1056/14: Nachruf: Eberhard Sengpiel ist am 29.08.14 verstorben

Kerze (animiert)

Eine Schlager-LP dauerte damals normalerweise etwa eine Woche. Die Herangehensweise von Udo Lindenberg war aber, an den Titeln noch während der Aufnahmen zu basteln und zum Teil Texte über Nacht komplett zu ändern. Dafür wollte er Zeit haben und diese wollte ihm die Teldec nicht gewähren. (Interview mit Eberhard Sengpiel, verlinkt)

Der Tonmeister  und UDK-Lehrer Eberhard Sengpiel ist verstorben. Er ist in seiner Branche ein Riese gewesen, wohlbekannt und mit einem weltweiten Renommee.

Der vielfältig prämierte Toningenieur, der mit einer illustren Schar bekannter Musiker zusammengearbeitet hat, ist am 29.08.14 verstorben. Er hinterlässt bei vielen seines Fachs jede Menge guter, warmer Gedanken und wird als unermüdlicher Sucher nach dem „heiligen Gral“ der Tonaufnahme wertgeschätzt. Wie viel Arbeit damit verbunden ist, macht eine auch nach seiner eigenen Einschätzung durchaus etwas chaotische Website deutlich. Diese findest Du hier.

Nein, das Design der Homepage ist sicherlich ein „Unikat“, ganz wie Eberhard Sengpiel offenbar eins war.

 

1051/14: Nachruf: Michael Wahler aka „Käptn Suurbier“ (1962-2014) – Von H.P. Daniels

Kerze (animiert)

„Danke, H.p.! Wenn ich mal dran bin, wünsche ich mir auch einen Nachruf von Dir!“ (Norbert Hähnel aka „Der Wahre Heino“ auf facebook in der Gruppe „Die Suuhrbiers“ zur Veröffentlichung des Nachrufs)

Er war „Käptn Suurbier“. Sein Verhalten verbuchte man unter „Punk“

Fußball oder Rock ’n‘ Roll – als die einzigen Wege um rauszukommen? Aus Enge und Beklemmung. So jedenfalls wird es manchmal gesagt. Von einer bestimmten Art von Romantikern, wie auch Michael Wahler einer war. Fußball und Rock ’n‘ Roll als Ausweg aus unglücklichen Verhältnissen. Frust und Ängste wegballern. Rausballern.

Michael Wahler war ein guter Fußballer und ein hübscher Junge. Sportlich, drahtig, wendig, schnell. Er stammte aus wohlhabenden Verhältnissen. Vater Wahler, der „Herr Doktor“, hatte eine erfolgreiche Firma für Fahrzeugbau, die Familie lebte nobel im gediegenen Frohnau – gleich um die Ecke von Reinhard Mey, den Micha verehrte, dessen Lieder er mochte. Micha ging aufs Gymnasium in Hermsdorf, machte Abitur. An Geld hat es nicht gefehlt. An etwas anderem vielleicht. Wärme? Liebe? Anerkennung?

Der patriarchalische und jähzornige „Herr Doktor“, der Rilke und Mörike schätzte, schrieb in seinen ruhigen Momenten selber Gedichte und sorgte sich um das Fortkommen seiner Söhne. Auf seine eigene strenge unerbittliche Weise, wie das ein Patriarch so tut. Er hätte seine Jungens gerne in seine Firma eingebunden, zu seinen Nachfolgern gemacht. Aber die waren ja mehr dem Künstlerischen zugeneigt. Wie er mit dem jovialen Unterton einer gewissen Anerkennung, aber auch ein wenig resigniert konstatierte.

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1043/14: Nachruf: Johnny Winter ist tot – „True to the Blues“

Kerze (animiert)


Johnny Winter (1970) im dänischen Fernsehen: „Be Careful With A Fool“

Michael Kroeher auf facebook: „Ein Musikerkollege spielt die Gitarre, die Johnny vor Jahrzehnten in Hamburg tatsächlich beim whiskeydurchtränkten Karten- und Würfelspielen versetzt hat.“ (zum Ableben von Johnny Winter)

Ich fuhr kürzlich Richtung Neuruppin. An den Laternenmasten prangten lauter Vergangenheitsgrößen. CITY wolle hier spielen, hieß es, vermutlich nicht „Am Fenster“. Aber das natürlich auch. Pflicht. Dirk Michaelis, der als er fortging, Neuruppin nicht vergaß. Edle Vorhaben, Territorien, wo hin man geht, weil man sich kennt. Das Ostrocksujet funktioniert auch in Brandenburg. Zwischen all den Laternenwimpeln mit Konzertankündigungen stieß trotzig ein ganz Großer aus dieser Reihe: Es hieß, Johnny Winter werde in Neuruppin am 15.11.14 spielen, das Konzert ist u.a. hier angekündigt.

