1447/16: Nachruf: Tibor Kneif (* 9. Oktober 1932 in Bratislava; † 26. Juli 2016 in Berlin) – Too old to Rock´n Roll

Kerze (animiert)

Jemandem eine Kerze hinzustellen, ist ein Akt der Achtung. Wenn jemand sein Leben lang immer beide Seiten der Kerze anzündet, verschleißt es sich. Davon ist bei einem Jahrgang 1932 nicht zu sprechen. Fest steht indes, dass Tibor Kneif mindestens eine achtvolle Trauerkerze verdient hat. Wie ich erst jetzt erfahre, ist Kneif bereits am 26. Juli 2016 in Berlin gestorben.

Tiburtius ‚Tibor‘ Kneif war ein Besonderer und hatte große Bedeutung in der deutschen Musikszene. Weithin geachtet, schrieb er 1981 eine wissenschaftlich präzise „Einführung in die Rockmusik“. Daneben rezensierte er die Musikszene an und für sich in vielfältiger Hinsicht und wurde als sachverständiger Autor mit einer besonderen Beobachtungsgabe und tiefgreifendem Verständnis musikkultureller Zusammenhänge geschätzt. Von ihm stammen Sätze wie der über den Schlagzeuger der Hamburg Blues Band und damaligen Interzone- und Escalatorz-Schlagzeuger Hansi Wallbaum, wörtlich zitiert: Wallbaum sei „der erfindungsreichste Schlagzeuger der Stadt, der rhythmisch wie farbig abwechslungsreiche und intelligente Schlagmuster entwirft“ (Tagesspiegel vom 27. Juni 1981, Artikel ganz unten, danke H.P.).

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536/11: Linktipp: Zum heutigen Geburtstag von Les Paul berichtet H.P. Daniels im TAGESSPIEGEL

H.P. Daniels (Foto/Quelle: H.P. Daniels, myspace)

H.P. Daniels (Foto/Quelle: H.P. Daniels, myspace)

 Banner FotoCreditsCurt Nolte mit Dank

Die Gitarrenfirma Gibson, der er seine Entdeckung 1946 anbot, wollte so eine komischen „Besenstiel mit Tonabnehmern“ zunächst nicht bauen. Doch als der Radiotechniker Leo Fender 1951 mit der Fender Broadcaster (später umbenannt zu Telecaster) auch eine Massivholz-Gitarre auf den Markt brachte, entschied sich Gibson, das Modell „Les Paul“ serienmäßig zu produzieren. (H.P. Daniels zum Geburtstag von Les Paul im Tagesspiegel, Link unten)

Um sich im Popolymp der schreibenden Zunft einzuschreiben, bedarf es der Themen-Berichterstattung mit einem Quantum Zeitlosigkeit, also Themen, die über den Tag hinaus Bedeutung erlangen bzw. behalten. Heute hat der Gitarrist und Tüftler Les Paul seinen Geburtstag zu feiern, da oben im Himmel. Google war das einen doodle wert. Und H.P. Daniels schreibt im Tagesspiegel eine kurze Geschichte über das Leben dieses Herrn. Auch aus eigener Erfahrung: Als Anfang der Achtziger Daniels die Band „Escalatorz“ anführte, da begleitete ihn sein 2008 verstorbener Gitarrist Andreas Römer auf einer LES PAUL. Wie immer, wenn Daniels was schreibt, ist es lesenswert und wird daher gern empfohlen.

283/10: Linktipp: Wer es noch nicht gemerkt hat: Krautrock ist hier ein Thema und Michael Rother auch!

H.P. Daniels (Quelle: myspace)

H.P. Daniels (Quelle: myspace)

H.P. Daniels war früher, in den 80-ern der Mastermind einer Berliner Band namens Escalatorz. Das ist leider Geschichte, das war ne coole Band! Heute tritt er nur noch gelegentlich auf. Allerdings beschäftigt er sich viel mit Musik, und zwar auch für den Berliner Tagesspiegel. Wie z.B. am 22.09.10! Ein Interview seinerseits mit Michael Rother, der als Interviewpartner ebenfalls in der hier bei uns abgebildeten Krautrock-Dokumentation der BBC vorkommt, finden wir aus aktuellem Anlass so interessant, dass wir uns erlauben möchte, darauf gezielt hinzuweisen.

Gut gemacht und danke, H.P. Daniels! Wer sich jetzt fragt, was Krautrock ist, folge bitte den Links unten! Merci bien….

(mit bestem Gruß an H.P.)