Bildbearbeitung "Der Mann mit dem Fagott" (Verlag blanvalet)

1457/16: Video: Thomas Handke Fagottquintett Op. 31

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Thomas Handke – Fagottquintett – Op. 31

Musik schreibt, wer Musik schreibt. Man kann ein ganzes Stück schreiben, welches man in Gegenbewegung gespiegelt ebenfalls spielen kann. Bach hat das in der Kunst der Fuge vorgemacht. Und ich wollte das eben auch einmal probieren. (Thomas Handke in In Motu Contrario, Jahresrückblick 2015)

Von solch einer Leichtigkeit und Schönheit war „Der Mann mit dem Fagott“. Die Geschichte über Udo Jürgen Bockelmann (* 30. September 1934 in Klagenfurt, Kärnten, Österreich; † 21. Dezember 2014 in Münsterlingen, Thurgau, Schweiz) aufgeschrieben, ins Filmische versetzt, faszinierte der leichte Erzählfluss und das gute Karma des hauptdarstellerischen Schauspielers David Rott, der uns den Udo gab. Eines Tages kurz vor Weihnachten 2014 ging Udo J. am Flussufer spazieren, fiel um und war tot. Was für eine Leichtigkeit im Sterben.

Dabei war der Mann Zeit Lebens ein bedeutendes, musikalisches Schwergewicht gewesen. Er machte den Frotteebademantel (Modell Klagenfurt hier) salonfähig. Im hier gezeigten Video eines unbeweglichen Notenblatts führt uns Thomas Handke das Fagottquinett Op. 31 auf. Es ist heute das Lied des Tages. Wir bedanken uns beim Schöpfer.

Weiterführend

1279/15: Video: Detroit Gary Wiggins bei den „Berlin Dialogues“ – Harvard University

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A historical look at Jazz in Germany through the presentation of an american musician living in Berlin. Detroit Gary Wiggins speaks of events that has occured during his 25 years in Europe where cultural diplomacy has shown its face and played an important role to provide a comfort zone in the relations of different cultures living among one another. This discussion was titled „Jazz in the Kulturnation“ and part of Harvard University Berlin Dialogues.

Die aus insgesamt 3 Teilen bestehende Dokumentation einer Rede von Detroit Gary Wiggins in der Harvard University wurde von uns für diesen Zweck hier zu einer playlist verbunden und ist damit ein Dokument der Zeitgeschichte.

Gary Wiggins lebt als Musiker seit vielen Jahren in Berlin und hat international ständig zu tun. Man sieht ihn in Paris auftreten, in Berlin oder auch -wie man überraschend sah- in Filmen wie z.B. im Film über das Leben von Udo Jürgens „Der Mann mit dem Fagott“.

Hier ist die Homepage des Ausnahmesaxofonisten aus Detroit. Gary? Give us the Blues. Und den Jazz sowieso.

1275/15: Breaking News: Xavier Naidoo tritt nun doch nicht beim #ESC2016 auf, sind das die Hintergründe?

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Xavier Naidoo – ECHO 2015 // A Tribute to Udo Jürgens

21. November 2015
ESC 2016

Vor einigen Monaten ist die ARD auf mich zugekommen und hat mich gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Stockholm anzutreten.
Das war der alleinige Vorschlag der ARD. Ich habe nach reichlicher Überlegung schließlich zugesagt, weil dieser Wettbewerb ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen wäre. Wenn sich nun kurz nach unserer vertraglichen Einigung mit dem NDR und dem Abschluss aller Vorbereitungen die Planungen der ARD durch einseitige Entscheidung geändert haben, dann ist das ok für mich. Meine Leidenschaft für die Musik und mein Einsatz für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander wird hierdurch nicht gebremst.
Xavier Naidoo, 21.11.2015, auf seiner Homepage

Weiß jemand, was der NDR will? Was er nicht will, wissen wir seit nicht mal einer Stunde. Den Zorn der marodierenden Netzwerke!