Daraus wird nichts. „Weißt Du eigentlich, wer Johnny Winter ist?“ und mein Sohn (13) so „Nö!“, vermutlich nervte es ihn. Einer von zweien, die wir früher „Die Albinos“ nannten, mit seinem Bruder Edgar war Johnny für uns „ein großer Musiker“ und obwohl blond einer, der mächtig was drauf hatte. Johnny, Woodstock-Legende. Ich hatte ein paar Sachen von ihm gesehen, so alte Rockpalast-Auftritte und anderswo, wo er erst kürzlich spielte. Er wirkte am Ende reichlich gebrochen gesundheitlich, spielte längere Passagen von Konzerten nur noch sitzend auf einem Stuhl.

Dem Blues hatte er immer nur genützt. Johnny war immer eine bluesige Puseratze aus Amerika, eins der ganz wenigen Originale. Heute verneigen wir uns vor einem Großen der Rock- und Bluesmusik und halten einen Moment inne, um ihm zu gedenken. Goodbye, Johnny. Und nimm bei Gott doch die Pfeife aus dem Mund.

939/14: Lied des Tages: ‚Teenage Rebell‘ von den Suurbiers

Banner Black Sabbath - Nachruf, Aufruf, Rückruf - Berlin erinnert seine Szene!

Teenage Rebell – Die Suurbiers

Warum dies Stück?

Wer’s weiß, der weiß Bescheid. Und schweigt bzw. gedenkt.

Pop- und Rockrebellen der Achtziger Jahre wissen Bescheid. Jemand, der ihm näher stand als ich, hat einen Nachruf verfasst. Der ist verlinkt.

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936/14: Nachruf: Kein Nachruf für Paco de Lucia, aber eine Gedenkkerze!

Kerze (animiert)

Paco de Lucia, Al di Meola, John McLaughlin (Mediterranean Sundance)

Paco de Lucía (* 21. Dezember 1947 in Algeciras, Provinz Cádiz als Francisco Sánchez Gómez; † 25. Februar 2014 in Cancún, Mexiko), war ein spanischer Gitarrist und galt als Großmeister der Flamenco-Gitarre. Er pflegte den traditionellen Flamenco und bereicherte diesen um neue Elemente, vorrangig um Klassik oder Jazz. Seine Brüder Ramón de Algeciras und Pepe de Lucía waren bzw. sind ebenfalls Flamenco-Musiker. (Deutsche Wikipedia, wie immer sofort akkurat gepflegt)

Meldungen vom 26.02. bestätigen übereinstimmend: Paco de Lucia ist tot. Das ist traurig. In stillem Gedenken für einen Großmeister des Gitarrespiels, einen wie keinen zweiten.

Der österreichische Kurier schreibt es. BBC News meldet es auch. Was lernen wir daraus: Nur weil einer begnadet Gitarre spielt, heißt das noch lange nicht, dass er auch hundealt wird. Ach nee, das wussten wir ja schon. „Friday Night In San Francisco“? Nö, Tears in Heaven vielleicht oder Vodoo Chile, neue Überarbeitung: „Spanish Caravan“ mit Jim Morrison und Jimi. Wow, gar nicht mal so schlecht.

933/14: Lied des Tages: Pete Wyoming Bender – „Ein Leben lang“

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Pete.Wyoming.Bender_small

Ich schenk mein Leben her, als ob es gar nichts wär. Ich leb, als hätte ich tausend Leben. In jedem Augenblick verschwende ich ein Stück. Wofür hab ich es hergegeben?

Irgendwann koppelt der Künstler im Ausgang seines Lebens das persönliche Erleben ab vom Fortschritt der Menschheit an sich: Ein Rückzug ins Private. In die Richtung eigener Endlichkeit begibt man sich alleine. Picassos letzte Worte sollen 1973 gewesen sein: „Trinkt auf mich, trinkt auf meine Gesundheit. Ihr wißt, ich kann nun nicht mehr trinken.“ (Picassos Last Words – Drink To Me). Gesungen hat das Paul McCartney, eine seriöse Quelle. Karlheinz Stockhausen ist als Inspirationsquelle von McCartney verbrieft („A Day In The Life“, Beatles).  McCartney war nicht so alt, als er 1973 das Album in Afrika unter Fluchtbedingungen praktisch allein aufnahm: „Band On The Run“. Tja, eben.

