2021/22 #Personen – Daniel Donskoy, Jude Jude Jude – Allein auf der großen Bühne des Welt-Antisemitismus #Tageslied

Banner Personen


Jüdischer Salon IV „Alleine auf der großen Bühne“ ein Gespräch mit Daniel Donskoy

Die Atmosphäre in der Welt wird immer toxischer. Vor allem in der Welt der Sozialen Medien. Seit meiner Arbeit an meiner ersten Late Night Talkshow #Freitagnachtjews schlägt auch mir dieser Hass direkt ins Gesicht. Die Lage in Israel und Palästina führt dazu, dass immer mehr jüdische Menschen antisemitischer Hetze ausgesetzt sind. “Judenschwuchtel des BRD Rundfunk, Hitler hätte dich vergasen sollen..“ sind nur Beispiele von dem, was ich in den letzten Wochen zu Ohren bekomme. Ich stehe für #Nohate und reagiere mit Kunst statt mit Hetze. Der Release von “JUDE” ist ein sehr emotionaler für mich – mein erster Track auf deutsch denn es geht um Deutschland. Um ein respektvolles Miteinander. Alle Erträge spende ich an HASSMELDEN, die ehrenamtlich Menschen dabei helfen, den Hass der ihnen entgegenschlägt zu Anzeige zu bringen. – schreibt Daniel Donskoy auf YouTube über das am Ende dieses Artikels gezeigte Video

…und erreicht mancherorten damit das Gegenteil dessen, was das erstmalige Song durchhören impliziert. Der Jude an und für sich, das ist der Daniel und der sieht erstens verdammt gut aus, ein Hingucker, ein Eyecatcher. War mal Model früher, aber das nicht das hüpfende Komma. Mir läuft er erstmals über den Weg, als ich Schlagzeug üben will, im Studio. Wo ich, wenn die Übungen zu langweilig, aber notwendig sind, stets gern den Fernseher einschalte. Dort bediene ich nur die Öffentlich-Rechtlichen, also keine Rechtslastigen, und ich switche versehentlich auf eine Headline namens Freitag Nacht Jews. Ich spreche den Titel der Sendung mehrmals laut vor mich hin, so wie in einem Monty Pythons-Film sich Weltkriegssoldaten einen „tödlichen Witz“ selbst vorlesen, verwundert die Augen reiben, um dann in ein frenetisches, tödliches Gekicher, Gelächter, Lachgebrüll auszubrechen. Am Ende ist es immer tödlich, wenn der Witz Platz greift. Die YouTube-Seherin Crazy Troublerin kommentiert: „Wow wie charakterlich schön Donskoy ist – so weltoffen, so nahbar, so fairnessliebend, multi-kulturell offen geprägt – ich sehe in ihm ein echtes Vorbild. Ich finde ihn einfach nur als Mensch Klasse!“ – Dem ist wenig hinzuzusetzen.

Weiterlesen

1832/19: Positionen: Für mich bist Du schön. Über die Liebe zu den Eltern.

Trauerkerze (ani/gif)


Bei mir bist du sheyn – Sharon Brauner – Lounge Jewels

Dass die Liebe zu denjenigen schönsten Dingen á la Zeiten gehört, dürfte außer Frage stehen. Niemand bleibt unberührt, wenn Liebe ihn anfasst. Touch me, touch me, I wanna be dirty: Nein, eben nicht sexuell gemeint. Liebe und Sexualität sind nicht untrennbar, sondern ereignen sich zum gegenseitigen Vorteil hochwertiger, falls auch das noch hinzu kommt. Es kann sich um die Liebe zu einem Menschen handeln, der uns nahe steht. Wie zum Beispiel zur Mutter oder zu den eigenen Eltern. Denn sie sind ….komplett bedingungslos….es wohnt dieser Art von Liebesbeziehung kein Geschäft inne. Gott sei Dank.

Sharon Brauner erinnert dieser Tage an den 80sten Geburtstag ihrer Mutter. Am 7. Juli 2019 starb Artur ‚Atze‘ Brauner im Alter von 100 Jahren (* 1. August 1918 in Łódź, Regentschaftskönigreich Polen, als Abraham Brauner; † 7. Juli 2019 in Berlin). 14 Tage vor ‚Atzes‘ Geburt wurde Zar Nikolaus ‚Niki‘ am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg (Rußland) mitsamt Frau und Kindern im Auftrag der Uralbolschewiken hingerichtet. So sind nunmal Lebensläufe auf die rechte Seite gekippte Achten (Symbol für Unendlichkeit ). Achtelt mal drauf.

Jetzt ist vieles richtig dumm und was man würdigen und hochhalten soll, wird immer unklarer. Was man verwerfen will aus Gründen, wegen unrichtig sein, Falschheit oder aus Gründen verbliebener Moral. Wenn wir die Fotos vorüber ziehen sehen, die im Videoeinspieler zum Lied zu sehen sind, erinnern wir, dass das Leben wunderbar gewesen sein muss. Wie wir wissen: Nicht immer. Sondern überwiegend.

Bewunderung für die 80jährige, mir unbekannte Mutter. Bewunderung für Sharon für die gelungene Version eines jiddischen Klassikers. Bewunderung für Artur „Atze“ wie für die ganze Familie Brauner.  Als Immobilien-Tycon wirkte Atze in Berlin nicht unumstritten. Als Filmschaffender und Förderer der Kunst war seine Bedeutung größer und sein Tun vorbildhafter. Es gemahnte uns schreckliche Deutsche, niemals wieder zu vergessen. Deswegen ist würdigende Erinnerung richtiger, als kleinliches Fehler suchen.

Solch berührende, reiche Lebensläufe als Verbindung zu früheren Zeiten und als Bridge over troubled Water sterben derweil weiter aus. Nach und nach. Im Osten der Republik wuchert schon wieder ein dummes, diesmal blaugestrichenes Braun von Geschichtslosigkeit, mangelnder Erkenntnis und mit Absenz von jeglicher Herzenswärme bzw. Empathie.

Helmut Schmidt war 1918 geboren. Die Romanows starben 1918 in Jekaterinburg. Nichts vergleichen. Große Geschichten gehen vorüber, bis sie in Vergessenheit geraten. Wer schon mal in Wien war oder gar St. Petersburg, interessiert sich eventuell für diese Sichtweisen.

Die Kerze ist für Artur ‚Atze‘ Brauner.

Liebe, Respekt und gute Gedanken.
Der Berichterstatter

Weiterführend

* Nachdrücklich: Padam Padam