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1512/17: Onlineumfrage: Kennzeichnungspflicht oder Verbot von Playbackauftritten? #NoPaybackForPlayback #blackbirdsTV

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Marianne Rosenberg – (Rio Reiser) – Für immer und Dich (Carmen Nebel 2017)

Ich sing für Dich, ich schrei für Dich ich brenne und ich schnei für Dich
Vergesse mich, erinner mich für Dich und immer für Dich Für immer und Dich (wo immer Du bist)

Das Thema ist alles andere als einfach und in diesem Fall nicht kampagnengesteuert aus dogmatischen Gründen. Warum ich diese Frage netzweit stellen möchte: Aus Interesse.

Ich mag das Agitieren auch gar nicht, es liegt mir fern. Aber es ist wahr: Ich habe mich das ganz, ganz ehrlich neulich gefragt. Die Geschichte ist schnell erzählt: Ich gucke nie Carmen Nebel (ZDF). Vermutlich werde ich auch weiterhin drauf verzichten, obwohl ich die letzte Sendung nachträglich in der Mediathek abgerufen in voller Länge gesehen habe. Mir ist vor allem diese Frage als Idee aufgestoßen: Ja, warum dürfen die das eigentlich mit unseren Geldern machen? Ich hab nichts dagegen, dass Musiksendungen gemacht werden. Ich liebe Musik. Gerade deswegen darf man fragen: Warum macht Ihr dann keine?

Es wird alles aus dem Playback abgerufen, die ganze Sendung ist konservengesteuert. Hier werde ich als Musiker sauer und fühle mich regelrecht verarscht. Der Gedanke ist keineswegs neu: Playbacks gibt es schon immer. In der ZDF-Hitparade war das aber wenigstens klar erkennbar. Nur Trio aus Großenkneten hat es einmal ganz anders gemacht und Hecks Hitparade von vorn bis hinten aufgemischt, live. Anna, Anna, oh Anna.

Ich fass mich kurz: Ich habe gedacht, ich will das nicht. Ich will nicht, dass sie dort Musiker als Marionetten auf die Bühne stellen, die dann so tun, als spielten sie. Das ist Musikern unwürdig. Dann sollen Musiker wegfallen. Ich weiß, jetzt bin ich ein Jobkiller. Aber das sind gar keine Musiker, sondern Komparsen. Ich bin für fakefreies Fernsehen. Gegen Fakenachrichten wird ja gerade gesetzlich geschraubt, für Wahrheitspflicht. Ich bin für Musiker und ungebremste Spielfreude. Nur live sollte es bittschön sein. Nein, es ist nicht so, wie die Manager der Plattenfirmen und Sendeanstalten uns weismachen: Wir haben ein Recht, die Abweichung vom Studioprodukt zu erfahren. Das ist ja gerade das Spannende. Wir sind nämlich keine Zielgruppe. Wir bezahlen unsere öffentlich rechtlichen Sendungen zu Recht zur Qualitätssteigerung und als Unterschied zum privat finanzierten Lügenfernsehen. Bestimmte Dinge kann man live nicht aufführen. Das würde die Seele der Musik doch retten.

Nicht mehr und nicht weniger. Seid bitte jetzt endlich einfach nur ganz, ganz ehrlich.

Dazu möchte ich Eure Meinung erfahren. Ich freu mich auf Eure Shitstorms. Ich geh dann makaken.

Weiterführend

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