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932/14: Nachruf: Kralle Krawinkel, Gitarrist, Musiker

Ortsschild Großenkneten

Kerze (animiert)

TRIO – Bye bye

Mir folg’n die Wolk’n
Egal wohin ich flieh‘
Mir folg’n die Wolk’n
Ganz egal wohin ich zieh‘
Ich bin der Gott des Reg’ns
Hau ab wenn du mich siehst

(Text: Rio Reiser, Musik: Kralle Krawinkel)

Gert „Kralle“ Krawinkel, Gitarrist, Baujahr 1947, ist tot.

Bestieg einstmals das Pferd und ritt von Hamburg nach Sevilla. Geht´s noch?

War vorher und gefühlt schon immer ein großartiger Gitarrist. Ich selbst nahm ihn erst wahr, als er schon nicht mehr im wesentlichen der Gitarrist von Trio war. Da kannte ich ihn natürlich schon, aber so richtig „als Könner“ fiel er mir erst auf, als ich ein Konzert von Marius Müller-Westernhagen im Berliner Olympiastadion ansah. An den Drums damals ein weiterer Könner seines Fachs, der Berlin-Hamburger Schlagzeuger Hansi Wallbaum (u.a. Interzone, inzwischen Hamburg Blues Band)

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928/14: Nachruf: Erinnerungen an Pete Wyoming Bender – * 14. September 1943 – † 15. Februar 2014

Kerze (animiert)

Pete.Wyoming.Bender_big

Jeder Tod ist anders. Beim Tod von Pete W. Bender gab es eine wirre Nachrichtenlage, die sich widersprach. Ein paar seiner Familienmitglieder aus USA wussten weniger schnell Bescheid, als es auf sozialen Netzwerken die Runde machte. Im Nachhinein ist auch das genaue Todesdatum im Moment noch Spekulation und wird wohl noch korrigiert werden müssen. Entscheidend ist: Inzwischen bestätigt sich die Nachrichtenlage. Berlin hat einen großen Musiker verloren.

Was einige so über ihn sagten. Manche taten ihn ab, „ein Schlageraffe“. Mitnichten war er einer.

Pete Wyoming Bender, Jahrgang 1943, konnte mit Worten umgehen wie kein anderer. Ein deutschsprachiger, wortgewaltiger und akzentfreier Amerikaner in Deutschland. Als wir uns letztes Jahr näher kamen, begrüßte ich ihn mit einer Umarmung und erschrak über mich selbst. Ich hatte ihn einfach so wie einen Teil meines Lebens in den Arm genommen. So vertraut war er mir, dass ich gar nicht überlegte, es war so in mir angelegt. Ein ganz alter Bekannter, Pete W. Bender. Ich glaube, er erschrak nicht minder, hatte nicht mit dieser Umarmung gerechnet. Doch ich kannte ihn schon mindestens fünftausend Jahrhunderte. Oder noch länger? Wer Pete W. Bender einmal singen gehört hatte, sollte ihn nie wieder aus seinem Kopf bekommen. Wow.

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922/14: Kein Nachruf: Pete Seeger ist tot.

Trauerkerze

Marlene Dietrich: Sag mir, wo die Blumen sind?

Alles geht auf irgendwas zurück. Bzw. auf irgendwen.

Wer nun glaubt, Folkmusik geht auf Bob Dylan zurück, irrt. Ein riesengroßer Irrtum: Egal.

Ein schöner Nachruf, nein ein irgendwie passend erscheinender, ist verlinkt in Die Zeit. Hatte selbst keine. – Allerdings gibt’s hier noch History.TV auf Seite 2, soviel Zeit muss sein.

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873/13: Nachruf: Lou Reed ist tot

Trauerkerze

„One chord is fine.
Two chords are pushing it.
Three chords and you´re into jazz.“
(Lou Reed)

Wie aber würde man das wilde Leben finden? Ganz einfach: Geh auf blackbirds.tv, dort ins Suchfenster rechts und gib ein „wild side“. Schwupps, ist das vielleicht ein Leben? – Der amerikanische Rolling Stone meldete zuerst den Tod von Lou Reed.

Großartige Nachrufe schreiben auf Lou Reed?

Nö. Stattdessen eine ältere Aufnahme aus dem eigenen Dunstkreis. Mit der Band „Men´s Health Club Berlin“ nahmen wir 2011 diesen Song auf und mir gefiel diese Version sehr gut. Vor allem, weil sie sich nicht direkt ans Original hält und hier und da modifiziert wurde.

Ich spielte ein bisschen (sehr leise) Besen auf der Aufnahme und gab ein paar fürchterliche Backings dazu. Das war´s auch schon.

Lou Reed ist tot. He lived along this wild side. Kein Zweifel.

