1127/14: Historie: Der Berliner Senatsrockwettbewerb, die Band „Artischock“ und die Behauptung „Die Wüste lebt“

ROCK CITY Berlin: Band "Artischock" Ausgabe 1983/84

ROCK CITY Berlin: Band „Artischock“ Ausgabe 1983/84


Berlin Rock News, Artischock Teil 1

Die Bilder sind verrauscht und im Format 4:3, und passen nicht so richtig in die neue, digitale Welt von 16:9 oder 16:10. Ansonsten kommt die Berliner Band „Artischock“ erfrischend normal rüber. Ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit. In die Zeit, als Senator für Kulturelle Angelegenheit im Rahmen der Freie-Gruppen-Förderung hier und in „Fehlbedarfsfinanzierung“ investierte, was für ein Unwort. Bezahlt wurden Plattenproduktionen, Studiozeiten, Tourneen und „Saure Gürkchen Sans Souci“, die der junge Veranstalter Peter Schwenkow als Organisator des „1. Berliner Rocktopfs“ in der Berliner Waldbühne korrekt abrechnete.

Das Quartier Latin war latent. Systemimmanent. Eine bekannte Band wie IDEAL, macht dreimal das Kantkino (an der Kantstr. 54, Charlottenburg) voll, weiß Wolfgang Hagen, Journalist, den Titelsong „Rock´n Roll Ausverkauf“ niederzuschmettern, im obigen Video, Teil 1. „Dazu müsste doch der Verkauf erst einmal anfangen.“ Olaf (RIAS) Leitner sitzt dabei.

1. Berliner Rocktopf am 30. Juli 1980 Waldbühne

1. Berliner Rocktopf am 30. Juli 1980 Waldbühne

Alles, was da auftrat, auch. Die Berliner Band „Artischock“ war konsequent da. Achim Schmidt, Schlagzeuger, ein Apologet der wirtschaftlichen Vernunft, weiß genau abzuwägen: Als ungelernter Zahntechniker verdient er Geld, ansonsten war er als Musiker im unbezahlten Urlaub auf Tournee unterwegs, weiß der kundige Interviewer Flöhe aus dem Bauch zu fragen. Oder ist der Traum als Rockstar ausgeträumt?

Martin Deuker arbeitet(e) als Klavierstimmer und ist der Bruder einer deutschen Musiklegende, die ihr ganz alltägliches Copyright kaum zu verteidigen braucht. Denn IDEAL´s (Bassist Ulrich Deuker) Rechte werden finanziell immer noch in vernünftigen Dimensionen jährlich abgerechnet. Bruder Martin Deuker (Gitarrist bei Artischock) selbst hatte jahrelang ein eigenes Copyright. So hieß jedenfalls eine spätere Band von ihm.

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Die Geschichte des Krautrock

1122/14: Video: Krautrock Night

Die Geschichte des Krautrock

Täglich fit mit 2 g Shit… (Guru Guru, Der Elektrolurch, früher: Losungsversuche für ein besseres Leben)

Die Geschichte des Krautrock ist inzwischen verbrieft. Berichtet wurde über diese „zeitgenössische Musik“ hier des Öfteren und bei passender Gelegenheit immer wieder. Das ist auch der Grund, warum wir die Sache fortsetzen dürfen.

Vieles hat seinen Ursprung in jenen „deutschen Jahren“, die im Vergleich zu früheren die besseren Jahren waren, historisch platt betrachtet.

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1000/14: Geschichte: Der Hamburger Star-Club, Frank Dostal, Achim Reichel, Led Zeppelin und „Stairway To Heaven“

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Der Star-Club war ein Hamburger Musikclub, der am 13. April 1962 eröffnet und am 31. Dezember 1969 geschlossen wurde. Die Adresse des Star-Club im Hamburger Stadtteil St. Pauli war Große Freiheit 39.

Eine pittoreske Anekdote über den berühmten Hamburger Star-Club stellt dieses Video dar. Das heutige GEMA-Aufsichtsratsmitglied Frank Dostal (Komponist u.a. „Das Lied der Schlümpfe“), früher Rattles-Mitglied und sein Kompagnon Achim Reichel übernahmen 1969 den Star-Club als Meistbietende. Und wagten eine gekonnte Prognose über die Zukunft dieses Clubs. Hier das Video dazu.

