497/11: Marktauswertung: Was „ZZ“ für modernes Musikmarketing bedeutet #Edo Zanki

Zielgruppe Zanki

Insofern gilt: Wer sich selbst noch gut an das hoffnungsfrohe Versprechen der 80er-Jahre erinnert, dass man nun endlich wieder deutsch singen darf, dass es neben coolen Schulterpolster-Wave-Poppern auch gehaltvolle und intelligente deutsche Songs geben darf, dass das Herz endlich unkitschig auf der Zunge liegen kann und auch Männertränen okay sind – der rast hier in einer Zeitmaschine zurück in diese aufregende Ära. Ob Zanki aber mit diesem eher „klassischen“ Album auch junge Fans seiner Protegés wie Söhne Mannheims oder Xavier Naidoo begeistern kann, darf allerdings bezweifelt werden. (Weserkurier, CD-Kritik hier)

Der Fotoausschnitt auf diesem „Headerfoto“ wurde von Universal Music zur Verfügung gestellt. Der Herr, der uns da freundlich angrinst, wird als „Pate der deutschen Soulmusik“ bezeichnet und hat unlängst eine neue CD namens „Zu viele Engel“ auf den Markt geworfen. Plattenverkäufe sind in Deutschland inzwischen nicht mehr Hamsterkäufe und dass sich vor den CD-Regalen in den Elektronikmärkten lange Schlangen bilden, ist eher die Ausnahme. Dennoch gibt es die CD im gutsortierten Saturn, wie der Berichterstatter erfuhr. Zwei gute CDs, so hatte er sich vorgenommen, würde er gern „auf ehrliche Weise“ erstehen. Die neue CD „Zu viele Engel“ von Edo Zanki eben und die CD „neigelneu“ von Julia Neigel. Beide Musiker sind für uns Ausnahmemusiker im deutschen Mainstream.

Edo Zanki & Band

Die CD „Zu viele Engel“ von Edo Zanki kommt ins Gerede aus wohlfeilen Überlegungen. Es sind Gedanken von Vernetzung, so funktioniert nun mal das Gehirn. Weil Edo Zanki am 12.05.2011 ins Berliner Quasimodo kommt (wir berichteten). Weil wir Edo Zanki seit mehr als 1000 Jahren als absolut professionellen Musiker kennen und schätzen und uns sofort warm ums Herz wird (Stichwort: Feuer unterm Eis), wenn wir in der Oldie-mp3-Parade Ulla Meinecke hören und „Die Tänzerin“, ein Stück, das Zanki Ulla Meinecke anno zwirn auf den Leib schrieb und für uns ein „all lifetime favourite“ geworden ist und folglich nun auch bleiben wird.

Jetzt diese neue CD und „zu viele Engel“, das sind die Journalisten, die sich jetzt auf das neue, lang erwartete Werk von Edo Zanki stürzen und was schreiben müssen, sollen, können. Ihn persönlich ficht das nicht an und dass Kritiker etwas schreiben, das ist ihr gutes Recht. Was soll man nun schreiben über so eine CD? Vielleicht dass sie irgendwie „edel“ rüberkommt, so „rare & vintage“, also sagen wir „authentisch“? Das wird auch an den ausgezeichneten Musikern auf der Scheibe liegen? An der lebenslangen Erfahrung von Edo Zanki als Producer? Na klar, es liegt an allem und jedem. Zanki liefert sicher keine CDs ab, die man nicht vorzeigen bzw. anhören kann. Ein spezieller Punkt die „Jugendaffinität“ der Musikkritiker. Was immer wieder hochkommt: Würden Jugendliche das auch hören?

Oma´s Tüte (Herkunft unbekannt)

Oma´s Tüte (Herkunft unbekannt)

Für alle alternden Musikfans aber gilt: sorgt vor und gebt den Jungen eine Idee davon, wofür es sich lohnen würde zu kämpfen. Beispielsweise für bessere Musik, weniger Flachsinn, mainstream und surface-Iditiotien, also Sachen, die sich reineweg nur auf der Oberfläche abspielen. Für Musik, die berührt. 

Erstens warum nicht? Zweitens, was wäre wenn? Hier gibt es Grenzüberschreitungen bei der schreibenden Zunft, die ihren Wesenskern in der tiefen Ursuppe des Kritikers selbst haben. Denn in Wirklichkeit spielt diese Frage, denkt man darüber nach, keine wesentliche Rolle.

Musik ist gut oder schlecht und -zack- das war´s auch schon, liebe Kritiker.

Wenn es also eine vermeintliche „Zielgruppe Zanki“ („ZZ“ – neues Akronym von Tommy Tulip, Eigenschöpfung © wurde nicht angemeldet, darf also frei verwendet werden) gibt, dann doch die „der Menschen“, die es berührt, Edo Zankis gutgemachte, hand made Musik zu hören, vielleicht dazu zu tanzen oder zu kuscheln. Früher hatte Elton John die allermeisten Zuhörer „beim Bumsen“, wurde gesagt, mag sein, dass man Edo Zanki als „Kuschelrock“ interpretieren kann oder auch als „soft soul“, aber ehrlich gesagt, sind all diese Schubladen vollkommener Blödsinn. Zankis Zuhörer sind alt, middle age oder jünger. Zankis Zuhörer verstehen was von Musik und möglicherweise sind Zankis Zuhörer (wieder ein „ZZ“) daher „Botschafter guten Geschmacks“. Zankis CD ist  stilsicher Zanki, in hohem Maße musikalisch und „a groovy kind of love“. Liebe zum Leben, zuweilen verschmitzt oder nachdenklich, manchmal elegisch, immer wohlüberlegt und am Ende der fünften Dekade Lebenslauf von Zanki „ein Knaller“, guter Musikgeschmack und die Hoffnung, dass gute Musik nie aussterben würde?

Was übrigens, um hier nicht allzu weit vom Kernthema des Artikels abzuschweifen, auch für Julia Neigels neue CD „neigelneu“ gilt, an der -oh Gott, das nennt man einen Zufall- Edo Zanki maßgeblich mitgewirkt hat.

Am 12. Mai 2011 wird im Quasimodo Edo Zanki sein neuestes Werk zelebrieren und viele Zuhörer werden es ihm danken. Wohl wenige werden rein zufällig hinzustoßen, Zankis Zielgruppe ist nicht zufällig da. Womit schon drei „z“ im Spiel sind. Man wird sehen, wohin das alles noch führt.

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