1792/19: Audio: „Mein Osten“ – Silbermond

The Dark Side Of The Moon #DSOTM (ani/gif)

The Dark Side Of The Moon #DSOTM (ani/gif)


Silbermond – Mein Osten

Ich seh noch die traurigen
Bilder einer dunklen Nacht
Im Lauftext steht der Name
Meiner Heimatstadt

Ich vergess nicht, wo ich herkomm
Vergess nicht, wo ich herkomm

Ich kenn dich, ich kenn dich gut
Mein Osten, mein Osten
Versteh zum Teil auch deine Wut
Mein Osten, mein Osten
Aufgeben nicht deine Art
Und nicht komplett im Arsch
Mein Osten

Risse gehen durch Familien
Und ein Riss geht auch durch mich
Denn ich weiß, mit Mittelfingern
Lösen wir dieses Problem hier nicht
Werden reden müssen, streiten
Um Kompromisse ringen müssen und so weiter
Aber was nicht hilft, sind wir uns da einig
Ideen von 1933

Vergiss nie, wo du herkommst
Vergiss nie, wo du herkommst

Ich kenn dich, ich kenn dich gut
Mein Osten, mein Osten
An deiner Schönheit kratzt die Wut
Mein Osten, mein Osten
Aufgeben nicht deine Art
Und nicht komplett im Arsch
Mein Osten

Meine Wurzeln, mein Revier
Mein Osten, mein Osten
Hab Bescheidenheit von dir
Mein Osten, ich steh zu dir

Ich vergess nicht, wo ich herkomm
Vergess nicht, wo ich herkomm
Ich vergess nicht, wo ich herkomm
Vergess nicht

Ich kenn doch dein‘ freundlichen Blick
Mein Osten, mein Osten
Ruppig, herzlich, wie du bist
Mein Osten, mein Osten
Wir kriegen irgendwas hin
Dass deine Ängste nicht gewinnen
Mein Osten

Die dunkle Seite des Mondes ist nicht silbern. Sie haben jetzt lange keine Single mehr veröffentlicht. Sie gebar ein Klößchen, hieß es scherzenshalber. Sie, die Stefanie, nicht die Scherzinger. „Mein Osten“, singt Silbermond aus Bautzen und gibt seinen Senf hinzu. Ich habe nichts hinzuzufügen.

Weiterführend

* Was Olli Schulz übers Oma Erbsensuppe sagt

1788/19: Video: Neukölln, ist keine alte Crackhure. Sie ist eine Hure in ihrer puresten Form – Von Kalle Kalkowski

Video/Foto (Antonioni, Blow Up)


Kalle Kalkowski – Neukölln, Du alte Hure

Die Musik derjenigen Musiker, die aus einer bestimmten zeitgeschichtlich einzuordnenden Zeit Anfang der Achtziger im kalten Altbau-Westberlin kommen und heute noch leben, also ausnahmsweise, die klingt häufig ähnlich.  Man hört eine gewisse Metaphorik heraus. Die Wortwahl, Motive, verwendete Stilcluster: Alles wohlbekannt und gleich so wärmend: Aha, da isses wieder, das alte Westberlin. Ich liebte es. Ich liebe es.

Aus dieser Zeit kommt der nachdrücklichste und ungewöhnlichste Neuköllner Malermeister Kalle Kalkowski, dessen Auftritt ich immer mochte. Der gefühlt schon immer Musiker war. Mit meinem Freund Eddie Heidner (RIP) haben wir damals, ich erinnere ca. 1984, auf dem noch bracheleeren Moritzplatz in Kreuzberg Open-Hair-Konzerte der Langhaarigen veranstaltet und da war Kalle Kalkowski dabei und falls ich mich da nicht falsch erinnere, saß am Schlagzeug Ronnie Bosien (RIP). Oder war es Anja Kießling? Pofff: Anja hatte so einen unglaublichen Bumms. Ich werde sie mal fragen. Überhaupt hat offenbar bereits das Sterben teils eingesetzt. Ich find es bitterst. Neulich verwickelte ich jemand ins Gespräch übers neue Neukölln: Wie entwickelt sich eigentlich Neukölln? Wohin driftet es? Das gentrifizierte Neukölln: Ich mag das auch als Wort nicht. Und bekam Widerspruch, das wäre da nicht Fakt. Find ich nicht. Ich glaube, Neukölln ist inzwischen hip, noch hipper geworden als Hopp. Gangstas: Wie denkt Ihr darüber?

Der Alltag schleift den Menschen kerzengerade: Kalle Kalkowski hat immer nur Musik gemacht und lässt sich übers Kopfsteinpflaster schleifen. Machte bis heute Musik. Ich habe aktuell gar nicht nachgesehen. Ich hoffe, es geht ihm gut. Dies Video hier habe ich seit Jahren nicht vergessen, aber offenbar vergessen, hier als Lied des Tages vorzustellen. Ich finde es bedeutend.

Danke, Kalle. Falls Du noch Musik machst: Bleibt wie Du bist.

Ich widme diesen Artikel meinem 2019 verstorbenen Freund Edmund „Eddie“ Heidner und sende Eddie alle meinen guten Gedanken und meine Liebe hinterher.
Ruhe in Frieden.

Rechercheideen
Edmund Heidner und Radio Wedding hier suchen
Kalle Kalkowski hier suchen

1784/19: Positionen: Vom Versuch, die Zeit anzuhalten. Holding back the years!

blackbirds.tv (ani/gif)

blackbirds.tv (ani/gif)


Simply Red – Holding Back The Years

Versuche die Jahre zu verdrängen,
denke an die Angst, die Ich lange Zeit hatte.
Wenn es jemand hören sollte,
dann hört auf die Angst, die verschwunden ist.
Erdrückt von den Wünschen meines Vaters,
hoffe ich auf die Umarmung meiner Mutter,
die früher oder später zu mir kommt.

Versuche die Jahre zu verdrängen,
eine Gelegenheit für mich, um vor all dem zu flüchten was ich kenne.
Versuche die Tränen zu unterdrücken,
denn es ist nichts daraus geworden.
Ich habe all meine Tränen verschwendet,
habe all meine Jahre verschwendet.
Es gab nie eine Chance gut zu werden,
nichts könnte es jemals.

Das Lied ist schon etwas älter. Worum es mir im Kern geht, steht in den Lyrics: Die Jahre aufzuhalten. Denn im Kopf kann ich einfach nicht älter werdend denken. Jedenfalls ist mir der Gedanke nicht vertraut. Der traut sich was. Richtig. Es ist auch egal.

Ich wünsche den Lesern dieser Website ein schönes Wochenende.

Ich bin berührt.

Weiterführend
* Der Song als Reggae
* Der Song gesungen von Randy Crawford
* Der Song gesungen von Angie Stone