Mo. Apr 22nd, 2024
To The Glory And Honor of KARL LAUTERBACH #LegalizeIT #TTT #Tulipstagram
To The Glory And Honor of KARL LAUTERBACH #LegalizeIT #TTT #Tulipstagram

To the Glory and Honor of #KarlLauterbach

Eine neue Denke in vernünftiger Drogenpolitik ist eingeläutet. Verlassen einen auch mit zunehmendem Alter Begehrlichkeiten und Zwänge, Drogen konsumieren zu wollen, hat doch niemand Glaubwürdigkeit in der bisherigen Handhabung erkannt. Ich erinnere in den siebziger Jahren Schulhofdiskussionen um Wohl und Wehe der eigenen Menschwerdung Cannabis versus Alkohol. In dieser Phase lernte ich Cannabis konsumieren.

Es galt uns als Frevel, sich mit Alkoholika zu betrinken.

Granini Kirsch, Banane, Birne, schöner Orangensaft, ansonsten: „Am Morgen ein Joint und der Tag ist Dein Freund.“ (Peter Fonda, Easy Rider, 1969) war ein Sinnspruch. Und viele andere. Später, Ende Siebziger, Anfang Achtziger erschien in Europa das Phänomen Robert „Bob Nesta“ Marley. Wir Hardcore-Reggaefans vergötterten Bob, ich dürfte ihn auch live erleben. Zwei weitere Jahre später kam die jamaikanische Nachhut nach Europa, alte Weggefährten von Bob. Peter Tosh gab in der Berlin Neuköllner Hasenheide sein „Legalize IT“ – da hatten wir uns längst alle mit den Rastafaris verschworen.

Aber klar: Das war kulturelle Aneignung. Geiler iss scho, gelle? Yo, Mann, grell.

Später änderte ich meine Parameter, freundete mich mit Alkohol an. Die Zeit meines Cannabis-Konsums war weitgehend vorbei. Ich hatte auch LSD probiert, vielleicht sechs-. siebenmal. LSD war einfach nur tierisch und mich ängstigte „der absehbare Kontrollverlust“ von Hardcore-Substanzen. Auf meinem letzten Trip ever saßen wir auf dem begrünten Mittelstreifen der Clayallee in Berlin (Zehlendorf), mit Augen wie Saugnäpfen und sinnierten tief. „Es ist einfach Scheiße, es zu schlucken,“ lautete die Erkenntnis dieses letzten Drogenhöhenflugs.

Aus dem Archiv #BlackbirdsTV #LegalizeIT #TTT #Tulipstagram
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Später habe ich nur noch sehr selten Cannabis geraucht. Ich wusste insgeheim, es tut mir auf Dauer einfach nicht gut. Hinzu kamen paraphernale Gesundheitskrisen. Ich fürchtete, ich werde kollabieren. Unterm Strich kollabierte ich nicht.

Was bleibt?

Bis heute verstehe ich nicht die Bigotterie der Gesellschaft und die Doppelmoral im Vergleich Cannabis/Alkohol.

Was mein Alter betrifft, so waren wir auch irgendwie „Kinder vom Bahnhof Zoo“ (Christiane F.). Ich kannte Freundinnen von Christiane. Die Hauptdarstellerin der Verfilmung (Natja Brunckhorst) ging wie ich stets zu den Berlin-Zehlendorfer Hot Spots ätherischer Duft- und Rauchstoffe. Sie wohnte Krumme Lanke (Berlin-Zehlendorf), ihr Vater war Hans Brunckhorst, ein europaweit tingelnder, stadtbekannter Bluesmusician – Band „Hans & Co.“.  Brunckhorst lebte Musik machend und verstand es, geschickt das GEMA-Vergütungsmodell durch eine Vielzahl von Live-Darbietungen an unterschiedlichen Orten auskömmlich für sich auszunutzen und davon finanziell zu profitieren.

Zwei meiner Freundinnen zu Schulzeiten, Meike und Beate, verstarben beim Nachäffen von Christianes Drogenmodell. Wir hatten so viel mit der Frage zu tun, ob Cannabis nun eine Einstiegsdroge ist oder nicht? – Für mich NEIN. Ganz klar NEIN. Aber ich will auch gar nicht recht damit haben. Es ist mir Wurst. Ich weiß, was Alkohol mit den Menschen und mit mir macht. Alkohol ist der Teufel, der Dich beherrscht, wenn Du Dich nicht beherrschst. Gesellschaftlich unverständlicherweise aber in Ordnung.

Ganze Urvölker Amerikas hat man mit Alkohol gefügig und schließlich fertig gemacht. Mit Cannabis? Eher nicht. Es gibt kein richtig und kein falsch: Udo Lindenberg war Botschafter und sagte: „Die beste Droge ist ein klarer Kopf.“ Das stimmt zwar, aber Udo hat es auch nicht geschafft, nach dieser Prämisse zu leben. Fassen wir zusammen: Die Menschen brauchen (auch) Drogen. In Maßen, nicht in Unmengen.

Heute ist mir Cannabis ziemlich egal, meine Verehrung von Cannabis habe ich allerdings nie abgelegt, Shit rauchen nie verteufelt. Cannabis hat für mich viel mehr Berechtigung als Alkohol.

Für mich persönlich ist es schier unglaublich, dass nach so vielen Jahren Verteufelung nun maßvolle, erste Versuche stattfinden, Cannabis seine Ächtung zu nehmen. Ich habe schon 1978/9 in Holland absichtlich Urlaub gemacht. Als uns die Polizei Amsterdam im Vondelpark durchsuchte, fanden sie unser 28 g-Stück Shit. Sie schauten es sich genau an, rochen daran, gaben es uns zurück und wünschten uns einen schönen Urlaub. Wir hatten uns bereits im Gefängnis gesehen. Geile Erfahrung.

Heute leite ich große Gruppen auf Facebook, ohne Drogen dafür zu benötigen und mache eine Vielzahl anderer Dinge in meinem sonstigen Leben. Ich möchte sagen, es geht mit den Umständen entsprechend ganz gut, ich hab es ganz gut getroffen. Mit dem Alkohol muss ich viel mehr Maß halten und immer versuchen zu erinnern, was Udo Lindenberg sagte, bevor er eine Zeit lang richtig dem Alkohol verfiel, um später wieder wie Phoenix aus der Asche zurückzukehren, „stark wie 2“.

Ich verehre Udo, Bob, Peter und Karl und letzteren, weil es JETZT erstmals einen schlaueren Politiker gibt, als jeden anderen zuvor, der sich bemüht hat, eine richtige, richtungsweisende Drogenpolitik zu initiieren, die nachhaltig wirkt.

Ich vertraue in die Richtigkeit der jetzt tätigen Bundesregierung und Minister Karl Lauterbach. Es ist der Karlfaktor, der alles richtig zusammensetzt.

Der Drogenberichterstatter

Nettzwergregeln #TTT #Tulipstagram #Benimmse
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P.S. Heutzutage werden Jüngere denken, der Spruch Legalize IT bedeutet, Computerbenutzung stärker zu fördern und zu ihrer Benutzung aufzurufen. Von mir aus: Bildet doch Netzwerke, Nettzwerge.

P.P.S.: Ich wünsche Christiane Felscherinow nach wie vor ein langes, gesundes Leben und bedanke mich dafür, dass sie seinerzeit ihre Erfahrungen mit Drogen in Buchform mit uns geteilt hat.

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