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861/13: Nachruf: Paul „Paulchen“ Kuhn ist tot

Trauerkerze

BbbB 01.2013: Paul "Paulchen" Kuhn

BbbB 01.2013: Paul „Paulchen“ Kuhn

In dem Anliegen, jemandem einen auch nur halbwegs angemessenen Nachruf zu schreiben, der ihm gerecht werden würde, muss alles Nachschauen schweigen. Denn alle schreiben voneinander ab und fassen -summa summarum- Lebenslinien zusammen, wie mainstream. Am besten erscheinen einem noch diejenigen Nachrufe, die sich an gar nichts anderem orientieren und nur der inneren, eigenen Stimme des Herzens zu folgen beabsichtigen. Die Trauer zu Gehör bringen mit wenigen, zutreffenden Worten.

Es stimmt nicht, dass immer die Besten zuerst sterben. Paul „Paulchen“ Kuhn war so einer. Einer der Besten seines Genres. Und er wurde steinalt, am Ende war er fast blind. Seine letzte CD hat er mit den Musikern eingespielt, indem er ihnen auf dem Tisch, eine Klaviertastatur imitierend, die Chords und Phrases zeigte.

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859/13: Nachruf: Gedanken an Michael Scherer

Trauerkerze


Tribute for Michael Scherer

Videolink, zur Verfügung gestellt von Thorsten Scherer, dem ‚kleinen‘ Bruder von Michael und Andreas Scherer, Thorsten ist Schlagzeuger.

Michael Scherer starb am 31.08. vor zwanzig Jahren.

Micha war großartig. Ungefähr 1984 gab es im HdJ Anne Frank in Wilmersdorf einen Rockwettbewerb. Ich erinnere noch Sleepin Beauty und die Cockroaches als Teilnehmer. Ich war Mitglied der Jury.

Micha saß in einer Umbaupause auf einem großen Barhocker auf der Bühne und gab uns den Ed von Halen, sehr amtlich. Einige Zeit später besuchte ich ihn am Ku’damm, wo er mit seinem jüngeren Bruder Andy Scherer, einem äußerst könnerischem Schlagzeuger, Straßenmusik machte.

Michael Scherer war ein Dreh- und Angelpunkt von Menschen und zog die Aufmerksamkeit magisch auf sich. Micha war auch ‚Groupie‘ ‚Rockfan‘, war hinter jeder maßgeblichen Bühne und ließ sich mit den ganz Großen der Rockmusik ablichten. Es gibt große Fotoalben, die ihn mit allen Großen der Rockmusikgeschichte zeigen.

Ich fühl mich wohl, wenn ich an ihn denke.

Weiterführend (Update 11.09.17)

851/13: Nachruf: J.J. Cale & Leon Russell at the Paradise Studios

Trauerkerze

[iframe_youtube video=“IaHxPi9dM7o“]
JJ Cale & Leon Russell at the Paradise Studios, LA 1979 (via youtube)

Weil es John Cale gab, musste sich J.J. Cale ein Initial einverleiben, das ihn einzigartig machte. John Cale, das war Velvet Underground und J.J. Cale, das war eben nicht Velvet Underground. Sondern J.J. Cale.

In erster Linie etwas einzigartiges. Bluegrass, nuschelndes, seltsames Country-Jazz-Rock-Blues-Gemisch, das immer irgendwie lustlos klingt. Aber weltbewegend. Viele einverleibten sich seine Songs, nicht zuletzt wir selbst, wenn wir versuchten, Musik nach echter Musik klingen zu lassen. Wer hat nicht „Cocaine“ versucht so zu spielen, dass es „fucking american“ klang? Wohl kaum jemand.

Viele einverleibten sich Cocaine. Und das in allen möglichen Darreichungsformen. Wenn wir diese Musik hören, denken wir auch an Eric Clapton und sogar an die Dire Straits. Alle bekamen sie etwas ab von ihm und von seiner Art, Musik zu machen.

J.J. Cale hat die Welt so gesehen, wie wir sie früher selbst gesehen hatten. „Ich werde wohl nicht 70,“ sagte er, bis es überholt war. Dann versicherte er, 75 werde er nicht mehr. Er sollte Recht behalten. So war es. Einmal kann man irren in dieser Frage. Zweimal unmöglich.

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838/13: Linktipp: Was H.P. Daniels weiß über den kleinen Unterschied zwischen Quartier Latin und Quartier Latent

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Trauerkerze

[iframe_youtube video=“upWjTd0bOSo“]
NINA HAGEN BAND – 1. Live Gig (Quartier Latin, Berlin | 28.2.1978) and …(via youtube)

Das Quartier Latin war mehr als nur ein Wintermärchen, damals, und als es in Wintergarten umbenannt wurde, hatte es seine Hochzeiten schon verwirkt. So z.B. die Premiere der großartigen Nina-Hagen-Band, die hier stattfand. Und nirgendwo anders. Die Chefs des Hauses waren Christa und Manfred Saß.