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Rock City Berlin - sechs Jahrgänge!

998/14: Video: Die Berliner Band Xox-Rock und „Gummibär“, Kuckuck und Rock City Berlin

Rock City Berlin - sechs Jahrgänge!

Rock City Berlin – sechs Jahrgänge!

xoxrock gummibär live beim Platzfest des KUKUCK in Berlin am 3.5.1984

Hach, die Achtziger waren „zuckersüß“, im Westen Berlins. War das die Gnade der falschen Orts erlittenen Geburt? Egal. Hier zu sehen: Die Band „XOX Rock“, am Gesang/Gitarre: Michael „Micha“ Strahl. Micha erlangte auch in größerem Zusammenhang Bekanntheit als Zeichner für das Stadtmagazin ZITTY. Er hatte sich „den Musiker an sich“ zeichnerisch vorgenommen und einigermaßen erfolgreich verballhornt. Das Wesen, dessen Name „Paul, die Ratte“ noch vielen in Erinnerung sein wird, zierte mit einer kurzen short story jede Ausgabe des Stadtmagazins.

Als ich 1986 die Chefredaktion des Jahrbuchs der Berliner Musikszene „ROCK CITY BERLIN“ unter meiner Fuchtel hatte, beschloss ich für das Titelbild „Paul „Micha“ Strahl, die Musikerratte“ (:-)) zu beauftragen. Heraus kam eine feine, illustre Rattenszene vor feuchtem Proberaummauerwerk in airbrush-Technologie. Eine sehr schöne Arbeit. Das Foto oben zeigt in der unteren Reihe links den Titel dieses „must have“ der frühen Achtziger. Nachdem das Buchprojekt (Verlag Frieling & Partner) in neue Hände wechselte, wurde es nach nur einer weiteren Ausgabe (Wolfgang Flamm) sang- und musiklos, klanglos, eingestellt. Schade eigentlich: Das Baby war tot.

983/14: Video: Ein altes Auftrittsvideo der „RAINBIRDS“ wirkt wie eine Blaupause für den späteren Erfolg #Lied des Tages

_icon.Tageslied

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„Noch ohne Rod , ohne Plattenvertrag , ohne Blueprint – aber mit ganz viel Jefühl in Zehlendorf.“ (schreibt Bassist Beckmann)

Sängerin Katharina Franck konnte auch schon vor dem europaweiten Großerfolg von BLUEPRINT singen. Bassist Beckmann zupft dazu, in Berlin-Zehlendorf unter irgendeinem schönen, offenen, blauen Himmel. Hach.

Schön anzusehen, das Video. Bassist Beckmann hat´s wieder gefunden. Es muss auf dieser Seite gezeigt werden. Hier gehört es her. Und dem Herrn am knurrigen Bass ist zu danken.

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937/14: Historie: Erinnerungen an eine Rockband namens „Anyone´s Daughter“ und das Hesse-Stück „Piktors Verwandlungen“

Hermann.Hesses.Verwandlungen

Teil 1: Piktors Verwandlungen – Anyone´s Daughter (via Youtube)
– 01 Piktor
– 02 Erstes Vorspiel
– 03 Erster Teil der Erzaehlung
– 04 Purpur
– 05 Zweites Vorspiel

Hesse: „Piktors Verwandlungen“

Einst besaß ich eine Platte dieses Namens. Damals waren Platten schwarz. Heute spielt man Musik in einer Grauzone mit irreführenden Warnhinweistafeln ab: Die GEMA! Doch das ist eine andere Geschichte.

Die deutsche Band „Anyone´s Daughter“ berührte mich ein-, zweimal in meinem Leben, weil ich ihre Aufführung dessen live erleben konnte. Und die Band war saugut. Hammer.

Die Geschichte auch. Ich erwarb sie für schmale Taler.

