1873/19 #Tageslied Sie will immer nur liegen, denn liegen ist Frieden

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Ich wache auf und mein Bett ist schön warm
Und ich halt mein liebstes Kissen im Arm
Ich hör den Vögeln zu,
Die sagen, schön, dass Du
Uns zuhörst

Aber leider ist da diese Stimme im Kopf,
Die sagt, besorg dir mal n richtigen Job,
Du hast n Loch im Bauch
Und ab und zu willst du auch
Mal was kaufen

Du musst jetzt
Aufstehen, rausgehen
Zähneputzen, eincremen, abnehmen
In die Zeitung gucken
Losgehen, anstehen, draufgehen

Hörst du die Stimme, die sagt,
Nutze den Tag

Aber ich will nicht
Ich will lieber hier liegen
Für immer hier liegen
Denn Liegen ist Frieden
Mein Geschenk an die Welt

Wenn ich aufsteh‘ hab ich Temperament
Das lass ich aus an jedem Mensch, den ich kenn
Oh Mann, ich tu euch allen
Einen riesen Gefallen
Wenn ich hier bleib

In der Welt gibt es zu viele Gefahren
Letztens ist jemand ohne Vorfahrt gefahren
Ich hab noch nie gehört,
Dass jemand liegend ganz plötzlich tot umfiel

Lyrics: Elen © 2019 (Liegen ist Frieden)

Dass man an das Ende eines Artikels Links unter die Überschrift Weiterführend setzt, die dem Interessierten den Gefallen tun weiter zu stöbern, ist Dienst an der Menschheit oder Freundlichkeit dem Internetuser gegenüber, an und für sich. Oder es läuft mal umgekehrt. Über diese Elen (Elen Wendt), von der wir hier mehrmals berichteten, kann nun lesen, wer mag: Eine Weile war sie aus dem Gedächtnis gerutscht. Da war sie vermutlich heimlich im Studio. Oder unheimlich. Unheimlich oft. Unheimlich viel, fleißig. Regelmäßig gute, glücklich machende musikalische Gäste der besten Backgroundsängerin Deutschlands, Ina Müller, und große Gesten der Musikalität. Möglicherweise ist 2019 diese Website blackbirds.tv der deutschsprachige Grund für die technische Möglichkeit, Deutschlands beste Backgroundsängerin zu suchmaschinen. Mal eine Suchmaschine zum Spaß, los – Hier. It´s just A click on one mouse: Findet es raus. Probiert es aus.

Nun gibt es zwei Videos, eins aus Ina Müller-Show, wir erfahren, Elen ist inzwischen bei Universal Music unter Vertrag. Wir wussten, sie durfte Marius Müller-Westernhagen auf Tour begleiten. Direkt von der Straße weg engagiert, von Marius. So isser eben, der Degen. Ob sie aktuell auch Straßenmusik macht, wissen wir nicht. Da wäre dann immer noch Alice Phoebe Lou. Entscheidend ist, dass wir den Vergleich beider Videos anbeaten, also die Werbetrommel rühren, denn nun klappert die Mühle im rauschenden Hach! Ha ja! Och nee, wer hätte es gedacht? Einmal das offizielle Video, dessen schräg sein liegend stattfindet. Wir selbst bevorzugen Ina Müllers Nacht. Wir Eulen aus Athen.

Elen: Großartig. Danke für die Musik. Lautes Handclap-Geklapper.

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Der Berichterstatter

Weiterführend

 

1416/16: Breaking News: Die Berliner Straßenmusikern Elen muss 1.000 EUR Strafe zahlen. Die Musikszene ist verärgert.

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An einem guten Tag verdient die Sängerin mit ihrer rauen, tiefen Stimme 30 bis 40 Euro. An einem schlechten sind es nur ein paar Cent. Viel Geld ist das zwar nicht, sagt Elen, aber dafür sei sie schon auf so viele andere Weisen belohnt worden. Da ist zum Beispiel das vierjährige Mädchen, das immer ganz vergnügt mit ihren kurzen Beinchen zum Takt wippt – und die Sängerin am Ende umarmt. Da ist die Frau, die ihrem autistischen Sohn eine CD der 24-Jährigen mit Cover-Stücken vorgespielt und Begeisterung in seinen Augen gesehen habe. Als sie Elen davon erzählt hat, hat sie aus Dank geweint. (Quelle: Tagesspiegel, hier)

Hier geht es um eine Eilmeldung und um Solidarität. Für eine sachliche Stellungnahme war die Redaktion dieser Website gerade nicht zu gebrauchen. Wir bitten um Entschuldigung. Eine Polemik.