Im selben Haus, in dem das Stadtmagazin TIP einst saß an der Potsdamer Str. 96 in Berlin-Schöneberg, saß auch das Ehepaar Manfred „Manne“ Saß und seine Frau Christa Saß. Am 28.06.2013 veröffentlicht H.P. Daniels aktuell im Berliner Tagesspiegel einen Nachruf auf die vormalige Göttergattin Christa.

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816/13: Nachruf: Ray Manzarek ist tot

Trauerkerze

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(Grafik via facebook, mit Dank dafür)

[iframe_youtube video=“DgPaqi7Dpdg“]
The Doors – When The Music’s Over (LIVE IN EUROPE 1968) (via youtube)

Please open „the doors of perception“, öffnet Eure Pforten der Wahrnehmung, ihm zu Ehren: Der Gründungs-Door Ray Manzarek, neben Jim Morrison sicherlich der zweite Wichtigste in der Band The Doors ist tot. Krebs.

The Doors und er war der Keyboarder und ganz, ganz sicher einer von zweien, die man als Spiritus rector bezeichnet. Sein Sound war kriegsentscheidend. Dazu kam Jim Morrison, der Sänger. Und das war’s auch schon. Das waren The Doors.

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787/13: Nachruf: Reinhard Lakomy ist tot. Er starb mit 67 Jahren an Lungenkrebs.

Trauerkerze

Reinhard Lakomy ist tot. Der Sänger und Komponist starb im Alter von 67 Jahren an Lungenkrebs. Lakomy war einer der bekanntesten und zugleich vielseitigsten Musiker der DDR und Ostdeutschlands. Große Popularität erlangte er als Komponist von Kinderliedern. Sein „Traumzauberbaum“ begeisterte Generationen von Heranwachsenden. (Pressemeldung des MDR vom 23.03.13)

Gar nichts können wir ausrichten gegen den zwangsläufigen Lauf des Lebens. Und wenn sich nichts ändert, wird alles unweigerlich seinen Lauf nehmen. Wir werden alle sterben.

Warum sollte sich auch was ändern? Pah. – Das ist ja vielleicht auch gar nicht erstrebenswert. Reinhard Lakomy soll gesagt haben: „Jeder muss mal sterben, und jetzt bin halt ich dran“ – So ist es aber auch, ehrlich. Kannste glauben.

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777/13: Nachruf: Rosenstolz ist tot? Kein Nachruf

[iframe_youtube video=“vaSnCup3khs“]
Gleis 8 – „Wer Ich Bin“ – Teaser (via youtube)

Dies ist ein hinterlistiger Test. Wird Rosenstolz sterben, wenn nur jemand weltweit einen Nachruf auf die beiden „Popikonen“ schreibt? Einfach weil Suchrobots Texte durchkämmen? Denn so entsteht auch Wahrheit. Wahrheit, die auf der Wiese wächst. Die Newslage heute sieht (noch) nicht so aus (Recherche bei google/news). Liegt´s schon am neuen Leistungsschutzrecht? Haha..

Das hat schon etwas Bizarres: Wer Nachrufe verfasst, wird retweetet. Doch es handelt sich um einen Suchalgorhythmus (Schreibweise beabsichtigt, denn es ist musikalisch hier). Der Twitter-Account durchfräst die Tweets anderer und retweetet sie. So wie den Kurznachruf auf Kevin Ayers hier. Das bringt uns auf eine ketzerische Idee, über die noch keiner wirklich genauer geschrieben hat: Ist Rosenstolz tot? Oder lassen sie das Projekt nur in der Schwebe, um mal was anderes zu „zwitschern“. So wie das Projekt „Gleis 8“ von Anna R., während Peter Plate jetzt eine Soloplatte macht.

Textlich menscheln Rosenstolz via  facebook-Account, Zitat:

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757/12: Nachruf: Ravi Shankar ist tot. Er wurde 92 Jahre alt.