Und dann kam das CD-Abspielgerät. Die Platte verschimmelte irgendwo im Keller, wie so vieles, im Orkus meiner Geschichte. Heute fiel mir die Geschichte wieder ein. Ich hab einfach die Verwandtschaft gefragt: Tante Gugel war relativ auskunftswillig. Die Geschichte geht so, man muss allerdings bisschen Zeit mitbringen, sie zu lesen:

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931/14: Historie: Flüstern und Schreien – Die Rockjugend der DDR – Eine Filmdokumentation

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Teil 1

Flüstern & Schreien – Die Rockjugend der DDR (1988), Teil 1

flüstern & SCHREIEN Report von 1988 von Regisseur Dieter Schumann über die Musikszene der DDR . Der Film lief 1988 in den DDR Kinos. Interviews und Live-Ausschnitte von Konzerten unter anderem mit den Bands: Silly, Sandow, Feeling B und Chicoree (Dirk Zöllner/Die Zöllner).

Tamara kommt zu Wort, die „Wilde Mathilde“. Und ein paar andere. Wer, ist dem Klappentext zu entnehmen. Und passt auf, Leute: Diese Zuckerwasserfrisur von Silly wird nicht zur Nachahmung empfohlen. Sie haben es selbst vor kurzem gesagt: Das klebte ganz furchtbar. Aber saugeil sah Silly schon aus, was? Ganz heiß: Schlohweißes Haar.  😉

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884/13: Video: Historisches Video von 1981 der Berliner Band „Mon Dyh“ – Stück: „Confused Mind“

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Mon Dyh – „Confused Mind“ (live 1981)

Gesang, Gitarre: Andreas Pröhl
Gitarre: Harald Künemund
Bass: Harald Frohloff
Schlagzeug: Markus Worbs

Sie waren Anfang der Achtziger des vorherigen Jahrhunderts (!! Oh Gott !!) in Berlin ziemlich bekannt, eine umtriebige Band, die uns vor allem auffiel durch den Gitarristen und Sänger Andreas Pröhl, der ein Klassesänger war. So war´s damals: Der Gitarrist trug die Haare offen, der Schlagzeuger die Toms (ohne Resonanzfell). Letzterer trug sie nicht, sondern -grausam genug- verhaute sie.

Die „Sauerkrautszene“-Berichterstattung 🙂 weiß über die Band hier zu berichten.

In einem Forum fanden wir noch dieses Zitat: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“ – Und ja, warum nicht?

Zwei weitere Stücke der Band kannst Du Dir hier ansehen.

729/12: Historische Schinken: Die LOK Kreuzberg als Urzelle guter Musik in Deutschland!

Wir hatten die Schnauze voll von den Pennern und Pissern und Besserwissern, und Manne Praeker sagte, wenn ihr wollt, nehmt unseren Übungsraum. (Volker Hauptvogel, früher Sänger von MDK, Erinnerungen)

Das waren schon sehr gute Musiker, die Lokomotive Kreuzberg. Man hört es, wenn man sich diesen Zusammenschnitt genauer durchhört. Das war ne ganz andere Zeit, da waren alle noch politisch. Heute sind die, die früher politisch waren, auch noch „-tisch“, also zu Tisch. Oder wieder abgehauen aus der Exklave West-Berlin. Nicht wenige Musiker von der Lok Kreuzberg waren bekennende SEW-Mitglieder. Weiterlesen

703/12: Historie: Der 20. Jahrestag der DDR und die Rolling Stones – powered by phoenix

Berlin, 7. Oktober 1969. Die DDR feiert ihren 20. Geburtstag. Doch viele Jugendliche beschäftigt ein ganz anderes Ereignis. Die Rolling Stones sollen an diesem Tag auf dem Dach des Westberliner Verlagshauses Springer ein Konzert geben, so verkündete der RIAS. Natürlich wissen auch Polizei und Staatssicherheit bald von dem Gerücht. Sie wollen um jeden Preis verhindern, dass der Glanz der Jubiläumsfeier durch langhaarige Beat-Fans in der Nähe der Staatsgrenze getrübt wird. Am Morgen des 7. Oktober sind in Berlin Hunderttausende zum Festumzug auf den Straßen.

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658/12: Gigs, Review: Olaf Maske performed das „Lied von der Krummen Lanke“ von Fredl Sieg

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0012: Olaf Maske – Das Lied von der Krummen Lanke – performed live! (via youtube)

Performed live am 09.03.2012 im „Wilma 163“, Ökomenischen Zentrum, Wilmersdorfer Str. 163, Berlin-Charlottenburg

Kategorie: Berliner Gassenhauer – Die nachfolgende Textfassung ist exemplarisch, Abweichungen hiervon sind bekannt.

