1684/18: Positionen: Nach dem Echo-Aus: Quo vadis? – Nach dem Aus täte eine Fusion mit dem Preis für Popkultur nicht schlecht

Gut, das war jetzt auch wirklich richtig. Der Echo ist totgemacht worden.

Ich habe Sympathie mit der deutschen Musikwirtschaft und glaube, es tut dort vielen Menschen leid, wie es gelaufen ist. Das ist so hundselendig, so peinlich, so schlecht, perfide, grottig und darf sich so nicht wiederholen.

Ich habe einen ganz einfachen Vorschlag, der mir heute seltsam deutlich vor die eigenen Füße fällt:

the Deutsche Musikwirtschaft goes to Preis für Popkultur!

Bitte – einigt Euch! – der Preis für Popkultur, ursprünglich sollte er Tonio heißen, ist bereits einigermaßen gut eingeölt. Setzt Euch mit dem Vorstand zusammen, deutsche Musikwirtschaft, und baut diesen Preis zum richtigen, neuen aus, der den Echo endgültig ersetzt. Das ergibt auch ganz klare Zeitvorteile. – Die Frage dürfte sein: Kann man da Schnittmengen bilden und ist man bereit aufeinander zu hören. Der Preis für Popkultur verstand und versteht sich ja als Gegenveranstaltung zum Echo. Das war schon visionär, diesen Preis kürzlich gegründet zu haben. Weitblick.

Noch einmal: Großer Respekt. Dass der Echo jetzt getötet wurde, um neu anzufangen, ist gut und verdient Respekt, nicht Schadenfreude.

Wir haben heute auf facebook in der Spezialistengruppe Musikerwitze Kippa getragen, aber nicht Kippe geraucht:
Denn Deutschland ist und bleibt anständig, selbst wenn es ein paar Dummköpfe nicht schaffen nachzudenken und AfD wählen, weil sie vollkommen verhuscht sind. Selbst wenn Battel-Rapper wie Kollegah und Farid Bang Stuss rappen, dass es einem weh tut. Weiter gehts, die Demokratie, die kann sich wehren.

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1456/16: Linktipp: Die Videoaufzeichnung des Preises für Popkultur am 09.09.16 im Berliner Tempodrom

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Tonio_Logo

Zwischen dumpf und Diskurs gibt’s nicht viel im deutschen Rock. Der jungen Hauptstadt-Band Isolation Berlin gelingt nun das Unwahrscheinliche: große, sehnsuchtsvolle, traurige und wütende Gefühlsmusik, die sich jedem Trend entzieht. (Der Spiegel, Link unten)

Wie war es denn nun beim ersten deutschen Preis für Popkultur, dem Tonio, gestern im Berliner Tempodrom? Es ist wohl zu wenig Hass in der Musikszene, die Musik wird besser, lautet eine ganz wesentliche Erkenntnis des Abends.

Antwort darauf gibt die komplette Videoaufzeichnung des Abends.

Von der Fachwelt wird die Entwicklung mit Interesse verfolgt. Haben sich die Macher des Preises doch vorgenommen, den etwas in die Jahre gekommenen ECHO Musikpreis zurückzudrängen und an Stelle des allein auf Verkaufszahlen basierenden Industriestandards nun einen Preis zu präsentieren, der der Idee näher kommt, dass gute Musik, Qualität und Einzigartigkeit sich durchsetzen.

Macht Euch mal selbst eine Meinung dazu. Wer weiß, wie lange wir noch quer denken dürfen?

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