1833/19: HIStory: Aus Frl. Menke wurde nun Frau Menke – Im Übrigen sang sie schon früh von Seawatch und Co….

Sophisticated Looking/Verrückt gucken (gif/Ani)


Was wurde eigentlich aus Frl. Menke? (Hohe Berge / Tretboot in Seenot)

Uwe zeigte mir Fotos – das war im August
Er am Ruder der Yacht, braungebrannt, selbstbewußt.
Er sagt: mein Boot liegt allein an der Costa del Sol
Er sagt mir: Mit dir auf dem Meer ja da fühl ich mich wohl.
Im Tretboot in Seenot – treiben wir im Abendrot.
Kein S.O.S.
kein Echolot – ein Treetboot
was zu sinken droht.
Im Tretboot in Seenot – sagtest du nicht Motorboot?
Zögernd gibt er zu versteh’n – Schatz es ist kein Land zu seh’n.

Außer ihm gibt’s nur Meer
und mehr ist nicht zu seh’n.
Mit dem Fernglas am Hals spielt er den Kapitän.
Ich werd mein Heimweh nicht los ich will nach Haus.
Nur noch eine Stunde mit ihm dann raste ich aus.

Im Tretboot in Seenot – treiben wir im Abendrot…

Dabei braucht sie den Aua-Hahn, die Gams, das Reh sang sie, aber: Alles vorbei: Heute werden Helden im Mittelmeer geboren. Sie legen in Lampedusa an und lassen sich von italienischen Populistenministern beschimpfen als Gesetzesbrecher. Zögernd gibt er zu versteh’n – Schatz es ist kein Land zu seh’n. Und was nun? Früher war mehr Moral, wie Mehlschwitze auf dem Weltgewissen. LebensretterInnen und KapitänInnen wie Carola Rackete werden als Familienclan sittenverhaftet und denunziert, der moderne Medienkrieg kennt keine Schamgrenzen mehr, dabei waren die Gedanken doch mal frei, früher. Erinnert Ihr Euch noch? Frl. Menke sagt: Noch. Und „Google forscht“ (Video Instagram, unten verlinkt). Für uns haben Menschen wie Rackete Friedensnobelpreise verdient. Und noch nicht bekommen.

Die Gedanken sind frei

Meine Mutter hat das auch immer gesungen, vor allem in jener Zeit, in der sie es am Frühstückstisch nicht mehr aushielt, „Der Junge ist unerträglich“, sagte sie dann zu Vater und fing lautstark an „Die Gedanken sind frei“ zu singen. Frl. Menke macht das viel besser als meine Mutter. Trotzdem für meine Mutter: Ruhe weiterhin in Frieden. Und nochmal danke, Franziska, eine wunderbare Erinnerung.

Und was macht Frl. Menke heute? Der kurze Einspieler fasst es mit den Worten der Künstlerin nochmal zusammen. Der Beitrag ist von 2011. Zwischendurch sind wieder viele Flüchtlinge durchs Mittelmeer geschwommen und zu viele ertrunken. Schlauchboot bestenfalls, aber immer stark überbelegt.

Weiterführend
* Frl. Menke Homepage
* Frl. Menke Die Gedanken sind frei (via Instagram)
* Frl. Menke Wikipedia
* Frl. Menke Tretboot in Seenot
* Frl. Menke Hohe Berge
* Tulipstagram Der Auahahn

1494/17: Positionen: Zum Tod von Gerrit Meijer – Von H.P. Daniels (Gastbeitrag)

H.P. Daniels

H.P. Daniels

Am Freitag, dem 17.2.2017, ist völlig unerwartet der Berliner Musiker und Autor, mein Freund Gerrit Meijer, an einem Herzinfarkt gestorben.

Samstagnacht hab ich von Gerrit geträumt: Er war gut gelaunt, sprach von seinen Plänen, was er in der nächsten Zeit tun wolle … neue Songs aufnehmen, noch ein paar Lesungen machen aus seinem gerade erschienen Buch “Berlin. Punk. PVC”. Er hat sich gefreut, als ich ihm sagte, dass mir seine Lesung neulich im “Pinguin” gut gefallen hat. Und er hat mir eine Menge seiner lustigen Geschichten erzählt … was er gemacht hat, was er erlebt hat … über Menschen, die ihm begegnet sind. In seiner typischen Art, ruhig, zurückhaltend … und sehr witzig. Er hat gelacht und war guter Dinge … Es geht ihm gut, dachte ich nach diesem Traum … wie schön.

Vor zehn Jahren (so lang ist das jetzt auch schon wieder her!) hab ich zu “3o Jahre Punk in Berlin, 30 Jahre PVC” ein kleines Porträt über Gerrit Meijer für den Tagesspiegel geschrieben.
Anlässlich seines Todes hier nun noch einmal die Geschichte in der bisher unveröffentlichten, ungekürzten Originalversion:

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9.5.1981 - Ideal Konzert (alle Fotos: Helge Haselbach, mit Dank)

1446/16: Video: Ideal + Neonbabies: Zwei mal zwei „Blaue Augen“ im Vergleich #LiedDesTages

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Ideal Blaue Augen Open Air St Gallen 1982

Sie hatten den damals einzigartigsten Schlagzeuger Deutschlands der Welt: Ideal. Der Volker Kriegel-Percussionist Hansi Behrendt spielte auf eine unerreichte Art und Weise Schlagzeug.

Apropos:

Weils gerade so heiß ist heute: Liebe Kinder, vor vielen Jahren gab es eine deutsche Musiklegende namens Ideal.

Der Song und alles was damals vor sich ging, nannte Helmut Kohl mit anderer Bezugnahme mal die Gnade von der späten Geburt. Er nannte es ein Glück, zu jung gewesen zu sein, um Gräueltaten mit deutschen Nationalsozialisten gemeinsam begehen zu können. Kohl meinte, ab einem gewissen Jahrgang jenseits von 1900 konnte man nicht mehr als Täter durchgehen.

Anders herum galt die Neue Deutsche Welle und was damals in Deutschland passierte als Gnade der späten Geburt. Rechtzeitig um 1980, 1981 herum schwappte alles bedeutende Musikalische in Deutschland erstmals vernünftig an den Hitparadenstrand.

Großes Kino.

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