George Harrison, der von Ravi Shankar die Kunst des Sitar-Spielens erlernte, nannte ihn einst den „Paten der Weltmusik“. Die Freundschaft mit dem Beatle war es auch, die ihn international zum Star machte. Unter anderem spielte Shankar später auch am Eröffnungstag des Woodstock-Festivals. Zuvor war er schon 1967 auf dem legendären Festival von Monterey aufgetreten. (Die Welt, Online 12.12.2012, hier)

Als ich das erste Mal „Norwegian Wood“ von den Beatles hörte, war ich reichlich betört. Im „Norwegischen Holz“ eine indische Sitar? Da hatte jemand Interkontinentales geleistet, eine Rakete abgefeuert auf den Welt-Kosmopolitismus. Die Beatles: ihre indische Zeit. Maharishi Mahesh Yogi geriet außer Kontrolle und baggerte die Frauen an, u.a. die Schauspielerin Mia Farrow. Das Ergebnis der Auseinandersetzung ihrer baldigen Abkehr von diesem Yogurtbecher heißt: „Sexy Sadie, what have You done? You made a fool of everyone.“ – Eigentlich hieß der Text: „Maharishi, what ….“ –

Schon vorher nahm George Harrison (g) ambitioniert Sitar-Unterricht beim Übervater dieses Weltmusikinstruments Ravi Shankar. Darüber wurden sie beide „Freunde fürs Leben“. Weltmusik existierte Mitte der sechziger Jahre nicht als allgemein gültiger Begriff: Ravi Shankar, der jetzt im Alter von 92 Jahren verstorben ist, trägt das ganz wesentliche Verdienst der Erschaffung von erstem „Crossover“ (durch alle Stile). An dieser Idee, dass man in der Musik alles verbinden darf, was scheinbar gar nichts miteinander zu tun hat. Hat es eben doch: Ravi Shankar, im Nachhinein viele Danker, engl. „Credits“.

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755/12: Nachruf: Dave Brubeck ist tot. Er wurde 91 Jahre alt.

[iframe_youtube video=“QV3oEDFkyks“]
Joe Morello – Take Five Drum Solo

Man on machine: Dave Brubeck wurde lange von Joe Morello an den Drums begleitet, einem berühmt gewordenen Könner seines Fachs, zu dessen legendären Auftritten extensive metrische Soli rund um „Take Five“ gehörten. So kurz sie waren, so präzise und so groovy. Schließt man die Augen, kann man sich vorstellen, dass so ähnlich das Begräbnis von Brubeck ablaufen „müsse“: Alle würden wippen, irgendwie wippen, against the 4/4tel.  Diavolo: Es ist immer eins mehr im Spiel. Joe Morello verstarb 2011. Da oben im Himmel ist übrigens mächtig was los.

Dass „Take Five“ mal zu „Gib mir fünf“ verkommt, war seinerzeit nicht voraussehbar. Dieses Stück hat Dave Brubeck auch nicht geschrieben. Es ist gleichwohl das Berühmteste aller Stücke, die man mit ihm in Zusammenhang bringt. Die Anderen, Menschen, die dem Jazz nicht huldigen, wussten „Take Five“ war eine Ausnahme. So ähnlich wie „Girl From Ipanema“, ebenfalls nicht von Dave Brubeck. So etwas pfeift auch der Jazzhasser mal versehentlich mit.

Nachrufeschreiber der Welt werden viele auskömmliche, blümerante Wortformulierungen finden. Dave Brubeck hatte Glück: Er durfte 91 Jahre alt werden, war schon zeitlebens ein Unsterblicher geworden. Und wird es immer bleiben. Wir verneigen uns tief vor diesem hoch motivierten, aufschlussreichen, kenntnis- und facettenreichen Leben. Wer würde nicht gerne in ähnlicher Weise sterben wie Dave Brubeck. Ein großer Meister ist tot.

(EP)

731/12: Nachruf: Wenn das so weiter geht, werden wir alle sterben!

[iframe_youtube video=“JR7aPCI68G4″]
Spliff – Heut Nacht (via youtube)

Schau uns an, die ganze Nacht
Heut‘ Nacht
Die Stadt schläft, nur wir sind Wach
Heut‘ Nacht

Du stehst an der Tür,
deine Stimme Sandpapier,
warum bleibst du nicht hier
Heut‘ Nacht

Manfred „Manne“ Praeker ist tot. Lasst uns gemeinsam weinen.

Wenn das so weiter geht, werden wir alle sterben. Im Grunde genommen ist es eigentlich nicht zu ändern. Die Großen sterben zuerst. So ist nun mal das Leben. Leider.

682/12: Lied des Tages: Ille Hamma aus Berlin gibt uns den Latin Lover, hört mal rein!

Das heutige Lied des Tages von Ille Hamma widme ich dem verstorbenen Mitmoderator der Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook, João Manaças Peralta. Denn ihm hätte dieser Song ganz sicher gefallen, und das ohne jeden Witz.

Coole Socke, der Mann, und jetzt fährt er auch noch multilingual, mehrsprachig esperanto, weniger á la Roberto Blanco, aber Leute, ehrlich „bella canto“, oder? Wie, oder? Nicht wahr? Na, genau. Livin´vom Esprit her locker…., wie einstmals Ricky Martin, nur eingängiger! Muchas gracias, Empanadas!