Vor zwei Jahren im August
Habe ich noch nich jewusst,
Dass ich heute Klagelieder singen muss.
Damals hatt‘ ich g’rad entfernt
Erst de Emma kenn’jelernt;
Ach, und heute is schon mit der Liebe Schluss.
In ’nem Grunewaldlokal
Sah ich sie das erste Mal,
Sie trank Kaffee und aß Liebesknochen ‚zu.
Und ich schlängelte mich ran,
Und wir fing’n zu meckern an,
Und um achte sachten wir schon beede „Du“.

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478/11: Historie: Der letzte Auftritt von Jimi Hendrix, Beate Uhse und die Erinnerung an Fehmarn


Fehmarn Love & Peace Open Air 1970 silent 8mm (diff. source) w/ Jimi Hendrix

Merke: Wenn einer was bloggt, das dich an was erinnert, was du selbst erlebt hast, dann spricht man nicht von Bockmist, sondern von Experience, vom Lesen aus Erfahrung. Auch nicht vom Bloggmist. Die Experience lässt sich nun teilen, man lebt vom Gesagten! #Experiences – Aus der Filmdokumentation wird deutlich, dass die Godmother des „german porno“ Beate Uhse ihre Hände tief drin hatte: Das Festival war in finanziellen Schwierigkeiten und die Flensburgerin half mit, dass das Desaster nicht grenzenlos wurde. Zurück bleiben „romantische Erinnerungen“.

Es ist wirklich lange her: Jimi Hendrix trat am 06. September 1970 auf Fehmarn auf, und dann starb er uns einfach so weg: es war einer der schmerzlichsten Verluste aller Zeiten. Weitere wie dieser sind im „Club of 27“ vereinigt: Janis Joplin, Jim Morrison…. Aber auch die Berliner Band Ton, Steine, Scherben unter der Ägide des späteren Königs von Deutschland, Rio Reiser, trat dort auf, noch unter dem Namen Rote Steine. Das ist jetzt Geschichte und gleichwohl bleibende Erinnerung. So wie bei Mark Eins, der sich heute daran erinnerte. Weil Hollow Skai was bloggte.

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392/11: Historische Schinken: The Petards stritten 1966 vor Gericht, es ging laut zu!

The Petards, darüber schreibt die deutsche Wikipedia auszugsweise folgendes:

1966 musste sich die Band infolge eines Konzertes vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten – der Vorwurf lautete auf „Lärmbelästigung“. Einzigartig in der Geschichte des Rechtswesens dürfte wohl die Beweisfindung des Richters gewesen sein: Er bat die Band, im Gerichtssaal zu den Instrumenten zu greifen – nur so könne man feststellen, ob es bei den Konzerten „geräuschvoll“ zuginge. Das „unerträgliche Gedröhne“ der Vorführung vor Gericht war der Beweis und zog eine Strafe von über 50 DM nach sich. (Quelle: hier)

Inzwischen dürfte gerichtsbekannt sein, wie laut Rockbands sind und das bestimmte Formationen, etwa eine Rock´n Roll-Stehkapelle leiser spielt, als eine Heavy-Mädel-Band! Hip Hip!

224/10: FotoPaparazzi: Legende J.-E. Berendt schrieb 1953 das Jazzbuch #Historische Schinken

FotoPodcast: Schautafel - Das Jazzbuch (1953)

FotoPodcast: Schautafel - Das Jazzbuch (1953)

Damals hieß Jazzmusik noch „Negermusik“, niemand nahm daran Anstoß. Heute undenkbar. Wie geschnitten Brot verkaufte sich dieses Buch und es stand bald in Deutschlands Gelsenkirchener Barock-Wohnzimmern (tja, Jüngere, mal nach googlen…, ich mein, nach den Wohnzimmern!). Joachim-Ernst Berendt ist sicherheitshalber verlinkt. Der Mann war mal wichtig in Deutschland. Das Foto zeigt ein Schaubild aus der 4. Auflage der 1953 erschienenen Erstveröffentlichung.

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