1980/21 #Kritik – Tatort Stuttgart: Ein schrecklich nette Patchworkfamilie – Das ist unser Haus

der Kritiker: MRR in jungen Jahren!

#Tatort #TTT #Tulipstagram

#Tatort #TTT #Tulipstagram


Theodor Shitstorm – Tanz die soziale Distanz – Official Video: Dietrich Brüggemann – M+T: Theodor Shitstorm. (p) und (c) staatsakt 2020.

Vor vier Wochen sind die Mitglieder der Baugemeinschaft Oase Ostfildern in ihr Gebäude eingezogen und schon muss wegen eines Abdichtungsproblems das Fundament wieder aufgebaggert werden. Zum Vorschein kommt ein noch größeres Problem: eine nicht identifizierbare weibliche Leiche. – schreibt die ARDmediathek (Link unten) – »Menschen an sich sind halt schwierig und nervtötend und fehlerhaft. Aber wer das nicht will, der kann ja in so ein Reihenhaus ziehen – und sich dann am Ende wundern, wenn er stirbt und keiner vermisst ihn. Hier hat man halt die ständige Auseinandersetzung mit Leuten, die sich die Hälfte der Zeit aufführen wie egozentrische Kleinkinder. Aber die finden einen wenigstens, wenn man tot ist.« sagt die Protagonistin Christiane Rösinger gegen Ende des Tatorts Stuttgart, erklärend.

Unter Regie von Dietrich Brüggemann strahlt die ARD die Folge „Das ist unser Haus“ aus. Ein Schelm, wer an Ton, Steine, Scherben denkt. Vielleicht ist die Assoziation von Gott gewollt.  Sischer dat. Ein Dutzend ähnlich interessierter Bauherren stellt einen Neubau hin, um den Altbau nebenan. „Den haben wir gleich mitsaniert“, erklärt Ulrike, Kommune 2020-Bewohner*innen älteren Semesters. Alles ist hier genderneutral, ausführlich detailliert und jeder Moment findet ein gerechtes, ausreichendes ausuferndes Betrachten aller denkbaren Gedanken – nur stets aus allen sämtlichen denkbaren Perspektiven. Sind die Gedanken auch frei, nehmen wir sie als krude wahr. Das Regiespiel gelingt: Christiane Rösinger aka Ulrike wird Fernsehpublikum und Kommissar Leinöl-Richy Müller (aka Thorsten Lannert) die Pole zwischen selbstbestimmt ausgefüllten Leben erzählen und jenem in einer Community of Housemartins, wo jeder von jedem verlangt, jeden Kleinstgedanken denken zu dürfen und diesen aber auch zu gerechtfertigen. Wir verstehen inzwischen, warum in Berlin weit über 50% der Menschen lieber als Singles leben. Schaut auf dies Ostfildern. Wo nie gutes Karma regnet. Am Fundament dringt bei Regen immer Wasser ein. Brüggemann erzählt ergebnistief von fiesen Verwerfungen durchgeknallter Menschen, die spirituell glauben,  hinzugewonnen zu haben. Den Sinn des Lebens sowieso. Baumängel und eine unbekannte Leiche. Und das Vorleben abgelehnter Mitwohnkandidaten*innen.

Fronleichnam als Happy Kadaver in der wiedergeöffneten Baugrube, weil die Bauherren den Rat zum Trotz alternative Abdichtungstechniken am Keller-Außenmauerwerk anwenden. Nun läuft die braune Plörre in die Keller und man steht vor einem Sanierungsproblem. Hier ist die Kritik beißend fassbar: Das ist unser Haus, es ist unser erstes Haus und wir haben ein Recht auf Anfängerfehler. Auf diese Weise verbeißen sich die Bewohner erstmal in der Suche nach Schuldigen. Das gilt für die Baumängelhistorie ausufernder Sitzungsprotokolle genau so wie für die Leiche, und es betrifft die Suche nach dem vermeintlichen Täter. Ein Lehrstück der klassischen Psychologie, mit Projektionen und Schuldzuweisungen der allerbesten Art.

