Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

1313/15: Nachruf: Sven Meisel († 06. Januar 2016 in Berlin)

Kerze (animiert)

Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

Sven Meisel (Quelle: Edition Meisel, mit Dank)

„Mit großer Hingabe und unermüdlichem Einsatz widmete Sven Meisel sich seinen Aufgaben als Musikverleger, Label-Chef und Studiomanager. Sein außergewöhnlich warmherziges, kluges und faires Verhalten im Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern machte ihn zu einer sehr beliebten und geschätzten Persönlichkeit in der deutschen Musikbranche. Unser besonderes Mitgefühl gilt seiner Frau, seiner Tochter, seiner Mutter und seinem Bruder. Der schmerzliche Verlust ist für uns alle nur schwer zu begreifen.“ (Meisel Musikverlage)

Der Branchendienst musikmarkt.de meldet den unbegreiflich frühen Tod von Sven Meisel, der im 49. Lebensjahr verstarb. „Sein Tod kam für alle sehr plötzlich und unerwartet”, heißt es aus dem Verlag. Als Kind gehörte Fred Sonnenschein aka Frank Zander zu seinen nächstliegenden Interpreten. Als Erwachsener trat er 1998 in die Familienfußstapfen auf Geheiß seines Vaters Thomas Meisel. Er wurde schnell ein geachteter, würdiger Nachfolger und stand zuletzt allein als Geschäftsführer dem Unternehmen vor.

Mit dem Tod des in dritter Generation tätigen Musikverlegers und Unternehmers, der nach Angaben von Meisel überraschend eintrat, verliert die Berliner Musikwelt eine herausragende Persönlichkeit, die von vielen als angenehm und fairer Verhandlungspartner auf Augenhöhe geschätzt wurde. Der Verlag hat einen Titelkatalog von rund 50.000 Titeln. Zum Verlag gehört auch das Hansa-Studio „down by the wall“, wo David Bowie, Bono, Spliff, Nina Hagen und viele, viele andere Größen der Musikbranche bedeutsame Spuren in die Asphaltdecke der Musikgeschichte ritzten. Es ist ein Graus. Farewell, Sven Meisel.

_link Lotse

1026/14: Lied des Tages: „I Still Haven´t Found What I´m Looking For‘ – von Kai Bohun & Maria GoJa

_icon.Tageslied

Mick Jagger Charlie Watts

Mick Jagger Charlie Watts

Mick Jagger Charlie Watts

Mick Jagger Charlie Watts

Videotische Ideen: Dass es Berliner Musikern gut zu Gesicht stünde, würden sie „sich“ öffentlich herzeigen, ist eine ganz andere Einstellung, als jene anzunehmen, man könne kulturelle Blumentöppe gewinnen, indem man sich mit dem Internet verfeindet und eine Veröffentlichung seiner musikalischen Fresse aus Datenschutzgründen verweigert. Dennoch ist die „Medienfeindlichkeit“ dem Internet gegenüber weit verbreitet. Ab und zu allerdings gibt es großartige Gegenbeispiele zur gerade angesprochenen Hochkultur des Webnihilismus. Medienpräsentation groß!

Das Lied stammt ursprünglich von der irdisch iridisch-irischen Band U2 und wurde auf „The Joshua Tree“ erstveröffentlicht, ein Millionseller und Klassiker der Achtziger Jahre-Rockgeschichte. Die beiden Berliner Musiker Kai Bohun und Maria GoJa haben sich den Song vorgenommen und ihn hemdsärmelig, zärtlich und barfüßig eingespielt. Dazu wurde das vorstehende Video gedreht. – Kai Bohun ist uns als vielsaitiger, intensiver Musiker „mit Haut und Haaren“ (nicht im Video ;-)) bekannt. Man sieht´s ja auch der „Wohnzimmereinrichtung“ an.

Sehr schöne, ätherische und leichte Version voller Wehmut und mit nicht zu knapper Intensität. Großartig und dafür Chapeau vom einzigen, relevanten Berichtsblog (..) der Berliner Musikszene. Das Video lief uns barfüßig über den Weg, als wir mit den Gedanken ganz woanders waren: Bei der Frage, was „Berliner Musiker“ wohl so posten würden, wenn sie nur genügend Zeit dafür hätten? Doch das ist eine ganz andere Geschichte. Hier nun also „mit leisen Tönen“ gehörig auf sich aufmerksam gemacht und gut gelungen. Sehr schön.

 

863/13: Positionen: „Wenn man sagt, die achtziger Jahre sind ein Reinfall gewesen, ist das noch ziemlich geschmeichelt.“

Von Laabs Kowalski

Header Legenden - Früher war´s  und besser...?

(Auszug aus dem Buch: „Rock Around The Clock – Die Wahrheit über 60 Jahre Pop & Rock und nichts als die Wahrheit“.)

Wenn man sagt, die achtziger Jahre sind ein Reinfall gewesen, ist das noch ziemlich geschmeichelt. Sie stellen vielmehr ein Jahrzehnt der Verfehlungen dar, gelenkt und ruiniert von Figuren wie Reagan, Thatcher und Kohl. Was zählte, war das Durchsetzen eigener Interessen, und das bedeutete: Geld machen, in möglichst kurzer Zeit so viel Kohle abgreifen wie möglich. Auf der anderen Seite waren die Achtziger rücksichtslos albern. Die Frauen staffierten sich wie Nutten aus und trugen Ohrgehänge aus grellfarbigem Plastik. Männer zwängten sich in Anzüge und Bundfaltenhosen und fielen in Ohnmacht, sobald ihre Bügelfalte an Schärfe verlor.

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