Dass Elen Wendt vortrefflich Straßenmusik macht und bei Bedarf Marius Müller-Westernhagen ein Vorprogramm gibt, hat sich herumgesprochen. Ebenso sehr hat sich das ärgerliche, rechthaberische Verhalten des Ordnungsamts Berlin-Mitte herumgesprochen, mit dem Wendt in der Art einer widerlichen Indiefada (neues Wort) gejagt und gehetzt wird: Mit Bußgeldverfahren. Es geht um deutsche (Kultur)Peinlichkeit pardon Reinlichkeit. Vorschrift ist Vorschrift und Gesetz ist Gesetz. Drei Bußgeldbescheide waren angefochten. Wir haben hier darüber berichtet.

Jetzt hat das Gericht entschieden und im Ergebnis 1.000 EUR Bußgeld festgesetzt. Uns geht es hier nicht um haarkleine therapeutische Aufarbeitung von Behördenbullshit. Wie wir heute aktuell aus der Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook hören, haben sich deren rund 17.000 Mitglieder zur Solidarität mit Elen Wendt entschieden. Vorgeschlagen wird, dass das Urteil mit der Bankverbindung als pdf ins Netz gestellt wird und dass jeder einen Mikrogeldbetrag an die Landeskasse überweist. Dann gibt es rund 17.000 Kleinstüberweisungen (vorsichtig noch schnell nachrechnen) und die Verwaltung darf wochenlang die Beträge auf die Strafe verbuchen und verrechnen.

Es würden auch gleich ein paar zusätzliche Mitarbeiter in der Buchhaltung benötigt. Was für ein Scheiß. Schämt euch, Elens Musik im öffentlichen Interesse oder im Namen des Volkes zu verurteilen. Wir sind das Volk, und ist der Spruch auch noch so abgenutzt. Wir hören uns noch. Und weint ruhig: Wie die oben angesprochene Mutter des autistischen Kindes. Euren Autismus kann man behördlich nennen. Oder menschenverachtend. Pfui.

Weiterführend
Indiefada Flyer

(Die nachfolgenden Interaktionen werden sich noch organisieren.)

1369/16: Kritik: Nur wenn sie laut ist. Am Beispiel der Straßenmusikerin Elen Wendt zeigt sich die hässliche, deutsche Fratze

icon Positionen

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

One letter difference: Dass der Rechtstaat zum Rechtsstaat verkommt, liegt in der Hinzufügung eines Buchstabens. Oder: Der äußerst unliebsame, digitale Rechtstaat, mit harschen Vorschriften gegen die Vorstellung, ein bisschen Musik im öffentlichen Straßenland zu machen. So kleinkariert. So widerwärtig. So deutsch.

Die Straßenmusikerin Elen Wendt ist hier schon vorgekommen und mit gutem Grund: Sie mag Musik, wenn man ihr zuhört. Derartiges ist allerdings noch keiner besonderen Erwähnung wert. Denn hinzu kommen muss, dass sich beim Zuhörer ein Wohlgefühl unmittelbar nach der Wahrnehmung einstellt.

Das ist im genannten Fall eindeutig so.

Regelmäßig tritt die Musikerin im öffentlichen Raum auf. Der öffentliche Raum ist das Ziel jeder Musikdarbietung, die davon lebt, wahrgenommen zu werden. Dass die Musik überhaupt wahrgenommen werden kann, verstärkt nach landläufiger Meinung, auch von Experten, den Erlebnisgenuss von Musik an und für sich. Vor ein paar Tagen war denn auch die in Berlin bekannte Busking Band Ruperts Kitchen Orchestra ihres nicht immer unumstrittenen Gründers und Drummers Andreas Raab beim Sender RBB am Hackeschen Markt zu sehen. Der öffentlich rechtliche Sender hatte die Band sicherheitshalber in einen Glaspavillon gestellt und ließ sie ein bisschen demoartig vortragen. Das Video der Sendung ist unten verlinkt. Raab erklärt darin eingangs, „wir klingen eigentlich ganz anders.“ – Eben: Man kommt nur nicht immer dazu. Hat Udo gesungen.

Im Kern des RBB-Berichts stand dabei auch die Genehmigungsregelung im verwaltungsbürokratischen Prozedere von genehmigungspflichtiger und genehmigungsfreier Straßenmusik. Drummer Andreas erläuterte: Es macht für Behörden den relefanten Unterschied in der Beurteilung, ob zum Zwecke der Musikausübung Verstärkeranlagen genutzt würden oder nicht?

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