574/11: Lied des Tages: „Happy, happy, happy birthday“, performed by 55 FiftyFive, Berlin #Tageslied

HowTo: Compose a Birthday Song

HowTo: Compose a Birthday Song

Die vorherige Recherche zum Thema „Geburtstagssong“ für die Krönungsmesse zum heutigen „Lied des Tages“ macht deutlich: Der Geburtstagssong hat eine oft berichtete Tradition in diesem, unseren Hause. Am Ende des Artikels ist der weltweit erste Überblick aller relevanten Links, die diese Seite hier betreffen und sich mit dem Thema Geburtstag an sich beschäftigen. Ganz schön viel. Beeindruckend. Das „Lied des Tages“ wurde offenbar aus wichtigem Anlass gewählt. Dies hier ist eine weitere Meditation über das Thema „Geburtstagssongs!“

Wir haben uns mit diesem „Fachthema“ schon ausführlich hier beschäftigt, Links unten. Viele wurden unsterblich, allein weil sie einen Geburtstags-Song schrieben, der nun fortan in Verwendung geriet: auf den Feten der Sechziger, Siebziger undsoweiter. Die Berliner Band „55 FiftyFive“ hat auch so einen Kracher am Start, der sich u.a. auf dem von der Band veröffentlichten Livemitschnitt „55 FiftyFive – Live in Berlin“ befindet. Er heißt „Happy, happy, happy birthday“ und geht ab, dass einem die Schnürsenkel aufgehen. Vorausgesetzt man hat welche an. Aber auch der Klettverschluss, der Reißverschluss, der Ledergürtel, ach was, das ist sexy.

P.P.T.T. - Personal Poloroid Tommy Tulip zum Geburtstag

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Happy, happy, happy birthday –  55 Fifty Five (Berlin) – Kauflink CD-Doppelalbum „Live in Berlin“ unten

Und scheint die Beziehung auch noch so virtuell, eine echte Fernbeziehung: Einem Freund, einer Freundin im sozialen Netzwerk würdig und nicht oberflächlich zu gratulieren, ist ja wohl das Mindeste, Freunde!

Und heute?

Richtig, wir führen etliche Fernbeziehungen, virtuelle Waben, Wirren und Wacholderbeeren, in deren Kontaktlisten wir stehen, auf facebook, StudiVZ, google+ und pi pa po. Praktisch: ein jeder stellt seinen Geburtstag in den persönlichen Profildaten ein und niemand muss sich mehr Geburtstage merken. Der Reminder, pünktlich zum Geburtstag, wird oben rechts angezeigt, wenn wir uns allmorgendlich in unser soziales Netzwerk einloggen, weil wir ja sonst praktisch nichts zu tun haben.

CD-Doppelalbum "Live in Berlin"

CD-Doppelalbum "Live in Berlin"

Wir haben weder bisher einen passenden, hitcharakterhaften Geburtstagssong komponiert, noch europaweit Lorbeeren eingeheimst, weil wir behaupteten, „Männer sind Schweine“ oder „Ich will doch nur spielen“, bzw. „Du kannst gehen, aber Deine Kopfhaut bleibt hier“.  Deswegen sieht unser Broterwerb ganz anders aus: Wir kauern uns am Morgen vor den Schreibtisch, tippen nutzlose Dinge in den Personalcomputer, der so unpersönlich ist, dass es einem graust. Oder wir verteilen Pigmente: auf Türen, Fenster, Wänden und Fußböden, als Malergeselle. Bzw. wir nageln, schrauben und nieten an Hölzern herum als TischlerInnen oder quasten, mörteln und sandstrahlen als BetonbauerInnen, bzw. mähen, schneiden, sensen als BauerInnen – Bauer sucht Frau, Sauherr bucht für lau, Mauherr baut früh im Morgentau. Das soll die deutsche Spaßgesellschaft sein? Meine Damen, meine Herren: Nein!

Ganz anders hingegen der feilgebotene Geburtstagssong, der uns zu Gehör gebracht wird von den Damen und Herren einer Art „Orchesters wider den alltäglichen Frust“, der Band von Andreas Hommelsheim (kb), im Kern fünf Berliner Typen „mit Schmiss“ und einer noch weit darüber hinausgehenden „Siebener-Mannschaft“ von Sängerinnen und Bläsern. Fast eine Art „Panikorchester“, mit allerdings weit amerikanischeren „roots“ und nicht so „kraut“ bzw. burlesk, wie Rudi Ratlos, Elli Pirelli und Votan Wahnwitz. Und auch nicht so bigott.

Merke: Um die Welt als künftiger Poptitan zu erobern, musst du einen treffenden Themenschwerpunkt für deinen künftigen Hit haben. Der Geburtstag als künftiges Verwendungsmuss aller nachfolgenden Generationen ist hierfür super geeignet. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auch die wahren Helden bereits solche Oden an die persönliche Freude schrieben. Gegen diese anzutreten, ist ein mutiges Unterfangen. 55 Fifty Five allerdings ist das gelungen und inzwischen hört man den Song „mit Ohrwurmcharakter“ gern und er kommt einem in den Kopf, wenn man jemandes Geburtstag bedenkt.

Das Gegenteil von burlesk bzw. bigott bzw. davon: leicht, locker, unverkrampft, mit am Ende musikalischen Rotunden, die wie früher die Radrunden in der Berliner Deutschlandhalle, beim Sechs-Tage-Rennen, daherkommen. Eine geht noch. Und noch eine. Und noch eine. Und zum Schluss noch eine. Und dann aber wieder eine noch. Undsoweiter.

Es gibt wenige gute Geburtstagssongs in der Rock- und Pophistorie, die ähnlich Freude und Energie spendend daherkommen, wie dieser Geburtstagssong namens „Happy, happy, happy birthday“ von „55 Fifty Five“. Und weil der so schön ist, wie wenige andere Geburtstagssongs, werden wir diesen Menschen zuschicken, von denen wir meinen, dass wir ihn diesen schenken könnten. Das dürften. Einfach so und ohne Gegenleistung. Zum herzlichen Glückwunsch.

Übrigens: das äußerst empfehlenswerte Album (mit zwei CDs) „Live in Berlin“ von „55 Fifty Five“ kann man kaufen (Link zu Amazon). Muss man nicht: Sollte man aber, es ist wirklich herausragend!

Geburtstagsnachweis: Wir gratulierten damit…

  • 27. 08.11: Simone Stepputat (fb)
  • 29.08.11: Stephan Mosel (qype)
  • 01.09.11: Jürgen Schulz (Spandau, nicht Berlin)
  • 02.09.11: Steve Porcaro (Toto)
  • 04.09.11: Patrick Wiggins (fb)
  • 08.09.11: Floyd Brandenburg (fb)
  • 14.09.11: Pete Wyoming Bender (Berlin)
  • 26.09.11: Wolfgang Schulze-Zachau (UK)

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