João Manaças Peralta war hispaniolisch-portugalesisch, Ille Hamma hat auch so einen Drill: die Richtung stimmt. Der Song geht um die Welt, holla di hit die…. (letzteres bitte deutsch aussprechen, eher so an Otto Waalkes angelehnt).  Gott, am frühen Morgen sind wir hier zu albrich, ganz wie rheinische Frohnaturen oder wie es João Manaças Peralta Zeit seines Lebens war. Farewell, my uprising friend…

681/12: Nachruf: João Manaças Peralta ist tot, er war einer der Moderatoren der Spezialistengruppe:Musikerwitze auf facebook!

Am 17. Mai 2012 hat João Manaças Peralta via facebook zum Tode von Donna Summer erklärt: I´ll always love you, RIP!“ Am 28.05.2012 hat João Manaças Peralta selbst Abschied genommen, vielleicht um Donna Summer aufzusuchen.

Was sind eigentlich die letzten drei „Amtshandlungen“, die ein Sterbender zuletzt noch begehen muss? Damit alles seine Ordnung hat? Ja, eventuell auch das eigene Facebook-Profil schließen, es im Wesentlichen raus löschen, damit nichts bleibt. Und alles noch so hinbiegen, wie es gewesen sein sollte, damals. Ehrlich gesagt, gibt es darauf keine richtige Antwort im Moment des Sterbens.

Seinen Namen konnte ich inzwischen fehlerfrei runterschreiben, das war für mich gar nicht so leicht: João Manaças Peralta. Als ich im Hospiz in Neukölln anrief, um ihn zu sprechen, vor einigen Tagen, haben sie mich erst mal falsch verbunden. Sie haben mich falsch verbunden, Entschuldigung, ach, sie sterben auch? Woran sterben denn sie? Aber der Andere war nicht da. Gott sei Dank. João sprach nochmal mit mir.
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635/11: Walk Of Fame: Jacky Spelters Reinkarnation: Eine kleine Sensation: Jacky Spelter lebt! #virtuelle Wiedergeburt

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Walk of Fame 01.2010 - Jacky Spelter

Multimedienwahnsinn: Vier Videos belegen einiges vom bunten Leben von Jacky Spelter. Wir haben gesammelt.

Eine kleine Sensation hat sich, von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, im Netz der Netze ereignet: Jacky Spelter lebt wieder! Groß das Interesse an seinen Heldentaten, groß das Interesse an seiner Vita, seinen Auftritten und seinem streunenden Gesamthabitus jener Racken-Roller-Jahre. Dabei war er 2004 verstorben. Nachdem Jacky bei uns „post mortem“ auf dem Walk Of Fame von blackbirds.tv einen Stein gesetzt bekam, brechen aus nicht wenigen Lesern die Erinnerungen buchstäblich hervor. Jacky, Jacky, wer hätte das gedacht: Inzwischen gibt es sogar ins Netz gestellte Filme über den vormals „dienstältesten Rock´n Roller“ (Schreibweise überprüft, Aussprache nicht). Der Versuch einer abschließenden Gesamtschau.

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566/11: Legenden: Nun ist es so weit: Schaurig schöne Fotos von Amy Winehouse #Linktipp

Apropos: Roy Black hat in der „Band Of Gypsies“ -beta release 2.0, nichts zu suchen, versprich mir das, Amy!  Zum Finalsatz dieses Artikels, allerdings vorweggenommen!

Wow, kaum ist Amy Winehouse „dahingeschieden“ und für immer von uns gegangen, treiben einem schaurig schöne Schwarz-Weiß-Fotos der Verblichenen, die gerade erst neulich geschossen wurden, die Tränen in die Augen. Wohlige Schauer laufen einem unweigerlich über den Rücken.

breaking news: Die Frage, ob Spiegel Online gut in Sachen Musik informiert ist, bleibt unbeantwortet. Angesichts einer Meldung, wonach die Ur-Besetzung von Black Sabbath derzeit ein neues Studioalbum aufnimmt, ist dieses zweitrangig und stört die Totenruhe der Verblichenen im „Berichtsfeld“. Denn dies Album würde, mit etwas Glück, zu Lebzeiten der Helden erscheinen! Man kann nur hoffen! (Die Meldung ist hier)

Wäre wohl nicht so gewesen, wenn Amy noch leben würde, oder?  Die Bilder sind wirklich schaurig …  – schaurig schön. Ach, Amy, grüß bitte Brian Jones und Jimi, wenn du mit ihnen über Eure Bandneugründung, die Band Of Gypsies, beta release 2.0, sprichst, und sag Ike ‚Nutbush‘ Turner, wenn er sich benimmt, Frauen nicht mehr schlägt, nur die Saiten, darf er mitmachen! Aber nur dann!

