Mi. Mai 25th, 2022
Projekt "Illuminated Bassdrum"

_icon.Tageslied

Projekt "Illuminated Bassdrum"

Well, it’s a marvelous night for a moondance
With the stars up above in your eyes
A fantabulous night to make romance
‚Neath the cover of October skies
And all the leaves on the trees are falling
To the sound of the breezes that blow
You know, I’m trying to please to the calling
Of your heartstrings that play soft and low
You know, the night’s magic seems to whisper and hush
You know, the soft moonlight seems to shine in your blush
(Van Morrison – Moondance)

Manchmal stellt man sich vor, dass der Mond blau leuchtet. Man versucht, sich an ihn zu erinnern, wie er mal war, und obwohl er von vielen bereits ausgiebig besungen wurde, ist´s kein Wolfsgeheul. So sieht vom Sitz des Drummers die erleuchtete Bassdrum, die große Basstrommel (Foto oben), aus. Ein paar LEDs machen es möglich. Der Drummer schwor sich, seine Basstrommel ernster zu nehmen und sie zu verehren: Bei mir bist Du schön!

Ob gerade eine gute Zeit ist, mondsüchtig zu werden, falls man es noch nicht ist? Nach dem Stück des großartigen Sängers Van Morrison nennt sich das Moondance Duo aus Berlin. Ina Brox (Vocals, Saxophon, Klarinette) und Michel Diederich (Gitarren).

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Naturgewalten und buntes Farbenspiel von scharfrot, blutorange und quittegelben Bestandteilen, die aufeinander treffen: Chili, Zucker, Limettensaft – ein mörserisches Unterfangen beim Kochen in der Asiatischen Küche

In Wedding am Nordufer 4 gibt es einen kleinen, kuhlen Klub namens Ufer Cafe Berlin.

„Ikh hob dikh tsufil lib“ (in etwa eingedeutscht)
Musik: Alexander Olshanetsky

Ich hab dich zu arg lieb,
ich empfinde keinen Haß gegenüber dir,
ich hab dich zu arg lieg,
um Haß gegenüber dir zu empfinden.

Ich hab dich zu arg lieb,
um dir böse zu sein,
ein Narr bin ich, ich weiß,
ich hab dich zu arg lieb.

Ich hab dir mein Leben gegeben,
mein Herz und meine Seele,
ich bin krank, nur mein Gedanke,
sehnt sich nicht nach Rache.

Ich hab dich zu arg lieb,
zu sein dir gar böse,
ein Narr bin ich, ich weiß,
ich hab dich zu arg lieb.

Genauer gesagt ist das kein Café, sondern eine Kneipe des Weddinger Bildungsbürgertums. Herum steht viel Tand, Nippes, das Auge isst mit.

Wie in jeder Berliner gastronomischen Location, in der Berliner sich bemühen, endlich auch einmal bisschen leben zu dürfen, hat der Wirt des Hauses ständigen Zwist mit kleinlichen Nachbarn.

Man wohnt aneinander, und wenn hier jemand auftritt, ist es leise. So leise, dass man Zwischenrufer anbringen kann. Was auch wieder nicht schlecht ist: Der Mensch, als Publikum dort vor der Bühne, wird gehört. Hoffentlich erzählt er keinen Unsinn. Also Nippes, Tand.

Wir sind eine kleine Oase im Weddinger Sprengelkiez. An der Grenze zu Moabit nah am Wasser gelegen, ist das Ufer Cafe der ideale Feierabendtreff in diesem hübschen Kiez. Die freundliche Wohnzimmeratmosphäre lädt zum Bleiben ein, für das eine oder andere Getränk mit den Nachbarn oder beim Spielen am Dart. Auch lassen unsere ständig wechselnde Programme keine Langeweile aufkommen. (Quelle: Homepage Ufer Cafe Berlin, Link oben)

Es ist eine kleine, possierliche Menage A Deux: Das Moondance Duo fängt an zu spielen so gegen 20:45 Uhr, nach dem kurzen Soundcheck. Draußen sitzen welche im Biervorgarten und einige kommen jetzt rein. Ina gibt ein paar der ganz großen Songs der Weltkulturgeschichte. Darunter auch Moondance, als Ausklang des ersten von mehreren Sets. Wenn jetzt ein Trend unumkehrbar ist, dann der: Es wird jetzt bald Sommer werden, wir leben in einer Art übergangslosen Übergang, die Menschen sind wieder in Aufbruchstimmung. Man geht nach draußen, vor die Tür. Noch schnell ein bisschen leben.


1190/15: Lied des Tages: „Ich hab Dich zuviel lieb!“ – performed by Moondance Duo #Klezmer #related

Ikh hob dich tsufil lib,
Ikh trog oyf dir kayn kas,
Ikh hob dikh tsufil lib,
Zu sajn oyf dir in ka?.

Ikh hob dich tsufil lib,
Tsu zayn oyf dir gor beyz,
A nar ikh heyz, ikh veyz,
Ikh hob dikh tsufil lib.

Kh’hob dir mayn lebn avekgegebn,
Mayn harts, mayn neshome,
Ikh bin krank, nor mayn gedank,
Trakht nit fun nekome.

Ikh hob dich tsufil lib,
Ikh trog oyf dir kayn kas,
Ikh hob dikh tsufil lib,
Zu sajn oyf dir in ka?.


Barry Sisters – Ikh hob dikh tsi fil lib

Mehr über die Barry Sisters, eine Art jiddisch singende Girlgroup hier Externer Link

Paar Eindrücke

Spätnachmittag

Lange Schatten fallen auf den hellen Weg
und die Sonne schickt noch letzte Abschiedswärme
und das dünne Zwitschern eines Vogels ist, als ob es lärme
und als stehl’ es etwas von der Stille weg.
Menschen auf zehn Schritt Entfernung
sind wie aus ganz andern Welten
und fast möchte man die welken Blätter schelten,
daß sie rascheln und die letzten Sonnenstrahlen stören.
Und man möchte nur die Veilchen wachsen hören.

(Selma Meerbaum-Eisinger, 16.04.1940)

Bei Gelegenheit dieser Berichterstattung dürfen wir kurz auf die Ausnahmeveröffentlichung des Schweizers David Klein hinweisen, die unter dem Namen selma.tv auch als Website mit Hörproben erreichbar ist.

Klein hat verschiedene Gedichte der früh verstorbenen Selma Meerbaum-Eisinger mit großartigen, sehr bekannten Künstlern vertont und ihnen damit eine Einbettung gegeben, die wirklich unvergleichlich schön ist.

Hört Euch unbedingt mal offenen Herzens rein! Überwältigend. Schön. Grausam schön.

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