1772/19: Positionen: Der soziale Netzzwerg geifert Gift und Galle – Gedanken an unsere schöne, alte Dame „Belle“ #NotreDame

Der soziale Netzzwerg (Ani/gif)

Der soziale Netzzwerg (Ani/gif)

Ein kleiner Wichtel geht um im sozialen Netzwerk: Es ist der soziale Netzzwerg. Widerspruch wird aufgeknüpft, Basta!

Im Unterschied zum Fruchtzwerg geifert er Gift und Galle und hat nicht wie Heinz Erhardt, der Ältere, Gewürzgurke gegessen, mit der guten Gisela. Hier geht es um Gift und Galle. Um Gossip. Die Niederträchtigkeit der gedachten Gedanken. Der soziale Netzzwerg 2019 weiß ganz genau, wie es um die Deutungshoheit für die Lese- und Schreibschwächen anderer und deren abgesonderte Ungenauigkeiten steht. Gallertartige Magma (innen), nicht Lava (außen). Unmündigkeit der Anderen setzt er seine revoluzzerhafte Aufmüpfigkeit entgegen: Er fügt dem Beitrag (Post) eines Menschen Augenöffner hinzu, die unmündige Zwerge nicht selbst hätten ausdeuten können. Doch die Anderen, das sind wir. Woher denn auch? Das Leben ist zu vielschichtig, so vielschichtig wie eine Platte Multiplex. Außerdem können wir ja alle auch nicht mehr lesen. Wir können auch nicht mehr an uns halten, was raus muss, muss raus, sofort, möglichst schnell und ohne groß darüber nachgedacht zu haben. Reflexion? Das ist die Verspieglung der Tabletoberfläche bzw. die Vorspiegelung falscher Halbwahrheiten. Weggewischt auf dem Tatschscreen.

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1750/19: Positionen: Quo vadis Deutschland?

Maria Steuer - Zwischen Betonstelen! (Foto: Maria Steuer, Privatarchiv)

Maria Steuer – Zwischen Betonstelen! (Foto: Maria Steuer, Privatarchiv)

Wir wissen doch alle nicht so genau, wohin es geht mit Deutschland in den nächsten Jahren. Irgendwo hin. Irgendwann. Apropos Stelen: Deutschland trollt sich und stiehlt sich fort. Verdünnisiert sich. Wir gehen ein Stück des Weges. Links und rechts Beton. Stelen.

Errichter und Betreffende des Holocaust sagen über dessen Gedenkmal, bei zu vielen Menschen sei der Kontext des Denkmals im Zeitpunkt ihres Besuchs nicht sauber genug. Es fehle dieses kontemplative Element, Leute wüssten und spürten, wofür es steht. Für Erinnerung. Dass sich derartiges nicht wiederholen soll. Häufig entstehen hier Sammelsurien eines Besucherdurcheinanders ohne jede Vorbereitung und Spiritualität, wie sie dieser Ort aber verlangt. Wie benimmt man sich richtig?

Nein, das Holocaust-Denkmal ist Opfern gewidmet und was Menschen gegen die Erinnerungs- und Projektionsfläche einzuwenden haben: Sie war wichtig zu schaffen, sie hat feste Verbindung zur Gegenwart und wer immer sie in redlicher Absicht und der Absicht entsprechend durchquert, ist Gleichnisträger der drängenden Frage: Quo vadis, Deutschland?

Nie wieder Braunau. Verstrahltes Deutschland.
Auf die Sozis gehört hätten haben müssen: Selbst in Neuseeland (Christchurch) ist Braunau nicht zu überhören.

Nie wieder.

Die eingeblendete Playlist betrifft die Carpenters und ist insbesondere Karen Carpenter gewidmet, die 1983 im Alter von 32 Jahren starb. Auf arte.tv ist dieser Tage bis zum 06.04.19 eine sehenswerte Doku über Karen Carpenter zu sehen.

Weiterführend

* Too Young To Die: Arte.TV Doku über das Leben von Karen Carpenter