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1469/16: Lied des Tages: „Du tust mir gut“ – Die besten 4 Gründe: Der Blues vom Nachbarn, der Krefelder Appel und die Suchttechnologie

Katrin Nelsen, Querflöte, Gesang
Achim Remmertz, Gitarre, Gesang
Bernd Thielen, Gitarre, Bluesharp, Gesang
Jörg Schreinemackers, Schlagzeug

Meine Heimat nehm ich überall mit hin, trag sie in mir, wo ich auch bin. Meine Heimat, darin liegt der Sinn, das ist der Grund, dass ich in Krefeld glücklich bin. (aus „Glücklich in Krefeld“, Lyrics)

Nenne mir doch bitte 1 guten Grund, warum ich das mögen soll? Ich weiß keinen einzigen. Die Band nennt sich 4 Good Reasons, 4 gute Gründe. Wir nehmen wahr: 4 Personen, eine Band. Gut gereifte Herbstäpfel, sie selbst schreiben über sich, sie seien seit vielen Jahren musikalisch unterwegs und „nicht nur vom Alter her gereift“. So hört sich ihre Musik auch an: Herrlich unaufgeregt. Einfach gute Songs.

Keiner muss brillieren, niemand spielt sich in den Vordergrund, Team- und Airplay. Die Aufnahmen klingen homogen und sind Teamgeist, das spürt man. Hört auch mal in den Teamplayer namens Soundcloud hinein, ist verlinkt.  Wir kennen jedenfalls kaum Bands, die sich als glücklich in Krefeld bezeichnen. Apropos Herbstäpfel: Der hieß nicht Krefelder Appel, sondern Appell. Stand für eine Welt mit weniger Waffen. Schee wars scho. Oder?

Noch dies: Die Homepage sollte nicht Texte in Fotos darstellen. Das Internet lebt vom durchsuchbaren Text. Fragt die NSA. Ohne ausgefeilte Such- gibt es keine Suchttechnologie, kein Fan sein, Fanzine, oder schöne Worte, die wie „Selektoren“ herhalten. Der Fanclub muss Dich finden. Wenn Anne im Mai Kant liest, ist es zu Annenmaykantereit nicht mehr weit und die füllen jetzt Stadien: Du entschuldige Dich bei Pocahontas. Im Internet gilt das gesprochene geschriebene Wort. Zum Beispiel: „Lobet Ihn mit Pauken und Reigen; lobet Ihn mit Saiten und Pfeifen; lobet Ihn mit hellen Zimbeln; lobet Ihn mit wohlklingenden Zimbeln!“ Psalm 150 – Gute Pommes bunt gibts in Berlin bei Curry36. Pommes Pommerenke (Schlagzeugbetreuung) ist bibelgetreu verlinkt. Im Gebetsbuch der Berliner Musikszene. Hier.

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1433/16: Audio-Paparazzi: „Llorame“ – performed by Nancy Ruth (Auskopplung aus „Sangria Jam“) #Malaga #Spanien

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Zum heutigen Lied des Tages kann ich ruhigen Herzens empfehlen, auch zusätzlich den gesamten Soundcloudplayer gewissenhaft durchzuhören, – ist unten verlinkt.

Wenn man über jemanden nicht viel weiß, soll man besser die Klappe halten.

Bzw. einfach besser zuhören. Nancy Ruth aus British Columbia, Kanada lebt in Málaga, Spanien. Sie ist mir via Twitter über den Weg gelaufen. Weil sich doch Menschen über den Weg laufen, ohne sich je wirklich zu begegnen. Virtuell.

Stück für Stück näher. Die europäische Mission ist eine Lebensaufgabe. Das haben die Briten nicht begriffen. Nancy Ruth lebt in Spanien, Kastagnetten habe ich nicht gehört, auch Stierkampf ist kein Thema, sie heißt nicht so, nur um anglizischtische Märkte (der mit den Zischlauten) zu bedienen. Uh yeah, es ist ein Anglizischmus. Ich werde erfahren, was dahinter steckt. Eine Linksammlung und ein Lied des Tages für die Leser. Heute möchte ich erst einmal bisserl Musik über die warme Körperhölle rieseln lassen. Pardon, Hülle.

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1194/15: Positionen: Dürfen Proben mitgeschnitten werden? Vorsicht, Kamera! Paar Überlegungen zu ostentativem Digitalismus.

Icon Proberaum

Beuteschema_Gute.Aufnahmen

Melissa Etheridge (* Name geändert) betrat zum ersten Mal den Proberaum: Den Mantelkragen hochgeschlagen, eine große Mütze übers Gesicht, Sonnenbrille Marke Fliegenaugen: Als erstes scannte sie die Räumlichkeiten gewissenhaft ab. Wände und Decken. Irgendwo Aufzeichnungsgeräte? Dann legte sie entspannt ab: Nichts dergleichen. – So könnte künftig das Vorsingen beginnen. – Immer wieder im Streit: Wie stark ist das Recht des Einzelnen vorzuschreiben, ob wir in der musikalischen Probe digitale Aufzeichnungen anfertigen dürfen? Oder -vor allem dies- auf gar keinen Fall Aufnahmen erstellen zu dürfen? Ein paar Gedanken dazu. Durchaus absichtlich meinungsstark. Ich bitte um konstruktiven Widerspruch.

Dabei ist das Einführungswort des höflichen Hinzugewinns zuallererst: Vielen Dank für die Aufnahme. Mit Einführung digitaler Aufnahmegeräte ist das Aufzeichnen von Bandproben in recht guter Qualität viel leichter geworden. Aber auch schon in den Siebziger/Achtziger-Jahren liefen Cassettenrecorder mit, um auf Bandproben Kontrollmitschnitte anzufertigen. Selbst Demos wurden handgeschnitzt angefertigt, beispielsweise um an Gigs zu kommen. Kein neues Thema. Neu ist das Thema Digitalismus indes, seit es Internet gibt und im Web 2.0 kinderleicht Parallelveröffentlichung erfolgen kann.

Hier gibt es meinungsmäßig stark auseinander driftende Pro- und Contralager. Im Interesse der Versachlichung ein paar Gesichtspunkte, vielleicht ein Versuch, eine starke Meinung zu bilden und diese konsequent zu vertreten.

Ich persönlich kann die menschlichen Ängste und Befürchtungen verstehen, allzu schnell im Internet zu landen, mit musikalischem Probematerial, dessen Veröffentlichung man als „nicht reif“ bezeichnen könnte. Das Recht am eigenen Bild ist ein noch schwerwiegenderes Thema als das Recht am eigenen Ton, will man erst einmal meinen. Um diese Frage, um Veröffentlichungen im Internet, geht es mir gar nicht.

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