1961/20 #Tageslied – Songs of Freedom, mentale Sklaverei und der Binzfaktor des Ostens

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Rote Lippen #Grafix

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Sascha + Maik / Improvisierte Session an der Strandbar 28 / Binz

Sascha „The Pascha Sinisa Licanin und Maik Juch stehen an der Bar, an der Bar, an der Bar,

Mensch, was machen die denn da? – Da fliegt uns doch das Blech weg.

Rastamann, Robert „Nesta“ Marley, spiritueller jamaikanischer Gott, hier dargeboten wie in einer Fugees-Dublette des Songs „Killing me softly“ – und zwar mit this Song.

Holla, der Meerbusen.

Ich schäume schon vor Gischt.

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1960/20 #Recordrelease – Stephan Graf von Bothmer legt vor: Hinter verschlossenen Türen

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„Stephan v. Bothmer gehört zu den angesagtesten Stummfilmmusikern in Deutschland.“ (Komische Oper Berlin) Der Pianist füllt Konzertsäle auf fünf Kontinenten mit seinen spektakulären Stummfilm-Konzerten. Bisher hat er über 600 Stummfilme vor über 110.000 Gästen vertont. Das hätte er sich selbst nie träumen lassen. Es sind einfach immer mehr geworden.“ Aus stummfilmkonzerte.de (Link unten)

Es sind Parforceritte von Stephan Graf von Bothmer auf 88 nebeneinander angeordneten Tasten. Häufig begleiten sie die Stummfilme vergangener Zeiten, womit sich von Bothmer einen Namen erspielt hat. Jetzt legt der Tastengraf einen weiteren Tonträger vor. Daraus koppelt blackbirds.tv den Titel Behind closed Doors als Tageslied aus und bringt den blaublütigen Tastenmann zu Gehör.

Die Liste der geeigneten, zuverlässigen und nachhaltigen Pianisten in Berlin ist nicht zu lang und bleibt damit überschaubar. Wir lassen einige weg, aber viel mehr als Bene Aperdannier, Stephan Graf von Bothmer und Lorenz Kellhuber fallen einem erst einmal nicht gleich, also sofort ein. Schon diese drei Namen wirken auf so unterschiedliche und unvergleichliche Art und Weise. Einer ist ein fleißiger Auftragsarbeiter im Weinberg des Herrn, coacht u.a. The Voice of Germany, wirkt als Professor an den Akademien der musikalisch schönsten Künste, gibt Workshops und reist mit Lily Dahab ins Esperanto Gesamt-Lateinamerikas. Unter anderem. Der Andere gilt als nationale Jazzgröße an den Tasten und bearbeitet seit vielen Jahren beim Label Blackbird Music von Andreas Hommelsheim seine vortrefflichen Tastenkünste, das Zuhören und Besuchen seiner Konzerte gilt als lohnen wollende Investition in einen Zustand seelischer Gesamtzufriedenheit. Von Bothmer, Graf Stephan hingegen steht ständig für Stummfilmkonzerte, wie es bereits oben eingehend beschrieben ist. Nebenbei gefragt: Ist es nicht wunderbar, was hinter verschlossenen Türchen erdacht wurde? Sind jene Türchen nicht auch Himmelspforten des unmittelbar bevorstehenden Adventskalenders? Knock,  Knock, Knockin on heavens door.

Momentan fürchten viele Musiker und ihre Zuschauer in Livekonzerten, dass die Eventskalender der Veranstaltungskalenderbranche auf Dauer zubleiben könnten. Dass es nicht dabei bleibt, einen Lockdown light zu veranstalten. Die Freiheit der künstlerischen Entfaltung steht auf dem Spiel. Auftritte fallen aus, Musiker setzen sich still wie der Weltfrieden vor ihre Homecams und zelebrieren den künstlerischen Gesamtnotstand so wie Jan-Josef Liefers, Tatortkommissar mit recht gut planbarem Einkommen, aber auch Musiker mit vielen ausfallenden Gigs.

Stephan Graf von Bothmer kann einen durchaus glücklich machen, wenn man nur bereit ist, offenporig anzuschwitzen. Und nun fließen die Säfte der Sehnsucht. Schaut Euch das Wirken dieses Manns näher an. Niemand hat die Absicht, derartiges zu bereuen.

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1959/20 #Tageslied: Du bist alles – Babylon Berlin

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Du bist alles (feat. Tobias Morgenstern)

Ich war allein in meinen Träumen
In meinem Kopf hab‘ ich geküsst
Eintausend Mal
Heut‘ sah‘ ich dich vor meiner Türe stehen
Frag‘ mich, suchst etwa du nach mir
Ich kann’s in deinen Augen sehen
Nur ich kann diesen Blick verstehen
Du bist alles, was ich will
Du bist alles, was ich will
Komm und trag‘ mich durch die Welt
Komm und nimm mein ganzes Leben
Du bist alles, was ich will
Du bist alles
Uns bleibt nicht lange
Unsere Zeit verrinnt
Siehst du nicht, wie die Welt zerbricht?
Eintausend Mal
Mein Herz es füllt sich und zerfließt
Weißt du denn nicht, was du mir bist?
Ich hab‘ dich viel zu lang‘ ersehnt
Ich hab‘ dir das nur nie erwähnt
Du bist alles, was ich will
Du bist alles
Dieser Stern verglüht im Nu
Unser Glück hängt jetzt am Morgen
Du bist alles, was ich will
Du bist alles
Komm und trag‘ mich durch die Welt
Komm und nimm mein ganzes Leben
Du bist alles, was ich will
Du bist alles

Auf diese Idee kommt kein vernünftiger Mensch. Er ist ein irgendwie chancenloser, verlorener Charakter. Ein Nullum, ein Verlierer. Doch seine Geschichte ist berührend. Er genießt das Protektorat seines Dienstherrn. Der liest ihn auf der Straße auf und macht ihn zu dem, was er voll Dankbarkeit ist: er ist der dem Erkennungsdienst verbundene Haus- und Hoffotograf in der roten Burg, dem Dienstgebäude der Polizei in Berlin-Mitte. Hier gibt er sich im Verlaufe der mehrschichtigen Ermittlungen niemals unterbelichtet, genauer nur ein einziges Mal. Dafür gebietet ihm sein Ziehvater Schelte, doch das weiß er zu nehmen.

Dann feiert er seinen Vierzigsten. Und alle kommen sie, die Kollegen, in jenem Börsencrash behafteten Jahr 1929. Sie singen ihm ihr Ständchen, aber dann bitten sie ihn, auch etwas zu singen. Und dann das. Dieser Monolith der schönen Sangeskunst. Selten ein schöneres Poem an die Liebe genossen, selten die Tränen so weggedrückt, wie in diesem kleinen, vollkommen überraschenden Moment, in dem der offenbar schwule Hausfotograf zu einem besonderen Ausnahmekünstler avanciert, indem er das durchgängig linkische, unsympathische hinter sich lässt, um begleitet von seinem Ziehvater am Akkordeon diese anrührende Liebeserklärung zu zelebrieren. Man glaubt in diesem Moment, Gott nahe zu sein.

Das Lied des Tages auf Blackbirds.tv. Was für ein Song, was für eine Tragweite. Ich geh weinen.

Der Schauspieler, den ich meine, heißt Christian Friedel. Der Akkordeonist ist Tobias Morgenstern. Beide sind als musikalische Brüder auf meiner Annahmeliste. Besser isses.