Kaum ist die Nachricht über den Äther gekommen, da stellt die weltweite auch schon wieder erste Vermutungen an, warum Xavier Naidoo nun wirklich nicht beim ESC2016 auftreten soll. Über Twitter erreichten uns (von uns selbst) folgende zwei erste, stichhaltige Begründungsmöglichkeiten:

(1) Der Verband der Holzfäller Deutschlands fällte im Verwaltungsgebäude des versehentlich die Entscheidung für zum

(2) Auf dem Jahrestreffen der Kassierer Deutschlands in Wattenscheid wurde versehentlich -Entscheidung für zum kassiert.

Wahrscheinlich war die Entscheidung des NDR pc. Also politically correct. Ob jetzt Helene Fisch dorthin zieht? Sie hat mit Udo Jürgens (Merci Cherie) gesungen und es war schön, so schön.  Xavier Naidoo hat es ebenfalls getan.

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1234/15: Nachruf: Max Greger (* 2. April 1926 in München; † 15. August 2015 ebenda)

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Zwei Namen hatte er da nur vermerkt: James Last und Max Greger. Gott war von beiden Orchesterchefs dermaßen begeistert, dass er sich dachte: Der James hat den Menschen schon genug Freude gebracht, jetzt soll er mich mal unterhalten. Und so geschah es, am 9. Juli 2015. Dass Gott nur 36 Tage danach mit Max Greger den zweiten deutschen Weltklasse-Bandleader zu sich rief, hat nichts mit göttlicher Ordnungsliebe zu tun. Sondern mit Menschenliebe. (aus „BILD“, ungewohnt nonchalant textend, mein Chapeau!)

Sie sind alle elende Spießer. Spießer sind sie, Spießer bleiben sie, durch die Bank weg. Die spießbürgerlichen Spießgesellen sitzen in allen gesellschaftlichen Schichten, wenn man von solchen überhaupt sprechen kann. Durch die bundesdeutsche Gesellschaft gehen viele Risse. Zufälle: Dieser Artikel trägt die Nummer 1234. Wir schreiben den Monat 08/15. Es wirkt alles so beliebig. Aber ist es das?

Es sind die Bankangestellten mit dem gestrengen Dresscode zur Arbeit. Die Polizeibeamten, die finden, dass in Deutschland Recht und Gesetz nichts mehr gelten. Die Punks, die vor dem U-Bahnhof stehen, No Future brüllen und meinen, sie wären was Besseres. Die Musiker, die glauben, weil sie erst zu einem bestimmten, etwas späteren „Zeitpunk“ zur Welt gekommen sind, hätten sie die musikalische Weisheit mit Löffeln gefressen. Sie könnten Kohl-Wähler sein, denn von ihm kommt dieses Sujet von der Gnade der späten Geburt. Pfui Deibel.

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1222/15: Lied des Tages: „Merci Cherie“ – Various Artists – Eine unerhörte Kollektion

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Udo.Juergens

Jassy Jazz, bürgerlicher Name Jasmine Seper, kommt aus Wien.

Ihre Version des Udo Jürgens-Klassikers verdient Gehör. Viel Spaß damit.

Verlinkt noch ein paar weitere Versionen des Jahrhundertlieds.

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1221/15: Lied des Tages: Griechischer Grexit, europäische Union und „Lass mich, ich muss Wein.“

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Udo.Juergens

Udo Jürgens mit dem Johann-Strauss-Orchester Frankfurt (Frankfurter Sinfoniker) unter Leitung von Günther Gräf, dem Orchester Pepe Lienhard und dem Studio Chor Frankfurt unter der Leitung von Alexander Muchin bei einem HR-Live-Mittschnitt des Konzertes beim Hessentag 1998 in Erbach.

Sein Tot ist hier beklagt worden in einem Nachruf.

Eine opulente, andersartige Version des berühmtesten deutschen Liedes „pro Greece“ (und damit nicht #Grexit), einer der absoluten deutschen Gastarbeiter-Evergreens, den jeder kennt.

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1211/15: Lied des Tages: „Merci Cherie“ – performed by Nikko Weidemann

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Udo.Juergens

War einmal ein kleiner Junge und eine Ukulele. Hieß er wohl Nikko Weidemann (Baujahr 1961) und fand er Udo Jürgens so schön.

