1793/19: Nachruf: Keith Charles Flint (17. September 1969 – 4. März 2019) #TheProdigy

Kerze #Trauer

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Keith Charles Flint ist ein englischer Sänger, Musiker und Tänzer. Bekannt wurde er vor allem als Sänger und Tänzer der Band The Prodigy. Flint spielte Vocals auf den beiden ersten Singles von The Prodigy’s – „Firestarter“ und „Breathe“ -, die 1996 veröffentlicht wurden.

Ruhe in Frieden, Keith Flint.

1786/19: Nachruf: Bruno Ganz (* 22. März 1941 in Zürich, † 16. Februar 2019 ebenda) – powered by Ganz & Roses

Kerze #Trauer

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Wings of Desire – Little Person

Dem Schauspieler Bruno Ganz kann man Verdientheit um Berlin nachsagen. Wie sich in Wort, Tat und Bild recherchieren lässt. So nimmt es nicht Wunder, wenn diese musikalische Website ein kurzes Abschiedsrequiem aus Worten komponiert, sich an Bruno ganz und gar wendet und Liebe und Zuneigung auf den Hingeschiedenen regnen lässt. Auch wenn der Tod zu erwarten ist: Es lässt uns tief getroffen zurück. Liebe, Licht, ewiges Leben, Bruno Ganz. Ein lautes Wehklagen, ein Chapeau.

Mitten aus dem geteilten Berlin der Nachkriegsjahre trifft schwarzweiß ein Gros ohnefarbener Bilder ein. Farbfernsehen, Schrei der Moderne und man brauchte Willy Brandt, um es anzuschalten, auf der Funkausstellung prähistorischen Datums unter dem Funkturm, Berliner Messehallen. Hätte Brandt gewusst, dass das Privatfernsehen anrichtet, er hätte den Schalter niemals umgelegt. Brandt hatte Geschmack.  Erst war jetzt alles bonbonfarben, aber dann. Wim leitete die Wenders ein, noch fünf, sechs Jahre vor der Wende in Deutschland halb und halb – die Likörfabrik Mampe wurde abgewickelt und dass alles besser werden würde, erschien uns nicht gänzlich unmöglich. Der Himmel über Berlin ist seit den Achtziger Jahren cinematografisch verfilmt. Es wurde alles besser, mit der Zeit. Wir bekamen den Bruno präsentiert und nach und nach kochte er uns gar. Ganz und gar.

Jahre zuvor hatte Bruno Ganz bereits Unsterblichkeit erlangt, als Jonathan Harker in Werner Herzogs Nosferatu-Verfilmung, mit Klaus Kinski, dem Töchterschänder mit  Erdbeermund, dem Fitzcarraldo der kompletten Unberechenbarkeit. Bruno Ganz wusste daher halbwegs in scheinfriedlicher Koexistenz mit einem Monster nebeneinander her zu spielen. Niemand wusste Genaueres. Die Welt ist längst banalisierter: Dem Fitzcarraldo wurde der Hut gegeben. Wir hören jetzt Radio Fritz.

Genauer als Kinskis Leben war bekannt, was der österreichische Gefreite Adolf H. aus Braunau für ein Bösewicht war, den Bruno Ganz viel später überzeugend wie kein Anderer gab. Es war der Anfang vom Ende, vom Untergang. Es war das Ende vom Anfang, eine solche Person zu spielen, wie es überhaupt keinerlei Grenzen zu geben schien für diesen Schweizer Bruno Ganz aus Zürich. Er war feinfühlig, süffisant, leise, fast lauernd, ein großer Schelm, dem man das Schelm sein aber erst anmerkte, wenn man in der Lage war, lange genug darüber nachzudenken. Er konnte alles schauspielern, er ließ nichts meistern, selbst war der Meister. Er, der Dreh- und Angelpunkt jeder Szenerie, der Grund, genauer hinzuschauen, alles um uns herum zu vergessen und weg zu drängen und sich ganz und gar  filmischen Handlungssträngen hinzugeben.

