1617/17: Video: Wir sind eins (Sagt ihr) – Moses Pelham + Michael Patrick Kelly – Eine Zeitendefinition im #hierundjetzt


Moses Pelham mit Michael Patrick Kelly – Wir sind eins (Sagt ihr) (Band-Mix) (Official 3pTV)

„Wir sind eins (Sagt ihr) (Band-Mix)“ ist hier erhältlich: https://MosesPelham.lnk.to/WirSindEins „Herz“ ist hier erhältlich: https://MosesPelham.lnk.to/Herz Die Limited Deluxe Box von „Herz“ gibt es hier: https://MosesPelham.lnk.to/HerzBox „Moses Pelham ♥ Tour“ im April 2018 05.04.: Dortmund, FZW 06.04.: Köln, Gloria-Theater 07.04.: Berlin, Heimathafen 09.04.: Stuttgart, Im Wizemann 10.04.: Frankfurt/M., Batschkapp (ausverkauft) 12.04.: München, Technikum 13.04.: Nürnberg, Hirsch 14.04.: Dresden, Reithalle 16.04.: Frankfurt/M., Batschkapp (ausverkauft) 18.04.: Bremen, Modernes 19.04.: Hamburg, Mojo-Club 20.04.: Hannover, Capitol 26.04.: Frankfurt/M., Batschkapp 27.04.: CH-Zürich, Härterei Club

Die gute Musik wurde bereits gemacht. Sie ist und bleibt Vorbild. Was nun folgt, baut auf bereits Gewesenem auf. Nicht auf Verwesenem drauf.

Das Zentrum zur Überwindung von Einfalt, Langeweile und Ödnis ist lange schon in Frankfurt am Main, Rödelheim. Dort residiert ein Pate namens Pelham, dem einst mit Sabrina Setlur, in eigenem Namen und Ausnahmesängern wie Xavier Naidoo viele, viele Sahneschnitten gelungen, durchaus laktosefrei durchdrungen. Wer mochte nicht ihr Badewasser saufen? Du liebst mich nicht.

Die deutsche Popmusik ist 2017 in der Reflektionsphase angekommen. Sänger und Sängerinnen treffen sich jetzt bei „Sing meinen Song“, einem Fernsehformat. Hier trifft zusammen, was in unserem Kopf nicht zusammengehört, das Unvereinbare: Mittendrin sitzt der Global Buddha aus dem Zentrum der Veränderung, Moses Pelham. Die Ewiggestrigen, die Skeptiker, die die sich nicht verändern können, hadern mit dem neuen deutschen Popzustand. Und weil Lena, Paddy, Tim, Yvonne am Kamin sich räkeln, auf einem musikalischen Tigerfell. Kritiker, aufgepasst. Diese Skeptiker sollen wissen: Sing meinen Song, das ist ganz anders vom Anspruch und vom Zuschnitt her als das Dschungelfernsehen von RTL. Go down, Moses.

Jeder hat gesagt, das ginge nicht. Und dann haben sie es einfach gemacht: Für „Wir sind eins“ sind Michael Patrick Kelly und Moses Pelham, ein unvereinbares musikalisches Pärchen, in die Alpen gezogen. So wie Bushido Karel Gott zu „Für immer jung“ lud, ist es nun gang und gäbe, dass Kellyfamily-Wonneproppen und radikale Weltmusik-Kulturveränderer wie Moses Pelham gemeinsame Sache machen. Lasst uns aufbrechen, Zäune im Kopf zu clashen, lasst uns draufrechnen, dass wir all die Claims trashen. Lasst uns jetzt endlich die Musik mashen.

Und im Grund ist es ganz, ganz einfach: es gibt nur gute und schlechte Musik, der Rest ist Papperlapapp. Danke, Michael Patrick Kelly und Moses Pelham, dass Ihr Euch über Denk- und Singverbote hinwegsetzt. Genau: Das geht ganz wunderbar. Denn: Wir sind eins.

Heute das Lied des Tages auf blackbirds.tv.

