1994/21 #Linktipp – Bhagwan, Backwaren, 400 frische Brötchen jeden Tag und was von Osho übrig blieb – Die Deutschen und ihr Guru

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Der Film erzählt die faszinierende Geschichte von Aufstieg und Fall des indischen Gurus Bhagwan erstmals aus der Perspektive seiner deutschen Anhänger. Was faszinierte sie an dem Mann, den sie Osho nannten und verehrten?

Die Geschichte der Schauspielerin Eva Renzi wurde in der BZ (einer Springer-Bildpostille für breite Schichten der Bevölkerung) groß aufgemacht. Sex, Gesinnungsterror und vieles andere mehr erzählte die Schauspielerin der BZ und schrieb damit Erinnerungsgeschichte.

Die Zeit orangefarben gekleideter Glaubensjünger, Sanyassins, ist nach der Abschaffung des Kleidercodes vorbei. Und doch stellt sich einem die Frage, was ist aus der Bewegung des indischen Sex- und Überlebensgurus geworden? Ewiges Leben hat Osho, wie er später hieß, nicht gewonnen, jedenfalls nach irdischen Maßstäben. Er starb nur 58-jährig im Jahre 1990.

Ein kluger Intellektueller mit stark emotionalem Einschlag war er vielleicht.

Seinem Leben und seinem Nachwirken auf Teile der verzweifelt nach Erleuchtung forschenden Restbevölkerung in Deutschland spürt die interessant, vielschichtige Dokumentation enervierend nach. Ohne anzuklagen erzählt sie von der Struktur der Organisation, von Sitzungsmodi und kontemplativ geführten seelischen Orgien der Bewusstseinserweiterung.

Weiterführend

1668/18: HIStory: Von den Endsiebzigern im Ashram in Poona – Zu Gast bei Bhagwan

Orangenscheibe mit Rosmarin

Orangenscheibe mit Rosmarin

Scenes from the Bhagwan Shree Rajneesh Ashram and Poona around 1979.
Filming & editing by Swami Ananda Siddhartha from Germany.
Music by Prem Joshua

Lauter ausgebeulte, orangefarbene Sanyasins aus Wuppertal, Köln, Liverpool und Oslo. Gitarre spielen, Bärte wachsen. Alles ist so frei. Wir finden hier zu uns selbst. Die Revolution frisst ihre Kinder. Was nur aus all den Menschen geworden ist? – Give Yourself over to absolut pleasure.

Fakt ist: Ein bedeutender Teil der Hippiekultur basiert auf indischen Selbsterfahrungsmantren, Transzentaler Meditation und freiem Sex. Das hat sich keiner ausgedacht. Maharishi Mahesh Yogi war heimlich geil, lebte sexuelle Repressionen heimlich aus, und er fasste immer seine populären Gästinnen an. „Maharishi, what have You done? You made A fool of everyone,“ das war George Harrison zu hart und offen, so wurde Sexie Sadie draus, John Lennon und Paul McCartney durchschauten die indische Gewürz- und Erotikmühle, während Ringo Starr die Gewürze  der Küche nicht bekam.  Er sehnte sich nach Baked Beans von Heinz. Beim Baghwan, der sich später Osho nannte, hatte freier Sex schließlich die ausschlaggebende Befreiungswirkung. Wenn auch die BILD-Zeitung und die BZ Berlin die Liebeshölle der Schauspielerin Eva Renzi in den Liebeskellern als Vergewaltigungen beschrieben.

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