1915/20 #HIStory Zu Besuch bei Jim Rakete #Erinnerungen vom 29. Januar 1986

Icon #HIStory

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Tulip 0815 (Fakecover eines berühmten Spliffalbums namens 85555) #TTT #Tulipstagram

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28.03.20 #RockCityBerlin #Ausgabe 1986 #TTT #Tulipstagram

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Jim Rakete (* 1. Januar 1951 in Berlin; eigentlich Günther Rakete) ist ein deutscher Fotograf und Fotojournalist. Bekannt wurde Rakete durch seine meist in Schwarz-Weiß gehaltenen Porträtfotografien von Prominenten. Er ist der Bruder der Berliner Rechtsanwältin Ingeborg Rakete-Dombek.

Am 29. Januar 1986 war ich mit Jim Rakete in dessen Fabrik in Berlin (Charlottenburg) verabredet, wo er nach seiner Kreuzberger Zeit ein Büro unterhielt. Jim fuhr mit dem Fahrrad durch die Stadt und nahm es mit hoch, damit es im öffentlichen Straßenland nicht gemopst wird.

Ich arbeitete zu jener Zeit an der Veröffentlichung des Jahrbuchs 1986 des Rock City (Berlin), in Kooperation und im Verlag Frieling & Partner, damals in der Liliencronstr. 8, Steglitz, unweit von Krasselt´s am Park.

Jim hatte zu jener Zeit immer gute Fotos von allen in Berlin wichtigen und maßgeblichen Musikern. Kein Wunder: Er war der Musikmanager schlechthin. Alles fing an 1977/8 mit der Nina Hagen Band (vormals Lok Kreuzberg). Das nannte sich nach Ninas Erstlingswerk (Nina Hagen Band) und einer kurzen, aber separaten Studioaufnahme von „Unbehagen“, bei der die Band schon nicht mehr gut mit Sängerin Nina zusammenarbeiten konnte und die Parts größtenteils vollkommen separiert aufgenommen wurden, dann Spliff, und schrieb ein zweites Mal deutsche Musikgeschichte. Ich hatte auch über Rita Kontakt dorthin, eine Erzieherin, die für Jim später arbeitete, die ich aus dem Haus der Jugend in der Argentinischen Allee in Berlin Zehlendorf kannte.

Foto eines Fotos von Jim Rakete © 28.03.20 #HerwigMitteregger #RockCityBerlin #Ausgabe1986 #TTT #Tulipstagram

Foto eines Fotos von Jim Rakete © 28.03.20 #HerwigMitteregger #RockCityBerlin #Ausgabe1986 #TTT #Tulipstagram

Jim Rakete galt und gilt vielleicht immer noch als der analoge Poet. Soweit zutreffend kolportiert wird, sind ihm die digitalisierten Fotoapparate der Gegenwart ein Gräuel und er bevorzugt nach wie vor konventionelles Filmmaterial für seine Ausnahmefotografien. Das ist im Zeitpunkt meiner geistigen Ergüsse nicht überprüft. Dazu kann ich nur mit Loriot sagen:  „Na wartet.“ Und mit Martin Sonneborn (Die Piraten) **zwinkersmiley**

Jim tat auch für Interzone Wesentliches. In einem Bunker in Berlin-Kreuzberg nahm Interzone mit der Vier-Spur-Bandmaschine des damals noch kaum bekannten Tonmeisters Udo Arndt die erste Interzone-Platte auf: eine Single, die später den Titel Kinderlieder aus Beton erhielt. Beim Verpacken half ihnen damals der Fotograf und Musikenthusiast Jim Rakete, der auch das Posterbild der Debütsingle aufgenommen hatte.

Später machte Jim Rakete für Nenas Welterfolg die Basisarbeit mit eigener Handschrift und Fortüne. Alle Maßgeblichen fotografierte Jim mit seinem eigenen Appeal. Stilbildend hervorstechend: Seine Fotos erkannte man unter Tausenden. Berühmt ist die Coverarbeit für das Nina Hagen Band-Erstlingscover sowie für Sillys „Batallion d´Amour“. Aber auch vieles, vieles mehr. Immer ganz eigene Handschrift. Großartig.

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xoxrock gummibär live beim Platzfest des KUKUCK in Berlin am 3.5.1984

Hach, die Achtziger waren „zuckersüß“, im Westen Berlins. War das die Gnade der falschen Orts erlittenen Geburt? Egal. Hier zu sehen: Die Band „XOX Rock“, am Gesang/Gitarre: Michael „Micha“ Strahl. Micha erlangte auch in größerem Zusammenhang Bekanntheit als Zeichner für das Stadtmagazin ZITTY. Er hatte sich „den Musiker an sich“ zeichnerisch vorgenommen und einigermaßen erfolgreich verballhornt. Das Wesen, dessen Name „Paul, die Ratte“ noch vielen in Erinnerung sein wird, zierte mit einer kurzen short story jede Ausgabe des Stadtmagazins.

Als ich 1986 die Chefredaktion des Jahrbuchs der Berliner Musikszene „ROCK CITY BERLIN“ unter meiner Fuchtel hatte, beschloss ich für das Titelbild „Paul „Micha“ Strahl, die Musikerratte“ (:-)) zu beauftragen. Heraus kam eine feine, illustre Rattenszene vor feuchtem Proberaummauerwerk in airbrush-Technologie. Eine sehr schöne Arbeit. Das Foto oben zeigt in der unteren Reihe links den Titel dieses „must have“ der frühen Achtziger. Nachdem das Buchprojekt (Verlag Frieling & Partner) in neue Hände wechselte, wurde es nach nur einer weiteren Ausgabe (Wolfgang Flamm) sang- und musiklos, klanglos, eingestellt. Schade eigentlich: Das Baby war tot.