1746/18: News: Vom Haschen nach dem Wind und dem mokanten Kaffeegeruch im Moka Efti in Berlin! Ganz ausgezeichnete Musiker!

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Denn alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. (Prediger, 2,17) Und denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit! (Prediger 12,1)

Denn alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. (Prediger, 2,17) Und denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit! (Prediger 12,1)


(Das Stück Black Coffee, auf- und nicht abgeführt von The Xtraordinary Jazzbirds – Jazzvögeln –  widmen wir Nikko Weidemann und Mario Kamien.)

Sie bekommen das Vertrauen der Regisseure Tom Tykwer, Henk Handloetgen und Achim von Borries, vom Blues und Klavier-Ragtime über Chansons bis zur opulenten Big Band Charleston-Nummer alle Arten von Stücken zu komponieren. Besonders im Titelsong “Zu Asche, Zu Staub” soll es aber eher um ein lebendiges, auf heute übertragbares Gefühl gehen als um historische Genauigkeit. Weidemann, seit den 80er Jahren verwurzelt in der internationalen musikalischen Subkultur, und Kamien, der sich als Teil des Duos dZihan & Kamien in den 90er Jahren einen Namen machte, bekommen den Auftrag, nicht nur die Musik zu produzieren sondern auch Musiker sowohl für den Filmdreh als auch für die Soundtrack-Aufnahmen zu casten. Zusammen mit Sebastian Borkowski stellen sie das MOKA EFTI ORCHESTRA zusammen. (Begründung zum Preis, Link unten)

Tom Waits hat es gesungen: Clap Hands. Just another cup of coffee in the dust. So wie das heutige Lied des Tages: Black Coffee. Moka Efti. 🙂

Julius Meinl hat in Wien Kaffeehauskultur geschrieben. Roland Meinl hat in Gutenstetten in Oberfranken weltweite Musikinstrumentengeschichte geschrieben. Es hat fast an jedem Becken angefasst: Das Moka Efti in Berlin wuchs aus einer generösen Zeit und verschwand in vollkommener Bedeutungslosigkeit. Pola Roy, der Schlagzeuger der 2012 stillgelegten Band Wir sind Helden hat einen Instagram-Account und teilt seine Fotos, Polaroyts, farbig, mit Gott, mit mir und der Welt. Denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit (Prediger 12,1), so lange es nicht zu spät ist. Ich habe es getan um eine erste gebrauchte Stereoanlage geschenkt zu bekommen zur Affirmation. Pardon, Konfirmation.

Gesegnet mit Einfluss und künstlerischem Ausdruck ist in diesen Tagen der Musiker Nikko Weidemann und sein Konsortium der ungespülten Bremsfreude, pardon seiner Komparserie ungebremster Spielfreude, einem Kammerkemenatenorchester (sprich: Orchesta! mit weichem „chhh“), dem ein Schattenakt der Verbindung von Gegenwart und Ursehnsucht vollkommener Zügellosigkeit in den Sexbunkern jener Roaring Twenties gelang, der in der Filmserie Babylon Berlin Höhepunkt an Höhepunkt reiht. Der Gebrauch des Wortes „Serie“ hat etwas Anrüchiges, ist zu billig und trifft die Heldenmoritat auf Bert Brecht & Co. nicht. Kein Zweifel: Jene 16 Dreh- und Angelpunktbücher waren aufgeschrieben in berauschendem Sütterlin für eine Räuber-Jenny namens Liv Lisa Fries und ihrem köllschen Companhero Volker Bruch. Unaussprechlichst dient Severija Janušauskaitė dem Film als Maitresse de la Comtesse in diesem Festival della Noche.

Herzlichen Glückwunsch, Nikko Weidemann & Mario Kamien. Der Preis ist mehr als verdient. Auch wenn wir mit österreichischen Fluglinienbesitzern und vormaligen „Formel Eins“-Helden (im Fernsehen Peter Illmann, am Nürburgring Niki – nicht Nikko – Lauda) keine gemeinsame Sache machen: Die Laudatio fiel einseitig aus und wie es für diese Zeit der Weimarer Republik so tüpisch war, parteiisch. Der Listen to Berlin 2018 Award für Nikko Weidemann und Mario Kamien ist praktisch schon eine Vorstufe zum Bundesverdienstkreuz für eine ganze Bande äußerst gewissenloser Hitfabrikanten. Zu Asche, zu Staub! Setzen.

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1742/18: Cineasmus: Zu Asche, zu Staub


Severija Janušauskaitė „Zu Asche, Zu Staub“

Severija

Zu Asche, zu Staub
Zu Asche, zu Staub
dem Licht geraubt
doch noch nicht jetzt
Wunder warten bis zuletzt
Ozean der Zeit
ewiges Gesetz
zu Asche, zu Staub
zu Asche
doch noch nicht jetzt

Zu Asche, zu Staub
dem Licht geraubt
doch noch nicht jetzt
Wunder warten
doch noch nicht jetzt
Wunder warten bis zuletzt

Es ist wohl nur ein Traum
das bloße Haschen nach dem Wind
Wer weiß es schon genau?
Die Uhr an deiner Wand
sie ist gefüllt mit Sand
leg deine Hand in mein'
und lass uns ewig sein

Du triffst nun deine Wahl
und wirfst uns zwischen Glück und Qual
doch kann ich dir verzeih'n
Du bist dem Tod so nah
und doch dein Blick so klar
erkenne mich
ich bin bereit
und such mir die Unsterblichkeit

Es ist wohl nur ein Traum, aber mit dem Epos „Zu Asche, zu Staub“ ist da ein ganz großer, schräger Faltenwurf über die deutsche Vor-Weltkriegsgeschichte geworfen worden. Als weißer Ritter der Kokosnuss agiert dabei Nikko Weidemann, auf dessen Wirken die Sache zurückzuführen ist. Wie man hier auch in diesem kurzen Video der deutschen Nachkriegsweltgeschichte schnell erfassen kann. Hammerstück.

Der Mann fiel uns schon mal positiv auf. Da hat er den Schmachtfetzen Merci, Cherie von Udo Jürgens neu gegeben und das war so „Uhhhhhh.“ Nun ist auch gut, mit dem schwärmerischen Schmachten.

„Dieses Lied und die Filmszenen gehören zum besten, das ich je gesehen habe: Das Lied baut eine unglaubliche Spannung auf, es ist gleichsam herrlich düster und süß melancholisch. Eine großartige Komposition, sehr emotional auch sehr dynamisch durch den tollen Rhythmus und das Schlagzeug Solo. Die Filmszene ist unfassbar gut gestaltet: wie das Publikum in dem Tanzlokal langsam zu einer Einheit verschmilzt im hypnotischen Rhythmus des Liedes und genau wie der Zuschauer so stark angezogen wird von der Melodie. Wie der Zuschauer ist das Publikum in der Szene fasziniert von der Musik. Wenn das Lied dann beendet ist, geht die Filmhandlung weiter , aber dieses wunderbare Element bleibt für sich alleine strahlend als bleibender Eindruck bestehen!!!!. Cinematographisch einfach der Wahnsinn, ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper als ich diese Filmszene genießen durfte. Ein wirklicher Stern am Filmhimmel!“ schreibt die YouTube-Userin Susy Stellar unter das Video. Dem ist kaum etwas vernünftig hinzuzufügen.

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