1732/18: Lied des Tages: Blitze über Kreuzberg #MDK

Ich kam in dieses Leben – Ich glaube – das ich schrie – Ich kam in dieses Leben – Und wusste gar nicht wie –
Ich wuchs heran – Im Kampf um mich – Ich wurde Mensch – Ich wurde ICH – Und dann -Dann traf ich Dich
Blitze über Kreuzberg – Donner über ganz Berlin
Wir zeigten uns sofort die Krallen – Fanden sofort an uns Gefallen
Wurden Leben, Energie und Macht – Durch die Kraft der Leidenschaft
Kampf um Kommunikation – Kampf um Liebe und Licht
Die Freiheit die wir erschaffen – tötet uns doch nicht
Doch die Freiheit -die wir meinen – gibt es nicht im kleinen
Blitze über Kreuzberg – Donner über ganz Berlin

„Blitze über Kreuzberg“
Text: Volker Hauptvogel
Musik: Gerard Rudschuck, Volker Hauptvogel
Album: manifestation
Destinyrecords/ Broken Silence

3D Animation: Michael Hübinger http://www.huebinger.website/
Video: Stephan Noë http://www.stephannoe.com

Das ist wirklich tierisch. Das MDK und diese Auskopplung aus dem 2017 erschienenen Album Manifestation. Es kommt ja via Internet gar nicht so gut rüber: Wer den Silberling besitzt, also die CD, wird es bestätigen. Diese CD klingt wirklich erstklassig. Kein Wunder. Volker Hauptvogel dazu: „Im Grunde haben wir alles mit Neumann-Mikrofonen abgenommen. Erste Sahne.“ Verantwortlich für die Mixe war Jon Caffery, der die Toten Hosen langjährig mixte. Die Verlinkung ist lesenswert.

Die Musik hat was resolutes Absolutes: Das Album heißt Manifestation. Und genau so klingt es auch.

Bela B. Felsenheimer (Die Ärzte) war im Hintergrund ein Förderer.

Weiterführend

1051/14: Nachruf: Michael Wahler aka „Käptn Suurbier“ (1962-2014) – Von H.P. Daniels

Kerze (animiert)

„Danke, H.p.! Wenn ich mal dran bin, wünsche ich mir auch einen Nachruf von Dir!“ (Norbert Hähnel aka „Der Wahre Heino“ auf facebook in der Gruppe „Die Suuhrbiers“ zur Veröffentlichung des Nachrufs)

Er war „Käptn Suurbier“. Sein Verhalten verbuchte man unter „Punk“

Fußball oder Rock ’n‘ Roll – als die einzigen Wege um rauszukommen? Aus Enge und Beklemmung. So jedenfalls wird es manchmal gesagt. Von einer bestimmten Art von Romantikern, wie auch Michael Wahler einer war. Fußball und Rock ’n‘ Roll als Ausweg aus unglücklichen Verhältnissen. Frust und Ängste wegballern. Rausballern.

Michael Wahler war ein guter Fußballer und ein hübscher Junge. Sportlich, drahtig, wendig, schnell. Er stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Vater Wahler, der „Herr Doktor“, hatte eine erfolgreiche Firma für Fahrzeugbau, die Familie lebte nobel im gediegenen Frohnau – gleich um die Ecke von Reinhard Mey, den Micha verehrte, dessen Lieder er mochte. Micha ging aufs Gymnasium in Hermsdorf, machte Abitur. An Geld hat es nicht gefehlt. An etwas anderem vielleicht. Wärme? Liebe? Anerkennung?

Der patriarchalische und jähzornige „Herr Doktor“, der Rilke und Mörike schätzte, schrieb in seinen ruhigen Momenten selber Gedichte und sorgte sich um das Fortkommen seiner Söhne. Auf seine eigene strenge unerbittliche Weise, wie das ein Patriarch so tut. Er hätte seine Jungens gerne in seine Firma eingebunden, zu seinen Nachfolgern gemacht. Aber die waren ja mehr dem Künstlerischen zugeneigt. Wie er mit dem jovialen Unterton einer gewissen Anerkennung, aber auch ein wenig resigniert konstatierte.

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838/13: Linktipp: Was H.P. Daniels weiß über den kleinen Unterschied zwischen Quartier Latin und Quartier Latent

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Trauerkerze

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NINA HAGEN BAND – 1. Live Gig (Quartier Latin, Berlin | 28.2.1978) and …(via youtube)

Das Quartier Latin war mehr als nur ein Wintermärchen, damals, und als es in Wintergarten umbenannt wurde, hatte es seine Hochzeiten schon verwirkt. So z.B. die Premiere der großartigen Nina-Hagen-Band, die hier stattfand. Und nirgendwo anders. Die Chefs des Hauses waren Christa und Manfred Saß.

Im selben Haus, in dem das Stadtmagazin TIP einst saß an der Potsdamer Str. 96 in Berlin-Schöneberg, saß auch das Ehepaar Manfred „Manne“ Saß und seine Frau Christa Saß. Am 28.06.2013 veröffentlicht H.P. Daniels aktuell im Berliner Tagesspiegel einen Nachruf auf die vormalige Göttergattin Christa.

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702/12: Historische Schmachtfetzen: Die Ärzte „Du willst mich küssen“ oder: Wie ich mein Leben als „reaktionäre Sau“ fristete

Banner Legenden: Historische Schmachtfetzen

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 Du willst mich küssen! Die Ärzte (via youtube)

Das waren noch Zeiten. Seufz. 1983 haben die Ärzte den Senatsrockwettbewerb gewonnen. Das Finale gewannen sie im Quartier Latin, heute „Wintergarten“ an der Potsdamer Str.. Monika Döring, Chefin vom „Loft“ (Nollendorffplatz) beschimpfte jeden, der „ihre Ärzte“ nicht zu Siegern erkor, als“reaktionäres Schwein“. Mich vor allem. Womit sie Recht hatte.

Viel später dachte ich, ich hätte damals als Jurymitglied auch für „Die Ärzte“ stimmen sollen. Ich votete seinerzeit für Paul Joses. Egal, die Sache ist verjährt. Die Ärzte sind ohne meine Stimme weiter gekommen und haben eine sehr beeindruckende Karriere gemacht. Chapeau dafür.