Weiterführend

 

 

1411/16: Rechtsprechung: Zum Bundesverfassungsgericht, Moses Pelham + Kraftwerk – Urteil 31. Mai 16 – 1 BvR 1585/13 #Sampling

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Steht der künstlerischen Entfaltungsfreiheit ein Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht gegenüber, der die Verwertungsmöglichkeiten nur geringfügig beschränkt, können die Verwertungsinteressen des Tonträgerherstellers zugunsten der Freiheit der künstlerischen Auseinandersetzung zurückzutreten haben. Dies hat das Bundesverfassungsgerichts mit heute verkündetem Urteil entschieden. Er hat damit einer Verfassungsbeschwerde stattgegeben, die sich gegen die Feststellung wendete, dass die Übernahme einer zweisekündigen Rhythmussequenz aus der Tonspur des Musikstücks „Metall auf Metall“ der Band „Kraftwerk“ in den Titel „Nur mir“ im Wege des sogenannten Sampling einen Eingriff in das Tonträgerherstellerrecht darstelle, der nicht durch das Recht auf freie Benutzung (§ 24 Abs. 1 UrhG) gerechtfertigt sei. Das vom Bundesgerichtshof für die Anwendbarkeit des § 24 Abs. 1 UrhG auf Eingriffe in das Tonträgerherstellerrecht eingeführte zusätzliche Kriterium der fehlenden gleichwertigen Nachspielbarkeit der übernommenen Sequenz ist nicht geeignet, einen verhältnismäßigen Ausgleich zwischen dem Interesse an einer ungehinderten künstlerischen Fortentwicklung und den Eigentumsinteressen der Tonträgerproduzenten herzustellen.

Letztlich ist vielverbreitet moderner Journalismus, auch wie er in Blogs betrieben wird, Sampling. Die zeitgenössische, sekundenhafte Wiedergabe von vorgekautem Tobak. Bzw. vorgeschnupftem. Der nur geringfügig veränderte Einleitungssatz dieses Artikels ist ein Zitat aus einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts heute morgen. Der Musiker Moses Pelham hat gegenüber der Düsseldorfer Band Kraftwerk (nicht Kraftclub) obsiegt. Das Urteil wird Bedeutung haben für die gesamte Branche. Die BGH-Richter hatten zuvor entschieden, dass ein fremder Beat – und sei er noch so kurz – nur dann einfach kopiert werden darf, wenn er nicht gleichwertig nachgespielt werden kann. Für die kurze Zeit von vier Jahren hätten also äußerst gute Schlagzeuger mit weitreichenden Instrumentenkenntnissen einen klaren beruflichen Vorsprung gehabt, weil der BGH das Nachspielen extrem guter, bisweilen schwieriger Beats für prioritär hielt. Die BVG-Entscheidung schiebt da einen Riegel vor. Nachaffen, also Drummer, die erfolgsverwöhnte Beats hammerhart exakt nachzimmern, haben heute morgen einen Auftragsstopp bekommen. Schade für Drummer wie Jan „Stix“ Pfennig oder Ralf Gustke bzw. Felix Lehrmann, die für gute, gekonnte Grooves und „Groove wie Sau“ in diesem Genre herausragend stehen.

Heute nehmen wir das Bundesverfassungsgericht zur Kenntnis und sampleln das juristische Substrat. Schon morgen wird weiter abgekupfert: Wie im obigen Journalismus ist Musik heutzutage vielfach und verallgemeinernd mit oder ohne Bedauern feststellend, ein Sampling des bereits Gewesenen. So richtig originale Musik täte vielfach besser. Allerdings ist es auch nicht die Aufgabe des tulipanischen Berichterstatters aus Schwarzvogelstan, die allgemeine Verbesserung von Musik zu fordern, indem jedes Sampling unterlassen werde. Nein, es sind auch viele gute Musikstückchen, Tortenstückchen der Popmusikindustrie durchs Gerühr und Gequirle mit Sampling-Apparaten herausgekommen.

Wohl bekomms. Wir bleiben auf Beobachtungskurs. Ein Foto, für das wir keine Nutzungsrechte besitzen, ist heute in der Spezialistengruppe:Musikerrwitze auf facebook aufgetaucht und trägt eventuell durchaus die Bezeichnung „Das Foto des Tages“, doch schaut selbst….

Weiterführend
Gelinkt: Die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichs im kompletten Wortlaut
Empfohlen: Dokumentarfilmer antwortet Niggemeier auf einen Schmierenjournalismusvorwurf zum Thema Xavier Naidoo #Lesetipps