Mein Engel, Bruno. Ich werde Dich vermissen.
Ich geb sie nur her zu ganz besonderen Anlässen: Ich stelle Dir diese schwarze Tulpe hin.
Ich geh weinen.

Schwarze Tulpe - The black tulip. To The Honor of...

Schwarze Tulpe – The black tulip. To The Honor of…

Weiterführend
* Bruno Ganz – 1941 bis 2019 (Ehrenbanner)
* U2 – Stay
* Nick Cave – Cassiels Song
* Dirty Three feat. Nick Cave – Sea above, Sky below
* Nick Cave: Null ist auch nur eine Nummer
* Anderer Thread: Zum Wirken und Leben von John Lennon

1781/19: Nachruf: Ingo Bischoff (1951 – 2019)

Kerze #Trauer

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Karthago – Karthago (1971) (Full Album) [Krautrock]

Line-up: Joey Albrecht – guitar, lead vocals Ingo Bischof – organ, vocals Wolfgang Brock – drums, percussion, vocals Tommy (Thomas) Goldschmidt – drums, percussion, vocals Gerald „Luciano“ Hartwig – bass, percussion, vocals

Gerade stirbt mir ein alter Freund am Bauchspeicheldrüsenkrebs, der 1953 geboren wurde. Ich bin konsterniert. Wir haben uns nicht voneinander verabschiedet. Keine Zeit. Wir erfahren, Krebs ist ein Arschloch. Unter anderem Krebs. Ja, der auch. Wenigstens ist jener Freund auf dieser Website eingereiht in meine Erinnerungen eines Bedeutungslosen (das bin ich). Im Vergleich mit Eddie mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs, der die Musik später verließ, um anderweitig erfolgreich zu werden, ist Ingo Bischoff im Musikgeschäft herum gekommen und hat deutsche Musik-Nachkriegsgeschichte geschrieben. U.a. mit Kraan.

Ich habe mich versehentlich viel mit dem Wirken von Can (Köln) befasst. Speziell mit dem Schlagzeuger Jaki Liebezeit (Partnerwebsite meinerseits hier – genauer: hier). Dass ich das Wirken in jener Zeit für insgesamt segensreich für die Weltentwicklung im Allgemeinen hielt, brauche ich nicht besonders herauszustellen. In diese Zeit von Ursprünglichem geht der hart erarbeitete, allumfassende Widerstand gegen das System an und für sich. Mit den Mitteln der RAF zogen ein paar wilde Spontis gegen zu viel Raff zu Felde. Bald brannten in Frankfurt/Main Kaufhausetagen. Das war zwar nicht segensreich, im Verhältnis zu dem, was noch folgen sollte, allerdings eher eine Art Narrenspiel. Mit beträchtlichem Sach- und Personenschaden. In den Herzen brannte es lichterloh in jenen Jahren, wie man auch spüren kann.

Im Krautrock war das Mittel gegen Raff das Gitarrenriff, offenbar: Es gab diese Musik als ganze Bewegung in Deutschland, die sich ihren eigenen Weg schuf. Zuweilen wirkte er etwas klerikal, manchmal wie eine Art Sektenbewegung und hier und da war jenes „Age of Madness“ (Jane) eine Art Schreien im Schrein. Krautrock machte friedfertig, aber nicht willenlos, zumindest aber deutlich, dass es um Veränderungen im großen Stile gehen soll. Täglich fit mit 2 g Shit. Ingo Bischoff gehörte zu denjenigen, die in der deutschen Rockmusik immer an vorderster Stelle mitmischten.

Wir blenden aus Anlass seines Ablebens die aufgeführte Rock`n-Roll-Rollade – das Album Karthago von 1971 – ein. Ruhe in Frieden, großer Ingo Bischoff.

Weiterführend