933/14: Lied des Tages: Pete Wyoming Bender – „Ein Leben lang“

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Ich schenk mein Leben her, als ob es gar nichts wär. Ich leb, als hätte ich tausend Leben. In jedem Augenblick verschwende ich ein Stück. Wofür hab ich es hergegeben?

Irgendwann koppelt der Künstler im Ausgang seines Lebens das persönliche Erleben ab vom Fortschritt der Menschheit an sich: Ein Rückzug ins Private. In die Richtung eigener Endlichkeit begibt man sich alleine. Picassos letzte Worte sollen 1973 gewesen sein: „Trinkt auf mich, trinkt auf meine Gesundheit. Ihr wißt, ich kann nun nicht mehr trinken.“ (Picassos Last Words – Drink To Me). Gesungen hat das Paul McCartney, eine seriöse Quelle. Karlheinz Stockhausen ist als Inspirationsquelle von McCartney verbrieft („A Day In The Life“, Beatles).  McCartney war nicht so alt, als er 1973 das Album in Afrika unter Fluchtbedingungen praktisch allein aufnahm: „Band On The Run“. Tja, eben.

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928/14: Nachruf: Erinnerungen an Pete Wyoming Bender – * 14. September 1943 – † 15. Februar 2014

Kerze (animiert)

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Jeder Tod ist anders. Beim Tod von Pete W. Bender gab es eine wirre Nachrichtenlage, die sich widersprach. Ein paar seiner Familienmitglieder aus USA wussten weniger schnell Bescheid, als es auf sozialen Netzwerken die Runde machte. Im Nachhinein ist auch das genaue Todesdatum im Moment noch Spekulation und wird wohl noch korrigiert werden müssen. Entscheidend ist: Inzwischen bestätigt sich die Nachrichtenlage. Berlin hat einen großen Musiker verloren.

Was einige so über ihn sagten. Manche taten ihn ab, „ein Schlageraffe“. Mitnichten war er einer.

Pete Wyoming Bender, Jahrgang 1943, konnte mit Worten umgehen wie kein anderer. Ein deutschsprachiger, wortgewaltiger und akzentfreier Amerikaner in Deutschland. Als wir uns letztes Jahr näher kamen, begrüßte ich ihn mit einer Umarmung und erschrak über mich selbst. Ich hatte ihn einfach so wie einen Teil meines Lebens in den Arm genommen. So vertraut war er mir, dass ich gar nicht überlegte, es war so in mir angelegt. Ein ganz alter Bekannter, Pete W. Bender. Ich glaube, er erschrak nicht minder, hatte nicht mit dieser Umarmung gerechnet. Doch ich kannte ihn schon mindestens fünftausend Jahrhunderte. Oder noch länger? Wer Pete W. Bender einmal singen gehört hatte, sollte ihn nie wieder aus seinem Kopf bekommen. Wow.

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