Walk of Fame 01.2010 - Jacky Spelter

564/11: Black Sabbath: Jacky Spelter, geboren 1927 – ein Nachruf – Von H.P. Daniels

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Jacky Spelter war Rock´n Roller, Lebemann, zugezogenes Neuköllner Orginal, er verschmolz mit der Sanderstr., wo er lange Zeit wohnte. 2004 verstarb er. Wir haben ihn bereits in unsere Berliner „Hall Of Fame“ erinnerungswürdiger Berliner Musiker aufgenommen. Sehr lesenswerte Gedanken machte sich kurz nach dessen Tod der Berliner Journalist H.P. Daniels. Diesen Beitrag fügen wir dem digitalen Erinnern an Jacky Spelter mit Stolz und Dank (an den Autor) bei. – Die Redaktion

 Von H.P. Daniels, Tagesspiegel (Gastbeitrag)

Elvis saß im Publikum und schüttelte ihm nach dem Konzert die Hand. Das war so eine Geschichte. Eine Legende war Jakob Spelter, den alle Jacky nannten, schon zu Lebzeiten: Deutschlands ältester Rock ’n’ Roller. Der Kaiser von Neukölln – jedenfalls fühlte er sich so, wenn ihn die Leute auf der Straße grüßten, ihm zuwinkten, wenn er auf seinem Motorroller vorbeifuhr, mit dem Topfhelm, wenn ihn jemand auf dem Hermannplatz um ein Autogramm bat. Jacky Spelter, der Rummelplatz-Elvis, der sein Leben der Musik gewidmet hat. Der den „Raggnrohl“ geliebt hat, weil er so wahr und echt ist. Wie das Leben. Mal rauf, mal runter. Wie Jackys Leben.

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555/11: Nachruf: Der deutsche Schlagersänger Bernd Clüver starb in der Nacht vom 27./28.07.11

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Pickel, Pomade, Pubertät – #tragende Säulen der Dreifaltigkeit der Siebziger

Als bestünde der Sinn des Lebens darin, Nachrufe auf versterbende Musiker, Sänger und Popikonen zu verfassen, rafft die Zeit gestern, heute und morgen diejenigen hin, denen wir einst gern gelauscht haben. Tja, „die Zeit macht nur vor dem Teufel halt!“ (Barry Ryan). Als er auf die große Bühne der deutschen Hitparade kam, waren alle Mädchen in ihn verknallt. Der „Junge mit der Mundharmonika“ Bernd Clüver, Jahrgang 1948, verstarb in der Nacht an den Folgen eines häuslichen Unfalls.

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552/11: Lied des Tages: Janis Joplin setzte eine berühmt-berüchtigte Reihe fort und schmetterte „Summertime“

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Janis Joplin – Summertime (Studio Recording ’68) (via youtube)

Als Klub 27 oder Club 27, alternativ Forever 27 Club (deutsch etwa: Für-immer-27-Klub) oder kurz 27 Club, wird eine Gruppe von Musikern bezeichnet, die im Alter von 27 Jahren starben. Dazu werden entweder eine bestimmte Auswahl bekannter Rock- und Bluesmusiker gezählt – namentlich Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain –, oder aber alle namhaften Musiker, die in diesem Alter zu Tode kamen.

Wohl wenige Lieder sind häufiger gecovert worden als „Summertime“ von Gershwin aus seinem Machwerk „Porgy & Bess“. Und wenige Interpreten haben es abseitiger interpretiert als Janis Joplin, zu Tode getrunken mit einer Flasche Southern Comfort zu viel, die zum Club of 27 gehört, und das nun schon für immer. Großartige Sängerin, großartige Interpretin, großartiges Mädel, aber viel zu früh verstorben und das ist schade! Heilige Kuh, Janis, Du wirst uns immer in Erinnerung bleiben, oder?

435/11: Nachruf: Gary Moore, britischer Gitarrist der Sonderklasse, ist tot. #Update Keith Emerson


Gary Moore – Still got the blues (via Youtube)

„Was hast Du, was andere nicht haben?“: „Wenn ich vor 1000 Leuten spiele, jubeln alle. Wenn Du das tust, jubelt keiner.“ Gary Moore konnte auf eine Bühne gehen und das Publikum für sich einnehmen. Es war nicht nur seine unglaubliche Virtuosität, sondern er hatte diese Gabe, Menschen spontan beeindrucken zu können.“ Volkmar Kramarz im Gespräch mit der ZEIT über Gary Moore, Link unten

RIP – Gary Moore. Zu früh. Nicht zu ändern!

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