Viel später wird was ganz anderes draus: Nikko Weidemann, schon sichtlich älter, tritt irgendwo auf und gibt Udo Jürgens wieder erneut die Ehre. Diesmal auch mit einer anderen Schlagzeuginstrumentierung, die aufhorchen lässt. „Merci Cherie“, mon cherie, Konfekt des Lebens, so schön war unser Leben, rückblickend betrachtet. Wir werden ein bisschen sentimental und freuen uns über eine sehr gelungene Coverversion von Nikko Weidemann.

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1189/15: Lied des Tages: „Wenn Du meinen Namen rufst“ von Sunny Lee White – Tulipanische Gesichtspunkte von #Pseudonymen

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Wenn Du meinen Namen rufst – Sunny Lee White

Menschen hießen Udo Jürgen Bockelmann und hatten abstehende Ohren. Letztere lassen sich richten. Was den Namen betrifft, sind die Erlaubnisgrenzen hoch oben über den Amtswolken, in der Cloud: „Wer hat mein Lied so zerstört?“ Den Wohlklang meines Namens? Den Namen ändern zu können ist wenigen vergönnt. Peter Fick hat es versucht. Elli Arsch erst recht. Peter Pimmel, viele gescheiterte Existenzen.

Anders der Kosmos der Künstler im Universum der Muse. „Wenn Du meinen Namen rufst“, sagt Sunny Lee White, verspricht er, uns in den Arm zu nehmen und nicht auf selbigen. Wir müssen die Ernsthaftigkeit erkennen. Wir wissen nicht seinen bürgerlichen Namen? Das muss uns nicht anfachen. Es wird gute Gründe haben, heißt  jemand Sunny Lee White oder gar Tommy T. Tulip. Eben nicht wie der Koreaner Thun Visch oder die Latino-Amerikanerin Wal Fish. Ein Fish namens Wanda Jackson würde nach Änderung streben. „Wenn Du seinen Namen rufst“, dann nenn ihn beim richtigen. Der richtige Name ist sein Künstlername. Es besteht Klarnamenpflicht für das Produkt, das Produkt besitze dies Œuvre. – Es ist eine künstlerische, nicht eine künstliche Sichtweise, auf die Welt. Niemand hat das Recht, die gewählte Vorgehensweise zu ignorieren.
Schönes Lied. Deswegen heute #LiedDesTages auf blackbirds.tv

Wer den Kanal noch nicht gestrichen voll hat, abonniert einen weiteren hier auf Youtube. Sunny Lee White, eine Kieler Liedersprotte, kann man auch auf soundcloud abonnieren, bzw. tiefenhören.

1140/14: Video: „Ich glaube“ – Xavier Naidoo Udo Jürgens (30.09.00), Glasscherbengegurgel, Joe Cocker und mehr hier

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Udo Jürgens 30 09 2000 & Xavier Naidoo Ich glaube

SPIEGEL: Konnten Ihre Eltern Ihren Gesang ausstehen?
Cocker: Der war harmlos gegen mein Schlagzeuggetrommel. Ich hatte eins, das nicht besonders gut war, aber sehr, sehr laut. Wenn ich übte, lief mein Vater Amok. Er sagte: Rock“n“Roll, was soll das? Lern was Anständiges, mein Junge. (Interview mit Joe Cocker, Spiegel 36/1997, hier)

Throwback Tuesday: Vor einigen Jahren im deutschen Fernsehen. Mit dem Nachrufe schreiben kommt man dieser Tage nicht hinterher. Dafür gibt es die professionellen Leid-Medien. Was Joe Cocker betrifft, waren die eigenen Erwartungen umgekehrt proportional. Man wunderte sich, dass er so lange durchgehalten hatte, schon seit Ende der Siebziger Jahre. Um dann verhalten vernunftgesteuert zu bemerken: Ach ja, der hat die Biege gekriegt.

Heute aus der Kategorie „Der Udo war kein Schlageraffe“ das #Lied des Tages, interpretiert vom heuer eher angefeindeten Xavier Naidoo, dem besten deutschen Sänger mit Soulstimme.

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1139/14: Nachruf: Udo Jürgens ist tot

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Udo.Juergens

Wenn viele sterben, ist das der Lauf der Dinge, den wir nicht ändern können. Nicht ändern werden. Wenn einige wenige sterben, so zerreißt es einem das Herz in der Brust und man merkt, dass einem ein Stück des eigenen Lebens fortgerissen wird. Das gilt für den großen Herrn Bockelmann, der sich als Junge die Ohren hat anlegen lassen und dann einer der größten europäischen Musiker wurde. Einen Moment der Hochachtung!

