1588/17: Video: Es gibt ein neues „Making Of“-Video von „Things come different“ von #Jilski, Berlin

Video/Foto (Antonioni, Blow Up)


jilski – making of „things come different“

This is Ground Control to Major Tom
You’ve really made the grade
And the papers want to know whose shirts you wear
Now it’s time to leave the capsule if you dare
„This is Major Tom to Ground Control
I’m stepping through the door
And I’m floating in a most peculiar way
And the stars look very different today

Als David Bowie Space Oddity aufnahm, wusste er noch nicht, dass seine Betrachtung der Sterne 1969 im Jahre 2017 vollkommen verändert wahrgenommen werden würde. Die Sterne sahen ganz anders aus, bemerkte Bowie. Der Berliner Jilski hingegen spricht davon, dass die Dinge einfach insgesamt ganz anders kommen. Anders als erwartet. Was jeder erwartet, las ich heute Morgen in der Cubase-Nutzergruppe Deutschland. Dort behauptete jemand und ich staunte: „Mache von Pop, bis Dance, House, HipHop für Geld eigentlich alles. Naja so 150 bis 250 Spuren sind bei mir an der Tagesordnung.“ – Womit wir bei der vollkommenen Beliebigkeit sind, die das Gegenteil vom dringend Erforderlichen darstellt in der Musik. Lärm, Spurenkrieg und lauter kleinste, Geräusch machende Signale, ein zu hohes, insgesamt zu levelhaftes Grundrauschen. Wer will seine Ohren in diesem Krieg der Signale noch erholen, freimachen, Gehörgänge freilegen und offenporig flennen für den Erhalt guter Musik?

Spur um Spur, am Ende gedankenlos vergeudet? Ja, man kann sich das fragen. Sgt. Pepper wurde auf einer Acht-Spur-Maschine aufgenommen. Hierhin kehrt Jilski zurück, indem er das zu Computerhafte über Bord wirft und back to the roots kehrt: Things come different. Man hört es der Musik an, es fehlt diese übergestülpte hektische Betriebsamkeit, dieses auf Teufel komm raus noch ergänzte, verfüllte, verdichtete Soundchaos. Klarheit, Luftigkeit, Transparenz, ganz wunderbar. Dass Jilski nun ein Making Of-Video nachschiebt, haben wir hier gern berichtet.

Denn wir wünschen uns insgeheim Musik wie diese. Eben gerade nicht 150 X 250 Spuren, weil der mäandernde Digitalismus diese Möglichkeiten eröffnet. Es war im Musikschaffen schon immer äußerst ratsam, nach einer Weile des Ideensammelns zurückzukehren zum Wesentlichen. Mark Eins hat es heute Morgen auf Facebook gepostet und das kann ich unterschreiben: Interessante Selbstgespräche setzen einen interessanten Partner voraus.“ Der muss klug genug sein zu wissen, was man tut. Aber auch, was man besser lässt.

Weiterführend

1494/17: Positionen: Zum Tod von Gerrit Meijer – Von H.P. Daniels (Gastbeitrag)

H.P. Daniels

H.P. Daniels

Am Freitag, dem 17.2.2017, ist völlig unerwartet der Berliner Musiker und Autor, mein Freund Gerrit Meijer, an einem Herzinfarkt gestorben.

Samstagnacht hab ich von Gerrit geträumt: Er war gut gelaunt, sprach von seinen Plänen, was er in der nächsten Zeit tun wolle … neue Songs aufnehmen, noch ein paar Lesungen machen aus seinem gerade erschienen Buch “Berlin. Punk. PVC”. Er hat sich gefreut, als ich ihm sagte, dass mir seine Lesung neulich im “Pinguin” gut gefallen hat. Und er hat mir eine Menge seiner lustigen Geschichten erzählt … was er gemacht hat, was er erlebt hat … über Menschen, die ihm begegnet sind. In seiner typischen Art, ruhig, zurückhaltend … und sehr witzig. Er hat gelacht und war guter Dinge … Es geht ihm gut, dachte ich nach diesem Traum … wie schön.

Vor zehn Jahren (so lang ist das jetzt auch schon wieder her!) hab ich zu “3o Jahre Punk in Berlin, 30 Jahre PVC” ein kleines Porträt über Gerrit Meijer für den Tagesspiegel geschrieben.
Anlässlich seines Todes hier nun noch einmal die Geschichte in der bisher unveröffentlichten, ungekürzten Originalversion:

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