In erster Line war der Stuttgarter Tatort am Sonntag mal eine herausragende Sozialstudie über das Wesen von gemeinschaftlichen Wohnprojekten mit esoterischem Grund-Handwerkszeug, in denen Spekulationen über ein Kapitalverbrechen Tür und Tor geöffnet wird. Mit allen Verwerfungen, Glaubensrichtungen und intersexuellen Neigungen. Am Ende bricht jede Tätertheorie in sich zusammen und der nachweisliche Sexual-Triebtäter Heinz Rudolf (Kunze) wird öffentlichkeitswirksam freigesprochen, indem er nicht mehr zu Wort kommt. Summa summarum sehr gelungen.

Man kann den Tatort im Zugriff der ARD-Mediathek sehr wohl empfehlen. Viel Spaß beim Nachsehen. Die Musik zum Tatort fertigte Regisseur Dietrich Brüggemann selbst an. Wer in dieser Art von Welt leben möchte, muss sich diesen Tatort bitte unbedingt ansehen. Gnade Euch Gott, denn er hat „Hurtz“ gesagt.

Weiterführend

1979/21 #Tageslied – Von nun an gings bergab -The Greatest Singer without A Voice

Icon #Tageslied

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In Erinnerung an einer der größten Nichtsängerinnen Deutschlands und der Welt. Wobei um das wörtlich richtig wiederzugeben, Ella Fitzgerald das wie folgt formulierte: „The greatest Singer without a Voice“.

Geil. Genau so machen wirs. Mit den Beatsteaks. Viel Spaß.

Das Tageslied auf blackbirds.tv: Von nun an ging´s bergab.

Aus gegebenem Anlass. Für Hildegard Knef soll´s schwarze Tulpen regnen. Love You 4ever.

The #blacktulip (new version) - To The Honor Of...

The #blacktulip (new version) – To The Honor Of…

Weiterführend

1978/21 #Facebook – Von der Zugehörigkeit in Gruppen im sozialen Netzwerk – Urlaub fürs Gehirn

Der soziale Netzzwerg (Ani/gif)

Der soziale Netzzwerg (Ani/gif)

10.01.21 #Meinungsfreiheit #Opinioncontrol

10.01.21 #Meinungsfreiheit #Opinioncontrol

Ein harmloser Post wie folgt:

FACEBOOK BILDET (AUS EINER GITARRISTENGRUPPE)

Das dazugehörige Bild:

10.01.21 #Gitarristengruppe #Facebook #DAW

10.01.21 #Gitarristengruppe #Facebook #DAW

Interessant ist nun, was folgt.

Zunächst ein kurzer Ausflug ins Internet: Klick

Weit weg ist die Antwort auf diese Frage: Was ist eine DAW? im Grunde genommen nicht. Der obige Post aus einer Gitarristengruppe auf Facebook entspringt einer Beobachtung meinerseits in den vielen Gruppen, die Sachthemen betreffen. Meine Beschuldigung der Öffentlichkeit im Allgemeinen ist ganz einfach: Hört auf, schwachsinnige Fragen zu stellen und beteiligt Euch in einer Gruppe von Menschen mit übereinstimmenden Interessen nur mit Fragen und Antworten an einer Gruppe, die für die Gruppe von Belang sind. Die einfachste Regel, die man darüber aufstellen könnte, heißt: „Erst recherchieren, eigene Erfahrungen bilden. Dann zum unklaren Rest an die Gruppe wenden. Nicht umgekehrt.“

Deswegen habe ich den Klick hier oben vorangestellt. Dort finden wir die Antwort auf die schwierige Frage Was ist eine DAW ohne weiteres.

Interessant ist aber, was in der anderen Gruppe zum Thema Musikerwitze passiert, bzw. wie der Kontext „FACEBOOK BILDET (AUS EINER GITARRISTENGRUPPE)“ nebst Fragebildchen nun umgedeutet wird zu etwas ganz anderem. Tales of Mystery and Imagination of Edgar Alan Poe. Wir lesen, um hier einige Stimmen einzufangen, zum Beispiel folgende Aussagen über den Verfasser dieses Postings:

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