Gerade in letzter Zeit haben wir hier (ausnahmsweise) über Udo Jürgens geschrieben. Er wurde am 30. September 2014 genau 80 Jahre alt.

Nun ist Udo Jürgens tot. Noch ist die Nachrichtenlage dünn: Er soll bei einem Spaziergang gestorben sein. Wir wünschten ihm „Sterben ohne Leiden“.

Schmerzlich. Er wird fehlen.

Über ihn geschrieben haben

1073/14: Legenden: Die 30. September-Ehrenrobe, Modell „Klagenfurt“ #Jubiläen #Linktipp

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30.September-Ehrenrobe

Mein persönliches Zitat des Tages – und danke Tia Thankyouforthemusic – Zitat. „Musiker hören sich anscheinend nicht nur selbst gern spielen, sondern lesen sich auch gern reden“ (aus: Spezialistengruppe: Musikerwitze/facebook)

Ein durch und durch politischer, niemals in übliche Schemen einzuordnender Sänger und Musiker wird 80. Von wegen „Schlageraffe“! Wer sich mit dem Wirken des Österreichers näher auseinandersetzt, staunt. Und lernt dazu.

Nur wenige deutschsprachige Musiker haben mehr Menschen berührt wie „uns Udo“. Generationenvertrag „plus“: Während wir teils noch Edward mit den Scherenhänden als Kinostar feierten, hatte Udo Jürgen Bockelmann sich die Segelohren schon längst anlegen lassen. Ein kleiner Eingriff beseitigte letzte Karrierehemmnisse.

Die angelegten Ohren blieben Schlitzohren und Joachim „Blacky“ Fuchsberger schrieb ihm lange vor Tim Bendzko, dass wenn ihm die Worte fehlen, nur noch Musik übrig bliebe. Der Mann, der seinen Bruder als Maler verehrt und sich selbst für einen „kleinen Musiker“ hält, gibt Auskunft.

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591/11: Personen & Porträts: Clemens Wandelt wandelt im Rickenbacker´s in Wilmersdorfer Bundesallee

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Über DJ Gunter vom Berg, der im Kreuzberger Golgatha regelmäßig auflegt, schrieben wir kürzlich theoretisierend:

In Kreuzberg. Seit Gunter vom Berg dort auflegt, kann man DJs auch Musiker nennen: sie sorgen für gute Musik. Einzige Ausnahme: DJ Ötzi! (hier) – Pump up the Volume!

Clemens Wandelt ist auch so einer. Nicht wie DJ Ötzi, dessen Stern nicht seinen Namen trägt, manche nennen den Ötzi den „DJ Ätzi“. Das ist nicht endlos gerecht: Kürzlich bemühte er sich um Musik auf seiner aktuellen CD, um persönliche Texte abseits vom Bohei und Mitgeschunkele und rastete aus, weil jemand ihn im Interview beleidigte. Man gibt in der Öffentlichkeit das Bild von einem selbst, das man dort hinterlässt. Sich dann zu etwas Ernsthaftem fortzuentwickeln, fällt im Fadenkreuz angedachter Vorurteile jedem schwer. Denn das Vorurteil kommt vor dem endgültigen.

Clemens Wandelt aber  lust“wandelt“ am Parcours für Soul-Jazz-Musik vom Montag, dem Rickenbacker´s, herum, genauer: in der Bundesallee um die Hundertneunziger Hausnummern. Man sieht sich, man trifft sich.

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222/10: Legenden: Gesprochen mit Sherry Bertram, Berliner Musiker-Urgestein #Streiflichter

Wer Sherry Bertram nicht kennt, hat die Welt verpennt, zumindest die Berliner Musikwelt! Oder ist zu jung, aber das ändert sich jetzt!

Heute telefoniert. Am Telefon: Hans-Dieter „Sherry“ Bertram, Berliner Musikerurgestein, kennen wir schon seit nachweislich mehr als 25 Jahren. War schon damals extrem aktiv. Ist lizensierter Arbeitsvermittler für Studiomusiker und Chöre. Kennt die Berliner Musikszene aus dem „EffEff“.

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