Alkohol das Adrenalin in die Höhe. Trotzdem ging es friedlicher zu als bei jeder Dorfdisco. Über dem Chaos thronte der Geist von „Love & Peace“. Und die Musik hielt das eigenwillige Happening wie eine Klammer zusammen. (Michael Rauhut)

Weiterführend

1161/15: Historie: Rock´n Roll, ich gab Dir die besten Jahre meines Lebens!

RocknRoll_Lexikon.DDR


Kevin Johnson „Rock´n & Roll, I Gave You The Best Years Of My life“

(Auszug aus DDR-Lexikon)

Rock´n Roll, ich gab Dir all die besten Jahre meines Lebens… (aus einem Song von Kevin Johnson)

Die Definition des Rock ’n‘ Roll in einem DDR-Lexikon wurde unter Mitwirkung zahlreicher Fachwissenschaftler erstellt. „WD“ steht für West-Deutschland. Quelle: „Kleines Lexikon A-Z“, Verlag Enzyklopädie Leipzig, 1959.

Was aber geschah am 7. März 1988 in Ost-Berlin?

Antwort

931/14: Historie: Flüstern und Schreien – Die Rockjugend der DDR – Eine Filmdokumentation

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Teil 1

Flüstern & Schreien – Die Rockjugend der DDR (1988), Teil 1

flüstern & SCHREIEN Report von 1988 von Regisseur Dieter Schumann über die Musikszene der DDR . Der Film lief 1988 in den DDR Kinos. Interviews und Live-Ausschnitte von Konzerten unter anderem mit den Bands: Silly, Sandow, Feeling B und Chicoree (Dirk Zöllner/Die Zöllner).

Tamara kommt zu Wort, die „Wilde Mathilde“. Und ein paar andere. Wer, ist dem Klappentext zu entnehmen. Und passt auf, Leute: Diese Zuckerwasserfrisur von Silly wird nicht zur Nachahmung empfohlen. Sie haben es selbst vor kurzem gesagt: Das klebte ganz furchtbar. Aber saugeil sah Silly schon aus, was? Ganz heiß: Schlohweißes Haar.  😉

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